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	<title>Reisegeschichten Archive - Warm Roads</title>
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		<title>Grenzpaketschmuggeln in den Iran</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Mar 2017 06:50:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
		<category><![CDATA[Über die Menschheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Grenzübergänge sind immer eine Sache für sich. Kann schnell gehen. Kann länger dauern. Fast immer irgendwelche Menschen Vor-Ort die halbseidene Geschäfte durchführen. Als ich...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Grenzübergänge sind immer eine Sache für sich. Kann schnell gehen. Kann länger dauern. Fast immer irgendwelche Menschen Vor-Ort die halbseidene Geschäfte durchführen. Als ich an die azerbaidschanisch-iranische Grenze kam, habe ich überall am Straßenrand diese Pakete rum stehen sehen. Ein erster Mann spricht mich an, ob ich eines dieser Pakete mit über die Grenze nehmen will. Gibt auch Geld dafür. Ne, lass mal, gerade keinen Bock. Wie, du willst kein Geld? Richtig. Ich wollte eher meine Ruhe. Das ging dann drei mal so, noch bevor ich am aktuellen Grenzübergang angekommen bin.<span id="more-2239"></span></p>
<p>Dort war gerade das Tor geschlossen. Eine große Menschenmasse, schätzungsweise 70-80 Personen, hatte sich schon wartend versammelt. Neben mir erschien auf einmal ein sehr großer Mann. Typ persischer Ringer. Glatze, bärenartige Statur. Unfreiwillig erschienen ausgekugelte Arme und halb abgerissene Ohren in meinem Kopf. Einer dieser Menschen, die durch ihre Erscheinung bewirken, dass man erstmal zuhört, was die denn zu sagen haben. Und ihr zeigt bedingungsloses Verständnis für alles, was dieser Mensch zu sagen hat. Auch wenn man kein Wort versteht. Meine „Geh-weg-mit-deinem-Paket-und-lass-mich-in-Ruhe“-Haltung wandelte sich umgehend. Ich tue, was in meiner Macht steht, um der Lokalbevölkerung einen Gefallen zu tun. Ich konnte es gar nicht abwarten, dieses, was auch immer es war, über die Grenze zu bringen, wenn das nur bedeuten würde, dass diese schreckliche Gestalt dafür verschwindet und mir nichts antut. Ich hätte das Ding sogar ohne Geld mit rüber genommen.</p>
<figure id="attachment_2241" aria-describedby="caption-attachment-2241" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Pakete-Iran.jpg" rel="lightbox[2239]"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-2241" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Pakete-Iran.jpg" alt="Pakete Iran" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Pakete-Iran.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Pakete-Iran-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Pakete-Iran-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Pakete-Iran-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Pakete-Iran-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Pakete-Iran-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2241" class="wp-caption-text">Mit Paket in den Iran. Ich war nicht der einzige.</figcaption></figure>
<p>Man drückte mir anschließend dieses Paket in die Hand und dann wurde ich von meinem neuen Freund in die Menge gepresst. Die Leute sahen, dass ich nun als Paketschmuggler arbeitete und alle fingen an zu johlen und zu applaudieren, als wenn der neue Popstar gelandet wäre. Hallo auch. Ich stand nun etwas weiter vorne und alle warteten darauf, dass die Schleusen sich öffnen würden. Das passierte auch alsbald und der Wahnsinn brach los. Junge Männer kletterten über die Geländer und sprangen in das herumstehende Menschenmaterial, als wollten sie Stage Diven. Nur um ein paar Plätze in der Schlange gut zu machen. Pogo Riot an der Grenze.</p>
<p>Ich beteiligte mich natürlich nicht daran und nahm anständig, pflichtbewusst und deutsch in der Männer-Schlange Platz, nachdem auch ich über das erste Geländer geklettert war, um wenigstens ein paar Alte und Kinder hinter mir zu lassen. Und so stand ich dann da. Und da war dieses Paket. Ja, was war das eigentlich für ein Paket? Heroin? Oder doch Waffen? Ich war nun dafür verantwortlich, musste es in den Iran kriegen und dort irgendwem übergeben. Alles sehr fadenscheinig. Aber jeder hatte dort so ein Paket in der Hand. Daher schien das okay. Mir wurde erklärt, es handele sich um Sandalen.</p>
<figure id="attachment_2240" aria-describedby="caption-attachment-2240" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Paket-schmuggeln-an-der-Grenze.jpg" rel="lightbox[2239]"><img decoding="async" class="size-full wp-image-2240" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Paket-schmuggeln-an-der-Grenze.jpg" alt="Paket schmuggeln an der Grenze" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Paket-schmuggeln-an-der-Grenze.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Paket-schmuggeln-an-der-Grenze-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Paket-schmuggeln-an-der-Grenze-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Paket-schmuggeln-an-der-Grenze-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Paket-schmuggeln-an-der-Grenze-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2017/03/Paket-schmuggeln-an-der-Grenze-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-2240" class="wp-caption-text">Eine Menge Trubel am Grenzübergang</figcaption></figure>
<p>Neben uns stand die Frauenschlange, leider auf der Sonnenseite des Lebens. Der prallen Sonnenscheinseite, um genau zu sein. Eine Dame wurde ohnmächtig beim Warten. Ich hab mit ihr mein Wasser geteilt, weil ich der Einzige war, der irgendwas zu trinken dabei hatte. Aber natürlich hätte ich mein Wasser auch geteilt, wenn das nicht so gewesen wäre. Die Kontrollen liefen auf jedenfall langsam. Irgendwann kam ich in das zuständige Gebäude, wurde als Ausländer erkannt, durchgewunken und freundlich von den Grenzbeamten begutachtet. Danach ging es auf die iranische Seite.</p>
<p>Mein Paket sorgte bei den Iranern für Belustigung und Kopfschütteln zugleich. Ein bißchen nach dem Motto: „Oh, jetzt haben sie sogar diesem Touri so ein Paket in die Hand gedrückt.“ Ich stellte mich gewohnt dumm und naiv, zeigte mein „kann-ich-ja-nix-dafür“-Schulterzucken und kam unbeschadet durch die Kontrolle. Und dann begann das Umtauschbusiness, was mir nicht hätte egaler sein können. Ich hab einen Begleiter an der Hand gehabt, der auch ein Paket hatte und für meine Bezahlung sorgen konnte. Ich hätte dieses Paket auch einfach in den Müll geworfen, oder im Röntgengerät liegen gelassen. Laut meinem Begleiter musste ich den Lohn bekommen, der mir zustand. Mein Verhandlungsgeschick war von fehlendem Geschäftssinn und Überlebensinstinkt außer Gefecht gesetzt. Geld hab ich schließlich auch bekommen. Umgerechnet einen Euro. Menschen sind ja doch irgendwie ehrlich und gerade die Perser sind Geschäftsmänner durch und durch. Schließlich hat vor der Grenze dieser fleischgewordene Massenmord auch meine Hand geschüttelt. Der Vertrag kam somit zustande. Aber Hände schütteln, das sollte ich noch lernen, können die Menschen nirgendwo so gut auf der Welt, wie im Iran.</p>
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		<title>Drei Tage wach &#8211; Trampen durch Kasachstan (2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2016 03:26:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es wurde Abend. Trampen lief immernoch gut. Ich wurde von einem Taxi mitgenommen. Nicht das erste mal in Kasachstan. Eine Frau schenkte mir ein...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es wurde Abend. Trampen lief immernoch gut. Ich wurde von einem Taxi mitgenommen. Nicht das erste mal in Kasachstan. Eine Frau schenkte mir ein halbes Hühnchen und Wurst. Ich merkte, dass ich langsam in problematische Gegenden kam. Zur Nacht hatte ich ein komisches Gefühl. Das war mir alles zu dorfig. Kein Verkehr. Und irgendwann saß ich mit Rassia und Russia im Auto. Typischer Nachtlift. Die Straße wurde mitlerweile sehr schlecht und ich hatte noch 400 km von dieser Piste vor mir. Es war schon 00:00 Uhr Nachts. Kleiner Snack zwischendurch und dann weiter. Wir luden Russia ab und ich fuhr mit Rassia weiter.<span id="more-2132"></span></p>
<p>Mit ihm und seiner Tochter. Die kleine war vielleicht 3 Jahre alt und schon die ganze Zeit weggeratzt. Die Straße war eine einzige Schlaglochpiste. Ständiges umkurven der schlimmsten Krater, hin und her geschmissen werden im Auto und nicht schneller als 20 km/h fahren. Sowas findet man nirgends in Europa. Und die Kleine pennte tapfer vor sich hin. Sie schlief auch nicht irgendwo, sondern in meinen Armen. Mein Job als verantwortungsbewusster Beifahrer war, das Kind zu halten. Auch mal eine neue Erfahrung. Fand ich aber irgendwie auch schön.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Freunde-Kasachstan.jpg" rel="lightbox[2132]"><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2120" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Freunde-Kasachstan.jpg" alt="Freunde Kasachstan" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Freunde-Kasachstan.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Freunde-Kasachstan-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Freunde-Kasachstan-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Freunde-Kasachstan-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Freunde-Kasachstan-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Freunde-Kasachstan-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Nach diesem Lift kam ich in irgendeinem Kaff an. 03:00 Uhr Nachts. Ein Auto voller besoffener Kasachen nahm mich ans Dorfende mit. Da hab ich erstmal gewartet. Die ganze Nacht. Der Morgen graute schon vor sich hin. Zwei Stunden, bis das erste Auto kam. Mittlerweile schon fast hell. Auto hielt natürlich an. Lift ins nächste Dorf. Dort Sonnenaufgang schauen. Die Straße war so leer. Kein Verkehr. Irgendwie schwante mir schon, dass ich hier nicht auf dem richtigen Weg bin. Einer meiner Fahrer in der Nacht zuvor meinte auch irgendwas von schlechter Straße und kein Straßenbelag und so. Und nicht für Autos passierbar, nur mit den 4&#215;4 Kamaz Trucks. 250 km to go. Kann ja nicht so schwer sein. Ich hatte am Tag vorher 2100 km in 31 Stunden zurückgelegt. Hab schon meine persönlichen Bestzeit für Mittelstrecken vor mir gesehen. Aber mir wurde klar, dass dieser Run nun vorbei war.</p>
<p>Was will man machen. Leere Straßen sind auch irgendwie wunderbar. Die Sonne ging auf. Im Dorf wurde die Schafs und Kuhherden in die Steppe getrieben. Kuhglocken, Hirtengekreische, die warme Morgensonne auf der Haut. Irgendwie war es sehr schön. Aus dem nichts erschien hinter mir ein alter, russischer Truck und fuhr langsam an mir vorbei. Ich hatte keine Lust auf Kommunikation und ignorierte dieses Ding. Er fuhr 20 m weiter und hielt an. Nichts passiert. 5 Minuten stand er da, dann ging der Motor wieder an. Rückwärtsgang rein, an mir vorbei gefahren, Vorwärtsgang rein, wieder an mir vorbeigefahren. Anhalten. Tür geht auf und zwei Jungs steigen aus. Insgesamt waren sie drei, aber der Dritte schlief Seelenruhig im Truck.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Trampen-Kasachstan.jpeg" rel="lightbox[2132]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2124" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Trampen-Kasachstan.jpeg" alt="Trampen Kasachstan" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Trampen-Kasachstan.jpeg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Trampen-Kasachstan-300x169.jpeg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Trampen-Kasachstan-768x432.jpeg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Trampen-Kasachstan-150x84.jpeg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Trampen-Kasachstan-400x225.jpeg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Trampen-Kasachstan-200x113.jpeg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Die waren natürlich auch besoffen und fuhren zudem, mit einer Hüpfburg auf dem Dach, über die wohl schlechteste Straße, die ich bisher in meinem Leben befahren hatte. War auch der einzige Verkehr an diesem Morgen. Irgendwie ironisch. Wir fingen an zu plauschen. Ich wurde zu Wodka eingeladen, anscheinend wollten die eine Ziege im nächste Ort (für mich?) schlachten. Die Drei waren eine kasachische Version amerikanischen Surferboys. Allerdings besoffen anstatt bekifft und ritten die Wellen des aufgedunsenen Asphaltes mit lieblos zusammen geschweistem Stahl russicher Bauart. Aber immernhin hatten sie eine Hüpfburg dabei. Meinen einsamen Morgen haben sie auf jedenfall sehr erheitert.</p>
<p>Ein Auto kam anschließend und fuhr einfach vorbei. Wieso? Wieso fährt das einzige Auto an mir vorbei? Was ist das für eine Welt? Das war wie ein Tritt in die Eier. Ich fing an zu Laufen. Nach einer Stunde legte ich mich auf die Straße. Immernoch kein Verkehr. Das waren genau zwei Autos in sieben Stunden. Und eins fuhr vorbei. Ich konnte es immernoch nicht fassen. Tja und dann lag ich da in der Steppe, ohne Schatten, ohne Wasser und hab vor mich hin geratzt. Neben mir war ein Straßenarbeiter Stützpunkt und ich hatte dort Menschen gesehen. Die sollten irgendwann wieder da rauskommen und zurückfahren? Es ist meinem Tramperinstinkt geschuldet, dass ich da nicht heute noch stehe.</p>
<p>Ich lag auf der Straße, natürlich hinter der Ausfahrt von diesem Stützpunkt, damit ich keinen Verkehr der Arbeiter verpasse. Dann hörte ich einen LKW, konnte aber nicht sehen wo. Kann aber nur aus diesem Stützpunkt kommen. Sofort bin ich aufgesprungen, einen Hügel hoch gelaufen und sah, dass da was rausfährt. Allerdings über eine andere Straße. Scheiße. Rucksack gekrallt und dann den Berg runter gesprintet. Den Lift konnte ich mir nicht entgehen lassen. Der LKW war schon voll mit drei Leuten, aber sie haben mich trotzdem mitgenommen. 30 km aber besser als nichts.</p>
<p>An einer verlassenen Kreuzung ging es weiter. Um mich herum grasten mehrere Kuh- und Pferdeherden. Und die Straße&#8230;naja. Das Wort Betonkrebs hatte hier eine ganz neue Bedeutung für mich gewonnen. Wenn Betonkrebs wirklich existiert, dann war diese Straße eine Generalversammlung von Tumorerkrankungen. Die Straße war so schlecht, dass der Verkehr über unbefestigte Offroad Wege ging. So schlecht, dass man lieber Querfeldein fährt, als sich die Stoßdämpfer in den unzähligen Schlaglöchern zu zerbersten. Ich hab das bisher nur in den ehemaligen Sovjet Ländern erlebt, dass Straßen den Weg erschweren, anstatt zu erleichtern. Und hier hat jemand sein Meisterwerk erschaffen.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Schlechte-Strasse-Trampen.jpeg" rel="lightbox[2132]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2126" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Schlechte-Strasse-Trampen.jpeg" alt="Schlechte Straße Trampen" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Schlechte-Strasse-Trampen.jpeg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Schlechte-Strasse-Trampen-300x200.jpeg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Schlechte-Strasse-Trampen-768x513.jpeg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Schlechte-Strasse-Trampen-150x100.jpeg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Schlechte-Strasse-Trampen-400x267.jpeg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Schlechte-Strasse-Trampen-200x134.jpeg 200w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Schlechte-Strasse-Trampen-272x182.jpeg 272w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Zurück an der Kreuzung. Ein LKW kommt vorbei, schon 4 Leute drin, nehmen mich nicht mit. Insgesamt das zweite und letzte Fahrzeug, was heute an mir vorbeifahren sollte. So gesehen war meine Trampleistung auf diesem Abschnitt fast optimal. Kaum ein Lift, den ich ausgelassen habe. Trotzdem hab ich knapp 24 Stunden für diese 400 km gebraucht. Keine leichte Strecke.</p>
