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	<title>China &#8211; Warm Roads</title>
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		<title>Trampen in&#8230; (20) Kasachstan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jul 2017 10:38:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen in...]]></category>
		<category><![CDATA[Kamas Truck]]></category>
		<category><![CDATA[schlechte Straßen]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen in Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kasachstan trägt noch viel Charme der ehemaligen UDSSR in sich. Wenn die Menschen nicht gerade Audi oder 2er Golf fahren, dann sieht man Ladas,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kasachstan trägt noch viel Charme der ehemaligen UDSSR in sich. Wenn die Menschen nicht gerade Audi oder 2er Golf fahren, dann sieht man Ladas, robuste Kamaz Trucks oder den guten, alten Waz auf der Straße. Da macht Trampen besonders Spaß. Hinzu kommt ein besonderes Feature: In Kasachstan gibt es eine ausgeprägte Trampkultur, die die Fortbewegung sehr sehr angenehm macht. Überall an der Straße stehen Menschen und Trampen. In der Stadt und auf dem Land. Herrlich. Fühlt man sich gleich wie zu Hause.<span id="more-2339"></span></p>
<h2>Statistik</h2>
<p><strong>Zurückgelegte Distanz: 4555 km</strong></p>
<p><strong>Anzahl der Lifts: 57</strong></p>
<p><strong>Durchschnittliche Wartezeit: 11 Minuten 56 Sekunden</strong></p>
<p><strong>Standzeit Gesamt: 11 Stunden 20 Minuten</strong></p>
<p>Den Log gibt’s <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Log-Kasachstan.ods">hier</a>. Achtung, der Log enthält ein paar km Trampen durch Bishkek, die ich zu Kasachstan gezählt habe.</p>
<h2>Meine Route</h2>
<p>Ich bin von der chinesischen Grenze nach Almaty, habe einen kleinen Abstecher nach Bishkek/Kirgistan gemacht und bin anschließend von Almaty nach Aktau ans kaspische Meer getrampt. Route könnt ihr <a href="https://goo.gl/maps/kcExC6dWWfA2">hier</a> einsehen.</p>
<h2>Menschen</h2>
<p>Kasachen zu beschreiben fällt mir noch etwas schwer. Das Land ist ein kulturelles Konglomerat. Der Ur-Kasache ist blond und blauäugig, habe ich mir sagen lassen. Irgendwann kam dann Dschingis-Khan und hat alle zu Asiaten gemacht. So ungefähr. Wenn ihr durch Almaty lauft, dann ist es schier unmöglich festzustellen, ob euch da nun ein Kasache, Chinese, Deutscher, Russe oder doch Türke gegenübersteht. Die Menschen sehen so unterschiedlich aus. Das fand ich sehr schön.</p>
<p>Die Menschen in Kasachstan wirken generell sehr kumpelhaft und warm. Nicht ganz so roh, wie die Russen. Die Kasachen sind so wie die Kolumbianer der ehemaligen UDSSR. Viele können ein bißchen Deutsch, auch wenn es nur einige Wörter sind. Jeder Zweite fährt ein (altes) deutsches Auto. Man wird schnell zum trinken eingeladen und die Leute scheinen aufrichtig interessiert.</p>
<p>Was mir aber auch aufgefallen ist, dass man in Kasachstan seine Ruhe haben kann. Dadurch das alle irgendwie anders aussehen und niemand wirklich fremd wirkt, konnte ich mich sehr gut assimilieren. Untertauchen im culture clash. Angenehm.</p>
<p>Eine Sache die hier noch angemerkt sein sollte und speziell an die Frauen gerichtet ist, die durch Kasachstan trampen wollen. Das Land kann recht taff werden. Die Männerkultur ist machohaft und ich habe überdurchschnittlich häufig Geschichten von versuchten Vergewaltigungen von Tramperfreundinnen gehört. Ich kann sowas als Mann natürlich nicht wirklich beurteilen, da ich weder dabei war, noch selber belästigt wurde. Und mir liegt es fern hier alle Kasachen in einen Topf zu werfen oder unnötig Angst zu machen. Aber Kasachstan hängt ein wenig der Ruf nach, in dieser Hinsicht gefährlicher als andere Länder zu sein. Sollte man im Hinterkopf haben, aber sich auch nicht übermäßig verrückt machen. Meiner Meinung nach.</p>
<h2>Straßen</h2>
<p>Tja die Straßen. Das ist ein besonderes Thema in den ehemaligen Sovjet Ländern. Erstmal sollte aber gesagt sein, dass zwischen den großen Städten gut befahrbare, teilweise neue Straßen existieren und die Bewegung hier kein Problem ist. Das kann man allerdings nicht von jeder Region behaupten.</p>
<p>Als ich von der chinesischen Grenze nach Almaty kam, bin ich schon über eine dieser Trümmerstraßen gefahren und das kann mitunter recht anstrengend sein. Was mir dann aber im Landesinneren begegnet ist, war selbst für mich ein neues Level der Apokalypse. Obwohl ich doch so viele beschissene Sraßen dieser Welt abgetrampt bin. Straßen sollen ja den Weg leichter machen und neue Gebiete erschließen. In Kasachstan stellen sie eher ein zusätzliches Hinderniss mit besonderem Feauture dar: Nämlich, dass sie euch den Weg zur Hölle machen und man unter Umständen zu Fuß schneller ist, bzw. lieber den unbefestigten Feldweg vorzieht, der sich neben der Straße entlangschlängelt. Sowas hab ich bisher nur in Post-Sovjet Ländern erlebt.</p>
<p>Ich hatte eine sehr interessante <a href="https://warmroads.de/de/drei-tage-wach-trampen-durch-kasachstan-2/">Tramptour von Qyandiyaghasch nach Makat</a>. Drei Autos in 8 Stunden und mitten durch die kasachische Steppe. Die Leute fahren lieber 1000 km Umweg, als sich über dieses 400 km lange Teilstück zu quälen. Völligst zurecht. Die Straße ist vielleicht die schlechteste Straße, die ich je erlebt habe. Aber schön! Lohnt sich. Auf seine Art und Weise.</p>
<p>Ansonsten merkt euch eins: Kasachstan ist fast ausschließlich Steppe. Kaum Berge, manchmal kleine Hügel aber größtenteils weites „Wasteland“. Bis zum Horizont. Ein bißchen wie <a href="https://warmroads.de/de/trampen-ans-ende-der-welt-ushuaia/">Argentinien</a>, nur mit weniger Menschen. Hat mir sehr gut gefallen da durch zu ballern. Trampen war nämlich hammer einfach.</p>
<h2>Taktik</h2>
<p>Gleich am Anfang muss ich eine Lanze für Kasachstan brechen. Ich hatte einen riesen Spaß beim Trampen, weil die Leute einfach verstanden haben, was ich mache. Jedes Auto ist eigentlich ein Taxi, was die ganze Bewegung etwas problematisch macht. Wenn ihr allerdings von Anfang an klar macht, dass ihr kein Geld gebt/habt, dann nehmen euch viele auch einfach so mit. Eine klare Kommunikation ist daher sehr wichtig. Und ein bißchen Russisch Pflicht. Erwähnt auch immer, dass ihr Autostop („Avtostop“) macht, dann verstehen die meisten schon, was Sache ist. Das ist hier auf jedenfall eine andere Nummer, als in <a href="https://warmroads.de/de/trampen-in-18-china/">China</a>, wo euch alle ungläubig anschauen und denken ihr seid völligst lost. In Kasachstan ist es eher das „Ach, ein Tramper!“-Gefühl.</p>
<p>Zweiter Punkt, den ich sehr genossen habe: Ihr könnt euch quasi überall an die Straße stellen. Manchmal müsst ihr ein wenig laufen, um einen passenden Platz zu finden, aber die Positionierung geht direkt und unkompliziert. Darüber hinaus gibt es gute Auffahrten, bei den großen Kreuzungen und Kreisverkehre in den Städten. Positionierung an Bushaltestellen sollte hier absolut vermieden werden, da die Menschen sonst denken ihr wartet auf einen Bus. Auch weil die Lokalbevölkerung an Bushaltestellen trampt (und dann natürlich bezahlt).</p>
<p>Punkt drei bezieht sich auf das <a href="https://warmroads.de/de/zur-technik-des-nachttrampens/">Nachttrampen</a>. Ich Glaube das ging noch nie so gut, wie in Kasachstan. Es gab quasi keinen Unterschied, ob ihr bei Tageslicht oder bei Dunkelheit getrampt seid. Die Autos hielten genauso schnell an. Super super angenehm. Das hat mich wirklich sehr überrascht, aber wahrscheinlich haben hier meine Reflektoren und mein Tramperanzug ihren Anteil getan.</p>
<p>In Kasachstan zu trampen ist easy und straight forward. Einzige Sache, die ihr beachten solltet, dass ihr die Umgehungsstraßen bei großen Städten nutzt. Die gibt es fast immer und für ein schnelles vorankommen ist es notwendig, nicht in den Städten zu landen. Weil da ist Molloch angesagt.</p>
<h2>Impressionen</h2>

<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-20-kasachstan/kamas-truck/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Kamas-Truck-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Kamas Truck in Kasachstan" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Kamas-Truck-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Kamas-Truck-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Kamas-Truck-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Kamas-Truck-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Kamas-Truck-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-20-kasachstan/waz-truck/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/WAZ-Truck-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="WAZ Truck in Kasachstan" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/WAZ-Truck-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/WAZ-Truck-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/WAZ-Truck-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/WAZ-Truck-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/WAZ-Truck-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-20-kasachstan/strasse-kasachstan-2/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Straße-Kasachstan-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Straße Kasachstan" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Straße-Kasachstan-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Straße-Kasachstan-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Straße-Kasachstan-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Straße-Kasachstan-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Straße-Kasachstan-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-20-kasachstan/dirtroad-kazachztan/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/dirtroad-Kazachztan-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="dirtroad Kazachztan" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/dirtroad-Kazachztan-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/dirtroad-Kazachztan-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/dirtroad-Kazachztan-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/dirtroad-Kazachztan-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/dirtroad-Kazachztan-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-20-kasachstan/trampen-kasachstan-2/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Trampen-Kasachstan-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Trampen Kasachstan" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Trampen-Kasachstan-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Trampen-Kasachstan-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Trampen-Kasachstan-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Trampen-Kasachstan-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Trampen-Kasachstan-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-20-kasachstan/waz-kasachstan-huepfburg/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Waz-Kasachstan-Hüpfburg-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Waz Kasachstan Hüpfburg" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Waz-Kasachstan-Hüpfburg-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Waz-Kasachstan-Hüpfburg-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Waz-Kasachstan-Hüpfburg-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Waz-Kasachstan-Hüpfburg-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Waz-Kasachstan-Hüpfburg-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-20-kasachstan/land-kasachstan-schafe/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Land-Kasachstan-Schafe-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Land-Kasachstan-Schafe-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Land-Kasachstan-Schafe-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Land-Kasachstan-Schafe-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Land-Kasachstan-Schafe-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Land-Kasachstan-Schafe-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
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<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-20-kasachstan/steppe-kasachstan/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Steppe-Kasachstan-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Steppe-Kasachstan-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Steppe-Kasachstan-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Steppe-Kasachstan-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Steppe-Kasachstan-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/07/Steppe-Kasachstan-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>

<h2>Besonderheiten</h2>
<p>Ich hab gesagt Kasachstan sei größtenteils flach, aber an der Grenze zu Kirgisistan gibt es ein paar schöne Berge und in Almaty habt ich eine tolle Aussicht auf eben solche. Almaty ansich ist eine sehr schöne Stadt. Zumindest wenn man auch graue Sovjet Platten steht, was bei mir der Fall ist. Aber vorallem schön, wegen den Menschen. Ich hab die Kasachen als wirklich freundlich empfunden und werde sicher mal wieder hin fahren und Freunde besuchen.</p>
<p>Kulinarisch konnte ich mich gut in Kasachstan einfinden. Neben dem guten alten Plow (Reispfanne) und den allseits erhältlichen Samsa (gefüllte Teigtaschen) haben wir auch eine leckere Sommersuppe mit Kartoffel, Schnittlauch, Eiern und Joghurtdrink sowie Sprudelwasser gemacht. Klingt komisch, schmeckte aber Bombe. Ansonsten gibt es noch Kwas, das ist sowas wie Light Bier, aber eigentlich durch die Gärung von Brot hergestellt und der gute alte Kumis (vergorene Stutenmilch). Nicht für jeden Menschen etwas, aber die Leute dort mögen eher saure Getränke.</p>
<p>Nach Kasachstan kommt ihr entweder durch Rußland, oder Zentralasien, falls ihr von Europa lostrampt. Letztere Route kann u.U. etwas komplizierter werden, da die Visa Vergabe in Ländern wie Usbekistan oder Turkmenistan einer Lotterie gleicht. Ich selbst bin von Kasachstan nach Aserbaidschan gereist und habe ein Containerschiff über das kaspische Meer genommen. War eine lustige Tour, die ich nur empfehlen kann. Für weitere Infos dazu checkt am besten <a href="http://www.caravanistan.com">Caravanistan.com</a> – übrigens eine der besten Informationsseiten, wenn ihr in Zentralasien reisen wollt.</p>
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		<title>Ein Dankeswort an die Menschen in China</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jul 2016 22:31:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Über die Menschheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In China wollten immer alle ein Foto mit mir machen. Ich hab mir das irgendwann zu nutze gemacht und einfach selber angefangen, mich mit...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In China wollten immer alle ein Foto mit mir machen. Ich hab mir das irgendwann zu nutze gemacht und einfach selber angefangen, mich mit den Menschen abzulichten. Herausgekommen ist eine kleine Collage meiner chinesischen FahrerInnen und ich möchte an dieser Stelle noch einmal Danke sagen. Danke für die tolle Zeit, die angenehmen Lifts und die aufrichtige Gastfreundlichkeit. Danke China!<span id="more-1977"></span></p>
<p style="text-align: center;">Erster Lift am Morgen von Wuhan</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/389578716-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1978" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/389578716-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/389578716-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/389578716-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/389578716-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/389578716-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/389578716-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Mein Nachtlift nach Urumqi. Zwiebel und Brot und morgens in die Moschee.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112507-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1996" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112507-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112507-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112507-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112507-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112507-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112507-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a> <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112432-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1995" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112432-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112432-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112432-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112432-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112432-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112432-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a> <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112415-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1994" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112415-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112415-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112415-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112415-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112415-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_112415-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Er hat mich danach am Morgen in Urumqi aufgesammelt</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_123845-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1997" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_123845-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_123845-compressor.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_123845-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_123845-compressor-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_123845-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_123845-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_123845-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a>Polizist der mich für Alex Meier gehalten hat</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_203934-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1998" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_203934-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_203934-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_203934-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_203934-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_203934-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160521_203934-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a>Polizist der mich in Yinchuan von der schrecklichen Service Area gerettet hat</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1960" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei.jpg" alt="Treffen mit der chinesischen Polizei" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a>Polizist der mich in Datong von der schrecklichen Service Area gerettet hat</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_224607-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1989" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_224607-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_224607-compressor.