<p>Mein letzter Lift war ein WAZ (schreibt man das so?). Ein russischer Zerstörer. Diese Art Bus, die wahrscheinlich nie zusammenbrechen. Und ich muss euch sagen, es war das Zweite mal, das so ein Ding für mich angehalten hat. Das Letzte mal mit Ralf in Moldawien. Die sind innen etwas breiter, als normale Busse, liegen super auf der Straße und pflügen sich ausgelassen durch jede Art von Terrain. Hat mir sehr gut gefallen. Und als ich da so drin saß wurde mir plötzlich klar: „Stefan, du musst dir so ein Ding kaufen!“ Ich will mir schon länger einen Bus zulegen. Eigentlich wollte ich eine alte Mercedes Polizeiwanne haben. Aber ehrlich gesagt, will ich nun so einen russischen WAZ. Geiles Ding. Geiles Ding!</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/WAZ-Sovjet-Auto.jpeg" rel="lightbox[2132]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2127" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/WAZ-Sovjet-Auto.jpeg" alt="Waz Sovjet Auto" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/WAZ-Sovjet-Auto.jpeg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/WAZ-Sovjet-Auto-300x225.jpeg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/WAZ-Sovjet-Auto-768x576.jpeg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/WAZ-Sovjet-Auto-150x113.jpeg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/WAZ-Sovjet-Auto-400x300.jpeg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/WAZ-Sovjet-Auto-200x150.jpeg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Mit diesem Lift erreicht ich dann auch wieder zivilisiertere Gegenden mit geteerten Straßen und befand mich knapp 900 km vor meinem Zielort. Von hier war ein Direktlift mehr als möglich. Es war bereits 19:00 Uhr und ich musste nochmal etwas Essen, bevor ich auf die letzte Passage gehen konnte. Essen und Trampen verträgt sich nicht so gut zusammen. Ich sehe das als lästige Notwendigkeit, wenn ich lange Strecken mache. Die Nahrungsuafnahme ist aber wichtig, damit man nicht zuviel Energie verliert. Ich versuche das auf solchen Touren so effizient wie möglich zu halten und esse dann, wenn ich durch ein Dorf oder eine Stadt laufen muss und sowieso nicht trampen kann. Meist kaufe ich mir im Supermarkt irgendwas billiges und fettiges. Teigtaschen oder ähnliches. In Deutschland wäre es ein belegtes Brötchen und ne Bokwurst. Dazu eine Flasche Wasser, etwas Süßes, ne Banane und irgendwas zu trinken mit Geschmack. Optional noch ein Eis. Das drück ich dann innerhalb von 3-5 Minuten in mich rein, während ich zum anderen Ende der Stadt laufe. Sonst verliert man zuviel Zeit. Zeit ist Verkehr und Verkehr heißt: Hitchhiking possible.</p>
<p>Nach meiner zweiten Banane hielt ich ein Taxi an. Am Dorfende hat es keine zwei Minuten gedauert, bis ich einen Truck hatte, der nach Aktau durchgefahren ist. Direktlift zum Zielort. Wie erwartet. Leider war auch hier die Freude nur begrenzt. Gegen 01:00 Uhr hielten wir an, aßen und meine beiden Trucker boten mir ein Hotelzimmer an. Sie sagten, wir würden in 5 Stunden aufstehen und nach Aktau weiterfahren. Ich wußte, dass meine Position einfach zu gut war, um nun eine Pause zu machen und zu schlafen. Ich wollte ankommen. Hatte am Tag schon soviel Zeit verloren. Also trampte ich weiter. 20 Minuten später hielt mein Auto.</p>
<p>In Kasachstan hab ich sehr selektiv getrampt, da sowieso fast alles angehalten hat. Ich hab mich auf neue Autos festgelegt, damit ich schnell voran komme. LKW&#8217;s nur, wenn ich wollte. Alte Autos und potentielle Taxis hab ich vorbei fahren lassen. Dieser Wagen kam aus der naheliegenden Stadt und ich erwartete nicht, dass er eine weite Strecke fahren würde. Aber er hielt an. „Wohin?“ „Aktau!“ Alles klar, da simmer dabei.</p>
<p>Ich hatte im LKW vorher etwas schlafen können und obwohl ich seit drei Tagen wach war, fühlte ich mich ganz gut. Mein Fahrer war allerdings total übermüdet. Ich hab ihm angeboten, dass ich fahren könne. Nach kurzer Unterhaltung hat er dann eingewilligt und so saß ich mal wieder am Steuer. Das letzte mal was das in Kanada, ebenfalls nach 3 Tagen auf der Straße. Sehr schönes Gefühl. So muss ich wenigstens keinen Fahrer wach halten. Allerdings waren die Straßen in Kasachstan etwas schwieriger zu befahren. Immer wieder kamen Betonblasen, die es zu umfahren galt. Manchmal unterbrach der Straßenbelag und man durfte Slalom um die Schlaglöcher fahren. Aber generell fahre ich lieber selber, weil ich mir mehr vertraue als jedem Fahrer. Insbesondere, wenn diese müde sind. Gegen Morgengrauen wechselten wir wieder. Ich erreichte Aktau bei Sonnenaufgang. 3781 km in 68 Stunden und 59 Minuten, inklusive einem Borderhop und 400 km Anti-Straße. War sehr zufrieden mit dieser Strecke! Und ich hatte ne Menge Spaß mit Kasachstan!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/drei-tage-wach-trampen-durch-kasachstan-2/">Drei Tage wach &#8211; Trampen durch Kasachstan (2)</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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		<title>Drei Tage wach &#8211; Trampen durch Kasachstan (1)</title>
		<link>https://warmroads.de/de/drei-tage-wach-trampen-durch-kasachstan-1/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2016 13:40:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war ein sonniger Tag im schönen Almaty, welcher meine nächste Route einläuten sollte. Es ging 3700 km durch Kasachstan. Den ursprünglichen Plan, durch...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/drei-tage-wach-trampen-durch-kasachstan-1/">Drei Tage wach &#8211; Trampen durch Kasachstan (1)</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war ein sonniger Tag im schönen Almaty, welcher meine nächste Route einläuten sollte. Es ging 3700 km durch Kasachstan. Den ursprünglichen Plan, durch Zentralasien zu trampen, hatte ich aufgegeben, da die Visas für Usbekistan, Turkmenistan und Tadschikistan insgesamt mehrere hundert Euros gekostet hätten, verbunden mit einem bürokratischen Kraftakt, den ich nach 20 Monaten auf der Straße nicht mehr über mich ergehen lassen wollte. Auch meinen Traum über den Pamyr Highway zu trampen, habe ich aufgegeben. Ein andermal. Es gab einen Plan-B. Einmal quer durch Kaschstan trampen und für 80$ ein Containerschiff nach Aserbaidschan nehmen. Das heißt zwar, ich bezahle für eine weitere Passage, aber alles andere würde mich noch mehr kosten und wäre den Aufwand nicht wert.<span id="more-2119"></span></p>
<p>In Almaty hab ich relativ schnell einen Transporter abgefangen, der mich fast 500 km nach Tazar mitgenommen hat. Ein guter Lift für den ersten Tag und der Auftakt einer der schnellsten Passagen, die ich je getrampt bin. Ich hatte schon am Anfang ein wolliges zu dieser Route und sollte nicht enttäuscht werden. Kasachstan hat mir das volle Programm geboten. Absolutes Tramphighlight. In Tazar wurde mein Spurt je unterbrochen. Ich musste das Land unterwegs nochmal schnell verlassen.</p>
<p>Beim Grenzübertritt nach Kasachstan gibt es ein On-Arrival Visa für 15 Tage. Ich war schon 5 Tage da und wusste nicht, wielange ich auf mein Aserbaidschan Visa muss. Und ebensowenig, wann denn dieses ominöse Containerschiff ablegen würde. Daher lieber einmal kurz über die Grenze und mir nochmal 15 Tage Visa holen. Zur Grenze musste ich extra nach Süden trampen. Es war kurz vor Sonnenuntergang und ich ärgerte mich über diesen Umweg, der mich insgesamt drei Stunden kosten sollte. War aber eine interessante Erfahrung mit freundlichen Menschen in Uniform.</p>
<p>Die letzten 15 km nahm mich ein Muslim mit, der gerade auf dem Weg zum Fischmarkt war. Wir befanden uns mitten im Ramadan. Heißt: Kein Essen und kein Trinken solange die Sonne am Himmel ist. Er holte wohl Abendessen für die bevorstehende Dämmerung. Kasachstan ist sehr heiß und für mich war es unvorstellbar, wie er den ganzen Tag aushält, ohne etwas zu trinken. Ramadan bedeutet aber auch, dass jeder Gast als Geschenk Gottes angesehen wird. Muslime sind generell super gastfreundlich, wie ich in Syrien und der Türkei schon am eigenen Leib erfahren durfte. Das er mich extra 15 km an die Grenze gefahren hat, obwohl er da nicht hin musste, nahm ich dankend an, da es ihm eine besondere Freude schien, mir zu helfen. Und man will ja auch niemanden vor den Kopf stoßen. Am Ende hat er mir noch 5000 Tenghe (ca. 16€) gegeben, damit ich mir etwas zu essen kaufen kann. Solche Geldgeschenke sind mir überhaupt nicht recht. Ich lehne sie immer ab am Anfang, meine Fahrer bestehen aber darauf und ich lenke dann ein. Aus Höflichkeit. Und weil auch Geben eine Freude sein kann.</p>
<p>An der Grenze bin ich schnell raus und dann wieder rein ins Land. So einen „Border Hop“ hab ich zum ersten mal gemacht. Bei der Ausreise wurde ich gefragt, wo ich hin will. Ich war natürlich ehrlich. Nur eine kurze Runde drehen. Visa erneuern. Die Beamtin hat das mit einem Kopfschütteln quittiert. Ich versuchte unser beider Gesicht zu wahren: „Naja, vielleicht auch nicht Visa erneuern, sondern Kirgistan besuchen?“, untermalt mit einem charmanten Lächeln. Das schien für alle Beteiligten akzeptabel In Kirgistan kam eine intensivere Kontrolle. Waffenschmuggel, Terrorismus? Oder doch nur ein Grund 15 Minuten die Bilder auf meiner Kamera anzuschauen? Der scheißende Junge aus meinem <a href="https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-25-tibetanische-bergstrassen/">China Artikel</a> kam auf jedenfall gut an bei den Beamten. Wurde dann gleich mal die Kamera herum gereicht und ich war aus dem Schneider.</p>
<p>Nach der offiziellen Einreise in Kirgistan bin ich einmal um das Gebäude gelaufen und hab mich wieder Richtung Kasachstan eingereiht. Ausreise Kirgistan ging relativ problemlos. Der Grenzbeamte hatte allerdings den Stempel verkackt und musste einen Zweiten in meinem Pass machen. Auf der kasachischen Seite hatte ich dann einen sehr netten und högst motivierten Grenzbeamten. Ich dachte erst, es würde evtl. Stress bei der Einreise geben, aber da hatte ich mich getäuscht. Als ich dran kam, war der zuständige Beamte regelrecht begeistert, einen Deutschen zu sehen. Hat mir allerlei Fragen gestellt. Hier verschwamm wieder die Grenze zwischen Interesse und Pflichterfüllung. Zum Glück wollte er nicht meine Kamera sehen, aber der scheißende Junge hätte ihm sicher auch gefallen.</p>
<p>Der ganze Prozess hat dann auch etwas länger gedauert. Hinter mir hatten sich mittlerweile ca. 15 Menschen angesammelt. Da stehst du nun am einzigen Schalter der offen war, in deinem gelben, auffallenden Anzug und hast diese Schlange hinter dir, die so ungeduldig wurde, wie deine Pionierblasen-Fußball-Freunde, die erst zur Halbzeitpause herausgefunden haben, dass die Fußballkneipe nur eine Toilette. Unisex. Im Rücken die Ungeduld und hinter der Scheibe, ungesehen vom Rest der Meute, sitzt der Grenzbeamte und freut sich über deine Existenz. „Very nice to see you! Hope we meet again! Have a nice trip! Enjoy Kazachztan!“ Die Verabschiedung hörte gar nicht mehr auf. Irgendwann war ich dann aber durch und hab schnell das Weite gesucht, bevor mir jemand ans Bein pissen konnte.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Sonnenuntergang-Kasachstan.jpeg" rel="lightbox[2119]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2122" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Sonnenuntergang-Kasachstan.jpeg" alt="Sonnenuntergang Kasachstan" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Sonnenuntergang-Kasachstan.jpeg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Sonnenuntergang-Kasachstan-300x169.jpeg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Sonnenuntergang-Kasachstan-768x432.jpeg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Sonnenuntergang-Kasachstan-150x84.jpeg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Sonnenuntergang-Kasachstan-400x225.jpeg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Sonnenuntergang-Kasachstan-200x113.jpeg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><a href="https://warmroads.de/de/technische-anleitung-zum-trampen-durch-grosse-staedte/">Stadttrampen</a>. Es war bereits dunkel und ich musste irgendwie da durch. Wieder Geld geschenkt bekommen. Irgendwann hab ich mir sogar etwas zu Essen gekauft. Hatte den ganzen Tag mit Trampen und Grenze verbracht und keine Zeit für eine Pause genommen. Vom Laden direkt einen weiteren Transporter abgefangen. Der hatte keine Chance, hat da gerade seine Scheiben geputzt und das lass ich mit natürlich nicht entgehen. So hatte ich meinen ersten 200 km Nachtlift. In die nächste Stadt. Dann ging es ab. Keine Grenze, kein Umweg mehr. Ich nahm Fahrt auf. Und wie.</p>
<p>Trampen in Kasachstan ist generell sehr angenehm und man merkt sofort, dass man in einem Post-Sovjet Land ist. Überall an der Straße stehen Leute und Trampen. Autos halten super schnell an und die jeder versteht den Unterschied zwischen Avtostop und der normalen Mitfahrgelegenheit. Ich hab natürlich Sonderstatus als Ausländer, aber ich mache immer sehr klar, dass ich Avtostop mache und kein Geld gebe. Kann dann jeder selbst entscheiden, ob sie mich einladen wollen. Meistens sagen die Leute dann trotzdem: „Komm! Kein Problem!“ Nachttrampen in Kasachstan ist auch ein besonderes Kapitel. Ich konnte keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht feststellen. Autos halten genauso schnell an. Bißchen weniger Verkehr, aber die Fortbewegung geht genauso gut. Kasachstan ist auf jedenfall mein Lieblingsland bezüglich des Nachttrampens.</p>
<p>Ich kam irgendwann vor einer Polizeikontrolle raus. Die eignen sich immer besonders gut zum Trampen und das sollte mir in dieser Nacht den entscheidenden Vorteil geben. An der Kontrolle standen viele Trucks, meist aus Kirgistan. Daneben eine Meute Taxi-Fahrer, die nur darauf wartete, dass irgendjemand aus dem Verkehr gezogen werden würde und ein Taxi zum nächsten Hotel brauchen würde. Die Taxi-Fahrer und Polizisten schienen sich auch gut zu kennen und in einer sonderbaren Symbiose unter Parasitären Lebensformen zu leben. Wie als würde die Mücke neuerdings eine Zecke auf dem Rücken mitbringen. Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass mal wieder ein Fototermin anstand. Wobei die Selfie Kultur etwas unterschiedlich zu China ist. In Kasachstan drängen mich die Leute regelrecht, dass ich ein Foto mit Ihnen mache. Also ich mit Ihnen für meine Erinnerung, nicht weil sie ein Foto mit mir möchten.</p>
<p>Die Nacht verlief gut, zum Morgengrauen hatte ich mehr als 1000 km hinter mir. Die Straße wurde allerdings zusehends leerer und ich verstand langsam, was mit der kasachischen Steppe gemeint war. Hat mich sehr an Argentinien erinnert, nur das hier wirklich NICHTS war und in Argentinien doch noch eine gewisse Zivilisation existiert. Wie auch immer, das erste Auto an diesem Morgen hielt an und nahm mich 400 km nach Norden mit. As easy as making a pie. Gleiches Spiel noch einmal später, das erste Auto hielt an und lud mich ein. Wohin sie fahren? „Aktau.“ „Aktau?“ Ich fiel aus allen Wolken. Da wollte ich hin. Das waren allerdings noch 2200 km. Und so saß ich in meinem Direktlift!</p>
<p>Ich bin schon so viel getrampt und hab genug erlebt, dass ich bei solchen Superlifts etwas vorsichtiger geworden bin. Meine beiden Fahrer hatten eine gut gepflegte Glatze, Stiernacken und sprachen nicht, sondern heizten nur mit 130 km/h durch die grün, grasige Einöde. Ich wusste nicht, ob ich wirklich in diesem Auto bleiben würde. Erster Stop an der Tankstelle. Danach kurzer Plausch und wir aßen etwas zusammen. Die Stimmung wurde besser, die Beiden waren freundlich und danach fühlte ich mich sicherer mit dem Lift. Dann bin ich eingeschlafen. Wir hatten eine andere Route genommen, als die, die ich mir von Google habe geben lassen. Ist okay, dachte ich. Vielleicht ist die Straße einfach Scheiße. Ca. 200km Umweg. Kein Ding. Gegen 18:00 Uhr hat sich dann allerdings bewahrheitet, was ich befürchtet hatte. Ich sollte aussteigen. Irgendwo auf der Umwegstrecke, wo ich ja eh nicht durchtrampen wollte. Ich versteh nicht warum, aber es war anscheinend auch keine Zeit zum diskutieren. Also Rucksack nehmen, raus und die Beiden fahren weiter in meine Richtung.</p>
<p>Normalerweise würde ich mich nun fürchterlich ärgern und schlechte Laune haben, aber da ich diese Situationen schon kenne, nahm ich es gelassen und machte da weiter, wo ich aufgehört hatte. Schlechte Laune bremst nur aus und ist daher zu vermeiden. Der nahe Polizeiposten zwang mich mit ihnen ein Foto zu machen. Der Polizist war übelst zukekokst. Meine Güte. Total hyperaktiv und hat die Nase ständig hochgezogen. Dass das niemandem aufgefallen ist?</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Polizei-Kasachstan.jpeg" rel="lightbox[2119]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2123" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Polizei-Kasachstan.jpeg" alt="Polizei Kasachstan" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Polizei-Kasachstan.jpeg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Polizei-Kasachstan-300x169.jpeg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Polizei-Kasachstan-768x432.jpeg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Polizei-Kasachstan-150x84.jpeg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Polizei-Kasachstan-400x225.jpeg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/09/Polizei-Kasachstan-200x113.jpeg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/drei-tage-wach-trampen-durch-kasachstan-1/">Drei Tage wach &#8211; Trampen durch Kasachstan (1)</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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		<title>Weltumtrampung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2016 12:49:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trampen]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mein Kater, sein Name ist Herr Anton, hat die Angewohnheit auszureißen. Er zieht los. Keiner weiß wohin er geht. Niemand weiß was er tut....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/weltumtrampung/">Weltumtrampung</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Kater, sein Name ist Herr Anton, hat die Angewohnheit auszureißen. Er zieht los. Keiner weiß wohin er geht. Niemand weiß was er tut. Er streunt für einige Tage in der Welt herum und steht letztendlich völligst zerzaust wieder vor der Tür, als wäre nichts gewesen. Er ist eben ein Entdecker. Ähnlich wie ich.<span id="more-2077"></span></p>
<p>Ich bin nun wieder in Leipzig angekommen. An dem Ort, wo ich vor 22 Monaten meine Kater zurückgelassen habe. Er ist nicht mehr da. Umgezogen. Aber ich bin wieder da. Niemand weiß so richtig, was ich eigentlich gemacht habe. Aber so stehe ich wieder vor der Tür, mit langem Bart, so zerzaußt wie Langzeitreisende eben sind und diesen Erfahrungen im Rucksack, die mir niemand mehr nehmen kann. Erfahrungen, die ich aber auch niemandem übertragen kann.</p>
<p>Das Heimkommen. Komischer Prozess. Mein Heimweh, welches mich so lange begleitet hatte, zog sich die letzten Wochen etwas zurück. Das Fernweh betrat melancholisch dreinschauend die Bühne, mit der Gewissheit, dass diese Reise nun vorbei ist und eine ziemlich geile Zeit war. Es ist absurd, aber auf den letzten Metern fühle ich, dass ich diese Zeit gerne noch verlängern würde. Nachdem ich in Leipzig angekommen bin, überkam mich dann auch eine ganze Palette von Emotionen. Von Freude bis Trauer, Erstaunen bis Ungläubigkeit und die ein oder andere Träne kullerte davon, nachdem ich den finalen Sticker an dem Straßenschild angebracht habe, wo ich vor 22 Monaten aufgebrochen bin.</p>
<p>22 Monate sind eine so lange Zeit. Besonders wen man ständig unterwegs ist. Manchmal muss ich an meine Zeit in San Francisco zurückdenken. Dann stelle ich fest, das ist ja erst sechs Monate her! Oder wie ich durch China getrampt bin. Vor drei Monaten und danach hab ich nochmal 20.000 km zurückgelegt. Vor 1,5 Jahren hab ich mich schrecklich verliebt in Uruguay. Eine Ewigkeit. Fühlt sich an wie vor 20 Jahren. Ich hab ein eigenartiges Zeitgefühl bezüglich meiner Reise. Als hätte ich drei Leben hinter mir und starte nun das Nächste.</p>
<p>Ich habe insgesamt 58 Länder durchquert. In manchen habe ich angehalten und eine Monat verbracht. Andere habe ich nur im vorbeifahren betrachtet. Aber selbst von den Durchreiseländer habe ich einen Eindruck gewinnen können. Verbinde nun einen Geruch, eine Landschaft, ein Gefühl und reale Menschen mit diesen Orten. Erfahrungswissen, das man nicht aus Bildern im Internet ziehen kann. Ich hab ein Gefühl für unseren Planeten bekommen, nachdem ich mehrere Kontinente Überland durchquert habe. Kann Distanzen besser einschätzen. Es hat sich in meinem Kopf eine komplette Kartographie der Oberfläche unserer Erde gebildet . Wüsten, Berge, Wald und Meer. Das Wechselspiel der Landschaft. Die Choreographie meiner Reise.</p>
<p>Ich bin mit dem Plan losgezogen, einmal um die Welt zu trampen. Eine Reise um die Erde. Keine normale Weltreise, weil der touristische Charakter eher Beiprodukt war. Der Zweck Expedition war die Weltumtrampung. Ich bin nicht nach China, weil ich China sehen wollte, sondern weil dort meine Route hindurchführte. Klar gab es Ausnahmen. Ich habe je einen Monat in New York und Hong-Kong gelebt. War in Japan um dort einen meiner Lieblingsmenschen zu besuchen. Und bin durch die Attacama Wüste gebummelt. Aber das, wofür ich Blut und Tränen gegeben habe, war immer das Langstreckentrampen. Meine Routen. Die Bewegung auf der Straße. Das war der Kern meiner Expedition. Und es ist mir wichtig, dass ihr das begreift.</p>
<p>Meine Tour umfasste eine Gesamtlänge von <strong>108.895 km</strong>. Mehr als das 2,5-fache des Erdumfanges. Ich bin über den Atlantik gesegelt, habe mich mit einem Schrottfahrrad durch die kolumbianischen Cordilleras gequält, das Darien Gap auf einem Cargo-Schiff überwunden, bin illegal auf Güterzügen in den USA mitgefahren, habe ein Kleinflugzeug getrampt, bin in „gemäßigten“ -35° durch den alaskanischen Winter getrampt, musste bei 50° in der iranischen Wüste warten und habe insgesamt weit mehr als 100 km zu Fuß zurückgelegt. Diese 108.895 km sind mit viel Anstrengung und Leid, aber auch Euphorie und Glückseligkeit verbunden. Mein Weg. Mein Sinn. Schwer in Worte zu fassen. Aber es ist mehr als eine Zahl für mich. Das war mein Leben in den letzten zwei Jahren. Und dieses Leben ist nun vorbei.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Ich-auf-Reisen.jpg" rel="lightbox[2077]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2079" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Ich-auf-Reisen.jpg" alt="Ich auf Reisen" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Ich-auf-Reisen.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Ich-auf-Reisen-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Ich-auf-Reisen-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Ich-auf-Reisen-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Ich-auf-Reisen-200x267.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a></p>
<p>Was bleibt zu sagen? Eine Frage kam immer wieder auf: Was habe ich gelernt? Nichts. Ich konnte etwas viel wertvolleres als Wissen erlangen: Erfahrung. Ich musste nichts lernen, sondern durfte erfahren. Zum Beispiel, dass Distanzen auf unserem Planeten relativ sind und ich mich fast unbegrenzt Bewegen kann. Etwas was nicht für jeden Menschen offen steht und für das ich sehr dankbar bin. Ich konnte Gelassenheit entwickeln, weil ich erfahren habe, dass ich nicht viel zum Überleben brauche. Selbst meine Grundbedürfnisse (Essen, Wohnung, Schlaf) habe ich immer wieder strapaziert und ausgereizt. Am Ende bleibt die Gewissheit, dass mich eine schlaflose Nacht oder ein Tag ohne Essen nicht aus der Bahn wirft. Und ich konnte miterleben, dass Gastfreundlichkeit eine universelle Qualität der Menschen ist. Ich habe sogar ein Bedürfnis danach, meine Zeit und meinen Besitz mit Anderen zu teilen, nach all dem was mir widerfahren ist. Nicht nur jener, der nimmt, sondern auch solcher, der gibt, profitiert. Der Geber vielleicht sogar mehr.</p>
<p>Die Reise hatte noch einen anderen Aspekt. Ich habe nach einem Sinn gesucht. Oder nach einer Antwort. Wie auch immer man es nennen mag. Gefunden habe ich es nicht. Ich glaube, dass ich diese Sache auch nie finden werde und es letztendlich vielleicht nicht so wichtig ist danach zu suchen. Wir streben in unserem Leben immer nach etwas. Einem Ziel. Um dann wieder von der Sinnlosigkeit eingeholt zu werden. Wieder nicht geklappt. Nächste Lebenskrise. Der immer währende Kreislauf unserer zufälligen Existenz. Vielleicht sollten wir es nach <a href="https://vimeo.com/176370337">Alan Watts</a> halten und nicht auf das Ende des Stückes warten, sondern zur Musik tanzen, solange sie ordentlich dudelt. Vielleicht ist das der Sinn, den ich für mich gefunden habe.</p>
<p>Der Blog geht weiter, soviel kann ich sagen. Schreiben macht mir zuviel Spaß, als dass ich das nun sein lassen würde. Ich hab noch Geschichten für mindestens ein Jahr. Road Trip durch Kasachstan steht in den Startlöchern und eine wunderbare Triologie zum Thema „Alkohol und Reisen“ ist in Vorbereitung. Die Artikel werden nicht mehr jede Woche kommen, da ich mir mehr Zeit mit den Übersetzungen nehmen will. Bilingual zu publizieren ist so viel Arbeit und ich war zuletzt nicht zufrieden mit meinen Endprodukten. Spaß muss sein. Mir macht das vorallem dann Spaß, wenn die Artikel auch gut sind.</p>
<p>Daneben versuche ich meine 50gb Fotos zu sortieren und werde anfangen Reisevorträge zu halten. Ich arbeite gerade an einem Konzept, das über die normalen Dia-Vortragsabende hinaus geht. Erzählen könnte ich genug. Alles, damit ich all die verrückten Geschichten, ob aufgeschrieben oder nicht, auch mal mit euch persönlich teilen kann. Da freue ich mich schon sehr drauf! Los geht’s bald in Leipzig. Berlin und Hagen habe ich noch als Veranstaltungsorte im Kopf. Let‘s see, ich lass es euch natürlich wissen.</p>
<p>Mein Leben wird begleitet von einem grundsätzlichen Wandel. Die nächsten Projekte werde ich von einer gesichteren Base angehen. Mit einem zu Hause. Nicht mehr als heimatloser Nomade. Das hat mir nämlich am meisten gefehlt. Wenn ich dieses zu Hause eingerichtet habe, dann kann ich weiter spielen und durchs Leben tanzen. Und wenn es von neuen Abenteuer zu berichten gibt, dann lass ich euch natürlich teilhaben. Weil sharing is caring!</p>
<p>In diesem Sinne,</p>
<p>Warm Roads</p>
<pre>Nachwort
An all die unzähligen Freunde und Unbekannten die mich bei sich zu Hause aufgenommen haben. An meine 1156 Fahrer und Fahrerinnen. An alle Menschen, die mir unterwegs etwas Gutes getan haben, sei es in Form einer Melone, Wegbeschreibung, Lächeln oder Umarmung. An meine Freunde die mir in dunklen Tagen ihr Ohr geliehen haben. An all die Menschen, die mir diese lieben Nachrichten geschickt haben und meinen Geschichten folgten. An meine Familie.

Danke, ihr seid großartig!</pre>
<p style="text-align: center;"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Hitchhiking-family.jpg" rel="lightbox[2077]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-2080" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Hitchhiking-family.jpg" alt="Hitchhiking family" width="780" height="520" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Hitchhiking-family.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Hitchhiking-family-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Hitchhiking-family-768x512.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Hitchhiking-family-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Hitchhiking-family-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Hitchhiking-family-200x133.jpg 200w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/08/Hitchhiking-family-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a>Hitchhiking Family</p>
<p><strong>Post Script</strong><br />
<em>Whose woods these are I think I know.</em><br />
<em> His house is in the village though;</em><br />
<em> He will not see me stopping here</em><br />
<em> To watch his woods fill up with snow.</em></p>
<p><em>My little horse must think it queer</em><br />
<em> To stop without a farmhouse near</em><br />
<em> Between the woods and frozen lake</em><br />
<em> The darkest evening of the year.</em></p>
<p><em>He gives his harness bells a shake</em><br />
<em> To ask if there is some mistake.</em><br />
<em> The only other sound’s the sweep</em><br />
<em> Of easy wind and downy flake.</em></p>
<p><em>The woods are lovely, dark and deep,</em><br />
<em> But I have promises to keep,</em><br />
<em> And miles to go before I sleep,</em><br />
<em> And miles to go before I sleep.</em></p>
<p>Stopping by Woods on a Snowy Evening, by Robert Frost</p>
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		<title>15 000 km durch China trampen (5/5); Nachtbus und Klassenerhalt</title>
		<link>https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-55-nachtbus-und-polizeikontrollen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2016 16:21:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://warmroads.de/?p=1953</guid>

					<description><![CDATA[<p>20.05.2016, 09:40 Uhr Der Polizist bittet mich mit ihm in die Polizeistation. Ich werde erstmal vorgeführt. Passstempelkontrolle (für meine Identität interessiert sich eh niemand,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-55-nachtbus-und-polizeikontrollen/">15 000 km durch China trampen (5/5); Nachtbus und Klassenerhalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>20.05.2016, 09:40 Uhr</strong></p>
<p>Der Polizist bittet mich mit ihm in die Polizeistation. Ich werde erstmal vorgeführt. Passstempelkontrolle (für meine Identität interessiert sich eh niemand, aber son deutscher Pass, den sieht man nicht alle Tage&#8230;). Danach Fototermin.</p>
<p>Blitzlichgewitter nahe Yinchuan. Als deutscher Repräsentant sehe ich es als meine Pflicht mich mit chinesischen Offiziellen zu treffen, Hände zu schütteln und bilaterale Beziehungen aufzubauen.<span id="more-1953"></span></p>
<p>Aber mal ehrlich: Dieses inszenierte Foto haben fünf (!) Menschen aufgenommen. Die standen aufgereiht, wie bei einem Staatsbesuch eines ausländischen Diplomaten. Ich finde die chinesische Polizei ist super freundlich, immer interessiert und besteht meistens aus sehr junge Polizisten.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei.jpg" rel="lightbox[1953]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1960" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei.jpg" alt="Treffen mit der chinesischen Polizei" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Treffen-mit-der-chinesischen-Polizei-200x267.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a></p>
<p><strong>10:24 Uhr</strong></p>
<p>Hier hält nichts an. Um weiteren Komplikationen vorzubeugen, verlasse ich die Autobahn, schleiche mich über das Umland zur Autobahnkreuzung und trampe direkt auf der Autobahn. Nach 14 Minuten soll ich dann meinen Lift haben. Sie schenken mir 2kg Sojabohnen Präparat, eingelegt, fertig zum Essen. Für meine Provianttüte.</p>
<p><strong>11:49 Uhr</strong></p>