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_224607-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_224607-compressor-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_224607-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_224607-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_224607-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a>Und er war der Besitzer der Raststätte und hat mich dort schlafen lassen</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1058706431-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1981" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1058706431-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1058706431-compressor.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1058706431-compressor-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1058706431-compressor-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1058706431-compressor-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1058706431-compressor-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1058706431-compressor-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a>Einfach nur ein Typ der ein Foto mit mir wollte</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_163529-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1993" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_163529-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_163529-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_163529-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_163529-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_163529-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_163529-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a>Er auch</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160467-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-2003" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160467-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160467-compressor.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160467-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160467-compressor-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160467-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160467-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160467-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a>Freundlicher Trucker, der mich nach dem Klassenerhalt aufgesammelt hat und mich mit zum Frühstück genommen hat</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160524_101141-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1999" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160524_101141-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160524_101141-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160524_101141-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160524_101141-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160524_101141-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160524_101141-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a>Familie aus dem Yunnan. Einer meiner ersten langen Lifts in China!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160024-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-2001" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160024-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160024-compressor.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160024-compressor-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160024-compressor-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160024-compressor-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160024-compressor-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160024-compressor-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a> <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160022-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-2000" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160022-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160022-compressor.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160022-compressor-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160022-compressor-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160022-compressor-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160022-compressor-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160022-compressor-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a>Tibetanischer Trucker</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160264-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-2002" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160264-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160264-compressor.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160264-compressor-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160264-compressor-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160264-compressor-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160264-compressor-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160264-compressor-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a>Die nette Frau, die mir Lunge zum Essen gab</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160571-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-2004" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160571-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160571-compressor.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160571-compressor-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160571-compressor-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160571-compressor-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160571-compressor-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/P1160571-compressor-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a>Hier war ich müde</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/400566142-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1979" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/400566142-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="440" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/400566142-compressor.jpg 440w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/400566142-compressor-169x300.jpg 169w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/400566142-compressor-150x266.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/400566142-compressor-400x709.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/400566142-compressor-200x355.jpg 200w" sizes="(max-width: 440px) 100vw, 440px" /></a>Meine allerliebsten Tourguides</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/747913699-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1980" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/747913699-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="624" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/747913699-compressor.jpg 624w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/747913699-compressor-240x300.jpg 240w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/747913699-compressor-150x188.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/747913699-compressor-400x500.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/747913699-compressor-200x250.jpg 200w" sizes="(max-width: 624px) 100vw, 624px" /></a> <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/2130940554-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1984" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/2130940554-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="651" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/2130940554-compressor.jpg 651w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/2130940554-compressor-250x300.jpg 250w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/2130940554-compressor-150x180.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/2130940554-compressor-400x479.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/2130940554-compressor-200x240.jpg 200w" sizes="(max-width: 651px) 100vw, 651px" /></a>Erster Lift weg von der Raste in Datong, wo ich geschlafen habe</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1763154007-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1982" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1763154007-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1763154007-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1763154007-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1763154007-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1763154007-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1763154007-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a>Lift aus Harbin, der die ganze Nacht unterwegs war und wo wir erstmal zwei Stunden im Autositz gepennt haben, bevor es los ging</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1902939404-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1983" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1902939404-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1902939404-compressor.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1902939404-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1902939404-compressor-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1902939404-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1902939404-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/1902939404-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a>Nachtlift Chengde</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160516_200906-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1985" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160516_200906-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160516_200906-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160516_200906-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160516_200906-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160516_200906-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160516_200906-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a>Schweinefüßchen und Schweineohr kurz vor der chinesischen Mauer</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125555-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1986" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125555-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125555-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125555-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125555-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125555-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125555-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a> <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125633-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1987" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125633-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125633-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125633-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125633-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125633-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160517_125633-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a>Eis und sie sprach sehr gutes Englisch</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_155604-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1992" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_155604-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_155604-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_155604-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_155604-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_155604-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_155604-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a>Bei ihm gab es den Sojabohnen-Verschnit und das strahlendste Lächeln von Xinjiang</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_114110-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1991" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_114110-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_114110-compressor.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_114110-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_114110-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_114110-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160520_114110-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a>Und diese netten Menschen haben mir einen chinesischen Talismann geschenkt</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_151453-compressor.jpg" rel="lightbox[1977]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1988" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_151453-compressor.jpg" alt="Menschen China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_151453-compressor.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_151453-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_151453-compressor-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_151453-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_151453-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/IMG_20160518_151453-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Es ist ein großes Geschenk soviel Gastfreundlichkeit erfahren zu haben und mein Danke geht an all die tollen Menschen, die ich getroffen habe. Ob sie nun hier zu sehen sind, oder nicht. Das wird in meinem Herzen bleiben und zeigt doch auch mal wieder, wie schön diese Welt mit ihren Menschen ist! Einfach nur: Danke!</p>
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		<title>Persönliche Bestzeit &#8211; Wie man seine Geschwindigkeit beim Trampen kalkuliert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jul 2016 10:59:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[Bolivien]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Tramp-Technik]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin einige Langstrecken (4000-12.000 km) in verschiedenen Ländern auf unserem Planeten getrampt. Gerade habe ich eine Stunde damit verbracht, meine Logbücher zu analysieren....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin einige Langstrecken (4000-12.000 km) in verschiedenen Ländern auf unserem Planeten getrampt. Gerade habe ich eine Stunde damit verbracht, meine Logbücher zu analysieren. Weils so schön ist. Hier die Ergebnisse: Auf meinen Routen durch Asien und Amerika hab ich stets versucht, meinen Langstreckenrekord aus Argentinien (2532km in 38h 49m; <strong>Ø65km/h</strong> von Buenos Aires nach Rio Gallegos) zu übertreffen. Am schnellsten war ich in Kazachstan von Almaty nach Aqtöbe (2221 km in 32 h 28m; <strong>Ø68km/h</strong>). Und auch in China hatte ich einen sehr guten Run von <a href="https://goo.gl/maps/i1L2H8Aw2dP2">Dali nach Harbin</a> (4589 km in 82h 38m; <strong>Ø55 km/h</strong>).</p>
<p>Wie schnell ihr trampt, hängt vorallem mit eurer Technik zusammen. Tagsüber wird die Geschwindigkeit eines nicht-fortgeschrittenen und eines fortgeschrittenen Trampers mehr oder weniger gleich sein. Man kann sich mit dem richtigen Equipment und Technik jedoch auch ohne Probleme Nachts bewegen. Da gibt es zwar weniger Verkehr, aber dafür fahren die Lifts weiter. Fortgeschrittene Tramper nutzen die Nacht für ihre Bewegung.<span id="more-2027"></span></p>
<p>Auf meiner <a href="https://warmroads.de/de/langstreckentrampen-von-new-york-nach-alaska/">„Royal Stage“</a> von New York nach Alaska habe ich eine sehr gute Zeit erreicht, als ich Kanada durchquert habe. Ich hatte einen run von <a href="https://goo.gl/maps/NGsxLSb5JPU2">Thousand Islands USA/Kanada Grenze nach Otter Falls/Haines Junction Yukon Territorium</a> 6071 km in 107 Stunden und 8 Minuten (<strong>Ø56 km/h</strong>). Ich behaupte das ist schneller, als selber zu fahren. Und aufgrund der angemessenen Länge dieser Tour, möchte ich es meine persönliche Bestzeit nennen.</p>
<p>In der russischen Tramplehre kalkuliert man die durchschnittliche Geschwindigkeit im <strong>Sommer</strong> mit ungefähr <strong>50 km/h</strong>. Für den <strong>Winter</strong> sind ca. <strong>40 km/h</strong> veranschlagt. Und das gilt für die meisten entwickelten Länder wie Iran, USA, Kanada, China, Rußland, Deutschland, Argentinien. Die Kalkulation muss entsprechend angepasst werden, wenn es bergiges Gelände mit vielen Serpentinen zu überwinden gilt. Prinzipiell sagt man: Je höher die Straße liegt, desto langsamer ist die Kalkulation. In <strong>technisch, schwierigeren Regionen</strong> kann die durchschnittliche Wegstrecke schonmal auf <strong>200-300 km am Tag</strong> runter gehen. Ich persönlich hab das erfahren, als ich das <a href="https://warmroads.de/de/wenig-verkehr-auf-dieser-strasse-aber-ist-bestimmt-schoen-da/">bolivianische Hochland</a> durchquert habe.</p>
<p>Je länger die Tour geht, desto schwerer ist es natürlich, die Geschwindigkeit hoch zu halten. Wäre ich auf meiner Kanada Route durchschnittlich 3 km/h langsamer gewesen, dann hätte ich am Ende 321km weniger Distanz zurückgelegt. 3 km/h klingt wenig, macht aber einen großen Unterschied.</p>
<p>Als ich angefangen habe zu trampen, haben wir immer Pi-mal-Daumen <strong>das Doppelte der normalen Fahrtzeit</strong> kalkuliert. Für Anfänger ist das eine sichere Orientierungshilfe, die ihr leicht erfüllen könnt. Wenn ihr an diesem Maßstab scheitert, dann macht ihr etwas falsch. Mit den oben genannten Routen in Süd-, Nord-Amerika, sowie Asien, kann man jedoch gut sehen, dass die Richtwerte unserer russischen Freunde durchaus realistisch sind. Besonders auf langen Strecken.</p>
<p>Generell ist man alleine immer ein bisschen schneller als zu zweit. Mit drei Personen wird das Trampen jedoch signifikant langsamer werden. Ländergrenzen sind immer anders, jedoch kann man durchschnittlich mit 1 Stunde Verzögerung rechnen, wenn ihr ein neues Territorium betretet. Große Städte sind ebenfalls ein Problem, besonders wenn es keine Umgehungsstraße gibt. Zwei Stunden sollten zusätzlich zur normalen Fahrtzeit eingeplant werden, wenn ihr euch durch ein Moloch wie La Paz oder Panama City kämpfen müsst. Mit oder ohne öffentliche Transportmittel. Durchquerung von Städten ist eine der schwersten Disziplinen beim Langstreckentrampen und ein Anfänger kann hier durchaus auch mehr Zeit verlieren.</p>
<p>Je erfahrener die Tramper sind, desto kleiner wird der Unterschied in der Bewegungsgeschwindigkeit zueinander sein. Und zwar unabhängig von Geschlecht und Alter. Wer behauptet, dass es mit einer Frau schneller geht, nur weil sie eine Frau ist, der hat vielleicht zu wenig Erfahrung, selber Autos zum Anhalten zu bewegen. Und wenn eine meiner Trampkolleginnen schneller als ich unterwegs ist, dann hat das weniger mit ihrem Geschlecht zu tun, sondern damit, dass sie die bessere Technik hat.</p>
<p>Generell will ich mit diesem Artikel nur zeigen, dass Trampen planbar ist und die Geschwindigkeit davon abhängt, wie gut euer Trampskill ist. Dazu gehört eure Körpersprache, Kleidung, euer Auftreten, Gestik und Mimik, wie gut kommuniziert ihr mit den Autos und wie charmant könnt ihr die Fahrer zum anhalten bewegen. Außerdem ist die Positionierung überaus wichtig und dass ihr taktische Fehler vermeidet, wie z.B. dem Fahrer überlassen, wo er euch rauslässt oder Lifts nehmen, die euch keinen Vorteil bringen. Das alles sind Parameter, die eure Geschwindigkeit mitbestimmen und diese sind weitaus wichtiger, als Glück. Wer behauptet, dass Trampen nur vom Glück abhängt, der weiß wahrscheinlich nicht, wie man richtig trampt.</p>
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		<title>Trampen in&#8230; (18) China</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2016 11:55:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen in...]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es scheint irgendwie eine Regelmäßigkeit zu sein, dass Länder, bei denen ich vorher ein komisches Gefühl habe, am total super laufen und mich positiv...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es scheint irgendwie eine Regelmäßigkeit zu sein, dass Länder, bei denen ich vorher ein komisches Gefühl habe, am total super laufen und mich positiv überraschen. So geschehen in Bolivien. Und so auch in China. China ist tramptechnisch auf jedenfall ein sehr komfortables Land. Ich habe dort meine bisher größte Langstrecke von 15 000 km gemacht und bin die <a href="https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-15-das-unbekannte-land/">vier Ecken von China</a> abgetrampt, hätte an der chinesischen Mauer fast mein Leben verloren und genoss die unerwartete Gastfreundlichkeit im Land. China reiht sich ein, in die Riege meiner Lieblingstrampländer!<span id="more-2041"></span></p>
<h2>Statistik</h2>
<p align="justify"><strong>Zurückgelegte Distanz: </strong><strong>15.032 km</strong></p>
<p align="justify"><strong>Anzahl der Lifts: </strong><strong>89</strong></p>
<p align="justify"><strong>Durchschnittliche Wartezeit: </strong><strong>19</strong><strong> Minuten </strong><strong>15</strong><strong> Sekunden</strong></p>
<p align="justify"><strong>Standzeit Gesamt: </strong><strong>28</strong><strong> Stunden </strong><strong>33</strong><strong> Minuten</strong></p>
<p>Den Log gibt’s <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Log-China.ods">hier</a>.</p>
<h2>Meine Route</h2>
<p>Ich bin in Hong Kong gestartet, habe dann einen Abstecher in die Yunnan Region gemacht, wo ich drei Tage in Dali geblieben bin. Danach ging es entlang der<a href="https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-25-tibetanische-bergstrassen/"> tibetanische Grenze</a> über Chengdu nach Wuhan. Anschließend Richtung Bejing nach Heilongjiang an die mongolische Grenze. Der letzte Abschnitt führte einmal quer durch China an die Süd-West Spitze nach Kashgar. Von hier aus kann man über die höchsten Bergpässe der Welt nach Pakistan gelangen. Ich bin aber umgedreht und nach Kasachstan weiter getrampt. Insgesamt 15 000 km, die ich in weniger als drei Wochen abgetrampt habe.</p>
<p><a href="https://www.google.de/maps/dir/Shenzhen,+Guangdong,+China/D%C3%AAq%C3%AAn,+Yunnan,+China/Litang,+Garz%C3%AA,+Sichuan,+China/Renshou,+Meishan,+Sichuan,+China/Wuhan,+Hubei,+China/Harbin,+Heilongjiang,+China/Baicheng,+Jilin,+China/40.4255734,116.556908/Kashgar,+Xinjiang,+China/@39.1726644,113.7595649,8z/data=!4m81!4m80!1m5!1m1!1s0x3403f408d0e15291:0xfdee550db79280c9!2m2!1d114.057865!2d22.543096!1m5!1m1!1s0x372027d84aae9a93:0x1b5c352512a3a07f!2m2!1d99.702254!2d27.818757!1m10!1m1!1s0x371dc27ee9077b55:0xbc8a1d3ee2fa973d!2m2!1d100.269818!2d29.996049!3m4!1m2!1d102.4014403!2d29.2451428!3s0x36e6bfaf40a3769b:0xbd4f701d01d25e0!1m5!1m1!1s0x36ef039e78cfa61b:0x64802beb3e255bf1!2m2!1d104.134082!2d29.99563!1m20!1m1!1s0x342eaef8dd85f26f:0x39c2c9ac6c582210!2m2!1d114.305393!2d30.593099!3m4!1m2!1d114.5804841!2d37.9500935!3s0x35e71e3719451d09:0x5d3903a2179dbf60!3m4!1m2!1d115.6890389!2d37.7319386!3s0x35e8806b737ca571:0xed8cd112c0e2182b!3m4!1m2!1d116.4217912!2d39.8317714!3s0x35f1b334a38146fb:0xadb0f9e58ceae0f2!1m5!1m1!1s0x5e4364f8a6641461:0x5e7c92735aa02cd5!2m2!1d126.534967!2d45.803775!1m5!1m1!1s0x5e6abed098829dd9:0xb70244b3ee4ba854!2m2!1d122.838826!2d45.619588!1m10!3m4!1m2!1d113.7639553!2d39.6081725!3s0x35e36cd5a5466997:0x6bdce5d20aacc8ed!3m4!1m2!1d111.4641735!2d37.4189862!3s0x36748cb7dbdb3a25:0x3f2e716e000eff03!1m5!1m1!1s0x3892e9fa14219859:0xddf7c15e8b3150d3!2m2!1d75.989755!2d39.4704!3e0">Route nach Kashgar 12.915km.</a></p>
<p><a href="https://www.google.de/maps/dir/Kaxgar,+Xinjiang,+China/Horgos,+Ili,+Xinjiang,+China/@41.9798247,77.8160061,6z/data=!4m14!4m13!1m5!1m1!1s0x3892e9fa14219859:0xddf7c15e8b3150d3!2m2!1d75.989755!2d39.4704!1m5!1m1!1s0x387f4296e3779b4f:0x40657579adaccda!2m2!1d80.410871!2d44.213921!5i1">Kashgar – Horgos 2117km.</a></p>
<h2>Menschen</h2>
<p>Alle sagen immer, dass die Chinese so anders und komisch wären. Das sind sie auch. Jedoch empfand ich die Unterschiede weniger drastisch, als erwartet. Erst einmal sollte gesagt sein, das China mit seinen 1,35 Milliarden Einwohnern als Bevölkerungsreichstes Land der Erde kaum zu fassen ist. Die Städte sind unglaublich groß, durchzogen von Hochhaussiedlungen, wie sich das für ein sozialistisches Land gehört. Hier versammeln sich verschiedenste Ethnien in einem Land. Die Han Chinesen bilden die größte Volksgruppe. Im Süd-Westen gibt es viele Tibeter, im Norden eher einen mongolischen Einschlag und im äußersten Westen leben Uiguren, die eher türkisch/zentralasiatisch als klassisch Chinesisch sind. Ich hab auf jedenfall gelernt, dass China nicht gleich China ist.</p>
<p>Desweiteren habe ich vorwiegend mit der neureichen chinesischen Mittelklasse verkehrt, weil die wiederum auf den Autobahnen unterwegs sind und meine Expedition größtenteils entlang der Straße stattgefunden hat. Der Unterschied zu uns Westlern ist hier nicht sehr groß. Auch die mittelklasse Chinesen wollen konsumieren, fahren die neuesten Autos, haben Smartphones, interessieren sich für das Reisen und nutzen Google Translate, um mit mir zu kommunizieren. Nicht anders, als in anderen Ländern auch.</p>
<p>Generell sind die Chinesen ebenso höflich, wie auch die Japaner, ohne dabei so übermäßig hilfsbereit zu sein. In japan kam es schonmal vor, dass Menschen drei Stunden Umweg für einen gefahren sind, weil sie das für notwendig erachtet haben. So etwas passiert in China nicht, was ich prinzipiell sehr angenehm finde. Dennoch wird man mit großer Wahrscheinlichkeit IMMER zum Essen eingeladen, wenn man Morgens, zur Mittagszeit oder während des Abendessens in einem Auto mit Menschen sitzt. Mir wurde auch regelmäßig Essen geschenkt. Die Chinesen sorgten für mich, was auch dazu geführt hat, dass ich letztendlich komplett ohne Geld gereist bin. War einfach nicht nötig.</p>
<p>Kulinarisch war China eines der interessantesten Länder, welches ich bisher bereist habe. Ich glaube ich habe nie etwas zweimal gegessen. Die chinesische Küche ist so unglaublich abwechslungsreich und gut. Es gab ein paar Neuheiten, die ich probiert habe, wie Schweinefüße, Lunge, Gedärme oder Entenhals. Das klingt etwas abstoßend, im Endeffekt war es aber sehr lecker. Man muss auch berücksichtigen, dass ich gerade aus dem Essensparadies Japan gekommen bin und daher umso schwerer zu beeindrucken war. Aber die chinesische Küche hat mich absolut überzeugt.</p>
<p>Ein Punkt der mir etwas aufgestossen ist, dass die Chinesen mitunter etwas Anstand vermissen lassen und gerne mal penetrant glotzen. Oder ein Video von dir machen. Foto und Selfie eigentlich immer, das gehört zum Trampen dazu. Manchmal gruppiert man sich auch um den Fremden herum und begutachtet ihn. Ein bißchen wie im Zoo. Zur Verteidigung sollte man vielleicht sagen, dass China einen unglaublich schnellen Wandel durchlebt und man als Ausländer immernoch eine Art Exotenstatus hat und die Menschen einfach fasziniert von dir sind, wenn du durch dieses wunderbare Land reist. Damit muss man sich arrangieren. Meinen die nicht böse, wirkt nur manchmal etwas unhöflich. Wer keine Selfies mag, der sollte daher besser nicht nach China fahren.</p>
<p>Fahren ist übrigens noch ein gutes Stichwort. Viele Chinesen können das noch nicht so richtig gut. Unvorhergesehene Manöver auf der Autobahn, mitten auf der Straße anhalten, langsam auf der linken Spur kriechen oder auch mal das vollständige Ignorieren der Fahrbahnbegrenzung sind alltägliche Erfahrungen im chinesischen Straßenverkehr.</p>
<h2>Straßen</h2>
<p>China hat ein perfekt aufgebautes Autobahnnetz, welches sinnbildlich für den Aufstieg zur Weltmacht gesehen werden kann. 1988 wurde die erste Chinesische Autobahn bei Shanghai eröffnet. Ein 17 km langer Streckenabschnitt, der heute Teil der städtischen Ringstraße ist. 2011 hatte China 74.000 km Autobahn, mehr als die USA und somit und das längste Autobahnnetz der Welt. Mittlerweile (2016) sind es 123.000 km. Alleine in 2015 11.000 km davon wurden in 2015 gebaut. Ich schreibe diese Zahlen, damit ihr versteht, WIE schnell China den Entwicklungsrückstand zum Westen aufholt. Die chinesische Autobahnnetz ist eines der wichtigsten Modernisierungsprojekte des Landes.</p>
<p>Noch beeindruckender ist es, wenn ihr in China selbst seid und euch auf den Autobahnen fortbewegt. Es gibt Raststätten nach deutschem Vorbild, die überall eine optimale Infrastruktur zum Trampen bieten. Die Autobahnen sind durchgehend super in Schuss, was auch an deren Neuheit liegen mag. Und selbst entlegene Ecken an der mongolisch-russichen Grenze im Norden sind konsequent ausgebaut und machen es möglich, das ganze Land bequem per Straßen erreichen zu können. Wenn man bedenkt, wie groß China ist, halte ich das für eine besondere Leistung.</p>
<p>Die Autobahnen sind generell kostenpflichtig, weshalb auch die oben genannte Mittelklasse hauptsächlich darauf verkehrt und man keine alten Scheißkarren dort finden wird. Die Toll Stationen eignen sich übrigens auch gut zum Trampen und geben einen weiteren Pluspunkt. Und was ich absolut genossen habe, dass die Infrastruktur zur Zeit noch alles andere als ausgelastet ist. Was zur Folge hat, dass ihr in den etwas entlegeneren Gebieten eine Kombination aus sehr sehr wenig Verkehr, neuen Schnellstraßen und riesigen Raststätten habt. Ich mag das. Ich bin aber auch Nostalgiker und hab immernoch die Bilder der leeren amerikanischen und deutschen Autobahnen aus den Fünfzigern im Kopf. Heutzutage sind die meisten Straßen ja zugestopft mit Verkehr. Hier in China findet man eine besondere Pionier-Atmosphäre. Sehr spannend in meinen Augen.</p>
<p>Ein Punkt noch zur Verkehrsinfrastrukur, der nur indirekt mit Straßen zu tun hat. China hat neben dem beeindruckenden Autobahnnetz auch ein sehr gut ausgebautes Schienennetz. Aufgrund der Größe des Landes, macht es mehr Sinn, in die Fernzüge umzusteigen, wenn man gerne Überland fahren möchte. Die Zugtrassen sind meist im Hochbahnstil gebaut und die chinesischen Züge erinnern ein wenig an den deutschen ICE und scheinen auch nicht minder langsam zu sein. Auch hier sieht man, wie das Land den Rückstand zum Westen schnell und kompromisslos aufholt.</p>
<h2>Taktik</h2>
<p>Bevor wir nun über Trampen in China reden solltet ihr eine Sache verstehen: China hat ein sehr gut ausgebautes Autobahnnetz mit einer perfekten Raststätten-Infrastruktur. Schilder auf der Autobahn sind für gewöhnlich chinesisch und mit lateinischen Alphabet beschrieben. Die Orientierung ist nicht so schwer, wie einige vermuten.</p>
<p>Die größte Herausforderung sind sicherlich die Kommunikationsschwierigkeiten. Es gibt allerdings einige Hilfsmittel, die euch ein problemloses Trampen in China ermöglichen werden:</p>
<p><strong>Google Translate</strong><br />
Danke offline packages und sogar offline Spracheingabe ein wunderbares Tool um mit den Menschen zu kommunizieren. Wenn ihr euer Handy rausholt, dann machen das die Chinesen auch oft und fangen an, ebenfalls zu übersetzen. Nicht mit Google, aber mit chinesischer Software. Ich hab einige Gespräche so geführt und das funktionierte sehr gut.</p>
<p><strong>WeChat</strong><br />
Besser ist es jedoch, sich eine chinesische Nummer zu holen und WeChat zu installieren. Das ist so etwas, wie das chinesische WhatsApp und wird von jedem benutzt. Ihr werde auch überraschte Blicke ernten, wenn ihr fragt, ob sie euch bei WeChat adden wollen. Wieso? WeChat hat eine eingebaute Übersetzungsfunktion. Die funktioniert leider nur mit Internet, ist aber super und erfreut die Leute. Außerdem können die euch so die Fotos von euch schicken. Sehr praktisch.</p>
<p><strong>Der goldene Brief</strong><br />
Ich hatte einen vorgeschriebenen Brief von einer befreundeten Tramperin bekommen. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht genau, was da drauf steht. Irgendwas mit „Hallo, ich bin Stefan aus Deutschland, ich bin hier um mir euer schönes Land anzuschauen. Ich reise für gewöhnlich per Anhalter, das bedeutet ich Stelle mich an die Straße und Leute nehmen mich ohne Geld mit. Bitte Fahrt mich nicht an eine Bushaltestelle. Ich mag es so zu reisen, etcpp.“. Dieses Schreiben funktionierte außerordentlich gut und man konnte sehen, wie ich die Mimik der Leute erhellt hat, während sie es gelesen haben. Wundervoll. Definitiv die Geheimwaffe. Der Brief ist mittlerweile weitergereicht an eine andere Freundin, die gerade in China unterwegs ist. Ein Foto des Briefs gibts hier:</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/China-Brief.jpg" rel="lightbox[2041]"><img class="aligncenter size-full wp-image-2046" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/China-Brief.jpg" alt="China Brief" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/China-Brief.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/China-Brief-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/China-Brief-768x513.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/China-Brief-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/China-Brief-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/China-Brief-200x134.jpg 200w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/China-Brief-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>Kennzeichenliste auf Wikipedia</strong><br />
Chinesische Kennzeichen sind ähnlich hilfreich, wie in Deutschland. Am Anfang steht ein Schriftzeichen, welches für die entsprechende Provinz steht. Danach findet ihr einen Buchstaben, der die dazugehörige Stadt, bzw. Region angebt. Hauptstädte der Provinzen sind meistens mit einem „A“ gekennzeichnet. Für die genaue Bestimmung schaut ihr am besten Auf Wikipedia, dort sind alle Kennzeichen aufgeführt. Super hilfreich, um Menschen direkt an der Raststätte anzusprechen und auch, um euch selber Schilder zu machen.</p>
<p><strong>Raststätten und Überblick</strong><br />
Es gibt eigentlich nahe jeder größeren Stadt und Kreuzung eine Raststätte. Die Menschen wissen meistens auch bescheid, wo sich Raststätten befinden. Wenn ihr selber die Kontrolle behalten wollt, so bietet euch die chinesische Verkehrsplanung regelmäßige Überblicks-Schilder auf der Autobahn, wo die nächsten drei Raststätten angegeben sind. Sehr hilfreich bei der Streckenplanung. Augen aufhalten!</p>
<p>Raststätten haben meistens eine Tankstelle, ein Restaurant, manchmal sogar Internet und immer alle Türen offen, sodass ihr euch auf die Dächer schleichen könnt und dort tolle Schlafplätze findet. Allerdings sollte man vorsichtig sein, welche Türen man öffnet, da viele Menschen auf den Raststätten arbeiten und leben, sodass ihr euch schnell mal in einem privaten Schlafzimmer wiederfindet auf der Erkundungstour.</p>
<p>Trampen in China kann man auf verschiedenen Wegen praktizieren. Es funktioniert super, sich einfach am Ende der Raststätte zu positionieren und den Daumen rauszuhalten. Schilder machen sicherlich Sinn, aber durch die eindeutigen Autokennzeichen könnt ihr euch auch den Lift suchen, anstatt die Menschen euch finden zu lassen.</p>
<p>Was auch funktioniert ist folgende Taktik. Ihr kommt auf der Raststätte an und geht erstmal aufs Klo oder trinkt einen Schluck Wasser. Es wird nicht lange dauern, bis irgendwer auf euch zukommt und anfängt mit euch zu reden. Davon versteht ihr natürlich kein Wort. Höflich nickt ihr mit dem Kopf und hört verständnisvoll zu. Nach 30 Sekunden holt ihr euren Zettel hervor. Die Kontaktperson wird nun anfangen zu lesen. Mit zunehmenden Zeilen erhellt sich das Gesicht der Kontaktperson, bis es schließlich in ein freundliches Lächeln übergeht. Gelegentlich sagen sie laut „Deutschland!“ vor sich hin, wenn sie gerade über eure Herkunft erfahren haben. Nachdem sie euch den Zettel wieder übergeben haben, wird die betreffende Kontaktperson loslaufen und ein geeignetes Auto für euch finden oder andere Personen einweihen, die sich währenddessen um euch herum versammelt haben. Dann geht alles von alleine.</p>
<p>Man muss sich hierzu auch die chinesische Kultur etwas genauer bewusst machen. Wir befinden uns hier im Sozialismus und das Kollektiv steht über allem. Dementsprechend ist es auch gewissermaßen die Verantwortung des Volkskörper, dem Touristen zu helfen. Ich hatte oft die Situation, dass meine Fahrer darauf bestanden haben, einen neuen Lift für mich zu finden. Und das lief dann meistens so: Aussteigen, Auto in meine Richtung finden, zu den Fahrern laufen, dann wird kurz geredet und ich werde in das Auto gesteckt. Dabei kam es mir nie so vor, als ob da eine „Frage“ über meine Mitfahrt gestellt worden wäre. Eher so: „Fahrt ihr nach Peking?“ „Ja.“ „Sehr gut. Dieser Mensch hier muss auch nach Peking.“ Und dann war mein Rucksack auch schon im Kofferraum.</p>
<p>Natürlich geht das nicht immer so einfach, aber meistens. Trampen in China ist weitestgehend ein Selbstläufer. Alternativ gibt es aber auch sehr gute Positionierungsmöglichkeiten. Raststättenausfahrten sind super. Toll Stationen bieten sich immer an. Am Besten jene, die mitten auf der Autobahn sind. Polizeikontrollen ermöglichen euch langsamen Verkehrsfluss, allerdings solltet ihr nicht die Polizisten eure Arbeit verrichten lassen. Und letztendlich kann man sich auch direkt an die Autobahnkreuze stellen, obwohl das natürlich „offiziell“ illegal ist. Jedoch wird man in China so schnell mitgenommen, dass keine Polizei eine Chance hat, euch vorher zu finden. Es besteht sowieso ein genereller Mangel an Autobahnpolizei. Außerdem ist die Autobahnkreuzstrategie absolut geeignet, um große Städte zu überwinden.</p>
<p>China ist ein tolles Land um lange Distanzen zu trampen und auf der Autobahn zu Leben.</p>
<h2>Impressionen</h2>