<p>Mich nimmt ein Truck mit, den ich schon vorher an der Raststätte getroffen habe. Schrecklicher Lift. Ziemlich verschmitzter Typ. Hat noch einen zweiten Menschen dieser Kategorie mit im Truck. Glaubt mir nicht, dass ich kein Geld habe. Immer wieder fragt er. Sein Kollege steigt dann darauf ein. Wollen mein Logbuch sehen, aber das rück ich nicht raus. Dann fragen sie nach meinem Pass. Meine beiden wertvollsten Gegenstände. Ich stelle mich dumm. Kann das schlecht beschreiben. Das sind so Typen, denen würde ich auch zutrauen, dass sie mich vergewaltigen würden, wenn ich ne Frau wäre.</p>
<p>Er triezt weiter. Tut so, als ob er an der nächsten Kreuzung rausfahren würde. Ich meine, er soll mich rauslasse. Er sagt nein. Zieht rüber auf die Abbiegerspur, ohne zu stoppen und im letzten Moment zurück auf die Autobahn. Ich weiß nicht, was mich mehr mitgenommen hat: Das Gefühl, er würde mich nun entführen oder die Frustration darüber, dass ich gleich in die falsche Richtung fahre. Auf jedenfall seltsamer Humor. Ich checke es nicht.</p>
<p>Am Ende schenkt er mir eine Dose Kaffee und lässt mich an der Stelle raus, wo ich raus wollte.</p>
<p><strong>13:05 Uhr</strong></p>
<p>Beifahrerin kann Englisch. Ich kriege ein Eis. Auch mal was Neues!</p>
<p><strong>16:04 Uhr</strong></p>
<p>Meine Essensituation spitzt sich etwas zu. Habe neben diesem eingeschweissten 2kg Paket Sojabohnen Präparat mit unbekanntem Inhalt kaum noch Vorräte. Auch richtige Mahlzeiten blieben die letzten 2 Tage aus. Kekse und die kleinen Benzinküchlein gehen zur Neige. Selbst das Wasser wird knapp.</p>
<p><strong>19:38 Uhr</strong></p>
<p>1400km Lift. Van mit 4 Kerlen, alle Muslime. Wir arbeiten uns in einen neuen Kulturkreis vor. Es gibt Brot und Zwiebel. Wir eröffnen einen Gruppenchat bei WeChat, sodass ich mit allen kommunizieren kann. Sie sind sehr nett und fahren weit.</p>
<p><strong>21.05.2016, 04:38 Uhr</strong></p>
<p>Seltsame Szenen an der Toll-Station. Wir fahren an drei chinesischen Polizisten vorbei, die kurz vor dem Kassiererhäuschen stehen. Das Auto vor uns fährt gerade los. Auf einmal Geschrei. In unserem Auto. Wir beschleunigen. Die Polizisten schreien ebenfalls. Hart bremsen. Wir kommen zum stehen. Unser „Boss“ schaut aus dem Fenster und ruft irgendwas nach hinten. Klang wie: „Wir haben nur unsere Karte gesucht. Alles gut.“</p>
<p>Erst als dasselbe nochmal passiert, wird mir klar: Die Jungs wollten, ohne zu bezahlen, durch die Toll-Station knallen. Wenn man dicht genug hinter dem ersten Auto fährt, dann kommt man noch durch die Schranke. Beim Zweiten mal klappts übrigens.</p>
<p><strong>06:00 Uhr</strong></p>
<p>Keine Ahnung warum wir von der Autobahn runter sind und nun in dieser Stadt herum kurven. Ich frage. Mir wird gesagt ich soll 15 Minuten warten. Die gehen erstmal beten. Ist bald Sonnenaufgang.</p>
<p>Endlich kann ich mal in Ruhe schlafen. Irgendwie war die ganze Nacht trubel im Auto. Ich liege auf der Rückbank. Dreimal starten die das Auto und parken es um. Einmal T-Shirt wechseln. Dann ne zweite Moschee besuchen. Versteh ich nicht. Anschließend Frühstücken. Es gibt Nudelsuppe. Meine erste richtige Mahlzeit seit zwei Tagen.</p>
<p>Ich rauche in diesem Auto übrigens drei Zigaretten. Die erste aus Höflichkeit, die dritte, weil ich Bock hatte. Kleine Ausnahme.</p>
<p><strong>19:35 Uhr</strong></p>
<p>Mehrere Lifts schieben mich voran. Dann hält ein Bus an. Ich steig ein. Sag das ich kein Geld habe. Wieder so ein Typ ähnlich dem Trucker am Tag zuvor. Gleiches Spiel. Glaubt mir nicht, dass ich kein Geld habe. Am Ende lädt er mich an der Polizeikontrolle ab, was eigentlich ganz gut ist.</p>
<p><strong>19:45 Uhr</strong></p>
<p>Polizist sehr freundlich. Denkt ich wäre professioneller Fußballer, weil ich ein Foto von Alex Meier an meinem Reisepass habe. Erstmal Foto machen.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1.jpg" rel="lightbox[1953]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1956" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1.jpg" alt="Polizei China" width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-1-200x267.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a></p>
<p><strong>20:01 Uhr</strong></p>
<p>Jetzt ist die ganze Polizeistation da. Also prinzipiell sind solche Kontrollpunkte nicht so übel, aber sie bedeuten Fluch und Segen zugleich, wenn die Polizei versucht mir den nächsten Lift klar zu machen. Die sind nämlich oft etwas langsam und unfähig. Speziell hier stechen zwei Kandidaten aus der Masse, die nicht akzeptieren wollen, dass ich ohne Geld trampe. Weil das ja nie funktionieren würde! Schwachsinn.</p>
<p><strong>20:30 Uhr</strong></p>
<p>Und wer steht da an der Autokontrolle mit dem Auftrag, mir einen Lift klar zu machen? Einer der Skeptiker. Klar, dass das so nichts wird. Ich ergreife selbst Initiative, aber wenn man Menschen um einen herum hat, die das alles nicht wahrhaben wollen, dann scheitert es schon an der negativen Aura, die sie durch ihre skeptische Anwesenheit ausstrahlen. Ich hätte hier schon drei mal einen Lift klar gemacht&#8230;.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China.jpg" rel="lightbox[1953]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1958" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China.jpg" alt="Polzizeikontrolle China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polzizeikontrolle-China-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>21:30 Uhr</strong></p>
<p>Ich soll sitzen und warten. Kriege etwas Brot und Wasser. Nagut, kann man nichts machen, muss ich warten. In <a href="https://warmroads.de/de/in-42-stunden-durch-venezuela/">Venezuela</a> haben sie mich damals in einen Bus gesteckt.</p>
<p><strong>22.05.2016, 00:58 Uhr</strong></p>
<p>Und auch heute wieder. Was für ein geiles Teil. Mit Betten. Die sind leider viel zu kurz, aber was solls. Der Bus wird 16 Stunden für die folgenden 800km brauchen. Ziemlich langsam. Wenn ich normal getrampt wäre, hätte ich es auf jedenfall schneller geschafft.</p>
<p>Aber das ist dann wieder das Dilemma. Ich muss denen sagen, dass ich kein Geld habe, weil ich ja trampen möchte. Ansonsten verstehen die das nicht. Und dann entsteht eine Eigendynamik. Am Ende komm ich da nicht mehr raus. Könnte ja alles erklären, aber das ist unmöglich und würde nur mehr Verwirrung stiften. Also muss ich nehmen was kommt, auch wenn das bedeutet, dass es weder für mich, noch für die Anderen nötig/gewollt ist. Die Anderen, weil sie mir einen kostenlosen Platz geben müssen. Für mich, weil ich nicht darauf angewiesen bin und lieber normal trampen würde, anstatt mit diesem langsamen Bus zu fahren.</p>
<p><strong>10:28 Uhr</strong></p>
<p>Liege im Bus, habe Hunger. Beschließe, dass ich in Kashgar wieder Geld benutzen werde. Dieses ganze „ohne-Geld-reisen“ ist irgendwie nichts für mich.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China.jpg" rel="lightbox[1953]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1955" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China.jpg" alt="Nachtbus China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Nachtbus-China-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>15:08 Uhr</strong></p>
<p>Angekommen in Kashgar. Muss wohl der Busbahnhof sein. Ist etwas außerhalb der Stadt. Ich hab die Gelegenheit genutzt und den Bus verlassen. Absolut keine Lust ins Stadtzentrum zu kommen. Zu anstrengend da wieder rauszufinden. Nun erstmal Batterien aufladen. Sprichwörtlich. Handy und Laptop. Ein bißchen wie Flughafen hier. Mein China Tagebuch updaten. Zähne putzen. Kurz hinsetzen. Vorräte aufstocken und dann ab Richtung Kasachstan.</p>
<p>Guter Run trotzdem. 6 Tage und 16 Stunden für mehr als 5500 km gebraucht und zwischendurch noch die <a href="https://warmroads.de/de/chinesischer-mauerfall/">chinesische Mauer</a> bestiegen und dabei fast umgekommen.</p>
<p><strong>19:00 Uhr</strong></p>
<p>Weiter geht’s. Auf dem Weg nach draußen hab ich mir für umgerechnet 4€ mit soviel Essen eingedeckt, wie ich tragen konnte. Dann gab es noch eine Spezialität der Region: Vergorene Kamelmilch. Hat etwas sonderbar geschmeckt, aber war irgendwie auch kalt und erfrischend. Kurzer Plausch mit den Einheimischen und ab geht’s.</p>
<p><strong>21:35 Uhr</strong></p>
<p>Sehr gut aus der Stadt raus gekommen, den ersten 200km Lift eingeheimst. Höflichkeitszigarette in der Abendsonne. Riecht nach einer guten Nacht.</p>
<p><strong>22:32 Uhr</strong></p>
<p>Laufe drei km die Autobahn entlang Richtung Raststätte. Kaum Verkehr. Ein Bus fährt vorbei, aber ich winke ab.</p>
<p><strong>22:45 Uhr</strong></p>
<p>Selber Bus an der Raststätte. Fünf Männer winken mich heran. Wo ich hin will. Ah, sie fahren auch nach Urumqi. Ich mache klar, dass ich kein Geld bezahle. 400? Ne, kein Geld. 200? Nein. 100? Nada, Kollegas. Sie wollen es nicht so richtig Glauben, aber ich hab meine Prinzipien. Am Ende flachsen wir noch etwas rum und sie fahren los. Ich nähere mich einer Gruppe Trucker, aber die haben keinen Platz.</p>
<p><strong>22:47 Uhr</strong></p>
<p>Ich komme von den Truckern zurück. Der Bus hat angehalten. Fünf Arme ragen aus der Tür und winken mich heran. Ich kann mitkommen. 1250 km Nachtlift nach Urumqi. Wieder ein Bett für mich. Die Fahrt wird 22 Stunden dauern. Einzige Sorge: Was mache ich, wenn ich an der Polizeikontrolle von letzter Nacht vorbeikomme. Wird etwas schwierig zu erklären, wieso ich nun wieder, ohne Geld, in einem Bus sitze und in die andere Richtung unterwegs bin.</p>
<p><strong>23:50 Uhr</strong></p>
<p>Überall liegen Kinder in den Gängen. Das Aussteigen wird zum Spiessrutenlauf. Mütter die wie aggressive Hennen ein Durchlaufen verhindern. Andere klettern vorsichtig über die schlafenden Kackbratzen. Wir lachen über alle, die versuchen zu ihrem Bett vorzudringen.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841.jpg" rel="lightbox[1953]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1954" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841.jpg" alt="Kleine Kackbratzen" width="585" height="779" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Kleine-Kackbratzen-e1465552637841-200x266.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a></p>
<p><strong>03:34 Uhr</strong></p>
<p>Meine Essenstüte platzt schon wieder aus allen Nähten. Mir hat gefühlt JEDER in diesem Bus schon etwas zu essen oder zu trinken angeboten. Ich werde sehr herzlich aufgenommen von den Menschen hier.</p>
<p><strong>23.05.2016, 14:04 Uhr</strong></p>
<p>Pause. Ich suche nach etwas Kaffee. Werde gezwungen mich zu meinem Busnachbarn zu setzen. Kriege einen Teller Nudeln vorgesetzt. Und Tee. Ein fabulos schmeckender Tee. Versuche herauszufinden, wie dieser Tee heißt. „Chai.“ Aha. Der beste Tee, den ich in diesem Jahr getrunken habe. „Chai.“ heißt er also. War wirklich sehr lecker.</p>
<p><strong>18:47 Uhr</strong></p>
<p>Und mal wieder eine Polizeikontrolle. Unzählige Kontrollen überall. Die Chinesen versuchen ihre Minderheiten zu bändigen. Handys werden eingesammelt. Ich kann meins behalten.</p>
<p><strong>20:38 Uhr</strong></p>
<p>In Urumqi. Noch 600 km bis zur Grenze. Kriege einen Lift mit einem kasachischen Chinesen.</p>
<p><strong>23:01 Uhr</strong></p>
<p>Raststätte. Hier gibt’s Internet. Full stop. In 2 Stunden ist Relegationsrückspiel Nürnberg gegen Frankfurt. Kann nicht riskieren, dass ich da auf der Straße bin. Lieber warten. Prioritäten und so. Muss meinen Computer einrichten, damit ich die chinesische Firewall umgehen kann.</p>
<p><strong>23:50 Uhr</strong></p>
<p>Habe mich gewundert, wieso das Spiel schon losgegangen ist. Höre seit 15 Minuten Fußballradio. Ärgere mich sehr über den ersten Gegentreffer, bis ich endlich raffe, das dies nur eine Wiederholung des Hinspiels ist.</p>
<p><strong>24.05.2016, 00:30 Uhr</strong></p>
<p>Nur ich hier an der Raste, an einem Tisch vor den Toiletten. Stream konnte ich nicht zum laufen kriegen, aber Radio funktioniert. FORZA SGE!</p>
<p><strong>04:20 Uhr</strong></p>
<p>Klassenerhalt! Was ein Spiel. Ich bin total fertig mit den Nerven. Weiter geht’s.</p>
<p><strong>04:22 Uhr</strong></p>
<p>Ein Auto, ein Lift. Mein Trampen ist genauso Erstklassig, wie der Fußball in Frankfurt.</p>
<p><strong>06:08 Uhr</strong></p>
<p>Sowas muss einem erstmal bewusst werden. Ich stehe an einer Raststättenausfahrt, irgendwo im tiefen Westen Chinas und singe die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=75vlKzob0Ks">Frankfurter Vereinshymne</a> vor mich hin.</p>
<p>„Führt der Weg mal fort von hier in andre Stadien rein. Wir sind in Gedanken immer bei die, wie wird das anders sein. Begleiten wird sie unser Chor drum stimmet all mit ein. Eintracht vom Main, nur du sollst heute siegen! Eintracht vom Main, weil wir dich alle lieben. Schieß noch ein Tor, dem Gegner in den Kasten rein!&#8230;.“</p>
<p><strong>07:15 Uhr</strong></p>
<p>Supernetter Trucker. Gibt erstmal Frühstück in soner Straßenrandabsteige. Ganz nach meinem Geschmack. In solchen Ranzbuden gibt es immer das geilste Essen.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China.jpg" rel="lightbox[1953]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1959" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China.jpg" alt="Straßenfood China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Straßenfood-China-200x113.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>12:00 Uhr</strong></p>
<p>BMW hält an. Ich steige ein „No money, okay?“. Komm mir etwas dumm vor, als ich drin sitze, weil dieser Mensch wahrscheinlich mehr Geld besitzt, als meine ganze Familie zusammen. Aber, no money, okay?</p>
<p><strong>15:16 Uhr</strong></p>
<p>Endlich in Kasachstan. Das war ein Kampf. Erst den Grenzübergang nicht gefunden. Da in China irgendwie ALLES Grenze und Einkaufszentrum zugleich war. Dann wollte mich die Chinesen nicht drüber laufen lassen. Trucker durfte ich nicht Fragen, weil ich schon im Grenzgebiet war. Wie bescheuert ist das denn? „Darf man nur Vor der Kontrolle antrampen.“. Dann stand da ein Bus. Bisschen mit den Insassen geplauscht. Den „Chef“ gefragt, ob sie mich bis zu Kontrolle mitnehmen. Okay.</p>
<p>Es stellte sich heraus, das da ca. 40 Leute drin waren, alle von derselben Familie, die sich einen Bus gemietet haben, um in Kasachstan Hochzeit zu feiern. Zwei Wochen lang, wie sich das gehört. Eine Woche bei der Familie der Braut und eine Woche bei der Familie des Bräutigams. Haben anscheinend auch alle Zeit für sowas. Ziemlich lustige Situation. Will nicht wissen, wieviele Verwandte da aus der näheren Umgebung aufkreuzen.</p>
<p>Als ich dann an der kasachischen Seite angekommen war, standen dort acht Busse. Und es ging sehr sehr langsam voran. Denke die werden nicht vor Mitternacht über die Grenze gekommen sein. Habe dann versucht die 30m vom Stahltor zur Immigration Control zu laufen. Nicht erlaubt. Musste in den ersten Bus, der dort stand, reingehen, damit ich endlich mal über diese bescheuerte Grenze komme. Selten so ein dummes Prozedere erlebt. Selbst bei den Kanadiern schien das einfacher.</p>
<p><strong>15:40 Uhr</strong></p>
<p>Kasachstan ist sofort gefühlte 28° wärmer, obwohl ich nur 1km von China weg bin. Auf dem Weg zur letzten Kontrolle. Ein Typ winkt mich heran. Er könne mich mitnehmen. Autostop. Was? Ohne Geld? Ich kriege hier meinen ersten Lift in Kasachstan, ohne überhaupt zu trampen. Geht schonmal gut los. Außerdem alles so russisch hier. Gefällt mir sofort.</p>
<p><strong>16:00 Uhr</strong></p>
<p>Mein Fahrer ist also ein Taxifahrer, aber er will trotzdem kein Geld. Versucht mich nur am Ende beim Geldtausch abzuzocken. Ich lehne dankend ab. Und ziehe weiter.</p>
<p><strong>16:20 Uhr</strong></p>
<p>Mein Lift bringt mich nur ans Dorfende, hält mir dann aber noch 10 Minuten Vortrag auf russisch, wieso Allah das einzig Wahre ist und ich aufhören soll an Jesus zu Glauben. Mal wieder diese Menschen die versuchen zu Missionieren. Allerdings waren die Katholiken in Brasilien etwas penetranter.</p>
<p><strong>16:59 Uhr</strong></p>