<a href='https://warmroads.de/en/hitchhiking-in-18-china/tibetan-mountains-china/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Tibetan-mountains-China-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Tibetan mountains China" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Tibetan-mountains-China-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Tibetan-mountains-China-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Tibetan-mountains-China-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Tibetan-mountains-China-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Tibetan-mountains-China-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/en/hitchhiking-in-18-china/strasse-china/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Straße-China-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Straße China" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Straße-China-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Straße-China-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Straße-China-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Straße-China-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Straße-China-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/en/hitchhiking-in-18-china/service-area-china/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/service-Area-China-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="service Area China" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/service-Area-China-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/service-Area-China-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/service-Area-China-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/service-Area-China-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/service-Area-China-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/en/hitchhiking-in-18-china/polizeikontrolle-china/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Polizeikontrolle-China-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Polizeikontrolle China" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Polizeikontrolle-China-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Polizeikontrolle-China-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Polizeikontrolle-China-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Polizeikontrolle-China-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Polizeikontrolle-China-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/en/hitchhiking-in-18-china/hitchhiking-moto-china/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Hitchhiking-moto-China-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Hitchhiking moto China" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Hitchhiking-moto-China-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Hitchhiking-moto-China-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Hitchhiking-moto-China-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Hitchhiking-moto-China-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Hitchhiking-moto-China-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/en/hitchhiking-in-18-china/empty-roads-china/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/empty-roads-China-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="empty roads China" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/empty-roads-China-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/empty-roads-China-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/empty-roads-China-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/empty-roads-China-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/empty-roads-China-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/en/hitchhiking-in-18-china/empty-highway-china-hitchhiking/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Empty-highway-China-Hitchhiking-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Empty highway China Hitchhiking" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Empty-highway-China-Hitchhiking-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Empty-highway-China-Hitchhiking-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Empty-highway-China-Hitchhiking-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Empty-highway-China-Hitchhiking-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/Empty-highway-China-Hitchhiking-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/en/hitchhiking-in-18-china/delicious-food-in-china/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/delicious-food-in-China-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="delicious food in China" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/delicious-food-in-China-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/delicious-food-in-China-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/delicious-food-in-China-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/delicious-food-in-China-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/07/delicious-food-in-China-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
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<p>&nbsp;</p>
<h2>Besonderheiten</h2>
<p>Fast jeder männliche Mensch in China raucht. Rauchen gehört zur Kultur der Chinesen, wie das Bier trinken zur Deutschen. Wenn sich jemand in China eine Zigarette anzündet, dann nimmt er immer zwei aus der Schachtel und wird euch eine anbieten, Zur Begrüßung werden Zigarettenrunden geschmissen. Während dem Essen werden Tabakbongs geraucht. Ich hab schon viele Länder erlebt, wo übermäßig geraucht wurde, aber China qualmt sich an die Weltspitze.</p>
<p>Wer denkt, China wäre immernoch ein Entwicklungsland, der hat die Entwicklung der letzten 15 Jahre wahrscheinlich nicht mit erlebt. Das Land boomt und man sieht hier eine neue Weltmacht heranwachsen. Das zeigt sich nicht nur in dem tadellosen Autobahnnetz und der neuen Mittelklasse, die dasselbe benutzt. Wenn ihr mal eine chinesische Stadt gesehen habt, dann werdet ihr den Bauboom bemerken. Wohntürme schießen wie Pilze aus dem Boden und riesige Einkaufszentren lassen keine Konsumwünsche offen. China rollt so unaufhaltsam wie eine Schlammlawine.</p>
<p>Kulinarisch war China eines der interessantesten Länder, welches ich bisher bereist habe. Ich glaube ich habe nie etwas zweimal gegessen. Die chinesische Küche ist so unglaublich abwechslungsreich und gut. Es gab ein paar Neuheiten, die ich probiert habe, wie Schweinefüße, Lunge, Gedärme oder Entenhals. Das klingt etwas abstoßend, im Endeffekt war es aber sehr lecker. Man muss auch berücksichtigen, dass ich gerade aus dem Essensparadies Japan gekommen bin und daher umso schwerer zu beeindrucken war. Aber die chinesische Küche hat mich absolut überzeugt.</p>
<p>Die <a href="https://warmroads.de/de/chinesischer-mauerfall/">chinesische Mauer</a> war sehr schön und wenn ihr eure Ruhe haben wollt, dann wandert über einen der abgesperrten Teile. Meistens sind nur die renovierten Abschnitte für Touristen freigegeben, was aber nicht heißt, dass der Rest unzugänglich wäre. Ein bißchen Abenteuer, das euch mit einem tollen Ausblick belohnen.</p>
<p>Die Yunnan Region im Süden zur Grenze mit Myanmar war eine der schönsten Gegenden, die ich bisher besucht habe. Die Bevölkerung besteht größtenteils aus Tibetern und die Himalaya Ausläufer sorgen für eine tolle Szenerie. Menschen, Ausblick und Essen sind hier ganz besonders gut und ein Besuch lohnt auf jedenfall.</p>
<p>Xinjang ist die größte Provinz und besteht größtenteils aus Wüste. Im Norden gibt es allerdings Wasser und fruchtbare Flächen. Dort sollen auch die besten Pfirsiche von China wachsen. Was mich besonders überrascht hat, dass hier viele Muslime leben und die uigurische Minderheit im Süd-Westen den Großteil der Bevölkerung stellt. Wirkt nicht mehr wie China, sondern eher wie Zentralasien hier. Ganz anders als der Osten des Landes.</p>
<p>Internet in China wird durch die große Firewall gefiltert, was zur Folge hat, dass Google, Facebook und anere Services nicht funktionieren. Ihr solltet also einen VPN nutzen. Ich hatte außerdem eine Sim-Karte aus Hong-Kong mit Datenpaket und konnte so auch alle Seiten in China ohne öffnen. War sehr praktisch.</p>
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		<title>15 000 km durch China trampen (5/5); Nachtbus und Klassenerhalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2016 16:21:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>20.05.2016, 09:40 Uhr Der Polizist bittet mich mit ihm in die Polizeistation. Ich werde erstmal vorgeführt. Passstempelkontrolle (für meine Identität interessiert sich eh niemand,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>20.05.2016, 09:40 Uhr</strong></p>
<p>Der Polizist bittet mich mit ihm in die Polizeistation. Ich werde erstmal vorgeführt. Passstempelkontrolle (für meine Identität interessiert sich eh niemand, aber son deutscher Pass, den sieht man nicht alle Tage&#8230;). Danach Fototermin.</p>
<p>Blitzlichgewitter nahe Yinchuan. Als deutscher Repräsentant sehe ich es als meine Pflicht mich mit chinesischen Offiziellen zu treffen, Hände zu schütteln und bilaterale Beziehungen aufzubauen.<span id="more-1953"></span></p>
<p>Aber mal ehrlich: Dieses inszenierte Foto haben fünf (!) Menschen aufgenommen. Die standen aufgereiht, wie bei einem Staatsbesuch eines ausländischen Diplomaten. Ich finde die chinesische Polizei ist super freundlich, immer interessiert und besteht meistens aus sehr junge Polizisten.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei.jpg" rel="lightbox[1953]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1960" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei.jpg" alt="Treffen mit der chinesischen Polizei" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a></p>
<p><strong>10:24 Uhr</strong></p>
<p>Hier hält nichts an. Um weiteren Komplikationen vorzubeugen, verlasse ich die Autobahn, schleiche mich über das Umland zur Autobahnkreuzung und trampe direkt auf der Autobahn. Nach 14 Minuten soll ich dann meinen Lift haben. Sie schenken mir 2kg Sojabohnen Präparat, eingelegt, fertig zum Essen. Für meine Provianttüte.</p>
<p><strong>11:49 Uhr</strong></p>
<p>Mich nimmt ein Truck mit, den ich schon vorher an der Raststätte getroffen habe. Schrecklicher Lift. Ziemlich verschmitzter Typ. Hat noch einen zweiten Menschen dieser Kategorie mit im Truck. Glaubt mir nicht, dass ich kein Geld habe. Immer wieder fragt er. Sein Kollege steigt dann darauf ein. Wollen mein Logbuch sehen, aber das rück ich nicht raus. Dann fragen sie nach meinem Pass. Meine beiden wertvollsten Gegenstände. Ich stelle mich dumm. Kann das schlecht beschreiben. Das sind so Typen, denen würde ich auch zutrauen, dass sie mich vergewaltigen würden, wenn ich ne Frau wäre.</p>
<p>Er triezt weiter. Tut so, als ob er an der nächsten Kreuzung rausfahren würde. Ich meine, er soll mich rauslasse. Er sagt nein. Zieht rüber auf die Abbiegerspur, ohne zu stoppen und im letzten Moment zurück auf die Autobahn. Ich weiß nicht, was mich mehr mitgenommen hat: Das Gefühl, er würde mich nun entführen oder die Frustration darüber, dass ich gleich in die falsche Richtung fahre. Auf jedenfall seltsamer Humor. Ich checke es nicht.</p>
<p>Am Ende schenkt er mir eine Dose Kaffee und lässt mich an der Stelle raus, wo ich raus wollte.</p>
<p><strong>13:05 Uhr</strong></p>
<p>Beifahrerin kann Englisch. Ich kriege ein Eis. Auch mal was Neues!</p>
<p><strong>16:04 Uhr</strong></p>
<p>Meine Essensituation spitzt sich etwas zu. Habe neben diesem eingeschweissten 2kg Paket Sojabohnen Präparat mit unbekanntem Inhalt kaum noch Vorräte. Auch richtige Mahlzeiten blieben die letzten 2 Tage aus. Kekse und die kleinen Benzinküchlein gehen zur Neige. Selbst das Wasser wird knapp.</p>
<p><strong>19:38 Uhr</strong></p>
<p>1400km Lift. Van mit 4 Kerlen, alle Muslime. Wir arbeiten uns in einen neuen Kulturkreis vor. Es gibt Brot und Zwiebel. Wir eröffnen einen Gruppenchat bei WeChat, sodass ich mit allen kommunizieren kann. Sie sind sehr nett und fahren weit.</p>
<p><strong>21.05.2016, 04:38 Uhr</strong></p>
<p>Seltsame Szenen an der Toll-Station. Wir fahren an drei chinesischen Polizisten vorbei, die kurz vor dem Kassiererhäuschen stehen. Das Auto vor uns fährt gerade los. Auf einmal Geschrei. In unserem Auto. Wir beschleunigen. Die Polizisten schreien ebenfalls. Hart bremsen. Wir kommen zum stehen. Unser „Boss“ schaut aus dem Fenster und ruft irgendwas nach hinten. Klang wie: „Wir haben nur unsere Karte gesucht. Alles gut.“</p>
<p>Erst als dasselbe nochmal passiert, wird mir klar: Die Jungs wollten, ohne zu bezahlen, durch die Toll-Station knallen. Wenn man dicht genug hinter dem ersten Auto fährt, dann kommt man noch durch die Schranke. Beim Zweiten mal klappts übrigens.</p>
<p><strong>06:00 Uhr</strong></p>
<p>Keine Ahnung warum wir von der Autobahn runter sind und nun in dieser Stadt herum kurven. Ich frage. Mir wird gesagt ich soll 15 Minuten warten. Die gehen erstmal beten. Ist bald Sonnenaufgang.</p>
<p>Endlich kann ich mal in Ruhe schlafen. Irgendwie war die ganze Nacht trubel im Auto. Ich liege auf der Rückbank. Dreimal starten die das Auto und parken es um. Einmal T-Shirt wechseln. Dann ne zweite Moschee besuchen. Versteh ich nicht. Anschließend Frühstücken. Es gibt Nudelsuppe. Meine erste richtige Mahlzeit seit zwei Tagen.</p>
<p>Ich rauche in diesem Auto übrigens drei Zigaretten. Die erste aus Höflichkeit, die dritte, weil ich Bock hatte. Kleine Ausnahme.</p>
<p><strong>19:35 Uhr</strong></p>
<p>Mehrere Lifts schieben mich voran. Dann hält ein Bus an. Ich steig ein. Sag das ich kein Geld habe. Wieder so ein Typ ähnlich dem Trucker am Tag zuvor. Gleiches Spiel. Glaubt mir nicht, dass ich kein Geld habe. Am Ende lädt er mich an der Polizeikontrolle ab, was eigentlich ganz gut ist.</p>
<p><strong>19:45 Uhr</strong></p>
<p>Polizist sehr freundlich. Denkt ich wäre professioneller Fußballer, weil ich ein Foto von Alex Meier an meinem Reisepass habe. Erstmal Foto machen.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1.jpg" rel="lightbox[1953]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1956" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1.jpg" alt="Polizei China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a></p>
<p><strong>20:01 Uhr</strong></p>
<p>Jetzt ist die ganze Polizeistation da. Also prinzipiell sind solche Kontrollpunkte nicht so übel, aber sie bedeuten Fluch und Segen zugleich, wenn die Polizei versucht mir den nächsten Lift klar zu machen. Die sind nämlich oft etwas langsam und unfähig. Speziell hier stechen zwei Kandidaten aus der Masse, die nicht akzeptieren wollen, dass ich ohne Geld trampe. Weil das ja nie funktionieren würde! Schwachsinn.</p>
<p><strong>20:30 Uhr</strong></p>
<p>Und wer steht da an der Autokontrolle mit dem Auftrag, mir einen Lift klar zu machen? Einer der Skeptiker. Klar, dass das so nichts wird. Ich ergreife selbst Initiative, aber wenn man Menschen um einen herum hat, die das alles nicht wahrhaben wollen, dann scheitert es schon an der negativen Aura, die sie durch ihre skeptische Anwesenheit ausstrahlen. Ich hätte hier schon drei mal einen Lift klar gemacht&#8230;.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China.jpg" rel="lightbox[1953]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1958" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China.jpg" alt="Polzizeikontrolle China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>21:30 Uhr</strong></p>
<p>Ich soll sitzen und warten. Kriege etwas Brot und Wasser. Nagut, kann man nichts machen, muss ich warten. In <a href="https://warmroads.de/de/in-42-stunden-durch-venezuela/">Venezuela</a> haben sie mich damals in einen Bus gesteckt.</p>
<p><strong>22.05.2016, 00:58 Uhr</strong></p>
<p>Und auch heute wieder. Was für ein geiles Teil. Mit Betten. Die sind leider viel zu kurz, aber was solls. Der Bus wird 16 Stunden für die folgenden 800km brauchen. Ziemlich langsam. Wenn ich normal getrampt wäre, hätte ich es auf jedenfall schneller geschafft.</p>
<p>Aber das ist dann wieder das Dilemma. Ich muss denen sagen, dass ich kein Geld habe, weil ich ja trampen möchte. Ansonsten verstehen die das nicht. Und dann entsteht eine Eigendynamik. Am Ende komm ich da nicht mehr raus. Könnte ja alles erklären, aber das ist unmöglich und würde nur mehr Verwirrung stiften. Also muss ich nehmen was kommt, auch wenn das bedeutet, dass es weder für mich, noch für die Anderen nötig/gewollt ist. Die Anderen, weil sie mir einen kostenlosen Platz geben müssen. Für mich, weil ich nicht darauf angewiesen bin und lieber normal trampen würde, anstatt mit diesem langsamen Bus zu fahren.</p>
<p><strong>10:28 Uhr</strong></p>
<p>Liege im Bus, habe Hunger. Beschließe, dass ich in Kashgar wieder Geld benutzen werde. Dieses ganze „ohne-Geld-reisen“ ist irgendwie nichts für mich.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China.jpg" rel="lightbox[1953]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1955" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China.jpg" alt="Nachtbus China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>15:08 Uhr</strong></p>
<p>Angekommen in Kashgar. Muss wohl der Busbahnhof sein. Ist etwas außerhalb der Stadt. Ich hab die Gelegenheit genutzt und den Bus verlassen. Absolut keine Lust ins Stadtzentrum zu kommen. Zu anstrengend da wieder rauszufinden. Nun erstmal Batterien aufladen. Sprichwörtlich. Handy und Laptop. Ein bißchen wie Flughafen hier. Mein China Tagebuch updaten. Zähne putzen. Kurz hinsetzen. Vorräte aufstocken und dann ab Richtung Kasachstan.</p>
<p>Guter Run trotzdem. 6 Tage und 16 Stunden für mehr als 5500 km gebraucht und zwischendurch noch die <a href="https://warmroads.de/de/chinesischer-mauerfall/">chinesische Mauer</a> bestiegen und dabei fast umgekommen.</p>
<p><strong>19:00 Uhr</strong></p>
<p>Weiter geht’s. Auf dem Weg nach draußen hab ich mir für umgerechnet 4€ mit soviel Essen eingedeckt, wie ich tragen konnte. Dann gab es noch eine Spezialität der Region: Vergorene Kamelmilch. Hat etwas sonderbar geschmeckt, aber war irgendwie auch kalt und erfrischend. Kurzer Plausch mit den Einheimischen und ab geht’s.</p>
<p><strong>21:35 Uhr</strong></p>
<p>Sehr gut aus der Stadt raus gekommen, den ersten 200km Lift eingeheimst. Höflichkeitszigarette in der Abendsonne. Riecht nach einer guten Nacht.</p>
<p><strong>22:32 Uhr</strong></p>
<p>Laufe drei km die Autobahn entlang Richtung Raststätte. Kaum Verkehr. Ein Bus fährt vorbei, aber ich winke ab.</p>
<p><strong>22:45 Uhr</strong></p>
<p>Selber Bus an der Raststätte. Fünf Männer winken mich heran. Wo ich hin will. Ah, sie fahren auch nach Urumqi. Ich mache klar, dass ich kein Geld bezahle. 400? Ne, kein Geld. 200? Nein. 100? Nada, Kollegas. Sie wollen es nicht so richtig Glauben, aber ich hab meine Prinzipien. Am Ende flachsen wir noch etwas rum und sie fahren los. Ich nähere mich einer Gruppe Trucker, aber die haben keinen Platz.</p>
<p><strong>22:47 Uhr</strong></p>
<p>Ich komme von den Truckern zurück. Der Bus hat angehalten. Fünf Arme ragen aus der Tür und winken mich heran. Ich kann mitkommen. 1250 km Nachtlift nach Urumqi. Wieder ein Bett für mich. Die Fahrt wird 22 Stunden dauern. Einzige Sorge: Was mache ich, wenn ich an der Polizeikontrolle von letzter Nacht vorbeikomme. Wird etwas schwierig zu erklären, wieso ich nun wieder, ohne Geld, in einem Bus sitze und in die andere Richtung unterwegs bin.</p>
<p><strong>23:50 Uhr</strong></p>
<p>Überall liegen Kinder in den Gängen. Das Aussteigen wird zum Spiessrutenlauf. Mütter die wie aggressive Hennen ein Durchlaufen verhindern. Andere klettern vorsichtig über die schlafenden Kackbratzen. Wir lachen über alle, die versuchen zu ihrem Bett vorzudringen.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841.jpg" rel="lightbox[1953]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1954" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841.jpg" alt="Kleine Kackbratzen" width="585" height="779" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841-200x266.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a></p>
<p><strong>03:34 Uhr</strong></p>
<p>Meine Essenstüte platzt schon wieder aus allen Nähten. Mir hat gefühlt JEDER in diesem Bus schon etwas zu essen oder zu trinken angeboten. Ich werde sehr herzlich aufgenommen von den Menschen hier.</p>
<p><strong>23.05.2016, 14:04 Uhr</strong></p>
<p>Pause. Ich suche nach etwas Kaffee. Werde gezwungen mich zu meinem Busnachbarn zu setzen. Kriege einen Teller Nudeln vorgesetzt. Und Tee. Ein fabulos schmeckender Tee. Versuche herauszufinden, wie dieser Tee heißt. „Chai.“ Aha. Der beste Tee, den ich in diesem Jahr getrunken habe. „Chai.“ heißt er also. War wirklich sehr lecker.</p>
<p><strong>18:47 Uhr</strong></p>
<p>Und mal wieder eine Polizeikontrolle. Unzählige Kontrollen überall. Die Chinesen versuchen ihre Minderheiten zu bändigen. Handys werden eingesammelt. Ich kann meins behalten.</p>
<p><strong>20:38 Uhr</strong></p>
<p>In Urumqi. Noch 600 km bis zur Grenze. Kriege einen Lift mit einem kasachischen Chinesen.</p>
<p><strong>23:01 Uhr</strong></p>
<p>Raststätte. Hier gibt’s Internet. Full stop. In 2 Stunden ist Relegationsrückspiel Nürnberg gegen Frankfurt. Kann nicht riskieren, dass ich da auf der Straße bin. Lieber warten. Prioritäten und so. Muss meinen Computer einrichten, damit ich die chinesische Firewall umgehen kann.</p>
<p><strong>23:50 Uhr</strong></p>
<p>Habe mich gewundert, wieso das Spiel schon losgegangen ist. Höre seit 15 Minuten Fußballradio. Ärgere mich sehr über den ersten Gegentreffer, bis ich endlich raffe, das dies nur eine Wiederholung des Hinspiels ist.</p>
<p><strong>24.05.2016, 00:30 Uhr</strong></p>
<p>Nur ich hier an der Raste, an einem Tisch vor den Toiletten. Stream konnte ich nicht zum laufen kriegen, aber Radio funktioniert. FORZA SGE!</p>
<p><strong>04:20 Uhr</strong></p>
<p>Klassenerhalt! Was ein Spiel. Ich bin total fertig mit den Nerven. Weiter geht’s.</p>
<p><strong>04:22 Uhr</strong></p>
<p>Ein Auto, ein Lift. Mein Trampen ist genauso Erstklassig, wie der Fußball in Frankfurt.</p>
<p><strong>06:08 Uhr</strong></p>
<p>Sowas muss einem erstmal bewusst werden. Ich stehe an einer Raststättenausfahrt, irgendwo im tiefen Westen Chinas und singe die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=75vlKzob0Ks">Frankfurter Vereinshymne</a> vor mich hin.</p>
<p>„Führt der Weg mal fort von hier in andre Stadien rein. Wir sind in Gedanken immer bei die, wie wird das anders sein. Begleiten wird sie unser Chor drum stimmet all mit ein. Eintracht vom Main, nur du sollst heute siegen! Eintracht vom Main, weil wir dich alle lieben. Schieß noch ein Tor, dem Gegner in den Kasten rein!&#8230;.“</p>
<p><strong>07:15 Uhr</strong></p>
<p>Supernetter Trucker. Gibt erstmal Frühstück in soner Straßenrandabsteige. Ganz nach meinem Geschmack. In solchen Ranzbuden gibt es immer das geilste Essen.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China.jpg" rel="lightbox[1953]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1959" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China.jpg" alt="Straßenfood China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>12:00 Uhr</strong></p>
<p>BMW hält an. Ich steige ein „No money, okay?“. Komm mir etwas dumm vor, als ich drin sitze, weil dieser Mensch wahrscheinlich mehr Geld besitzt, als meine ganze Familie zusammen. Aber, no money, okay?</p>
<p><strong>15:16 Uhr</strong></p>
<p>Endlich in Kasachstan. Das war ein Kampf. Erst den Grenzübergang nicht gefunden. Da in China irgendwie ALLES Grenze und Einkaufszentrum zugleich war. Dann wollte mich die Chinesen nicht drüber laufen lassen. Trucker durfte ich nicht Fragen, weil ich schon im Grenzgebiet war. Wie bescheuert ist das denn? „Darf man nur Vor der Kontrolle antrampen.“. Dann stand da ein Bus. Bisschen mit den Insassen geplauscht. Den „Chef“ gefragt, ob sie mich bis zu Kontrolle mitnehmen. Okay.</p>
<p>Es stellte sich heraus, das da ca. 40 Leute drin waren, alle von derselben Familie, die sich einen Bus gemietet haben, um in Kasachstan Hochzeit zu feiern. Zwei Wochen lang, wie sich das gehört. Eine Woche bei der Familie der Braut und eine Woche bei der Familie des Bräutigams. Haben anscheinend auch alle Zeit für sowas. Ziemlich lustige Situation. Will nicht wissen, wieviele Verwandte da aus der näheren Umgebung aufkreuzen.</p>
<p>Als ich dann an der kasachischen Seite angekommen war, standen dort acht Busse. Und es ging sehr sehr langsam voran. Denke die werden nicht vor Mitternacht über die Grenze gekommen sein. Habe dann versucht die 30m vom Stahltor zur Immigration Control zu laufen. Nicht erlaubt. Musste in den ersten Bus, der dort stand, reingehen, damit ich endlich mal über diese bescheuerte Grenze komme. Selten so ein dummes Prozedere erlebt. Selbst bei den Kanadiern schien das einfacher.</p>
<p><strong>15:40 Uhr</strong></p>
<p>Kasachstan ist sofort gefühlte 28° wärmer, obwohl ich nur 1km von China weg bin. Auf dem Weg zur letzten Kontrolle. Ein Typ winkt mich heran. Er könne mich mitnehmen. Autostop. Was? Ohne Geld? Ich kriege hier meinen ersten Lift in Kasachstan, ohne überhaupt zu trampen. Geht schonmal gut los. Außerdem alles so russisch hier. Gefällt mir sofort.</p>
<p><strong>16:00 Uhr</strong></p>
<p>Mein Fahrer ist also ein Taxifahrer, aber er will trotzdem kein Geld. Versucht mich nur am Ende beim Geldtausch abzuzocken. Ich lehne dankend ab. Und ziehe weiter.</p>
<p><strong>16:20 Uhr</strong></p>
<p>Mein Lift bringt mich nur ans Dorfende, hält mir dann aber noch 10 Minuten Vortrag auf russisch, wieso Allah das einzig Wahre ist und ich aufhören soll an Jesus zu Glauben. Mal wieder diese Menschen die versuchen zu Missionieren. Allerdings waren die Katholiken in Brasilien etwas penetranter.</p>
<p><strong>16:59 Uhr</strong></p>
<p>Audi, Audi, überall Audi. Und 3er Golf. Die Deutschrussen zu Hause fahren diesselben Karren. Mein Truck bringt mich drei Stunden vorwärts, telefoniert dann und fährt nochmal 3,5 Stunden weiter nach Almaty. Zu meinem Ziel. Geiler Lift.</p>
<p><strong>25.06.2016; 00:28 Uhr</strong></p>
<p>Bewachter Parkplatz in Almaty. Jede Menge Kamas Trucks hier. Eine Meute Trucker und Parkplatzwächter empfängt uns. „Ah Karl Marx!“, werde ich begrüßt. Die Jungs sind super freundlich. Können Deutsch, allerdings nur das wesentlichste: „Komm Kamerad! Schnaps! Schnaps!“ Ich frage ob ich da schlafen kann. Am nächsten Morgen sitze ich noch mit ihnen beim Frühstuck im umfunktionieren LKW Laderaum. Trucker Wohnzimmer. Ziemlich stylisch</p>
<p>Als ich durch Almaty laufe spricht mich ein Typ an. „Welcome to Kasachstan! Autostop?“ Wie kommt er darauf. Er zeigt auf meine Uniform. Die Leute kennen unseren Tramperanzug hier. Hier fühle ich mich sofort richtig! 15 000 km durch China geknallt und dann so ein Empfang.</p>
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		<title>15 000 km durch China trampen (4/5); Der härteste Teil der Tour</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jun 2016 16:30:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>14.05.2016, 19:03, Shijazhuang Taktischer Fehler. Wieder sone Situation, wo ich stundenlang drüber abkotzen könnte. Ich bin auf der Hauptverkehrsader, muss nur auf der Straße...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>14.05.2016, 19:03, Shijazhuang</strong></p>
<p>Taktischer Fehler. Wieder sone Situation, wo ich stundenlang drüber abkotzen könnte. Ich bin auf der Hauptverkehrsader, muss nur auf der Straße bleiben. Eigentlich easy. Guter Tag bisher, ich hab einen Run. Dann: Fehlkommunikation mit meinem Fahrer. Er fährt 7km vor der Raststätte ab. Okay, kein Problem. Ich hab meinen Masterplan. Will also direkt am Autobahnkreuz raus. Die 7km laufe ich zur Not. Hauptsache im Verkehrsfluß bleiben.<span id="more-1941"></span> Er will mich aber nicht rauslassen, weil zu gefährlich. Ruft Menschen an, die Englisch können. Lange Diskussion, tausend Lösungen die auch noch gehen würden und am Ende lande ich auf irgendeinem beschissenen Parkplatz in der City, wo kein Verkehr in meine Rictung ist. Worst case. Aus einer sehr guten in eine sehr beschissene Situation kommen. Sowas darf mir echt nicht passieren. Aus reiner Höflichkeit. Nächstes mal steig ich einfach aus. Hätte ich schon bei dem dummen Taxi machen sollen. Genau sowas versaut euch nämlich den Run.</p>
<p><strong>14.05.2016, 19:10</strong></p>
<p>Die zwei lustigen Drei. Scheinen Geschäftsleute zu sein. Fahren nicht in meine Richtung, aber egal. Hauptsache weg hier. Nun muss ich mich zurück auf meinen Weg kämpfen. Ich plane mit einer alternativen Route.</p>
<p><strong>23:40 Uhr, vor Bejing</strong></p>
<p>Bin nicht weit gekommen, dafür wieder in der richtigen Spur. Abendessen gab es vorher auch. Wir haben lange und ausgiebig gegessen. Und es gab Schnaps. Scheint so üblich zu sein, dass sich alle während den großen Essen ordentlich wegschießen. Außer dem Fahrer natürlich. Gab eine Art Wodka, aber hätte auch Gin sein können. Konnte es nicht rausschmecken. Schnaps ist auch überhaupt nicht mein Ding. Hab ein Glas getrunken, danach musste ich beichten, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Minus dem Fahrer blieben nur noch zwei Trinker. Die Flasche war schon offen, also haben die das unter sich geklärt. Kam mir etwas wie bei der Mafia vor. Seperater Raum, ein guter Tropfen, dann dieser üppig gedeckte Tisch und diese Asiaten, die immer betrunkener werden und schön ihr Haar übergekämmt hatten, um die drohende Verhaarlosung zu überdecken. Schöner Abend auf jedenfall!</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1944" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China.jpg" alt="Geschäftsleute China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1943" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China.jpg" alt="Essen China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>15.05.2016, 05:46 Uhr, Bejing</strong></p>
<p>Die ganze Nacht durch Bejing gekämpft. 5 Lifts hab ich bis an den ersten Rasthof in meine Richtung klarmachen müssen. Aber geschafft. Dem Opa am Klo hab ich einen Teil meiner Süßigkeiten-Tüte vermacht. Wurde einfach zuviel und niemand hat es angenommen. Er konnte aber nicht nein sagen. Nun gerade einen 1000km Lift gefunden. Läuft. Karma.</p>
<p><strong>10:15 Uhr, Irgendwo</strong></p>
<p>Bin nach Abfahrt erstmal eingeschlafen für vier Stunden. Nun aufgewacht. Sitze in einem Mercedes Jeep. Habe gerade Kaffee und Gebäck bekommen und aus dem Radio läuft Paganini. Willkommen in meinem Tramper Leben.</p>
<p><strong>22:49 Uhr, Harbin</strong></p>
<p>In den letzten 16 Stunden hab ich ca. 1200km gemacht. Kalt hier. Eigentlich hab ich noch 1000km bis zu meinem nächsten Kontrollpúnkt. Aber ich bin sehr müde. Ich glaube ich schlafe nun und fahre Morgen früh zurück Richtung pakistanische Grenze. Übrigens: Ganz schön russisch hier oben und irgendwie reizt es mich auch, dieses kleine Dorf an der Grenze zu erreichen. Aber ich fühle gerade ein starkes Bedürfnis nach Hostel und das hatte ich das letzte mal in Südamerika. Wenn ich mich nach Hostel sehne, dann ist das ein sicheres Zeichen, dass ich ausgebrannt bin. Und ich brauche bestimmt nochmal 7-8 Tage, bis ich da unten bin. 5500 km to go zum nächsten Kontrollpunkt.</p>
<p>Liege übrigens in der Wäscherei des Raststättenhotels. Eine Regel die in China gilt: Türen sind immer offen! Und meistens schläft schon irgendwer dahinter. Daher bin ich da mittlerweile vorsichtig, wo ich überall rein gehe, um Schlafplätze zu finden. Hab gestern und heute schon Menschen im Toilettentrakt aufgeweckt. Der gestern Nacht konnte wunderbar auf zwei Stühlen schlafen, bis ich in den Raum geplatzt bin. Hat mir etwas Leid getan. Nun erstmal ruhen. Hab das Gefühl ich werde hier morgen zeitig geweckt. Daher lasse ich meinen Anzug einfach an. Ist ja sowieso wie meine zweite Haut!</p>
<p><strong>16.05.2016, 05:24 Uhr</strong></p>
<p>Erster Lift. Fährt nicht in meine Richtung, ich steig trotzdem ein. Fahrer meint aber, dass er die ganze Nacht durchgefahren ist und 10 Minuten Pause brauch.</p>
<p><strong>08:32 Uhr</strong></p>
<p>Kurzes Nickerchen für drei Stunden. Hat uns beiden gut getan. Los geht’s.</p>
<p><strong>12:12 Uhr</strong></p>
<p>Obligatorisches Mittagessen. Als Dank dreh ich ihm diese 3kg schwere Packung mit Süßigkeiten an. Läuft gut mit der Gepäckerleichterung.</p>
<p><strong>14:08 Uhr</strong></p>
<p>Ehepaar nimmt mich mit. Ich krieg ne lila Kartoffel zu essen. Sehr lecker. Danach gibt es noch diese Dumplings mit Hackfleisch und Zwiebeln gefüllt. Verabschiedet werde ich mit drei Flaschen Wasser und einem Apfel. Meine Essenstüte füllt sich wieder.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1945" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China.jpg" alt="Lila Kartoffel China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>18:16 Uhr</strong></p>
<p>Truck gefunden der mich zur nächsten Raste mitnimmt.</p>
<p><strong>18:20 Uhr</strong></p>
<p>Ne, falsch. Auto gefunden was mich 800km weit mitnimmt. Nachlift nach Chengde. Bämerääähng!!!</p>
<p><strong>17.05.2016, 07:48 Uhr</strong></p>
<p>Fahrer kauft mir zum Abschied vier Leib (süße) Brote, drei Flaschen Wasser und Wurst. Das wäre dann wohl mein Proviant für die Wanderung auf der chinesischen Mauer.</p>
<p><strong>12:00 Uhr</strong></p>
<p>Chinesische Reisegesellschaft nimmt mich mit. Hatten mich am Morgen an der Raste angesprochen. Und natürlich ist es Mittagessenzeit. Endlich übersetzt mal jemand, was es gibt. Ich erweitere meine Geschmackserfahrung um Schweineohr und Schweinefüße.</p>
<p>Es folgt mein Aufstieg zur Mauer, den ich in einem <a href="https://warmroads.de/de/chinesischer-mauerfall/">anderen Artikel</a> schon beschrieben habe. Am nächsten Morgen ging es wieder auf die Straße.</p>
<p><strong>18.05.2016, 09:38 Uhr</strong></p>
<p>Mein erster Lift nach meinem Unfall. Eines dieser Motos mit Ladefläche. Ich kann hinten Platz nehmen. Wind weht durch mein Haar. Mir wird klar, wie sehr ich diese Art von Lift liebe. Die frische Morgenluft ist so erfrischend wie eine kalte Dusche. Herrlich.</p>
<p><strong>12:33 Uhr</strong></p>
<p>Mein Fahrer spricht Englisch. Ob ich hungrig bin? Unangenehme Frage. Habe den ganzen Tag noch nichts gegessen, aber will auch nicht sagen, dass ich Hunger habe. „Ein bißchen.“, sage ich. Zum Abschied eine Tüte mit Essen, einer Flasche Wasser, eine Dose Milchkaffee (Yammi!), Suppe, Tee und jede Menge Grüntee-Kekse.</p>
<p><strong>15:00 Uhr</strong></p>
<p>Endlich schaffe ich es aus dem bejinger Urbanareal heraus zu kommen. Bringt mich zwar auf die falsche Autobahn, aber drei Flaschen Wasser. Hat den ganzen Kofferraum voller Wasser. Meine Essenstüte ist randvoll.</p>
<p><strong>15:20 Uhr</strong></p>
<p>Ziemlich viel Verkehr, aber nichts in meine Richtung. Ich beschließe auf die nächste Raststätte zu trampen und lande auf einem wenig befahrenen Teilstück. Schwierig. Geht anscheinend immer schlimmer.</p>
<p><strong>16:34 Uhr</strong></p>
<p>Kontaktaufnahme der Jungs von der Tankstelle. Zur Begrüßung bringen sie zwei Flaschen Wasser mit. Hallo!</p>
<p><strong>18:10 Uhr</strong></p>
<p>Verzweiflungslift. Schon wieder. Finde einfach nichts nach Süden auf meine eigentliche Autobahn. Nehme nun stattdessen die alternative Nordroute. Bei 4500 km Wegstrecke ist es dann auch egal, ob ich 100km mehr oder weniger fahren muss.</p>
<p><strong>19:55 Uhr, bei Datong<br />
</strong></p>
<p>Wir verpassen meine Raststätte. Einen Moment nicht achtsam. Nun bin ich von der falschen Autobahn auf die richtig falsche Autobahn gekommen. Nur noch raus hier. Solche taktischen Fehler machen mich immer etwas mürrisch.</p>
<p><strong>20:15 Uhr</strong></p>
<p>An der Raste. Die Beifahrerin kommt nochmal zurück. Hat ein schlechtes Gewissen. Fragt ob alles okay ist und ob sie den Leute erklären soll, dass ich hier bin. Bloß nicht! Ich will nur meine Ruhe. Sie geht los und stellt mich vor. Ich habe schon meinen Laptop draußen und will die Mauergeschichte aufschreiben.</p>
<p><strong>20:18 Uhr</strong></p>
<p>Drei chinesische Raststättenmitarbeiterinnen stehen direkt hinter mir und schauen auf meinen Bildschirm. Seit fünf Minuten. Eine zaghafte Hand passiert meine Schulter und fummelt vorsichtig an meinem Notizbuch herum.</p>
<p><strong>20:22 Uhr</strong></p>
<p>Nun ist die ganze Raststätte da. Alle schauen mich an. Manche machen Foto. Ich lächle. Höflich bleiben. Innerlich laufe ich schon Amok.</p>
<p><strong>22:00 Uhr</strong></p>
<p>Ein Typ kommt rein mit Handy Kamera, stellt sich 2m vor mich und hält voll drauf. Macht der gerade ein Video? Ich werd verrückt. Hinter im ein Polizist. Der stellt sich an meinen Tisch. „Do you recognize me?“ Bin ich auf Drogen oder wieso solltest du mir nicht auffallen? Ich geb ihm meinen wunderbaren Zettel. Er fragt wo ich herkomme. Hat also noch nichtmal die erste Zeile gelesen. Der andere filmt immernoch. Muss mich zusammen reissen, damit das hier nicht eskaliert.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1946" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China.jpg" alt="Polizei China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>22:05 Uhr</strong></p>
<p>Okay, der Polizist ist eigentlich ganz nett. Kann Englisch noch recht jung und interessiert am Reisen, wie viele chinesische Polizisten. Hinter ihm steht wieder die ganze Raststätte. Ich werde immernoch gefilmt. Wie im Zoo.</p>
<p><strong>22:30 Uhr</strong></p>
<p>Einigung. Polizei gibt mir einen Lift auf eine andere Raststätte. Viel bessere Position. Wenigstens mal ein positiver Fortschrittsbericht für heute. Als ich ins Polizeiauto einsteige, wird mir erstmal eine Zigarette angeboten.</p>
<p><strong>22:50 Uhr</strong></p>
<p>Parkendes Auto. Polizeikontrolle. Erstmal mit dem Megafon Anweisungen gegeben. „Stefan du bleibst besser hier im Auto!“ Klaro!</p>
<p><strong>23:03 Uhr</strong></p>
<p>Freundin von meinem Polizisten ruft an. Fünf mal, bis er endlich abhebt. Lässt sich nicht abwimmeln. Videochat. „Schau hier, das ist Stefan.“ „Hallo.“ „Hallo.“ „Und hier sitzt Peter!“ „Hallo Peter!“ „Hallo, wie geht’s?“ Die Beiden reden. Noch einmal Polizeikontrolle. Sie ist immernoch in der Leitung. „Ich muss jetzt los. Ja. Ich muss arbeiten. Ja. Ich muss jetzt wirklich los!“ Lustige Szene.</p>
<p><strong>23:30 Uhr</strong></p>
<p>Auf polizeiliche Anweisung hin, muss ich in der Raststätte schlafen.</p>
<p><strong>19.05.2016, 04:23 Uhr</strong></p>
<p>Frau mit lautem Organ wieder da. Hier wird sowieso die ganze Nacht gearbeitet. Keine Kunden. Ich glaube die bereiten Essen vor.</p>