<p>Audi, Audi, überall Audi. Und 3er Golf. Die Deutschrussen zu Hause fahren diesselben Karren. Mein Truck bringt mich drei Stunden vorwärts, telefoniert dann und fährt nochmal 3,5 Stunden weiter nach Almaty. Zu meinem Ziel. Geiler Lift.</p>
<p><strong>25.06.2016; 00:28 Uhr</strong></p>
<p>Bewachter Parkplatz in Almaty. Jede Menge Kamas Trucks hier. Eine Meute Trucker und Parkplatzwächter empfängt uns. „Ah Karl Marx!“, werde ich begrüßt. Die Jungs sind super freundlich. Können Deutsch, allerdings nur das wesentlichste: „Komm Kamerad! Schnaps! Schnaps!“ Ich frage ob ich da schlafen kann. Am nächsten Morgen sitze ich noch mit ihnen beim Frühstuck im umfunktionieren LKW Laderaum. Trucker Wohnzimmer. Ziemlich stylisch</p>
<p>Als ich durch Almaty laufe spricht mich ein Typ an. „Welcome to Kasachstan! Autostop?“ Wie kommt er darauf. Er zeigt auf meine Uniform. Die Leute kennen unseren Tramperanzug hier. Hier fühle ich mich sofort richtig! 15 000 km durch China geknallt und dann so ein Empfang.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-55-nachtbus-und-polizeikontrollen/">15 000 km durch China trampen (5/5); Nachtbus und Klassenerhalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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		<title>15 000 km durch China trampen (4/5); Der härteste Teil der Tour</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jun 2016 16:30:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>14.05.2016, 19:03, Shijazhuang Taktischer Fehler. Wieder sone Situation, wo ich stundenlang drüber abkotzen könnte. Ich bin auf der Hauptverkehrsader, muss nur auf der Straße...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-45-der-haerteste-teil-der-tour/">15 000 km durch China trampen (4/5); Der härteste Teil der Tour</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>14.05.2016, 19:03, Shijazhuang</strong></p>
<p>Taktischer Fehler. Wieder sone Situation, wo ich stundenlang drüber abkotzen könnte. Ich bin auf der Hauptverkehrsader, muss nur auf der Straße bleiben. Eigentlich easy. Guter Tag bisher, ich hab einen Run. Dann: Fehlkommunikation mit meinem Fahrer. Er fährt 7km vor der Raststätte ab. Okay, kein Problem. Ich hab meinen Masterplan. Will also direkt am Autobahnkreuz raus. Die 7km laufe ich zur Not. Hauptsache im Verkehrsfluß bleiben.<span id="more-1941"></span> Er will mich aber nicht rauslassen, weil zu gefährlich. Ruft Menschen an, die Englisch können. Lange Diskussion, tausend Lösungen die auch noch gehen würden und am Ende lande ich auf irgendeinem beschissenen Parkplatz in der City, wo kein Verkehr in meine Rictung ist. Worst case. Aus einer sehr guten in eine sehr beschissene Situation kommen. Sowas darf mir echt nicht passieren. Aus reiner Höflichkeit. Nächstes mal steig ich einfach aus. Hätte ich schon bei dem dummen Taxi machen sollen. Genau sowas versaut euch nämlich den Run.</p>
<p><strong>14.05.2016, 19:10</strong></p>
<p>Die zwei lustigen Drei. Scheinen Geschäftsleute zu sein. Fahren nicht in meine Richtung, aber egal. Hauptsache weg hier. Nun muss ich mich zurück auf meinen Weg kämpfen. Ich plane mit einer alternativen Route.</p>
<p><strong>23:40 Uhr, vor Bejing</strong></p>
<p>Bin nicht weit gekommen, dafür wieder in der richtigen Spur. Abendessen gab es vorher auch. Wir haben lange und ausgiebig gegessen. Und es gab Schnaps. Scheint so üblich zu sein, dass sich alle während den großen Essen ordentlich wegschießen. Außer dem Fahrer natürlich. Gab eine Art Wodka, aber hätte auch Gin sein können. Konnte es nicht rausschmecken. Schnaps ist auch überhaupt nicht mein Ding. Hab ein Glas getrunken, danach musste ich beichten, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Minus dem Fahrer blieben nur noch zwei Trinker. Die Flasche war schon offen, also haben die das unter sich geklärt. Kam mir etwas wie bei der Mafia vor. Seperater Raum, ein guter Tropfen, dann dieser üppig gedeckte Tisch und diese Asiaten, die immer betrunkener werden und schön ihr Haar übergekämmt hatten, um die drohende Verhaarlosung zu überdecken. Schöner Abend auf jedenfall!</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1944" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China.jpg" alt="Geschäftsleute China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Geschäftsleute-China-200x113.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1943" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China.jpg" alt="Essen China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Essen-China-200x113.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>15.05.2016, 05:46 Uhr, Bejing</strong></p>
<p>Die ganze Nacht durch Bejing gekämpft. 5 Lifts hab ich bis an den ersten Rasthof in meine Richtung klarmachen müssen. Aber geschafft. Dem Opa am Klo hab ich einen Teil meiner Süßigkeiten-Tüte vermacht. Wurde einfach zuviel und niemand hat es angenommen. Er konnte aber nicht nein sagen. Nun gerade einen 1000km Lift gefunden. Läuft. Karma.</p>
<p><strong>10:15 Uhr, Irgendwo</strong></p>
<p>Bin nach Abfahrt erstmal eingeschlafen für vier Stunden. Nun aufgewacht. Sitze in einem Mercedes Jeep. Habe gerade Kaffee und Gebäck bekommen und aus dem Radio läuft Paganini. Willkommen in meinem Tramper Leben.</p>
<p><strong>22:49 Uhr, Harbin</strong></p>
<p>In den letzten 16 Stunden hab ich ca. 1200km gemacht. Kalt hier. Eigentlich hab ich noch 1000km bis zu meinem nächsten Kontrollpúnkt. Aber ich bin sehr müde. Ich glaube ich schlafe nun und fahre Morgen früh zurück Richtung pakistanische Grenze. Übrigens: Ganz schön russisch hier oben und irgendwie reizt es mich auch, dieses kleine Dorf an der Grenze zu erreichen. Aber ich fühle gerade ein starkes Bedürfnis nach Hostel und das hatte ich das letzte mal in Südamerika. Wenn ich mich nach Hostel sehne, dann ist das ein sicheres Zeichen, dass ich ausgebrannt bin. Und ich brauche bestimmt nochmal 7-8 Tage, bis ich da unten bin. 5500 km to go zum nächsten Kontrollpunkt.</p>
<p>Liege übrigens in der Wäscherei des Raststättenhotels. Eine Regel die in China gilt: Türen sind immer offen! Und meistens schläft schon irgendwer dahinter. Daher bin ich da mittlerweile vorsichtig, wo ich überall rein gehe, um Schlafplätze zu finden. Hab gestern und heute schon Menschen im Toilettentrakt aufgeweckt. Der gestern Nacht konnte wunderbar auf zwei Stühlen schlafen, bis ich in den Raum geplatzt bin. Hat mir etwas Leid getan. Nun erstmal ruhen. Hab das Gefühl ich werde hier morgen zeitig geweckt. Daher lasse ich meinen Anzug einfach an. Ist ja sowieso wie meine zweite Haut!</p>
<p><strong>16.05.2016, 05:24 Uhr</strong></p>
<p>Erster Lift. Fährt nicht in meine Richtung, ich steig trotzdem ein. Fahrer meint aber, dass er die ganze Nacht durchgefahren ist und 10 Minuten Pause brauch.</p>
<p><strong>08:32 Uhr</strong></p>
<p>Kurzes Nickerchen für drei Stunden. Hat uns beiden gut getan. Los geht’s.</p>
<p><strong>12:12 Uhr</strong></p>
<p>Obligatorisches Mittagessen. Als Dank dreh ich ihm diese 3kg schwere Packung mit Süßigkeiten an. Läuft gut mit der Gepäckerleichterung.</p>
<p><strong>14:08 Uhr</strong></p>
<p>Ehepaar nimmt mich mit. Ich krieg ne lila Kartoffel zu essen. Sehr lecker. Danach gibt es noch diese Dumplings mit Hackfleisch und Zwiebeln gefüllt. Verabschiedet werde ich mit drei Flaschen Wasser und einem Apfel. Meine Essenstüte füllt sich wieder.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1945" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China.jpg" alt="Lila Kartoffel China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Lila-Kartoffel-China-200x113.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>18:16 Uhr</strong></p>
<p>Truck gefunden der mich zur nächsten Raste mitnimmt.</p>
<p><strong>18:20 Uhr</strong></p>
<p>Ne, falsch. Auto gefunden was mich 800km weit mitnimmt. Nachlift nach Chengde. Bämerääähng!!!</p>
<p><strong>17.05.2016, 07:48 Uhr</strong></p>
<p>Fahrer kauft mir zum Abschied vier Leib (süße) Brote, drei Flaschen Wasser und Wurst. Das wäre dann wohl mein Proviant für die Wanderung auf der chinesischen Mauer.</p>
<p><strong>12:00 Uhr</strong></p>
<p>Chinesische Reisegesellschaft nimmt mich mit. Hatten mich am Morgen an der Raste angesprochen. Und natürlich ist es Mittagessenzeit. Endlich übersetzt mal jemand, was es gibt. Ich erweitere meine Geschmackserfahrung um Schweineohr und Schweinefüße.</p>
<p>Es folgt mein Aufstieg zur Mauer, den ich in einem <a href="https://warmroads.de/de/chinesischer-mauerfall/">anderen Artikel</a> schon beschrieben habe. Am nächsten Morgen ging es wieder auf die Straße.</p>
<p><strong>18.05.2016, 09:38 Uhr</strong></p>
<p>Mein erster Lift nach meinem Unfall. Eines dieser Motos mit Ladefläche. Ich kann hinten Platz nehmen. Wind weht durch mein Haar. Mir wird klar, wie sehr ich diese Art von Lift liebe. Die frische Morgenluft ist so erfrischend wie eine kalte Dusche. Herrlich.</p>
<p><strong>12:33 Uhr</strong></p>
<p>Mein Fahrer spricht Englisch. Ob ich hungrig bin? Unangenehme Frage. Habe den ganzen Tag noch nichts gegessen, aber will auch nicht sagen, dass ich Hunger habe. „Ein bißchen.“, sage ich. Zum Abschied eine Tüte mit Essen, einer Flasche Wasser, eine Dose Milchkaffee (Yammi!), Suppe, Tee und jede Menge Grüntee-Kekse.</p>
<p><strong>15:00 Uhr</strong></p>
<p>Endlich schaffe ich es aus dem bejinger Urbanareal heraus zu kommen. Bringt mich zwar auf die falsche Autobahn, aber drei Flaschen Wasser. Hat den ganzen Kofferraum voller Wasser. Meine Essenstüte ist randvoll.</p>
<p><strong>15:20 Uhr</strong></p>
<p>Ziemlich viel Verkehr, aber nichts in meine Richtung. Ich beschließe auf die nächste Raststätte zu trampen und lande auf einem wenig befahrenen Teilstück. Schwierig. Geht anscheinend immer schlimmer.</p>
<p><strong>16:34 Uhr</strong></p>
<p>Kontaktaufnahme der Jungs von der Tankstelle. Zur Begrüßung bringen sie zwei Flaschen Wasser mit. Hallo!</p>
<p><strong>18:10 Uhr</strong></p>
<p>Verzweiflungslift. Schon wieder. Finde einfach nichts nach Süden auf meine eigentliche Autobahn. Nehme nun stattdessen die alternative Nordroute. Bei 4500 km Wegstrecke ist es dann auch egal, ob ich 100km mehr oder weniger fahren muss.</p>
<p><strong>19:55 Uhr, bei Datong<br />
</strong></p>
<p>Wir verpassen meine Raststätte. Einen Moment nicht achtsam. Nun bin ich von der falschen Autobahn auf die richtig falsche Autobahn gekommen. Nur noch raus hier. Solche taktischen Fehler machen mich immer etwas mürrisch.</p>
<p><strong>20:15 Uhr</strong></p>
<p>An der Raste. Die Beifahrerin kommt nochmal zurück. Hat ein schlechtes Gewissen. Fragt ob alles okay ist und ob sie den Leute erklären soll, dass ich hier bin. Bloß nicht! Ich will nur meine Ruhe. Sie geht los und stellt mich vor. Ich habe schon meinen Laptop draußen und will die Mauergeschichte aufschreiben.</p>
<p><strong>20:18 Uhr</strong></p>
<p>Drei chinesische Raststättenmitarbeiterinnen stehen direkt hinter mir und schauen auf meinen Bildschirm. Seit fünf Minuten. Eine zaghafte Hand passiert meine Schulter und fummelt vorsichtig an meinem Notizbuch herum.</p>
<p><strong>20:22 Uhr</strong></p>
<p>Nun ist die ganze Raststätte da. Alle schauen mich an. Manche machen Foto. Ich lächle. Höflich bleiben. Innerlich laufe ich schon Amok.</p>
<p><strong>22:00 Uhr</strong></p>
<p>Ein Typ kommt rein mit Handy Kamera, stellt sich 2m vor mich und hält voll drauf. Macht der gerade ein Video? Ich werd verrückt. Hinter im ein Polizist. Der stellt sich an meinen Tisch. „Do you recognize me?“ Bin ich auf Drogen oder wieso solltest du mir nicht auffallen? Ich geb ihm meinen wunderbaren Zettel. Er fragt wo ich herkomme. Hat also noch nichtmal die erste Zeile gelesen. Der andere filmt immernoch. Muss mich zusammen reissen, damit das hier nicht eskaliert.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1946" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China.jpg" alt="Polizei China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Polizei-China-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>22:05 Uhr</strong></p>
<p>Okay, der Polizist ist eigentlich ganz nett. Kann Englisch noch recht jung und interessiert am Reisen, wie viele chinesische Polizisten. Hinter ihm steht wieder die ganze Raststätte. Ich werde immernoch gefilmt. Wie im Zoo.</p>
<p><strong>22:30 Uhr</strong></p>
<p>Einigung. Polizei gibt mir einen Lift auf eine andere Raststätte. Viel bessere Position. Wenigstens mal ein positiver Fortschrittsbericht für heute. Als ich ins Polizeiauto einsteige, wird mir erstmal eine Zigarette angeboten.</p>
<p><strong>22:50 Uhr</strong></p>
<p>Parkendes Auto. Polizeikontrolle. Erstmal mit dem Megafon Anweisungen gegeben. „Stefan du bleibst besser hier im Auto!“ Klaro!</p>
<p><strong>23:03 Uhr</strong></p>
<p>Freundin von meinem Polizisten ruft an. Fünf mal, bis er endlich abhebt. Lässt sich nicht abwimmeln. Videochat. „Schau hier, das ist Stefan.“ „Hallo.“ „Hallo.“ „Und hier sitzt Peter!“ „Hallo Peter!“ „Hallo, wie geht’s?“ Die Beiden reden. Noch einmal Polizeikontrolle. Sie ist immernoch in der Leitung. „Ich muss jetzt los. Ja. Ich muss arbeiten. Ja. Ich muss jetzt wirklich los!“ Lustige Szene.</p>
<p><strong>23:30 Uhr</strong></p>
<p>Auf polizeiliche Anweisung hin, muss ich in der Raststätte schlafen.</p>
<p><strong>19.05.2016, 04:23 Uhr</strong></p>
<p>Frau mit lautem Organ wieder da. Hier wird sowieso die ganze Nacht gearbeitet. Keine Kunden. Ich glaube die bereiten Essen vor.</p>
<p><strong>06:50 Uhr</strong></p>
<p>Aufstehen. Ich kriege Essen angeboten vom Besitzer der Raststätte. Danach eine Zigarette. Ich adde ihn bei WeChat, damit wir kommunizieren können.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1948" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China.jpg" alt="Suppe China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Suppe-China-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>19:15 Uhr</strong></p>
<p>Angekommen bei einer Raste nahe Yinchuan. Mein Fahrer meinte irgendwas von unfreundlichen Menschen, Zeitung und Notruf. Die Leute hier sind tatsächlich etwas anders in der Art, wie sie mich Mustern und mir gegenübertreten. Naja. Bin ja bald wieder weg.</p>
<p><strong>19:40 Uhr</strong></p>
<p>Okay, das wird hier ne harte Nuss. Ich bin schön übelst angenervt. Jeder möchte hier Experte sein. Der eine erzählt mir, dass ich in die falsche Richtung fahre. Ein Anderer will Geld. Am schlimmsten ist aber der Typ, der hier die Straße kehrt. Jedesmal wenn ich einen Truck oder ein Auto anspreche, ist er zur stelle und beginnt eine ewig lange Konversation mit dem Fahrer. Verstehe ich nicht, was es da so lange zu besprechen gibt.</p>
<p><strong>20:03 Uhr</strong></p>
<p>Yo, jetzt ist es passiert. Ich werde in ein Auto gesteckt. Nach dem Motto: Bloß weg hier, kann schon nicht falsch fahren, bin ich eingestiegen. Ich mein, die Autobahnkreuzung ist ca. 10 km entfernt. Wenn die in die falsche Richtung fahren, dann geh ich einfach da raus. Hab ich mir gedacht. Bis sie dann in die nächste Ortschaft gefahren sind. Sowas nervt richtig. Jetzt wieder umdrehen und zurück auf die Raste trampen.</p>
<p><strong>20:30 Uhr</strong></p>
<p>Ich bin zurück. Erstmal schlafen zwischendurch. Natürlich wieder auf dem Flachdach, wie sich das gehört. Hab auch keine Lust mehr auf die Raststättengesellschaft.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China.jpg" rel="lightbox[1941]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1947" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China.jpg" alt="Schlafplatz China" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafplatz-China-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>20.05.2016, 09:00 Uhr, nahe Yingchuan</strong></p>