<p><strong>06:50 Uhr</strong></p>
<p>Aufstehen. Ich kriege Essen angeboten vom Besitzer der Raststätte. Danach eine Zigarette. Ich adde ihn bei WeChat, damit wir kommunizieren können.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1948" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China.jpg" alt="Suppe China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>19:15 Uhr</strong></p>
<p>Angekommen bei einer Raste nahe Yinchuan. Mein Fahrer meinte irgendwas von unfreundlichen Menschen, Zeitung und Notruf. Die Leute hier sind tatsächlich etwas anders in der Art, wie sie mich Mustern und mir gegenübertreten. Naja. Bin ja bald wieder weg.</p>
<p><strong>19:40 Uhr</strong></p>
<p>Okay, das wird hier ne harte Nuss. Ich bin schön übelst angenervt. Jeder möchte hier Experte sein. Der eine erzählt mir, dass ich in die falsche Richtung fahre. Ein Anderer will Geld. Am schlimmsten ist aber der Typ, der hier die Straße kehrt. Jedesmal wenn ich einen Truck oder ein Auto anspreche, ist er zur stelle und beginnt eine ewig lange Konversation mit dem Fahrer. Verstehe ich nicht, was es da so lange zu besprechen gibt.</p>
<p><strong>20:03 Uhr</strong></p>
<p>Yo, jetzt ist es passiert. Ich werde in ein Auto gesteckt. Nach dem Motto: Bloß weg hier, kann schon nicht falsch fahren, bin ich eingestiegen. Ich mein, die Autobahnkreuzung ist ca. 10 km entfernt. Wenn die in die falsche Richtung fahren, dann geh ich einfach da raus. Hab ich mir gedacht. Bis sie dann in die nächste Ortschaft gefahren sind. Sowas nervt richtig. Jetzt wieder umdrehen und zurück auf die Raste trampen.</p>
<p><strong>20:30 Uhr</strong></p>
<p>Ich bin zurück. Erstmal schlafen zwischendurch. Natürlich wieder auf dem Flachdach, wie sich das gehört. Hab auch keine Lust mehr auf die Raststättengesellschaft.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1947" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China.jpg" alt="Schlafplatz China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>20.05.2016, 09:00 Uhr, nahe Yingchuan</strong></p>
<p>Aufwachen. Der Raststättengesellschaft hallo sagen. Klarmachen, dass sie mich nicht wieder in ein Auto verfrachten, weil das gestern ziemlich scheiße war. Heute ein neuer „hilfsbereiter“ Mensch dabei. Taxifahrer. Auch immer am Start, wenn ich Leute anspreche. Ich gebe entnervt auf und setze mich in die Tankstelle. Da arbeiten drei junge Chinesen. Ziemlich freundlich. Mit kommunizieren mit google translate.</p>
<p><strong>09:20 Uhr</strong></p>
<p>Endlich weg aus diesem Raststättenmoloch. Polizist nimmt mich zur nächsten Toll Station mit. Da war sogar ne fucking Toll Station VOR der Autobahnkreuzung. Jedes Auto wäre hilfreich gewesen, außer das, was mich mitgenommen hat&#8230;..grausam.</p>
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		<title>15 000 km durch China Trampen (3/5); Polizei-Intervention</title>
		<link>https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-35-polizei-intervention/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jun 2016 14:39:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>13.05.2016, 19:35 Uhr, Guad An Ich nehme Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich. Muss gerade mal eine Pause machen und das festhalten. Also...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-35-polizei-intervention/">15 000 km durch China Trampen (3/5); Polizei-Intervention</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>13.05.2016, 19:35 Uhr, Guad An</strong></p>
<p>Ich nehme Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich. Muss gerade mal eine Pause machen und das festhalten. Also<span id="more-1935"></span> heute morgen, alles nach Plan, 6 Uhr aufwachen, 6:45 Uhr waren dann meine Fahrer auch bereit. Lecker Suppe gefrühstückt und dann 4,5 Stunden gefahren. An den Raststätten war nichts los und wir sind letztendlich an der Ausfahrt gelandet. Meine Fahrer wollten leider nicht gehen, ehe sie mir einen Lift klargemacht haben. Wir wählten nicht die beste Taktik und ich durfte mich nicht an den Straßenrand stellen. Zu gefährlich. Also warteten wir auf der Zufahrt einer Tollstation, ganz am linken Rand und riefen zu den Autos, ob die in meine Richtung fahren. Das hat dann 45 Minuten gedauert. Nachdem ich mehrmals gesagt habe, dass sie gehen können, kam dann irgendwann die Einsicht und sie sind abgedüst. Vorerst.</p>
<p>Eigentlich war alles abgesprochen mit den Angestellten vor Ort. Alsbald tauchte dann aber die Polizeistation mit allen Mitarbeitern auf, machten Fotos mit mir, verständigten sich erfolglos und brachten mir etwas zu Essen. War schon wieder Mittagszeit. Suppe, Reis, Fleisch und Gemüse. Ich hatte eigentlich keinen Hunger, aber auch sonst nichts Besseres zu tun. Und wenn man nicht weiß, wann die nächste Mahlzeit ansteht, dann nimmt man alles mit. Ich glaube eine der Sachen, die sie mir gebracht haben, war Lunge. Hab ich noch nie gegessen, hat aber ein wenig wie Kohl geschmeckt und ich musste später würzig aufstossen.</p>
<p>Irgendwann kam dann auch mein Fahrer wieder, um zu schauen ob ich schon weg bin. Da saß ich nun, zwischen den Polizisten, mit drei Pappschüsseln am Straßenrand und mampfte mein Mittagessen. Mein brachte mich an den lebendigsten Rasthof, den ich je gesehen habe. Ich war aber froh, dass ich wieder auf der Autobahn war. Zum Abschied schenkte er mir Süßigkeiten für meine Provianttüte.</p>
<p>Da auf dem Rasthof soviel Trubel herrschte bin ich ohne zu zögern auf die Autobahn gelaufen. Das zweite Auto hat angehalten. Zweimal hintereinander. In China kann man also auch direkt auf der Autobahn stehen. Alles kein Ding. Beim zweiten Mal hat mein Fahrer allerdings gefühlt 5km hinter mir gestoppt. Ich bin normalerweise sehr gut zu Fuß und renne immer zum stehenden Auto. Aber das hat mich wirklich überfordert. Ich joggte Richtung Auto und musste drei mal Pause machen, weil es so weit war. Wenigstens hat er mich 100km weit mitgenommen. Als ich ausgestiegen bin, hat er mir noch 200 Yen (40€) „für den Weg“ mitgegeben. Neues Geld. Hab ich gerne genommen. Auch weil er es aus einem sehr dicken Bündel entnommen hat. Das waren locker mal 1000€-2000€, die er da einstecken hatte.</p>
<p>Anschließend nahm das Unglück seinen Lauf. Ich stand irgendwann innerstädtisch an einer Toll Station, hab meinen Daumen raus gehalten und ein mittleres Verkehrschaos angerichtet, weil drei Autos gleichzeitig angehalten haben. Wille zum mitnehmen kann man den Chinesen auf jedenfall nicht absprechen. Tja und dann Kommunikationschaos. Ich erkläre, dass ich auf eine Raste will. Fahrer mit Bus versteht nicht. Ich geh zum nächsten Auto. Er kommt mir nach gefahren. Fahrer im Bus deutet mir an, dass ich einsteigen soll. Beim Einsteigen hab ich schon gesehen, dass da ziemlich viele alte Leute drin sitze. Meinte dann noch „no Money“ und dachte das geht klar.</p>
<p>Ich hatte ein bisschen schlechtes Gewissen und als wir an der Raste ankamen. Eine gute Geste kann nicht schaden. Hab ihm Süßigkeiten hingehalten, davon hatte ich ja genug. Lecker Kekse. Die hat er aber dankend abgelehnt. Er wollte Geld. Und ich hab ihm gesagt, dass ich kein Geld habe. Natürlich hatte ich gerade Geld geschenkt bekommen, aber das würde ich sicher keinem Taxi Fahrer in den Rachen werfen. Geht ums Prinzip und solche Situationen hatte ich schon öfter. Naja und dann gings los. Wir diskutierten rum, ich erklärte ihm, dass ich wirklich nichts habe. Hab alle meine Taschen gezeigt. Als er mein Handy sah, hat er danach gegriffen. Spätestens hier hatte er sich die Möglichkeit einer gütlichen Einigung verspielt. Will der mein Handy für ein paar km Autobahn, die er sowieso gefahren wäre? Idiot.</p>
<p>Irgendwann wollte ich aussteigen, wurde von ihm zurück gehalten, wieder hingesetzt, Türen verriegelt und er ist einfach losgefahren. Ich war gefangen. Wurde entführt. Zur Polizei. Keine Ahnung was sein Plan war. Aber mich brachte das etwas in die Bredouille. Wer einmal anfängt zu Lügen, der kommt da nicht mehr so schnell raus, nech? Ich hatte diese 200 Yen in meinem Reisepass liegen. Das würde zum Problem werden, wenn die meine Personalien aufnehmen. Außerdem hatte ich mich nie registriert in China. Dass soll man 2-4 Tage nach der Einreise machen. Scheiß Situation. Ich hab mich schon am Ende meines Trips gesehen. Kurz vor der Ausweisung quasi. Ob die mich wohl in einen Flieger setzen werden? Ob ich ne Strafe zahlen muss? Im Gefängnis bleiben werde? Erstmal einen Keks essen und so tun, als ob mich das alles nicht juckt.</p>
<p>Ich hab bei der Polizei erklärt, dass ich trampen war, kein Geld habe und er gesagt hat, ich soll reinkommen (er hat gesehen, dass ich auch mit anderen Autos geredet habe, hat aber gewartet und mich zweimal angesprochen! Come on&#8230;). Damit die ganze Situation nicht eskaliert, bin ich übrigens erstmal aufs Klo. Musste sehr dringend&#8230;das Geld aus meinem Reisepass nehmen und in das Batteriefach meiner Kamera packen. Als ich zurück kam, ging es dann gleich zur Passkontrolle. Das Ganze hat dann gedauert. Lange gedauert. Hab noch ein paar Kekse gegessen und mir die ganze Szene abwartend angeschaut. Taxigesellschaft hat geraucht, wie sich das für gute Chinesen gehört und der Fahrer&#8230;.keine Ahnung was sein Plan war.</p>
<p>Allgemein war er ziemlich sauer, ich konnte aber schon im Auto auf seinem Gesicht diese kurzen Momente der Unsicherheit ablesen. Diese Moment wo sich zeigt, dass er selber nicht sicher ist, ob diese Scheißaktion so okay ist. Wo für einen kurzen Moment ein Verlegenheitslachen hochkommt. Ich leider keine Sympathien mehr für ihn übrig und fand das auch voll okay, dass er mir, seinen Fahrgästen und den Polizisten nun unnötig Mühe machte und sich dabei zusehens dümmer vorkam. Irgendwann war dann der große Polizei Endboss da. Meine Strafe stand nun kurz bevor. Es gab kurzen Prozess. Er unterhielt sich mit dem Taxifahrer. Kurze Situation erläutert. Ich hab nix verstanden, aber der Polizeichef fragte ihn irgendwann vorwurfsvoll: „Ja, warum hast du ihn denn überhaupt mitgenommen?“. Dann hat er kurz mit seinem Finger nach draußen gezeigt, mein Widersacher des Raumes verwiesen und die Reisegesellschaft ist abgedampft. Ich blieb alleine zurück. Werde ich nun eingesperrt?</p>
<p>„Where are you going?“ wurde ich mit Google Translate gefragt. Hab ihnen meine Richtung gesagt. „Do you need help?“ Hilfe? Nene, wieso soll ich denn Hilfe brauchen? Aber da war schon klar, dass ich keine Nacht in einer gemütlichen Zelle mit kostenlosem Essen erhalten werde. Kam mir eher so vor, als ob die auch mich loswerden wollten. Hab dann angeboten, dass ich zum Rasthof zurück laufen kann. Polizei hat eingewilligt. So bin ich wieder hier. Erstmal ein paar Kekse essen, mich von dem Stress erholen und dann geht es weiter!</p>
<p><strong>14.05.2016, 08:44, Wuhan</strong></p>
<p>Gute Nacht gehabt. Erst mit einem Trucker gefahren, der auf eine Fähre unterwegs war. Hätte zwei Tage auf dem Yangtze River schippern können. Eigentlich ne geile Sache, aber dazu hab ich jetzt keine Zeit. Und ich war schon auf anderen großen Flüssen unterwegs. Muss Meter machen. War auch die Richtige Entscheidung. Hab direkt einen Kleintransporter mit vier Herren abgefangen, die 1400km nach Shanghai unterwegs waren. Nachtlift. Siduhe Brücken Checkpoint mitgenommen und nun 700km weiter in Wuhan rausgekommen.</p>
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		<title>15 000 km durch China trampen (2/5); Tibetanische Bergstraßen</title>
		<link>https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-25-tibetanische-bergstrassen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jun 2016 10:03:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>10.05.2016, 22:44 Uhr, Shangri-La Bin heute früh in die Berge aufgebrochen. Mein Tag war etwas durcheinander. Habe Kopfschmerzen wegen der Höhe. Mittlerweile auf mindestens...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>10.05.2016, 22:44 Uhr, Shangri-La</strong></p>
<p>Bin heute früh in die Berge aufgebrochen. Mein Tag war etwas durcheinander. Habe Kopfschmerzen wegen der Höhe. Mittlerweile auf mindestens 3500m. Kann aber nicht genau sagen, wie hoch. Versuche mal kurz zusammen zu fassen, was passiert ist.</p>
<p>Hatte einen Lift direkt in die Stadt, wo ich hin wollte. Shangri-La. Von da geht es dann in die Berge. War ein Lastwagen. Sau langsam. Das lag einerseits daran, dass die Straße einspurig wurde und fiese Steigungen erschienen. Zu uns gesellten sich noch andere Lastwagen, die noch viel langsamer waren, als wir. Das Hauptproblem war allerdings mein Fahrer, der es absolut nicht gebacken bekommen hat, richtig zu schalten. Irgendwann am letzten Berg ist der Lastwagen dann mit einem lauten Zischen kaputt gegangen und ich war ehrlich gesagt recht froh, dass ich mir einen neuen Lift suchen musste. Rohrkrepierer.<span id="more-1922"></span></p>
<p>Mit zwei netten chinesischen Damen kam ich dann in Shangri-La an. Schöne Stadt, muss ich schon sagen. Zumindest der Teil, der nicht 2014 beim großen Feuer nieder gebrannt ist. Hab dort einen Tschechen auf der Straße getroffen und wie das unter Menschen mit Rucksäcken so ist, haben wir angefangen und zu unterhalten. Der Typ der ihm ein Zimmer vermietet war auch dabei. Kurzer Plausch über Route, Budget etc. ich meine, dass ich im Zelt penne und dann wurde mir angeboten, dass ich hinter dem Hostel in dem buddhistischen Kloster zelten könnte. Das wollte ich allerdings nicht. Der Abend war noch jung und ich am falschen Ende der Stadt. Bin dann 2 Stunden durch die Stadt flaniert, mit meinem 12kg Gepäck. Bis ans andere Ende, wo dann die Bergstraße losgeht, damit ich morgen früh einen guten Start habe. Sowas ist für mich übrigens Sightseeing.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918.jpg" rel="lightbox[1922]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1907" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918.jpg" alt="Schangri-La" width="439" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918.jpg 439w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918-169x300.jpg 169w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918-150x267.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918-400x711.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918-200x355.jpg 200w" sizes="(max-width: 439px) 100vw, 439px" /></a></p>
<p>Auf dem Weg habe ich ein sehr sehr süßes Kind gesehen, mit kleinen schwarzen Knopfaugen und einem traditionellen tibetischen Dress. Leider hab ich meine Kamera zu spät raus geholt, um diesen Moment festhalten zu können. Das mir solche Bilder entgehen, ärgert mich schon etwas. Aber aus Fehlern lernt man. Deswegen hab ich den anderen kleinen Jungen photographiert, der da einfach mal so auf die Straße geschissen hat!</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen.jpg" rel="lightbox[1922]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1912" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen.jpg" alt="Auf die Straße scheißen" width="780" height="641" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen-300x247.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen-768x631.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen-150x123.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen-400x329.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen-200x164.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Meine Schlafplanung war so: Entweder buddhistischer Tempel, Polizei oder Zelt. Tempel kam keiner mehr. Soviel schonmal vorweg. Zwischenzeitlich bin ich noch Nachttrampen gewesen, um schonmal in die Berge vorzustoßen. Mein erster Lift waren zwei Männer mit Hut. Die haben mich mitten in der Dunkelheit an der Kreuzung im nirgendwo abgesetzt, so nach dem Motto „Tschüß dann!“. Mein Problem war, dass ich den ganzen Tag nichts gegessen hatte und auf der Suche nach „irgendwas“ war. Als ich da eingestiegen bin, war ich so verzweifelt. Ich hab sogar in Google Translate geschrieben, dass ich einen Zeltplatz und Essen suche. So tief unten, bin ich selten. Und dann stand ich mitten in der Dunkelheit. Naja, Tschüß dann!</p>
<p>Irgendwo im Himalaya und am Horizont waren keine Lichter zu sehen. Ich war so bedürftig, ich hätte sogar an ein Haus geklopft. Zelt war auch nicht gerade meine erste Option, da 5° Außentemperatur für meinen 11° Schlafsack nicht passend sind. Polizei nicht zu sehen. Tja, was machste da, hilft halt nur laufen und trampen.</p>
<p>Zum Glück hat mich dann ein Trucker mitgenommen und zu sich nach Hause eingeladen. So hatte ich mir das gedacht. Er war Tibeter und sein Truck sehr schön bunt geschmückt. Wir sind schon auf den Feldweg zu seinem Dorf abgebogen, als wieder so eine kann-man-verstehen-muß-man-aber-nicht Sache los ging. Wir fahren von der Straße ab, 10 Minuten Schlagloch Inspektionslauf, dann kommen uns die ersten Autos entgegen. Anhalten, kurz reden, ich werde aus dem Truck gezerrt und in das Taxi verfrachtet. Dann fahren wir zurück.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck.jpg" rel="lightbox[1922]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1913" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck.jpg" alt="tibetischer Truck" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Keine Ahnung, aber das mit dem „bei Leuten pennen“ hat sich bei mir nie durchgesetzt, wenn ich unterwegs war. Im Dorf dann bei der Polizei geklopft, in der Hoffnung die geben mir einen Schlafplatz. Es ist ja so gefährlich in China! (Nach dieser Logik erfolgreich praktiziert von Mette. Mit Bonus: Frei Essen und manchmal auch frei Bier). Leider hat niemand aufgemacht, obwohl Licht brannte. Also Zelt. Hab mir eben noch für 2€ ne riesen Portion Reis gekauft. Ich glaube das war zuviel Geld für die Mahlzeit. Die wollten mir danach unbedingt noch mehr geben. Aber ich hatte meinen Rucksack unbeobachtet auf der dunklen Wiese liegen lassen. Und wollte zurück. Hab nun noch genau 1€ einstecken.</p>
<p>Zelt war die letzte Option als Schlafgelegenheit für heute. Aber was willste machen. Mein nicht-erfriere-Plan sieht folgendermaßen aus: Daunenjacke, T-Shirt und Unterhemd für den Oberkörper. Jogginghose und zwei paar Socken für die Beine. Habe auch noch einen Schal. Sollte passen. Meine Kalkulation schließt mit ein, dass es im Zelt generell nicht so kalt ist, wie draußen. Darüber dann mein jämmerlicher Sommerschlafsack. Wird kalt hier auf 3500m. So und nun Ende. Kopf drückt, die Höhe setzt mir zu, brauche Ruhe und der Bildschirm tut in den Augen weh. Gute Nacht.</p>
<p><strong>11.5.2016, 06:26 Uhr</strong></p>
<p>Sau kalt wars. Lag vielleicht auch daran, dass ich meine flauschigen Wintersocken lieber als Kopfkissen benutzt habe. Hab von warmen Decken geträumt und bitterlich gefroren. Aber das kenne ich ja schon von anderen kalten Nächten.</p>
<p>Ansonsten höre ich hier den Uhu, was mich sehr freut. Ich mag Uhus. Und aus der Ferne schreit ein Hahn. Der hört sich an wie ein Dinosaurier. Bin hier in einer kleinen Schlucht und es schallt so schön. Guten Morgen Himalaya.</p>
<p>Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht, wie man bei uns zu Hause so schön sagt. Das wird ne lustige Tour heute. Daher lieber mal aufstehen und hoffen, dass hier irgendwas vorbeikommt. Die Nacht war sehr ruhig. Kein Verkehr. Sonne sollte bald aufgehen. Leichter Frost auf meinem Zelt.</p>
<p><strong>11.05.2016, 19:57 Uhr</strong></p>
<p>Also mein Tramptag heute. Aufstehen und erstmal 2 Stunden spazieren gehen. Soweit normal. Es war nicht viel Verkehr, aber die wenigen Autos sind meist vorbei gefahren. Ganz schwere Strecke, meines erachtens. Zuviel Taxi und Busverkehr (also ein Taxi/Bus pro Stunde und sonst nicht viel andere Vehikel). Hab dann Glück gehabt und einen Toyota Jeep abgefangen, mit dem ich mehr als fünf Stunden unterwegs war. Mittagessen inklusive. Ca. 70% der Offroad-Strecke geschafft zur Tagesmitte. Die Strecke für die andere 4 Tage brauchen. Und die ich niemals unter zwei Tagen schaffen würde (!), wie ich mir habe sagen lassen. Wir waren recht schnell unterwegs. Die Straße war aber auch erste Sahne Schotterpiste mit wunderbarem Panorama. Mir ist ständig einer abgegangen im Auto, als wir durch die Serpentinen gedonnert sind. Das sind Straßen, die ich suche. Warm roads. Absolutes Highlight meiner zurückliegenden 80.000 km.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße.jpg" rel="lightbox[1922]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1929" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße.jpg" alt="Tibet Straße" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße.jpg" rel="lightbox[1922]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1926" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße.jpg" alt="Himalaya Schotterstraße" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet.jpg" rel="lightbox[1922]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1924" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet.jpg" alt="Bergstraße Tibet Trampen" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Ans Weitertrampen war leider nicht zu denken. Ich wurde ins Dorf mitgenommen, endete einer Art Treffpunkt aller Dorfbewohner und bekam eine reizende junge Dame an die Hand, die für mich übersetzt hat und mir eine kostenlose Tour durch das Dorf gegeben hat. Da musste ich mich leider fügen. Anschließend gab es Abendessen und dann wurde ich ins Hotel verfrachtet. Ich dachte eigentlich, die lassen mich bei sich zu Hause schlafen. Finde das nicht gut, dass die mir ein Hotel bezahlen, aber ich konnte wenigstens noch durchsetzen, dass die mich in das billigere Zimmer stecken.</p>
<p>War aber ein echt schöner Tag.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China.jpg" rel="lightbox[1922]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1925" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China.jpg" alt="Freunde in China" width="780" height="934" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China-251x300.jpg 251w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China-768x920.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China-150x180.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China-400x479.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China-200x239.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Fünf neue WeChat Freunde geaddet (sowas wie das chinesische WhatsApp), Geschäftskontakte für zukünftigen Handel mit LKW Teilen geknüpft. Ein tibetanisches Haus von Innen gesehen (übrigens: Jedes Haus hier hat seinen eigenen Schrein, ein Raum der Buddha gewidmet ist) und ne geile Straße überfahren. Was will man mehr? Nun frisch machen, danach noch ne Stunde meditieren und ich bin bereit für Morgen. Da ich soviel Leisure Time hatte, muss ich morgen mal ein bißchen losballern, damit ich nicht aus dem Zeitplan falle. 4500 km bis zum Nordende von China. Sollte in fünf Tagen machbar sein.</p>
<p><strong>12.05.2016, 11:17 Uhr, irgendwo in der chinesischen Pampa</strong></p>
<p>Scheiße, schon wieder im Hotel. In der Ecke liegt ein Zigarettenstummel. Willkommen in China.</p>
<p>Mein Tramptag fing sehr gut an. Konnte kaum Position beziehen, da hat mich schon eine Gruppe an der Tanke zu sich gerufen. Erster Lift, 8 Stunden fahrt und einer konnte sehr gut Englisch. Die Strecke war wirklich ein Traum. Wir sind irgendwo zwischen 3000-5000 Meter durch den Himalaya gekurvt. Gekurvt ist gut: Irgendwann hatte ich die Serpentinen satt. Aber die Landschaft war überaus abwechslungsreich. Die Straße zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Eine Fortsetzung des Vortages. Was ne geile Route! Hab ungefähr 100.000 Fotos gemacht, bis mein Akku den Geist aufgegeben hat.</p>
<p>Zwischendurch haben wir auf einem 4000m hohen Pass angehalten. Da gab es einen Gipfel-Touri-Findling. Ich fand das Yak aber viel spannender, was da auf der Wiese gegrast hatte. Da standen auch schon zwei Chinesen und haben sich damit abgelichtet. Ich dachte, dass ich auch ein Foto mit diesem wunderschönen Tier möchte. Er hatte mich schon so skeptisch angeschaut, als ich auf ihn zugelaufen bin. 2m entfernt war ich. Da ist mir aufgefallen, was diese Tiere für enorm große und auffallend spitze Hörner haben. Naja, kurzes Ende der Geschichte: Das Yak hatte wohl nicht so das Interesse an einem Foto mit mir, hat mich sehr böse angeguckt und dann zwei mal mit dem Kopf geschwungen, als wollte es eine Horde fliegen verteilen oder wahlweise meine Eingeweide aufspiessen. Ich bin einen ordentlichen Satz zurück gesprungen und musste mich erstmal von dem Schreck erholen. Schönes Tier trotzdem.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet.jpg" rel="lightbox[1922]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1931" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet.jpg" alt="Yak in Tibet" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Kurz vor Ende gab es noch eine Stunde Vollsperrung. Ein schrecklich dummer Unfall. Sah nicht schlimm aus, alle Fahrzeuge waren noch intakt, aber die Leute&#8230;.. die Leute wollten sich nicht vom Fleck rühren, ehe die Polizei kommt. Also haben die noch einen weiteren LKW rangefahren und die Straße dicht gemacht. In Deutschland kriegt man für sowas nen Strafzettel. Hier muss die Polizei erst 30km serpentinenverseuchte Bergstrasse überwinden. Dauert.</p>
<p>Übrigens: Ich hab kein Geld bei mir, aus Ermangelung an Möglichkeiten. Finde einfach keinen ATM. In den letzten 8 Tagen hab ich ungefähr 25€ ausgegeben. Nun noch 1€ in der Tasche. Hab aber auch beschlossen, dass ich erstmal kein Geld brauche und keine Zeit mit der Suche nach Geldautomaten verschwenden werde. Klappt auch so ganz gut. Der oben angesprochene Lift hat mir zum Abschied eine enorme Tüte Süßigkeiten gepackt. Mein Reiseproviant. Und ca. vier Flaschen Wasser. Verdursten werde ich daher eher nicht, aber vielleicht erleide ich einen Zuckerschock.</p>
<p>Mich haben später drei Männer aufgesammelt, die mich aus den Bergen auf die Autobahn bringen. Sehr sehr geiler Lift. Abendessen inklusive. Das gehört hier dazu. Ich hatte auch den ganzen Tag nichts gegessen, außer Kekse, Schokoriegel und Bonbons. Und so endete ich auch in diesem Hotel. Unter mysteriösen Umständen. Mal wieder diese Sachen, die einfach keinen Sinn ergeben. Es war schon dunkel und in irgendeinem Kaff stand auf einmal die Polizei auf der Straße. Und davor eine lange Schlange Autos. Keine Ahnung, was da los war. Meine Mitfahrer haben dann mit einem Menschen aus dem Dorf geredet. Ich Glaube verstanden zu haben, dass die Sperrung wohl lange dauert. Dann ist der Mann weggegangen und wir hinterher.</p>
<p>Gegen Ende der Schlange ist er ausgestiegen, in eines der parkenden Autos rein und mit uns zu diesem Hotel gefahren. Hier schlafen wir nun. Ich hab ein Doppelzimmer für mich bekommen. Aber ich kann euch sagen: Ich muss langsam mal losmachen. Mit meinen bisherigen 500-600km am Tag komme ich hier nicht weit. Habe nun ca. 3000 km hinter mir. Kann keine genaue Kalkulation machen. Aber die Zeit rennt, habe noch 3,5 Wochen für 13.000 km. Daher ist mir das Hotel nicht ganz so recht. Ich wäre lieber auf der Straße geblieben und hätte die Nacht durchgezogen. Aber naja, was willste machen?</p>
<p>Wenigstens Dusche und Batterien aufladen. Außerdem kann ich noch ne Runde sitzen. Danach dann schlafen. Morgen früh um Sechs werde ich geweckt. Fühlt sich an wie Familienurlaub. Hoffentlich ist es noch dunkel, wenn wir losfahren. Und hoffentlich verbringen wir nicht zuviel Zeit mit frühstücken. Frühstück, da bin ich ganz sicher, wird es auf jedenfall geben. Und dann endlich auf die Autobahn. Meter machen. Gute Nacht.</p>
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		<title>15 000 km durch China trampen (1/5); Das unbekannte Land</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jun 2016 09:45:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>05.05.2016; 01:03 Uhr Das war ein wirklich komisches Gefühl heute, als ich in der Bahn Richtung Grenze saß. Wie als würde man die vertraute...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>05.05.2016; 01:03 Uhr</strong></p>
<p>Das war ein wirklich komisches Gefühl heute, als ich in der Bahn Richtung Grenze saß. Wie als würde man die vertraute Welt verlassen. Nach China geht es nun. Hab ich alles dabei? Nichts vergessen? Es gibt kein zurück. Single Entry. Einmal über die Grenze und ich kann nicht wieder raus. Kam mir vor, wie beim Weg ins Gefängnis.</p>
<p>Ich musste nach der Grenze feststellen, dass ich gar keine Orientierung hatte. Gmaps ist irgendwie scheiße in China. Und so hab ich mich erstmal verlaufen. Dann hab ich bemerkt, dass ich fürchterlich hungrig war und schon zu lange nichts mehr gegessen hatte. Gleich den ersten Stand an der Straße geplündert. Früchte. Bananen und einen Pfirsich. Wenn man hungrig ist, dann schmeckt es immer am Besten.<span id="more-1905"></span></p>
<p>Danach hab ich mich mit Chips und Süßigkeiten an der Tanke eingedeckt und dann ging das Trampen los. Um 10 Uhr Abends. Bei solch langen Trips bin ich immer etwas übermütig, mit der Anfangszeit. Ich starte oft spät und der erste Tag ist dann meist für den Arsch. Nachttrampen ist prinzipiell möglich, aber dazu muss man schon auf der Straße sein und einen Run haben. Wenn man spät anfängt, dann hatte ich damit oft weniger Glück.</p>
<p>Das kann aber auch daran liegen, dass ich meist ziemlich müde bin, wenn ich losmache. So auch heute wieder. Und krank. Und traktiert von unzähligen Mücken-, Flo- und Käferstichen. Hong Kong hat mir diesbezüglich sehr zugesetzt und es juckt immernoch fürchterlich. Mein Körper beginnt mit einer allergischen Reaktion. Das war auch der Grund, weshalb ich heute aufgebrochen bin und nicht noch eine Nacht irgendwo im Dschungel gezeltet hab. War einfach zuviel. Gegen Mittag kam die spontane Entscheidung nach China zu machen. Jetzt bin ich hier.</p>
<p>Der erste Lift kam nach 20 Minuten und hat mich 70km nach Norden mitgenommen. Ich bin gerade auf einer Raststätte und das gefällt mir bisher ganz gut hier in China. Alles etwas einfacher als in Hong Kong. Nicht so durchorganisiert. Das Restaurantgebäude der Raststätte hat drei Stockwerke und das Oberste stand teilweise leer. Große Räume. Manche Fenster waren draußen. Alle Türen offen, falls vorhanden. Hier kann man wieder mehr machen, was man will.</p>
<p>Letztendlich hab ich dann diese wunderbare Feuerleiter entdeckt und bin auf das Dach geflüchtet, nachdem mir mehrere Leute schon mit ihrer Hilfe gedroht hatten. Sind ganz nett diese Chinesen. Aber ich komm auch gut alleine zurecht. Mit dem Trampen muss ich mich noch etwas zurecht finden. Mein vorgeschriebener Brief scheint eine Geheimwaffe zu werden. Ansonsten versteh ich kein Wort. Vielleicht sollte ich noch an meiner Strategie feilen. Obwohl der Brief erklärt, was ich mache, scheint es keine gute Idee, den Leuten immer zu sagen, dass ich in diesen 2000 km entfernten Ort möchte. Das verwirrt die zu sehr.</p>
<p>Naja. Jetzt erstmal schlafen. Morgen geht’s weiter. Ich muss raus aus Moskitoland, damit ich den verlorenen Schlaf der letzten 7 Tage wieder aufholen kann. Wenigstens dröhnt im Hintergrund wieder die vertraute Autobahn. I am back on the road! Nothing behind me, everything ahead of me!</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China.jpg" rel="lightbox[1905]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1909" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China.jpg" alt="Schlafen auf dem Dach in China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>06.05.2016, 01:09 Uhr</strong></p>
<p>Fazit erster Tramptag; 900 km geschafft, drei Flaschen Wasser geschenkt bekommen, eine 20 Cent „hoffentlich-war-das-Fleisch“-Wurst gegessen, zu einem äußerst üppigen Abendessen eingeladen worden und mit kleinen Küchlein gefüttert, die beim Reinbeissen an in Terpentin getunkte Milchbrötchen erinnerten.</p>
<p>Ansonsten läuft Trampen in China bisher so für mich. Ich komme an einer der zahlreichen Raststätten raus, vielleicht schaffe ich es auf die Toilette, aber spätestens nach dem Händewaschen werde ich schon angesprochen. Eine Minute nichts verstehen, lächeln, dann hole ich meinen Zettel raus und zeige den der sprechenden Person, sage wo ich hin muss und dann heißt es eigentlich nur noch warten. Gerade ist es Nacht und der örtliche Polizist läuft rum, um einen Lift für mich zu finden. Sehr entspannt.</p>
<p>Die Chinesen sind allgemein recht nett und gar nicht so ätzend und nervig, wie ich das erwartet hatte. Kümmern sich gut um mich. Auch der Kulturschock lässt auf sich warten. Das die sich so vom westlichen Kapitalismus abgeschottet haben, ist tendenziell eher angenehm. Keine tausend Schokoriegel in der Tanke. Meistens überhaupt keine Schokoriegel, um ehrlich zu sein. Aber dafür weniger unbewusstes Entscheiden. Mein mobiles Internet funktioniert dank Hong-Kong Datenpaket sogar einwandfrei. Brauche noch nicht mal meinen VPN anmachen. Kann auf alle Dienste zugreifen. Facebook, Google, funzt alles. Übrigens: Das Erste mal in meinem Leben, dass ich Internet unterwegs habe. Hab ein Smartphone ja erst seit San Francisco. Mega nervig. Ständig ist man so abgelenkt.</p>
<p>Die letzte Anmerkung für den heutigen Tag: China&#8217;s Autobahnen sind kein guter Ort für Epileptiker. Ständig überall bunte, blinkende Lichter. Irgendwer im Verkehrsministerium scheint gefallen an bunten LED&#8217;s zu finden. Aber der Knaller sind so komische Blitzmasten. Gestern dachte ich, wir wären zu schnell gefahren, als es plötzlich geblitzt hat. Spätestens nach dem Dritten mal, kamen mir dann allerdings Zweifel. Keine Ahnung was hier los ist. Ich vermute die Dinger sollen euch wach halten. Aber nicht sicher.</p>
<p>So, Nacht hat begonnen. Sieht nicht nach Schlaf aus. Noch 500km bis zum Fuße der Himalayas. Vielleicht hab ich ja Glück heute Nacht. Kommt auch drauf an, wie motiviert dieser Polizist ist.</p>
<p><strong>06.05.2016, 23:16 Uhr</strong></p>
<p>Tag drei ist stellvertretend für den Urlaubscharakter dieser Tour. Ich bin gegen 21:40 Uhr hier an der Raststätte hinter Kumming angekommen. Perfekte Position um nun endgültig rein in die Berge zu machen. Normalerweise wäre nun eine schöne Nachttrampen Tour angesagt. Ich hab aber stattdessen endlich mal wieder eine Stunde meditiert und lege mich nun schlafen. Morgen habe ich noch 300 km nach Dali, wo ich erstmal 1-2 Nächte bleibe. Dort werde ich in einer Künstler-Community unterkommen. Bett gegen Straße tauschen. Reinste Entspannung.</p>
<p>Der Tag war auch super. Zwei mal zum Essen eingeladen worden. Erster Lift eine total süße Familie mit tibetanischem Einschlag. Die Tochter und ich unterhielten uns mit Übersetzungsprogramm auf dem Handy. Der Vater hat sich eine Tasse Schnaps, sowie Tabakbong zum Mittagessen genehmigt und ist danach auf der Rückbank eingeschlafen. Die haben mich auch noch mit Obst und Gemüse gefüttert und am Ende gefragt, ob ich mit ihnen nach Hause kommen möchte. Ich hab abgelehnt. So ganz weg von der Straße kann ich dann doch nicht. Manch ein Reisender findet sowas unverantwortlich, aber mir war das erstmal genug Liebe von diesen tollen Menschen.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie.jpg" rel="lightbox[1905]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1910" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie.jpg" alt="chinesische Familie" width="780" height="673" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie-300x259.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie-768x663.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie-150x129.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie-400x345.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie-200x173.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735.jpg" rel="lightbox[1905]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1908" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735.jpg" alt="Bong rauchen Asien" width="439" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735.jpg 439w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735-169x300.jpg 169w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735-150x267.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735-400x711.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735-200x355.jpg 200w" sizes="(max-width: 439px) 100vw, 439px" /></a></p>
<p>Die Chinesen werden immer netter. Viel angenehmer, als ich es erwartet habe. Nun bin ich zu dritten mal in Folge auf einem Dach einer Raststätte und richte gerade meinen Schlafplatz ein. Türen sind immer offen hier. Die Berge schauen von allen Seiten auf die Stadt, es herrscht Sternenhimmel, neben mir rauscht die Autobahn. Gelegentlich donnern hier ein paar LKWs über den Parkplatz, die sich anhören, als würden sie implodieren, wenn sie über die Geschwindigkeitsbremser krachen. Im Hintergrund ist der Güterbahnhof. Züge in China sind nicht so romantisch wie in den USA. Wenn die Pfeifen klingt das nicht majestätisch, sondern eher nach Lungenkrebs im Endstadium. Und irgendwie hab ich das Gefühl hier gibt es keine Signalleuchten, nur Signallärm, um die Vorfahrt zu regeln.</p>
<p>Tag zwei ist vorüber. 1500 km hinter mir, ohne viel Arbeit. Die Brieftaktik hat sich heute wieder bestens bewährt, wobei ich zwei meiner drei Lifts ganz normal mit dem Daumen abgefangen habe. Geht also auch so. Wartezeit tendierte gegen Null. Aus einem Lift musste ich allerdings aussteigen, weil er zu langsam war. Der Fahrer hat gerade kleine Mini-Bananen ausgepackt, um mich bei Laune zu halten, aber da kam dann schon die nächste Service Station. Er sah etwas traurig aus und mir tat es auch Leid, aber wenn ich mit dem weiter gefahren wäre, dann wäre ich hier erst spät nach Mitternacht eingetroffen. Außerdem waren die Bananen etwas schimmlig.</p>
<p><strong>08.05.2016, 09:49 Uhr; Dali</strong></p>
<p>Gerade als ich anfange zu schreiben ertönt von unten die chinesische Panflöte. Schön!</p>
<p>Es gibt nicht sehr viel zu berichten, verglichen mit meinen verrückten Reiseberichten aus Südamerika ist China bisher eher langweilig. Gestern morgen aufgewacht, losgetrampt, 10 Minuten gewartet und dann kam mein Lift ins 300 km entfernte Dali. Soweit mein Tramptag.</p>