<p>Aufwachen. Der Raststättengesellschaft hallo sagen. Klarmachen, dass sie mich nicht wieder in ein Auto verfrachten, weil das gestern ziemlich scheiße war. Heute ein neuer „hilfsbereiter“ Mensch dabei. Taxifahrer. Auch immer am Start, wenn ich Leute anspreche. Ich gebe entnervt auf und setze mich in die Tankstelle. Da arbeiten drei junge Chinesen. Ziemlich freundlich. Mit kommunizieren mit google translate.</p>
<p><strong>09:20 Uhr</strong></p>
<p>Endlich weg aus diesem Raststättenmoloch. Polizist nimmt mich zur nächsten Toll Station mit. Da war sogar ne fucking Toll Station VOR der Autobahnkreuzung. Jedes Auto wäre hilfreich gewesen, außer das, was mich mitgenommen hat&#8230;..grausam.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-45-der-haerteste-teil-der-tour/">15 000 km durch China trampen (4/5); Der härteste Teil der Tour</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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		<title>15 000 km durch China Trampen (3/5); Polizei-Intervention</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jun 2016 14:39:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>13.05.2016, 19:35 Uhr, Guad An Ich nehme Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich. Muss gerade mal eine Pause machen und das festhalten. Also...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-35-polizei-intervention/">15 000 km durch China Trampen (3/5); Polizei-Intervention</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>13.05.2016, 19:35 Uhr, Guad An</strong></p>
<p>Ich nehme Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich. Muss gerade mal eine Pause machen und das festhalten. Also<span id="more-1935"></span> heute morgen, alles nach Plan, 6 Uhr aufwachen, 6:45 Uhr waren dann meine Fahrer auch bereit. Lecker Suppe gefrühstückt und dann 4,5 Stunden gefahren. An den Raststätten war nichts los und wir sind letztendlich an der Ausfahrt gelandet. Meine Fahrer wollten leider nicht gehen, ehe sie mir einen Lift klargemacht haben. Wir wählten nicht die beste Taktik und ich durfte mich nicht an den Straßenrand stellen. Zu gefährlich. Also warteten wir auf der Zufahrt einer Tollstation, ganz am linken Rand und riefen zu den Autos, ob die in meine Richtung fahren. Das hat dann 45 Minuten gedauert. Nachdem ich mehrmals gesagt habe, dass sie gehen können, kam dann irgendwann die Einsicht und sie sind abgedüst. Vorerst.</p>
<p>Eigentlich war alles abgesprochen mit den Angestellten vor Ort. Alsbald tauchte dann aber die Polizeistation mit allen Mitarbeitern auf, machten Fotos mit mir, verständigten sich erfolglos und brachten mir etwas zu Essen. War schon wieder Mittagszeit. Suppe, Reis, Fleisch und Gemüse. Ich hatte eigentlich keinen Hunger, aber auch sonst nichts Besseres zu tun. Und wenn man nicht weiß, wann die nächste Mahlzeit ansteht, dann nimmt man alles mit. Ich glaube eine der Sachen, die sie mir gebracht haben, war Lunge. Hab ich noch nie gegessen, hat aber ein wenig wie Kohl geschmeckt und ich musste später würzig aufstossen.</p>
<p>Irgendwann kam dann auch mein Fahrer wieder, um zu schauen ob ich schon weg bin. Da saß ich nun, zwischen den Polizisten, mit drei Pappschüsseln am Straßenrand und mampfte mein Mittagessen. Mein brachte mich an den lebendigsten Rasthof, den ich je gesehen habe. Ich war aber froh, dass ich wieder auf der Autobahn war. Zum Abschied schenkte er mir Süßigkeiten für meine Provianttüte.</p>
<p>Da auf dem Rasthof soviel Trubel herrschte bin ich ohne zu zögern auf die Autobahn gelaufen. Das zweite Auto hat angehalten. Zweimal hintereinander. In China kann man also auch direkt auf der Autobahn stehen. Alles kein Ding. Beim zweiten Mal hat mein Fahrer allerdings gefühlt 5km hinter mir gestoppt. Ich bin normalerweise sehr gut zu Fuß und renne immer zum stehenden Auto. Aber das hat mich wirklich überfordert. Ich joggte Richtung Auto und musste drei mal Pause machen, weil es so weit war. Wenigstens hat er mich 100km weit mitgenommen. Als ich ausgestiegen bin, hat er mir noch 200 Yen (40€) „für den Weg“ mitgegeben. Neues Geld. Hab ich gerne genommen. Auch weil er es aus einem sehr dicken Bündel entnommen hat. Das waren locker mal 1000€-2000€, die er da einstecken hatte.</p>
<p>Anschließend nahm das Unglück seinen Lauf. Ich stand irgendwann innerstädtisch an einer Toll Station, hab meinen Daumen raus gehalten und ein mittleres Verkehrschaos angerichtet, weil drei Autos gleichzeitig angehalten haben. Wille zum mitnehmen kann man den Chinesen auf jedenfall nicht absprechen. Tja und dann Kommunikationschaos. Ich erkläre, dass ich auf eine Raste will. Fahrer mit Bus versteht nicht. Ich geh zum nächsten Auto. Er kommt mir nach gefahren. Fahrer im Bus deutet mir an, dass ich einsteigen soll. Beim Einsteigen hab ich schon gesehen, dass da ziemlich viele alte Leute drin sitze. Meinte dann noch „no Money“ und dachte das geht klar.</p>
<p>Ich hatte ein bisschen schlechtes Gewissen und als wir an der Raste ankamen. Eine gute Geste kann nicht schaden. Hab ihm Süßigkeiten hingehalten, davon hatte ich ja genug. Lecker Kekse. Die hat er aber dankend abgelehnt. Er wollte Geld. Und ich hab ihm gesagt, dass ich kein Geld habe. Natürlich hatte ich gerade Geld geschenkt bekommen, aber das würde ich sicher keinem Taxi Fahrer in den Rachen werfen. Geht ums Prinzip und solche Situationen hatte ich schon öfter. Naja und dann gings los. Wir diskutierten rum, ich erklärte ihm, dass ich wirklich nichts habe. Hab alle meine Taschen gezeigt. Als er mein Handy sah, hat er danach gegriffen. Spätestens hier hatte er sich die Möglichkeit einer gütlichen Einigung verspielt. Will der mein Handy für ein paar km Autobahn, die er sowieso gefahren wäre? Idiot.</p>
<p>Irgendwann wollte ich aussteigen, wurde von ihm zurück gehalten, wieder hingesetzt, Türen verriegelt und er ist einfach losgefahren. Ich war gefangen. Wurde entführt. Zur Polizei. Keine Ahnung was sein Plan war. Aber mich brachte das etwas in die Bredouille. Wer einmal anfängt zu Lügen, der kommt da nicht mehr so schnell raus, nech? Ich hatte diese 200 Yen in meinem Reisepass liegen. Das würde zum Problem werden, wenn die meine Personalien aufnehmen. Außerdem hatte ich mich nie registriert in China. Dass soll man 2-4 Tage nach der Einreise machen. Scheiß Situation. Ich hab mich schon am Ende meines Trips gesehen. Kurz vor der Ausweisung quasi. Ob die mich wohl in einen Flieger setzen werden? Ob ich ne Strafe zahlen muss? Im Gefängnis bleiben werde? Erstmal einen Keks essen und so tun, als ob mich das alles nicht juckt.</p>
<p>Ich hab bei der Polizei erklärt, dass ich trampen war, kein Geld habe und er gesagt hat, ich soll reinkommen (er hat gesehen, dass ich auch mit anderen Autos geredet habe, hat aber gewartet und mich zweimal angesprochen! Come on&#8230;). Damit die ganze Situation nicht eskaliert, bin ich übrigens erstmal aufs Klo. Musste sehr dringend&#8230;das Geld aus meinem Reisepass nehmen und in das Batteriefach meiner Kamera packen. Als ich zurück kam, ging es dann gleich zur Passkontrolle. Das Ganze hat dann gedauert. Lange gedauert. Hab noch ein paar Kekse gegessen und mir die ganze Szene abwartend angeschaut. Taxigesellschaft hat geraucht, wie sich das für gute Chinesen gehört und der Fahrer&#8230;.keine Ahnung was sein Plan war.</p>
<p>Allgemein war er ziemlich sauer, ich konnte aber schon im Auto auf seinem Gesicht diese kurzen Momente der Unsicherheit ablesen. Diese Moment wo sich zeigt, dass er selber nicht sicher ist, ob diese Scheißaktion so okay ist. Wo für einen kurzen Moment ein Verlegenheitslachen hochkommt. Ich leider keine Sympathien mehr für ihn übrig und fand das auch voll okay, dass er mir, seinen Fahrgästen und den Polizisten nun unnötig Mühe machte und sich dabei zusehens dümmer vorkam. Irgendwann war dann der große Polizei Endboss da. Meine Strafe stand nun kurz bevor. Es gab kurzen Prozess. Er unterhielt sich mit dem Taxifahrer. Kurze Situation erläutert. Ich hab nix verstanden, aber der Polizeichef fragte ihn irgendwann vorwurfsvoll: „Ja, warum hast du ihn denn überhaupt mitgenommen?“. Dann hat er kurz mit seinem Finger nach draußen gezeigt, mein Widersacher des Raumes verwiesen und die Reisegesellschaft ist abgedampft. Ich blieb alleine zurück. Werde ich nun eingesperrt?</p>
<p>„Where are you going?“ wurde ich mit Google Translate gefragt. Hab ihnen meine Richtung gesagt. „Do you need help?“ Hilfe? Nene, wieso soll ich denn Hilfe brauchen? Aber da war schon klar, dass ich keine Nacht in einer gemütlichen Zelle mit kostenlosem Essen erhalten werde. Kam mir eher so vor, als ob die auch mich loswerden wollten. Hab dann angeboten, dass ich zum Rasthof zurück laufen kann. Polizei hat eingewilligt. So bin ich wieder hier. Erstmal ein paar Kekse essen, mich von dem Stress erholen und dann geht es weiter!</p>
<p><strong>14.05.2016, 08:44, Wuhan</strong></p>
<p>Gute Nacht gehabt. Erst mit einem Trucker gefahren, der auf eine Fähre unterwegs war. Hätte zwei Tage auf dem Yangtze River schippern können. Eigentlich ne geile Sache, aber dazu hab ich jetzt keine Zeit. Und ich war schon auf anderen großen Flüssen unterwegs. Muss Meter machen. War auch die Richtige Entscheidung. Hab direkt einen Kleintransporter mit vier Herren abgefangen, die 1400km nach Shanghai unterwegs waren. Nachtlift. Siduhe Brücken Checkpoint mitgenommen und nun 700km weiter in Wuhan rausgekommen.</p>
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		<title>15 000 km durch China trampen (2/5); Tibetanische Bergstraßen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jun 2016 10:03:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>10.05.2016, 22:44 Uhr, Shangri-La Bin heute früh in die Berge aufgebrochen. Mein Tag war etwas durcheinander. Habe Kopfschmerzen wegen der Höhe. Mittlerweile auf mindestens...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>10.05.2016, 22:44 Uhr, Shangri-La</strong></p>
<p>Bin heute früh in die Berge aufgebrochen. Mein Tag war etwas durcheinander. Habe Kopfschmerzen wegen der Höhe. Mittlerweile auf mindestens 3500m. Kann aber nicht genau sagen, wie hoch. Versuche mal kurz zusammen zu fassen, was passiert ist.</p>
<p>Hatte einen Lift direkt in die Stadt, wo ich hin wollte. Shangri-La. Von da geht es dann in die Berge. War ein Lastwagen. Sau langsam. Das lag einerseits daran, dass die Straße einspurig wurde und fiese Steigungen erschienen. Zu uns gesellten sich noch andere Lastwagen, die noch viel langsamer waren, als wir. Das Hauptproblem war allerdings mein Fahrer, der es absolut nicht gebacken bekommen hat, richtig zu schalten. Irgendwann am letzten Berg ist der Lastwagen dann mit einem lauten Zischen kaputt gegangen und ich war ehrlich gesagt recht froh, dass ich mir einen neuen Lift suchen musste. Rohrkrepierer.<span id="more-1922"></span></p>
<p>Mit zwei netten chinesischen Damen kam ich dann in Shangri-La an. Schöne Stadt, muss ich schon sagen. Zumindest der Teil, der nicht 2014 beim großen Feuer nieder gebrannt ist. Hab dort einen Tschechen auf der Straße getroffen und wie das unter Menschen mit Rucksäcken so ist, haben wir angefangen und zu unterhalten. Der Typ der ihm ein Zimmer vermietet war auch dabei. Kurzer Plausch über Route, Budget etc. ich meine, dass ich im Zelt penne und dann wurde mir angeboten, dass ich hinter dem Hostel in dem buddhistischen Kloster zelten könnte. Das wollte ich allerdings nicht. Der Abend war noch jung und ich am falschen Ende der Stadt. Bin dann 2 Stunden durch die Stadt flaniert, mit meinem 12kg Gepäck. Bis ans andere Ende, wo dann die Bergstraße losgeht, damit ich morgen früh einen guten Start habe. Sowas ist für mich übrigens Sightseeing.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918.jpg" rel="lightbox[1922]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1907" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918.jpg" alt="Schangri-La" width="439" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918.jpg 439w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918-169x300.jpg 169w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918-150x267.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918-400x711.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schangri-La-e1465317100918-200x355.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 439px) 100vw, 439px" /></a></p>
<p>Auf dem Weg habe ich ein sehr sehr süßes Kind gesehen, mit kleinen schwarzen Knopfaugen und einem traditionellen tibetischen Dress. Leider hab ich meine Kamera zu spät raus geholt, um diesen Moment festhalten zu können. Das mir solche Bilder entgehen, ärgert mich schon etwas. Aber aus Fehlern lernt man. Deswegen hab ich den anderen kleinen Jungen photographiert, der da einfach mal so auf die Straße geschissen hat!</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen.jpg" rel="lightbox[1922]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1912" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen.jpg" alt="Auf die Straße scheißen" width="780" height="641" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen-300x247.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen-768x631.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen-150x123.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen-400x329.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Auf-die-Straße-scheißen-200x164.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Meine Schlafplanung war so: Entweder buddhistischer Tempel, Polizei oder Zelt. Tempel kam keiner mehr. Soviel schonmal vorweg. Zwischenzeitlich bin ich noch Nachttrampen gewesen, um schonmal in die Berge vorzustoßen. Mein erster Lift waren zwei Männer mit Hut. Die haben mich mitten in der Dunkelheit an der Kreuzung im nirgendwo abgesetzt, so nach dem Motto „Tschüß dann!“. Mein Problem war, dass ich den ganzen Tag nichts gegessen hatte und auf der Suche nach „irgendwas“ war. Als ich da eingestiegen bin, war ich so verzweifelt. Ich hab sogar in Google Translate geschrieben, dass ich einen Zeltplatz und Essen suche. So tief unten, bin ich selten. Und dann stand ich mitten in der Dunkelheit. Naja, Tschüß dann!</p>
<p>Irgendwo im Himalaya und am Horizont waren keine Lichter zu sehen. Ich war so bedürftig, ich hätte sogar an ein Haus geklopft. Zelt war auch nicht gerade meine erste Option, da 5° Außentemperatur für meinen 11° Schlafsack nicht passend sind. Polizei nicht zu sehen. Tja, was machste da, hilft halt nur laufen und trampen.</p>
<p>Zum Glück hat mich dann ein Trucker mitgenommen und zu sich nach Hause eingeladen. So hatte ich mir das gedacht. Er war Tibeter und sein Truck sehr schön bunt geschmückt. Wir sind schon auf den Feldweg zu seinem Dorf abgebogen, als wieder so eine kann-man-verstehen-muß-man-aber-nicht Sache los ging. Wir fahren von der Straße ab, 10 Minuten Schlagloch Inspektionslauf, dann kommen uns die ersten Autos entgegen. Anhalten, kurz reden, ich werde aus dem Truck gezerrt und in das Taxi verfrachtet. Dann fahren wir zurück.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck.jpg" rel="lightbox[1922]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1913" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck.jpg" alt="tibetischer Truck" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/tibetischer-Truck-200x113.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Keine Ahnung, aber das mit dem „bei Leuten pennen“ hat sich bei mir nie durchgesetzt, wenn ich unterwegs war. Im Dorf dann bei der Polizei geklopft, in der Hoffnung die geben mir einen Schlafplatz. Es ist ja so gefährlich in China! (Nach dieser Logik erfolgreich praktiziert von Mette. Mit Bonus: Frei Essen und manchmal auch frei Bier). Leider hat niemand aufgemacht, obwohl Licht brannte. Also Zelt. Hab mir eben noch für 2€ ne riesen Portion Reis gekauft. Ich glaube das war zuviel Geld für die Mahlzeit. Die wollten mir danach unbedingt noch mehr geben. Aber ich hatte meinen Rucksack unbeobachtet auf der dunklen Wiese liegen lassen. Und wollte zurück. Hab nun noch genau 1€ einstecken.</p>