<p>Hier bin ich in einer Künstlercommunity untergekommen. Hab sie auf Trustroots.org gefunden. In Süd-West China gibt es wirklich eine Menge guter Hosts. Scheiß auf Couchsurfing! Ich mache vielleicht auch nochmal Stop in Chengdu, weil da ein Kerl eine Nomadbase betreibt und die Leute sehen so cool aus, dass ich sie gerne besuchen würde. Hier in Dali chill ich nun bis morgen. Hab gestern das Erste mal Entenhals gegessen und auch eingelegten Entendarm. Garnicht so übel.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China.jpg" rel="lightbox[1905]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1911" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China.jpg" alt="Künstler community Tibet" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Am Abend ging es an den See, wo wir ein Barbecue hatten. Das läuft hier anders als in Deutschland. Prinzipiell sitzen alle mit ihren Stäbchen um den Grill herum und man pickt sich etwas raus, wenn man Lust hat. Und gegrillt wird alles. Gemüse, Fleisch und vermutliche Fleischprodukte. Die haben um sieben schon den Rost voll gehabt, als wir ankamen und bis um 11 Uhr nachts nicht mehr aufgehört neue Leckereien nachzulegen. Jeder der kam, hat was anderes mitgebracht. Ein einziges Fressgelage. Kulinarisch sind die Chinesen absolut next level. Einmal kam ein Opa vorbei und hat vier fertig präparierte Fische abgeliefert. Ich fand das extrem gut! Auch nicht so langweilig Deutsch: Einmal durchgrillen und essen.</p>
<p>Es gab auch Jägermeister. Aber ich trinke ja nicht mehr und das Gesöff schon gar nicht. Allerdings musste ich aus Höflichkeit und Notwendigkeit gestern eine Ausnahme machen. Mir hat sich eine Fischgräte im Hals verfangen. Ich hab mich schon sterben sehen. Einer hat mir dann irgendeinen selbstgebrannten Schnaps eingeschenkt. Der musste runter. Danach hab ich noch ein kleines Bier gehabt und eine Zigarette. Ja, das klingt komisch, das zu erwähnen. Aber ich meine das ernst mit den Intoxications. Bleibt die Ausnahme.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China.jpg" rel="lightbox[1905]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1914" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China.jpg" alt="Grillparty China" width="780" height="577" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China-300x222.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China-768x568.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China-150x111.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China-400x296.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China-200x148.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a> <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China.jpg" rel="lightbox[1905]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1915" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China.jpg" alt="grillen China" width="577" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China.jpg 577w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China-222x300.jpg 222w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China-150x203.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China-400x541.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China-200x270.jpg 200w" sizes="(max-width: 577px) 100vw, 577px" /></a></p>
<p>In China ist aber insbesondere die Raucherei ziemlich verbreitet. Wenn die sich eine anstecken, dann ziehen sie prinzipiell zwei Kippen aus der Schachtel. Eine für dich und die andere für den Gastgeber. Die Russen können nicht alleine trinken und die Chinesen nicht alleine rauchen. Für mich als ehemaligen Gesellschaftsraucher, ist das eigentlich der Traum hier. Aber ich bin auch etwas besorgt um die ganzen jungen Chinesen. Die rauchen nämlich sehr viel. Die Türken waren schon schlimm, aber meiner Ansicht ist China rauchtechnisch Weltmeister. Und gekifft wird hier auch wie blöde. Hanf wächst wild. Kann man einfach pflücken gehen in den Bergen, wenn man was braucht. Soweit die ersten Beobachtungen.</p>
<p>Und damit beende ich den langweiligen Talk. Hier geht es ja ums Trampen. Wir sind mitlerweile auf 1900m. Mein nächster Checkpoint Deqin ist dann auf 3550m. Von da geht es dann runter von der Autobahn und rauf auf eine verlassene Bergstraße, entlang der tibetanischen Grenze. Die ist nichtmal bei Google eingetragen. Ich rechne mit „sehr wenig Verkehr, aber sehr schön“, wie Mette mir das in Japan empfohlen hat. Kommt mir irgendwie bekannt vor.</p>
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		<title>Chinesischer Mauerfall</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jun 2016 13:28:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Über die Menschheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mein Plan war die chinesische Mauer zu besuchen. Am Ende führte dies zu meiner halbjährlichen Nahtoderfahrung. Insgesamt wohl das Dritte mal auf meinem Trip....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Plan war die chinesische Mauer zu besuchen. Am Ende führte dies zu meiner halbjährlichen Nahtoderfahrung. Insgesamt wohl das Dritte mal auf meinem Trip. Es ist gestern passiert und ich bin immernoch ziemlich müde. Sitze gerade in einer Raststätte mitten in China und möchte diese Geschichte erzählen, solange ich noch so affektiert bin. Hinter mir stehen übrigens drei Chinesinnen, Raststättenpersonal, schauen mir interessiert über die Schulter, strecken vorsichtig ihre Arme an mir vorbei und öffnen gerade mit ihren Langfingern mein Notizbuch.<span id="more-1887"></span></p>
<p>Wir erreichten dieses kleine Bergdorf. Mein Fahrer hatte die Augenbraunen hochgezogen, als er erfahren hat, wo genau dieser Ort ist. Aber da hatte schon gesagt, dass er mich auf jedenfall dort hochfahren würde und nun gab es kein zurück mehr. Nun angekommen, musste ich aussteigen. Es gab eine Schranke, die die Weiterfahrt blockiert. Daneben ein kleines Haus, wo man Tickets kaufen musste. Umgerechnet 4€ Eintritt. Ich bin einfach durchgelaufen. Interessierte auch niemanden. Und ich hatte sowieso nicht vor, Eintritt zu bezahlen.</p>
<p>Es war ein sehr schönes chinesisches Bergdorf. Bewohnt von Bauern, die nebenbei etwas mit Zimmervermietung hinzu verdienen. Touristen hab ich jedoch keine gesehen. Mein erstes Ziel war duschen. Wenn man tagelang auf der Straße ist, dann kann es schwer sein, eine Dusche zu finden. Ich fand eines dieser „Hotels“ und fragte, ob ich duschen kann. Die nette Frau genehmigte es. Wollte noch nicht mal Geld. Sehr nett.</p>
<p>Es war ein sehr schöner Sommerabend, blauer Himmel, ich war frisch gemacht und bereit für die zwei Stunden Aufstieg zur chinesischen Mauer, die ich schon am Bergrücken sehen konnte. Es war 16:00 Uhr und ich sollte es zum Sonnenuntergang schaffen, wenn ich mich ran halte. Am Dorfende saß noch ein Opa im Feld, den ich nach dem Weg fragte. Er war der letzte Mensch, den für einige Zeit treffen sollte. Ich steuerte einen wilden und verfallenen Teil der chinesischen Mauer an. Es gab mehrere Pfade vom Dorf aus. Neben jedem Pfad stand ein großes Schild, was darauf hinwies, dass dieser Teil der Mauer für Touristen gesperrt sei. Das war wahrscheinlich der Grund, weshalb ich keine anderen Wanderer im Dorf antraf. Ich hab mir aber nichts dabei gedacht und bin munter drauf los gestiefelt.</p>
<p>Der Weg war recht schwer zu finden. Der Opa meinte nur, dass ich den Pfeilen folgen soll. Aber es gab nur zwei Pfeile, ganz am Anfang. Danach gabelte sich der Weg mehrmals. Die ersten 10 Minuten lief ich in die falsche Richtung und musste umdrehen. Es war angenehm warm und ein Schwarm Insekten schwirrte um meinen Kopf, was meinen Gang etwas beschleunigte. Da war eine richtige Party um meinen Kopf herum. Immer wieder versuchte ich sie mit der Hand oder meiner Kappe zu verscheuchen. Erfolglos.</p>
<p>Ich fand einen anderen Pfad, der steil bergauf ging. Wenn ich die Wahl habe, dann nehme ich immer den steilen Pfad. Ist schließlich kürzer. Diesem folgte ich. Er führte in den Wald. Irgendwann wurde der Untergrund etwas komisch. Blätter. Mehr Blätter. Knöcheltiefes Laub. Aber ich sah Müll, daher sollte das die richtige Richtung sein. Ich hatte ja keine Ahnung, wo ich lang musste, aber bergauf konnte nicht verkehrt sein. Es ging nun immer steiler nach oben. Irgendwann wurde mir klar, dass ich wohl dem Lauf eines Flusses folgte.</p>
<p>Ich war zu faul zum umdrehen. Der Pfad war schon lange hinter mir. Nun war ich im offenen Gelände. Aber ich ging weiter. Immer weiter rauf. Es wurde steiler und steiler. Ich hatte meinen 12kg Rucksack und eine Tascher voller Essen in der Hand. Der Aufstieg forderte meine ganze Kraft. Immer wieder musste ich mich an Bäumen hochziehen. Viele brachen ab, als ich sie ergriff. Schwerstarbeit. Mehr Klettern als laufen. Es war wieder einer der Momente, in denen es sich auszahlte, dass ich so viel boulderte, bevor ich Deutschland verlassen hab. Das Terrain war längst nicht mehr normal zu begehen. Ich hangelte mich nach oben, von Baum zu Baum. Einfach direkt Richtung Spitze. Der Plan war so einfach.</p>
<p>Es gab zwischendurch Momente, wo ich mich umdrehte und mir klar wurde, wie steil dieser ganze Abhang war. Es müssen 80-85° gewesen sein. Beim runter schauen wurde mir etwas mulmig. Das Problem beim Klettern ist, dass man leichter hoch als runter kommt. Daher war es für mich auch keine Option abzusteigen, weil das gefährlich sein würde. Also weiter hoch. Ich konnte schon die Sonne in den Bäumen sehen. Ein sicheres Zeichen, dass ich mich der Spitze nähere. Manchmal kam ich mit meinem Rucksack nur schwer durch, musste mich um Bäume herum winden, oder unter Ästen hindurch kriechen. Mich wieder hochziehen, einen festen Stand finden und die nächsten Schritte überlegen. Wo halte ich mich fest? Wo stell ich den Fuß hin? Welchen Baum kann ich als nächstes Erreichen? Langsam und kontrolliert kletterte ich.</p>
<p>Ich war schon ziemlich weit oben, als sich vor mir schließlich eine Felswand auftat. Aus Bäumen wurden Sträucher. Aus Steigung wurde Überhang. Es war umöglich, mit meinem Rucksack und ohne Kletterausrüstung hier hoch zu kommen. Ich war schon an der Wand, tastete auch die ersten Steine und entschied mich dann, nicht weiter nach oben zu gehen. Aber: Ich war schon ungefähr 45 Minuten geklettert und dementsprechend tat sich hinter mir der Abhang auf. Was also tun? Ich observierte die Umgebung.</p>
<p>Rechts von mir, sah es so aus, als ob die Felswand nicht ganz so steil sei. Vielleicht würde ich hier einen Weg finden, um nach oben zu kommen. Dazwischen war ein ca. 3m langer Übergang, die steilste Stelle, ohne Bäume zum festhalten. Hier stürzte sich wohl der Bach nach unten, wenn er denn Wasser führte. Ich musste mindestens zwei, wahrscheinlich drei Zwischenschritte machen, um den nächsten Haltepunkt zu erreichen. Ich musste also frei am Abhang stehen, ohne mich irgendwo festhalten zu können, um da rüber zu kommen. Schwierige Mission.</p>
<p>Ich schaute nochmal zurück. Es ging so steil runter, dass ich mir nur schwer vorstellen konnte, abzusteigen. Der Boden war erdig, wenn ich meine Füße nur tief genug eingrabe, sollte ich halt finden, um auf die andere Seite zu kommen. Erster Schritt. Noch hatte ich die Hand am Baum. Erde bröckelte. Irgendwie fand ich halt. Fuß stand stabil. Zweiter Schritt, ich hielt mich immernoch am Baum. Fuß eins stand immernoch eingegraben in der Erde. Nun war es Zeit loszulassen und frei zu stehen. Ein Sprung und ich sollte meine Hand am nächsten Baum haben. So trat ich ins „Freie“.</p>
<p>Mein Sicherungsfuß verlor sofort halt und ich stürzte nach unten. Danach weiß ich nicht mehr so genau, was passiert ist. Ich beschleunigte ziemlich schnell. Ich versuchte mich so gut es geht an den Hang zu pressen, anfangs rutschte ich noch. Irgendwann überschlug ich mich. Ich fiel ca. 10m nach unten. Und das war erst der Anfang eines langen, langen Abhanges. Wie durch ein Wunder bremste ein Baum meinen Sturz, auf den ich mit meiner Brust aufprallte. Die Wucht war so stark, dass es mir die Luft aus der Lunge presste. Im Moment des Aufpralls flog meine Brille von der Nase und verschwand im Abhang, überschüttet von Geröll und Erde auf dem Weg nach unten.</p>
<p>Ich konnte mich mit einer Hand festhalten, hatte immernoch meinen Rucksack auf dem Rücken und meine Essenstüte in der anderen Hand. Irgendwie hing ich da am Abhang. Aber es war noch nicht vorbei. Unter mir ging es noch mindestens 20-30m weiter. Vielleicht mehr. Und dort waren keine Bäume mehr zu sehen. Freier Fall. Ungebremst. Ich konnte mich nicht hochziehen, weil meine Essenstüte irgendwie zwischen mir und Baum fest steckte. Ich überlegte sie fallen zu lassen. Aber es war schwer vorstellbar, dass ich da nochmal rankomme. Und all meinen Proviant wollte ich nicht aufgeben. Ziehen, stützen, um den Baum herum schwingen. Irgendwie schaffe ich es, mich zu stabilisieren. Schließlich hab ich mich hinter den Baum geklemmt und saß am Abhang.</p>
<p>Ich stand etwas unter Schock. Hab mich kurz ausgeruht. Erstmal ne Sprachnachricht verschickt, weil ich Empfang hatte. Bin dann, anstatt nach unten, seitwärts am Hang entlang gehangelt, um in weniger steiles Terrain zu kommen. Ich wollte eigentlich nur noch runter ins Dorf zurück. Genug von dem Scheiß. Naja und dann hab ich zufälligerweise einen Pfad entdeckt. Den richtigen Pfad. Gekennzeichnet mit Plastikflaschen, die über Bäume gestülpt waren. Schock hin oder her, ich war fast oben und wieso sollte ich mir das jetzt entgehen lassen? Also wieder weiter klettern. Der Pfad war nicht weniger gefährlich, als das Stück was hinter mir lag. Ich verlor auch immer wieder die Orientierung. Erst später sollte ich herausfinden, dass dies nur ein Seitenpfad war, mit Kletteranteilen, teilweise direkt am Abgrund. Genauso anstrengend und verwirrend wie einfach durch den Wald zu klettern. Nach 15 Minuten traf ich auf einen einigermaßen gut befestigten Weg. Hier konnte man „normal“ laufen, ohne sich steile Steigungen hochziehen zu müssen. Ich erreichte die Mauer noch vor Sonnenuntergang.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Sonnenaufgang-chinesische-Mauer.jpg" rel="lightbox[1887]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1889" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Sonnenaufgang-chinesische-Mauer.jpg" alt="Sonnenaufgang chinesische Mauer" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Sonnenaufgang-chinesische-Mauer.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Sonnenaufgang-chinesische-Mauer-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Sonnenaufgang-chinesische-Mauer-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Sonnenaufgang-chinesische-Mauer-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Sonnenaufgang-chinesische-Mauer-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Sonnenaufgang-chinesische-Mauer-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a> <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Unfall-China-Mauerfall.jpg" rel="lightbox[1887]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1894" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Unfall-China-Mauerfall.jpg" alt="Unfall China Mauerfall" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Unfall-China-Mauerfall.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Unfall-China-Mauerfall-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Unfall-China-Mauerfall-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Unfall-China-Mauerfall-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Unfall-China-Mauerfall-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Unfall-China-Mauerfall-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Nochmal Glück gehabt. Ein verstauchter Finger, Bluterguß, Brille verloren und total verdreckter Anzug. Mein linker Fuß ist etwas taub, was wohl vom Solar Plexus kommt. Damit kann ich Leben. Meine Brille hatte ich bereits zweimal verloren/zerstört auf dieser Reise. Bei meinem Autounfall und bei einem Absturz mit einem Paraglyder. Die halbjährliche Nahtoderfahrung. Hoffe das war die letzte dieser Art für meine Reise.</p>
<p>Die Mauer erreichte ich dennoch . Ich kam zufällig an den Wachturm raus, der den wohl berühmtesten Blick auf das Weltkulturerbe eröffnete. Ich schaute mir den Sonnenuntergang an, machte ein Lagerfeuer auf der Mauer und schlief dort oben. Keine Menschenseele um mich herum, nur der Uhu sang beizeiten. Nach dem Sturz war ich allerdings dermaßen unruhig, dass ich diese Nacht nicht gut geschlafen habe. Ganz alleine auf dieser mittelalterlichen Steinkonstrukion. Hatte leichte Angstzustände. Um 04:30 Uhr hab ich zusammengepackt, um mir den Sonnenaufgang reinzuziehen.</p>
<p>Anschließend bin ich drei Stunden über die Mauer gewandert. In der Morgensonne. Es war wunderbar ruhig und friedlich. Ich wanderte runter ins Tal. Erst ging es durch die wilden und zerfallenen Teile der Mauer.Irgendwann kam ich an einem „Betreten verboten“-Schild vorbei und erreichte schließlich den restaurierten, touristischen Teil der Mauer. Alleine. Da war niemand. Den ganzen Morgen nicht. Die Mauer war komplett leer. Sowas kriegt normalerweise nur der Präsident der Vereinigten Staaten zu Gesicht, wenn die Mauer für ihn gesperrt wird. Ich hab es umsonst bekommen. War ein schöner Spaziergang. Und ich war froh, dass ich diesen noch erleben durfte. Zum Ende ein paar Impressionen:</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Obama-China-Mauer.jpg" rel="lightbox[1887]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1898" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Obama-China-Mauer.jpg" alt="Obama China Mauer" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Obama-China-Mauer.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Obama-China-Mauer-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Obama-China-Mauer-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Obama-China-Mauer-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Obama-China-Mauer-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Obama-China-Mauer-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a> <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Mauer-Band.jpg" rel="lightbox[1887]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1897" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Mauer-Band.jpg" alt="Mauer Band" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Mauer-Band.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Mauer-Band-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Mauer-Band-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Mauer-Band-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Mauer-Band-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Mauer-Band-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a> <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/verfallene-Mauer.jpg" rel="lightbox[1887]"><img class="aligncenter size-full wp-image-1896" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/verfallene-Mauer.jpg" alt="verfallene Mauer" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/verfallene-Mauer.jpg 780w, 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