<p>Zelt war die letzte Option als Schlafgelegenheit für heute. Aber was willste machen. Mein nicht-erfriere-Plan sieht folgendermaßen aus: Daunenjacke, T-Shirt und Unterhemd für den Oberkörper. Jogginghose und zwei paar Socken für die Beine. Habe auch noch einen Schal. Sollte passen. Meine Kalkulation schließt mit ein, dass es im Zelt generell nicht so kalt ist, wie draußen. Darüber dann mein jämmerlicher Sommerschlafsack. Wird kalt hier auf 3500m. So und nun Ende. Kopf drückt, die Höhe setzt mir zu, brauche Ruhe und der Bildschirm tut in den Augen weh. Gute Nacht.</p>
<p><strong>11.5.2016, 06:26 Uhr</strong></p>
<p>Sau kalt wars. Lag vielleicht auch daran, dass ich meine flauschigen Wintersocken lieber als Kopfkissen benutzt habe. Hab von warmen Decken geträumt und bitterlich gefroren. Aber das kenne ich ja schon von anderen kalten Nächten.</p>
<p>Ansonsten höre ich hier den Uhu, was mich sehr freut. Ich mag Uhus. Und aus der Ferne schreit ein Hahn. Der hört sich an wie ein Dinosaurier. Bin hier in einer kleinen Schlucht und es schallt so schön. Guten Morgen Himalaya.</p>
<p>Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht, wie man bei uns zu Hause so schön sagt. Das wird ne lustige Tour heute. Daher lieber mal aufstehen und hoffen, dass hier irgendwas vorbeikommt. Die Nacht war sehr ruhig. Kein Verkehr. Sonne sollte bald aufgehen. Leichter Frost auf meinem Zelt.</p>
<p><strong>11.05.2016, 19:57 Uhr</strong></p>
<p>Also mein Tramptag heute. Aufstehen und erstmal 2 Stunden spazieren gehen. Soweit normal. Es war nicht viel Verkehr, aber die wenigen Autos sind meist vorbei gefahren. Ganz schwere Strecke, meines erachtens. Zuviel Taxi und Busverkehr (also ein Taxi/Bus pro Stunde und sonst nicht viel andere Vehikel). Hab dann Glück gehabt und einen Toyota Jeep abgefangen, mit dem ich mehr als fünf Stunden unterwegs war. Mittagessen inklusive. Ca. 70% der Offroad-Strecke geschafft zur Tagesmitte. Die Strecke für die andere 4 Tage brauchen. Und die ich niemals unter zwei Tagen schaffen würde (!), wie ich mir habe sagen lassen. Wir waren recht schnell unterwegs. Die Straße war aber auch erste Sahne Schotterpiste mit wunderbarem Panorama. Mir ist ständig einer abgegangen im Auto, als wir durch die Serpentinen gedonnert sind. Das sind Straßen, die ich suche. Warm roads. Absolutes Highlight meiner zurückliegenden 80.000 km.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße.jpg" rel="lightbox[1922]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1929" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße.jpg" alt="Tibet Straße" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Tibet-Straße-200x113.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße.jpg" rel="lightbox[1922]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1926" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße.jpg" alt="Himalaya Schotterstraße" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Himalaya-Schotterstraße-200x113.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet.jpg" rel="lightbox[1922]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1924" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet.jpg" alt="Bergstraße Tibet Trampen" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bergstraße-Tibet-200x113.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Ans Weitertrampen war leider nicht zu denken. Ich wurde ins Dorf mitgenommen, endete einer Art Treffpunkt aller Dorfbewohner und bekam eine reizende junge Dame an die Hand, die für mich übersetzt hat und mir eine kostenlose Tour durch das Dorf gegeben hat. Da musste ich mich leider fügen. Anschließend gab es Abendessen und dann wurde ich ins Hotel verfrachtet. Ich dachte eigentlich, die lassen mich bei sich zu Hause schlafen. Finde das nicht gut, dass die mir ein Hotel bezahlen, aber ich konnte wenigstens noch durchsetzen, dass die mich in das billigere Zimmer stecken.</p>
<p>War aber ein echt schöner Tag.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China.jpg" rel="lightbox[1922]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1925" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China.jpg" alt="Freunde in China" width="780" height="934" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China-251x300.jpg 251w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China-768x920.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China-150x180.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China-400x479.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Freunde-in-China-200x239.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Fünf neue WeChat Freunde geaddet (sowas wie das chinesische WhatsApp), Geschäftskontakte für zukünftigen Handel mit LKW Teilen geknüpft. Ein tibetanisches Haus von Innen gesehen (übrigens: Jedes Haus hier hat seinen eigenen Schrein, ein Raum der Buddha gewidmet ist) und ne geile Straße überfahren. Was will man mehr? Nun frisch machen, danach noch ne Stunde meditieren und ich bin bereit für Morgen. Da ich soviel Leisure Time hatte, muss ich morgen mal ein bißchen losballern, damit ich nicht aus dem Zeitplan falle. 4500 km bis zum Nordende von China. Sollte in fünf Tagen machbar sein.</p>
<p><strong>12.05.2016, 11:17 Uhr, irgendwo in der chinesischen Pampa</strong></p>
<p>Scheiße, schon wieder im Hotel. In der Ecke liegt ein Zigarettenstummel. Willkommen in China.</p>
<p>Mein Tramptag fing sehr gut an. Konnte kaum Position beziehen, da hat mich schon eine Gruppe an der Tanke zu sich gerufen. Erster Lift, 8 Stunden fahrt und einer konnte sehr gut Englisch. Die Strecke war wirklich ein Traum. Wir sind irgendwo zwischen 3000-5000 Meter durch den Himalaya gekurvt. Gekurvt ist gut: Irgendwann hatte ich die Serpentinen satt. Aber die Landschaft war überaus abwechslungsreich. Die Straße zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Eine Fortsetzung des Vortages. Was ne geile Route! Hab ungefähr 100.000 Fotos gemacht, bis mein Akku den Geist aufgegeben hat.</p>
<p>Zwischendurch haben wir auf einem 4000m hohen Pass angehalten. Da gab es einen Gipfel-Touri-Findling. Ich fand das Yak aber viel spannender, was da auf der Wiese gegrast hatte. Da standen auch schon zwei Chinesen und haben sich damit abgelichtet. Ich dachte, dass ich auch ein Foto mit diesem wunderschönen Tier möchte. Er hatte mich schon so skeptisch angeschaut, als ich auf ihn zugelaufen bin. 2m entfernt war ich. Da ist mir aufgefallen, was diese Tiere für enorm große und auffallend spitze Hörner haben. Naja, kurzes Ende der Geschichte: Das Yak hatte wohl nicht so das Interesse an einem Foto mit mir, hat mich sehr böse angeguckt und dann zwei mal mit dem Kopf geschwungen, als wollte es eine Horde fliegen verteilen oder wahlweise meine Eingeweide aufspiessen. Ich bin einen ordentlichen Satz zurück gesprungen und musste mich erstmal von dem Schreck erholen. Schönes Tier trotzdem.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet.jpg" rel="lightbox[1922]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1931" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet.jpg" alt="Yak in Tibet" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Yak-in-Tibet-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Kurz vor Ende gab es noch eine Stunde Vollsperrung. Ein schrecklich dummer Unfall. Sah nicht schlimm aus, alle Fahrzeuge waren noch intakt, aber die Leute&#8230;.. die Leute wollten sich nicht vom Fleck rühren, ehe die Polizei kommt. Also haben die noch einen weiteren LKW rangefahren und die Straße dicht gemacht. In Deutschland kriegt man für sowas nen Strafzettel. Hier muss die Polizei erst 30km serpentinenverseuchte Bergstrasse überwinden. Dauert.</p>
<p>Übrigens: Ich hab kein Geld bei mir, aus Ermangelung an Möglichkeiten. Finde einfach keinen ATM. In den letzten 8 Tagen hab ich ungefähr 25€ ausgegeben. Nun noch 1€ in der Tasche. Hab aber auch beschlossen, dass ich erstmal kein Geld brauche und keine Zeit mit der Suche nach Geldautomaten verschwenden werde. Klappt auch so ganz gut. Der oben angesprochene Lift hat mir zum Abschied eine enorme Tüte Süßigkeiten gepackt. Mein Reiseproviant. Und ca. vier Flaschen Wasser. Verdursten werde ich daher eher nicht, aber vielleicht erleide ich einen Zuckerschock.</p>
<p>Mich haben später drei Männer aufgesammelt, die mich aus den Bergen auf die Autobahn bringen. Sehr sehr geiler Lift. Abendessen inklusive. Das gehört hier dazu. Ich hatte auch den ganzen Tag nichts gegessen, außer Kekse, Schokoriegel und Bonbons. Und so endete ich auch in diesem Hotel. Unter mysteriösen Umständen. Mal wieder diese Sachen, die einfach keinen Sinn ergeben. Es war schon dunkel und in irgendeinem Kaff stand auf einmal die Polizei auf der Straße. Und davor eine lange Schlange Autos. Keine Ahnung, was da los war. Meine Mitfahrer haben dann mit einem Menschen aus dem Dorf geredet. Ich Glaube verstanden zu haben, dass die Sperrung wohl lange dauert. Dann ist der Mann weggegangen und wir hinterher.</p>
<p>Gegen Ende der Schlange ist er ausgestiegen, in eines der parkenden Autos rein und mit uns zu diesem Hotel gefahren. Hier schlafen wir nun. Ich hab ein Doppelzimmer für mich bekommen. Aber ich kann euch sagen: Ich muss langsam mal losmachen. Mit meinen bisherigen 500-600km am Tag komme ich hier nicht weit. Habe nun ca. 3000 km hinter mir. Kann keine genaue Kalkulation machen. Aber die Zeit rennt, habe noch 3,5 Wochen für 13.000 km. Daher ist mir das Hotel nicht ganz so recht. Ich wäre lieber auf der Straße geblieben und hätte die Nacht durchgezogen. Aber naja, was willste machen?</p>
<p>Wenigstens Dusche und Batterien aufladen. Außerdem kann ich noch ne Runde sitzen. Danach dann schlafen. Morgen früh um Sechs werde ich geweckt. Fühlt sich an wie Familienurlaub. Hoffentlich ist es noch dunkel, wenn wir losfahren. Und hoffentlich verbringen wir nicht zuviel Zeit mit frühstücken. Frühstück, da bin ich ganz sicher, wird es auf jedenfall geben. Und dann endlich auf die Autobahn. Meter machen. Gute Nacht.</p>
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		<title>15 000 km durch China trampen (1/5); Das unbekannte Land</title>
		<link>https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-15-das-unbekannte-land/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jun 2016 09:45:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>05.05.2016; 01:03 Uhr Das war ein wirklich komisches Gefühl heute, als ich in der Bahn Richtung Grenze saß. Wie als würde man die vertraute...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>05.05.2016; 01:03 Uhr</strong></p>
<p>Das war ein wirklich komisches Gefühl heute, als ich in der Bahn Richtung Grenze saß. Wie als würde man die vertraute Welt verlassen. Nach China geht es nun. Hab ich alles dabei? Nichts vergessen? Es gibt kein zurück. Single Entry. Einmal über die Grenze und ich kann nicht wieder raus. Kam mir vor, wie beim Weg ins Gefängnis.</p>
<p>Ich musste nach der Grenze feststellen, dass ich gar keine Orientierung hatte. Gmaps ist irgendwie scheiße in China. Und so hab ich mich erstmal verlaufen. Dann hab ich bemerkt, dass ich fürchterlich hungrig war und schon zu lange nichts mehr gegessen hatte. Gleich den ersten Stand an der Straße geplündert. Früchte. Bananen und einen Pfirsich. Wenn man hungrig ist, dann schmeckt es immer am Besten.<span id="more-1905"></span></p>
<p>Danach hab ich mich mit Chips und Süßigkeiten an der Tanke eingedeckt und dann ging das Trampen los. Um 10 Uhr Abends. Bei solch langen Trips bin ich immer etwas übermütig, mit der Anfangszeit. Ich starte oft spät und der erste Tag ist dann meist für den Arsch. Nachttrampen ist prinzipiell möglich, aber dazu muss man schon auf der Straße sein und einen Run haben. Wenn man spät anfängt, dann hatte ich damit oft weniger Glück.</p>
<p>Das kann aber auch daran liegen, dass ich meist ziemlich müde bin, wenn ich losmache. So auch heute wieder. Und krank. Und traktiert von unzähligen Mücken-, Flo- und Käferstichen. Hong Kong hat mir diesbezüglich sehr zugesetzt und es juckt immernoch fürchterlich. Mein Körper beginnt mit einer allergischen Reaktion. Das war auch der Grund, weshalb ich heute aufgebrochen bin und nicht noch eine Nacht irgendwo im Dschungel gezeltet hab. War einfach zuviel. Gegen Mittag kam die spontane Entscheidung nach China zu machen. Jetzt bin ich hier.</p>
<p>Der erste Lift kam nach 20 Minuten und hat mich 70km nach Norden mitgenommen. Ich bin gerade auf einer Raststätte und das gefällt mir bisher ganz gut hier in China. Alles etwas einfacher als in Hong Kong. Nicht so durchorganisiert. Das Restaurantgebäude der Raststätte hat drei Stockwerke und das Oberste stand teilweise leer. Große Räume. Manche Fenster waren draußen. Alle Türen offen, falls vorhanden. Hier kann man wieder mehr machen, was man will.</p>
<p>Letztendlich hab ich dann diese wunderbare Feuerleiter entdeckt und bin auf das Dach geflüchtet, nachdem mir mehrere Leute schon mit ihrer Hilfe gedroht hatten. Sind ganz nett diese Chinesen. Aber ich komm auch gut alleine zurecht. Mit dem Trampen muss ich mich noch etwas zurecht finden. Mein vorgeschriebener Brief scheint eine Geheimwaffe zu werden. Ansonsten versteh ich kein Wort. Vielleicht sollte ich noch an meiner Strategie feilen. Obwohl der Brief erklärt, was ich mache, scheint es keine gute Idee, den Leuten immer zu sagen, dass ich in diesen 2000 km entfernten Ort möchte. Das verwirrt die zu sehr.</p>
<p>Naja. Jetzt erstmal schlafen. Morgen geht’s weiter. Ich muss raus aus Moskitoland, damit ich den verlorenen Schlaf der letzten 7 Tage wieder aufholen kann. Wenigstens dröhnt im Hintergrund wieder die vertraute Autobahn. I am back on the road! Nothing behind me, everything ahead of me!</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China.jpg" rel="lightbox[1905]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1909" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China.jpg" alt="Schlafen auf dem Dach in China" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China-768x432.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Schlafen-auf-dem-Dach-in-China-200x113.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><strong>06.05.2016, 01:09 Uhr</strong></p>
<p>Fazit erster Tramptag; 900 km geschafft, drei Flaschen Wasser geschenkt bekommen, eine 20 Cent „hoffentlich-war-das-Fleisch“-Wurst gegessen, zu einem äußerst üppigen Abendessen eingeladen worden und mit kleinen Küchlein gefüttert, die beim Reinbeissen an in Terpentin getunkte Milchbrötchen erinnerten.</p>
<p>Ansonsten läuft Trampen in China bisher so für mich. Ich komme an einer der zahlreichen Raststätten raus, vielleicht schaffe ich es auf die Toilette, aber spätestens nach dem Händewaschen werde ich schon angesprochen. Eine Minute nichts verstehen, lächeln, dann hole ich meinen Zettel raus und zeige den der sprechenden Person, sage wo ich hin muss und dann heißt es eigentlich nur noch warten. Gerade ist es Nacht und der örtliche Polizist läuft rum, um einen Lift für mich zu finden. Sehr entspannt.</p>
<p>Die Chinesen sind allgemein recht nett und gar nicht so ätzend und nervig, wie ich das erwartet hatte. Kümmern sich gut um mich. Auch der Kulturschock lässt auf sich warten. Das die sich so vom westlichen Kapitalismus abgeschottet haben, ist tendenziell eher angenehm. Keine tausend Schokoriegel in der Tanke. Meistens überhaupt keine Schokoriegel, um ehrlich zu sein. Aber dafür weniger unbewusstes Entscheiden. Mein mobiles Internet funktioniert dank Hong-Kong Datenpaket sogar einwandfrei. Brauche noch nicht mal meinen VPN anmachen. Kann auf alle Dienste zugreifen. Facebook, Google, funzt alles. Übrigens: Das Erste mal in meinem Leben, dass ich Internet unterwegs habe. Hab ein Smartphone ja erst seit San Francisco. Mega nervig. Ständig ist man so abgelenkt.</p>
<p>Die letzte Anmerkung für den heutigen Tag: China&#8217;s Autobahnen sind kein guter Ort für Epileptiker. Ständig überall bunte, blinkende Lichter. Irgendwer im Verkehrsministerium scheint gefallen an bunten LED&#8217;s zu finden. Aber der Knaller sind so komische Blitzmasten. Gestern dachte ich, wir wären zu schnell gefahren, als es plötzlich geblitzt hat. Spätestens nach dem Dritten mal, kamen mir dann allerdings Zweifel. Keine Ahnung was hier los ist. Ich vermute die Dinger sollen euch wach halten. Aber nicht sicher.</p>
<p>So, Nacht hat begonnen. Sieht nicht nach Schlaf aus. Noch 500km bis zum Fuße der Himalayas. Vielleicht hab ich ja Glück heute Nacht. Kommt auch drauf an, wie motiviert dieser Polizist ist.</p>
<p><strong>06.05.2016, 23:16 Uhr</strong></p>
<p>Tag drei ist stellvertretend für den Urlaubscharakter dieser Tour. Ich bin gegen 21:40 Uhr hier an der Raststätte hinter Kumming angekommen. Perfekte Position um nun endgültig rein in die Berge zu machen. Normalerweise wäre nun eine schöne Nachttrampen Tour angesagt. Ich hab aber stattdessen endlich mal wieder eine Stunde meditiert und lege mich nun schlafen. Morgen habe ich noch 300 km nach Dali, wo ich erstmal 1-2 Nächte bleibe. Dort werde ich in einer Künstler-Community unterkommen. Bett gegen Straße tauschen. Reinste Entspannung.</p>
<p>Der Tag war auch super. Zwei mal zum Essen eingeladen worden. Erster Lift eine total süße Familie mit tibetanischem Einschlag. Die Tochter und ich unterhielten uns mit Übersetzungsprogramm auf dem Handy. Der Vater hat sich eine Tasse Schnaps, sowie Tabakbong zum Mittagessen genehmigt und ist danach auf der Rückbank eingeschlafen. Die haben mich auch noch mit Obst und Gemüse gefüttert und am Ende gefragt, ob ich mit ihnen nach Hause kommen möchte. Ich hab abgelehnt. So ganz weg von der Straße kann ich dann doch nicht. Manch ein Reisender findet sowas unverantwortlich, aber mir war das erstmal genug Liebe von diesen tollen Menschen.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie.jpg" rel="lightbox[1905]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1910" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie.jpg" alt="chinesische Familie" width="780" height="673" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie-300x259.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie-768x663.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie-150x129.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie-400x345.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/chinesische-Familie-200x173.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735.jpg" rel="lightbox[1905]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1908" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735.jpg" alt="Bong rauchen Asien" width="439" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735.jpg 439w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735-169x300.jpg 169w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735-150x267.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735-400x711.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Bong-rauchen-Asien-e1465317068735-200x355.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 439px) 100vw, 439px" /></a></p>
<p>Die Chinesen werden immer netter. Viel angenehmer, als ich es erwartet habe. Nun bin ich zu dritten mal in Folge auf einem Dach einer Raststätte und richte gerade meinen Schlafplatz ein. Türen sind immer offen hier. Die Berge schauen von allen Seiten auf die Stadt, es herrscht Sternenhimmel, neben mir rauscht die Autobahn. Gelegentlich donnern hier ein paar LKWs über den Parkplatz, die sich anhören, als würden sie implodieren, wenn sie über die Geschwindigkeitsbremser krachen. Im Hintergrund ist der Güterbahnhof. Züge in China sind nicht so romantisch wie in den USA. Wenn die Pfeifen klingt das nicht majestätisch, sondern eher nach Lungenkrebs im Endstadium. Und irgendwie hab ich das Gefühl hier gibt es keine Signalleuchten, nur Signallärm, um die Vorfahrt zu regeln.</p>
<p>Tag zwei ist vorüber. 1500 km hinter mir, ohne viel Arbeit. Die Brieftaktik hat sich heute wieder bestens bewährt, wobei ich zwei meiner drei Lifts ganz normal mit dem Daumen abgefangen habe. Geht also auch so. Wartezeit tendierte gegen Null. Aus einem Lift musste ich allerdings aussteigen, weil er zu langsam war. Der Fahrer hat gerade kleine Mini-Bananen ausgepackt, um mich bei Laune zu halten, aber da kam dann schon die nächste Service Station. Er sah etwas traurig aus und mir tat es auch Leid, aber wenn ich mit dem weiter gefahren wäre, dann wäre ich hier erst spät nach Mitternacht eingetroffen. Außerdem waren die Bananen etwas schimmlig.</p>
<p><strong>08.05.2016, 09:49 Uhr; Dali</strong></p>
<p>Gerade als ich anfange zu schreiben ertönt von unten die chinesische Panflöte. Schön!</p>
<p>Es gibt nicht sehr viel zu berichten, verglichen mit meinen verrückten Reiseberichten aus Südamerika ist China bisher eher langweilig. Gestern morgen aufgewacht, losgetrampt, 10 Minuten gewartet und dann kam mein Lift ins 300 km entfernte Dali. Soweit mein Tramptag.</p>
<p>Hier bin ich in einer Künstlercommunity untergekommen. Hab sie auf Trustroots.org gefunden. In Süd-West China gibt es wirklich eine Menge guter Hosts. Scheiß auf Couchsurfing! Ich mache vielleicht auch nochmal Stop in Chengdu, weil da ein Kerl eine Nomadbase betreibt und die Leute sehen so cool aus, dass ich sie gerne besuchen würde. Hier in Dali chill ich nun bis morgen. Hab gestern das Erste mal Entenhals gegessen und auch eingelegten Entendarm. Garnicht so übel.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China.jpg" rel="lightbox[1905]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1911" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China.jpg" alt="Künstler community Tibet" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China-768x576.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Künstler-community-China-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Am Abend ging es an den See, wo wir ein Barbecue hatten. Das läuft hier anders als in Deutschland. Prinzipiell sitzen alle mit ihren Stäbchen um den Grill herum und man pickt sich etwas raus, wenn man Lust hat. Und gegrillt wird alles. Gemüse, Fleisch und vermutliche Fleischprodukte. Die haben um sieben schon den Rost voll gehabt, als wir ankamen und bis um 11 Uhr nachts nicht mehr aufgehört neue Leckereien nachzulegen. Jeder der kam, hat was anderes mitgebracht. Ein einziges Fressgelage. Kulinarisch sind die Chinesen absolut next level. Einmal kam ein Opa vorbei und hat vier fertig präparierte Fische abgeliefert. Ich fand das extrem gut! Auch nicht so langweilig Deutsch: Einmal durchgrillen und essen.</p>
<p>Es gab auch Jägermeister. Aber ich trinke ja nicht mehr und das Gesöff schon gar nicht. Allerdings musste ich aus Höflichkeit und Notwendigkeit gestern eine Ausnahme machen. Mir hat sich eine Fischgräte im Hals verfangen. Ich hab mich schon sterben sehen. Einer hat mir dann irgendeinen selbstgebrannten Schnaps eingeschenkt. Der musste runter. Danach hab ich noch ein kleines Bier gehabt und eine Zigarette. Ja, das klingt komisch, das zu erwähnen. Aber ich meine das ernst mit den Intoxications. Bleibt die Ausnahme.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China.jpg" rel="lightbox[1905]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1914" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China.jpg" alt="Grillparty China" width="780" height="577" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China-300x222.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China-768x568.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China-150x111.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China-400x296.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/Grillparty-China-200x148.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a> <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China.jpg" rel="lightbox[1905]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1915" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China.jpg" alt="grillen China" width="577" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China.jpg 577w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China-222x300.jpg 222w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China-150x203.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China-400x541.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/06/grillen-China-200x270.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 577px) 100vw, 577px" /></a></p>
<p>In China ist aber insbesondere die Raucherei ziemlich verbreitet. Wenn die sich eine anstecken, dann ziehen sie prinzipiell zwei Kippen aus der Schachtel. Eine für dich und die andere für den Gastgeber. Die Russen können nicht alleine trinken und die Chinesen nicht alleine rauchen. Für mich als ehemaligen Gesellschaftsraucher, ist das eigentlich der Traum hier. Aber ich bin auch etwas besorgt um die ganzen jungen Chinesen. Die rauchen nämlich sehr viel. Die Türken waren schon schlimm, aber meiner Ansicht ist China rauchtechnisch Weltmeister. Und gekifft wird hier auch wie blöde. Hanf wächst wild. Kann man einfach pflücken gehen in den Bergen, wenn man was braucht. Soweit die ersten Beobachtungen.</p>
<p>Und damit beende ich den langweiligen Talk. Hier geht es ja ums Trampen. Wir sind mitlerweile auf 1900m. Mein nächster Checkpoint Deqin ist dann auf 3550m. Von da geht es dann runter von der Autobahn und rauf auf eine verlassene Bergstraße, entlang der tibetanischen Grenze. Die ist nichtmal bei Google eingetragen. Ich rechne mit „sehr wenig Verkehr, aber sehr schön“, wie Mette mir das in Japan empfohlen hat. Kommt mir irgendwie bekannt vor.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/15-000-km-durch-china-trampen-15-das-unbekannte-land/">15 000 km durch China trampen (1/5); Das unbekannte Land</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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		<title>Die vier Ecken von China &#8211; No more walls</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 May 2016 06:11:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn du von Hong-Kong nach Deutschland trampen wirst und denkst, du bist schon „fast zu Hause“, dann stimmt irgendwas nicht. Ich bin noch nicht...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/die-vier-ecken-von-china-no-more-walls-tour/">Die vier Ecken von China &#8211; No more walls</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn du von Hong-Kong nach Deutschland trampen wirst und denkst, du bist schon „fast zu Hause“, dann stimmt irgendwas nicht. Ich bin noch nicht fertig mit diesem Trip. Immernoch heiß auf die Straße. Wieso also nicht nochmal die vier Ecken von China abtrampen?<span id="more-1813"></span></p>
<p>Die Route bedeutet ein Letztes mal durch die Landschaft knallen, bevor ich dann in ruhigere Gewässer komme. Von Kirgistan in den Iran ist es dann wirklich nicht mehr weit. Da wartet nur noch der wunderschöne <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pamir_Highway">Pamir Highway</a>. Und vom Iran sollte ich innerhalb einer Woche entspannt nach Europa trampen können. Die Punkte in China sind eher zufällig gewählt. Ich hätte mich noch mehr herausfordern und die wirklich entlegenen geographischen Eckpunkte auswählen können, aber wir müssen es ja nicht übertreiben.</p>
<p>Die Route ist so schon spannen genug. Von Hong-Kong geht es erstmal in die Yunnan Region nach <a href="http://www.flocutus.de/shangri-la-disneyland-tibetshangri-la-disneyland-tibet">Deqen</a> . Das am Fuße des Himalayas und von der tibetischen Minderheit bevölkert. Zwar nicht Tibet, weil da dafür bräuchte ich ein extra Permit, aber trotzdem eine schöne Region. Ich werde dort wohl zwei Nächte bleiben.</p>
<p>Danach kommt ein größeres Teilstück einmal quer durchs Land in den äußersten Nord-Osten an die russische Grenze. Auf dem Weg möchte ich noch die <a href="http://www.chinanomads.com/rest-stop-in-deqin/">Sidu Brücke</a> passieren, welche mit 472m die höchste Brücke der Welt ist. Mein nächster Kontrollpunkt ist das „Große Hinggan-Gebirge“. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, was genau da sein soll. Aber da führt eine Straße hoch und Google zeigt mir einen Punkt an. Also nehm ich den mit. Sieht nach einem kleinen Ort aus.</p>
<p>Anschließend 6400 km in die andere Ecke von China in die Xinjiang Region. Ich dachte erst ich brauche ein spezielles Permit für diese Ecke, aber dann hab ich gelesen, dass man beim Visa Antrag keine Reise nach Xinjiang angeben soll, weil das dann Probleme geben könnte. Aber Visa hab ich ja schon. Von dort geht es dann hoch an die kasachische Grenze. Ich könnte natürlich auch hier schon direkt nach Kirgistan rein, aber die Grenzen dort sind nicht immer einfach.</p>
<p>Fertig ist die China Route. Ich werde mir wohl bis zum 1. Juni Zeit nehmen dafür. Ca. vier Wochen, je nachdem, wann ich hier aus Hong-Kong loskomme. Aktuell bereite ich meine Tour noch vor. Für China werde ich mir einen VPN Server mieten, damit ich dort auch weiter das Internet unzensiert nutzen kann. Außerdem hole ich mir eine Prepaid-Karte, damit ich mich in WeeChat anmelden kann. Das ist sowas wie Whatsapp und das Gute ist, dass es eine Übersetzungsfunktion hat und ich so mit den Chinesen kommunizieren kann.</p>
<p>Den wichtigsten Ausrüstungsgegenstand für meine China Expedition habe ich bereits. Einen Brief auf Chinesisch, den mir Mette in Japan gegeben hat. Darauf steht geschrieben: „Hallo ich bin Stefan aus Deutschland, Reise gerne per Anhalter, bitte bringt mich nicht zur Bus Station, sondern ihr könnt mich einfach an der Autobahn rausschmeißen, wo ich den nächste Lift kriege&#8230;“. Um kulturellen Missverständnissen vorzubeugen. China soll übrigens richtig gut gehen zum durchknallen. Deswegen wollte ich mit hier nochmal ne Route legen.</p>
<p><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/05/China-Brief.jpg" rel="lightbox[1813]"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-1814" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/05/China-Brief.jpg" alt="China Brief" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/05/China-Brief.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/05/China-Brief-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/05/China-Brief-768x513.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/05/China-Brief-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/05/China-Brief-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/05/China-Brief-200x134.jpg 200w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/05/China-Brief-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a></p>
<p>Ich muss sagen, die Idee mit den vier Ecken klang eigentlich super. Als ich dann die Route gelegt habe, dachte ich allerdings erstmal: „Ach du Scheiße! Ist das weit!“ Besonders wenn man bedenkt, dass der letzte Teil dieser Expedition gar nicht auf der Karte ist (weil google nicht über China-Grenze kalkulieren kann). Ich werde nämlich noch nach Astana hoch knallen. Einmal quer durch Kazachztan, ehe ich meinen letzten Kontrollpunkt an der kirgisischen Grenze in Almaty erreiche. Das sind nochmal 2310km extra. Aber wir wollen ja nicht so kleinlich sein.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/die-vier-ecken-von-china-no-more-walls-tour/">Die vier Ecken von China &#8211; No more walls</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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