<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Bolivien &#8211; Warm Roads</title>
	<atom:link href="https://warmroads.de/de/category/laender/bolivien/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://warmroads.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sat, 16 Jul 2016 10:59:05 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=5.4</generator>
	<item>
		<title>Persönliche Bestzeit &#8211; Wie man seine Geschwindigkeit beim Trampen kalkuliert</title>
		<link>https://warmroads.de/de/persoenliche-bestzeit-wie-man-seine-geschwindigkeit-beim-trampen-kalkuliert/</link>
					<comments>https://warmroads.de/de/persoenliche-bestzeit-wie-man-seine-geschwindigkeit-beim-trampen-kalkuliert/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jul 2016 10:59:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[Bolivien]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Tramp-Technik]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://warmroads.de/?p=2027</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich bin einige Langstrecken (4000-12.000 km) in verschiedenen Ländern auf unserem Planeten getrampt. Gerade habe ich eine Stunde damit verbracht, meine Logbücher zu analysieren....</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/persoenliche-bestzeit-wie-man-seine-geschwindigkeit-beim-trampen-kalkuliert/">Persönliche Bestzeit &#8211; Wie man seine Geschwindigkeit beim Trampen kalkuliert</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin einige Langstrecken (4000-12.000 km) in verschiedenen Ländern auf unserem Planeten getrampt. Gerade habe ich eine Stunde damit verbracht, meine Logbücher zu analysieren. Weils so schön ist. Hier die Ergebnisse: Auf meinen Routen durch Asien und Amerika hab ich stets versucht, meinen Langstreckenrekord aus Argentinien (2532km in 38h 49m; <strong>Ø65km/h</strong> von Buenos Aires nach Rio Gallegos) zu übertreffen. Am schnellsten war ich in Kazachstan von Almaty nach Aqtöbe (2221 km in 32 h 28m; <strong>Ø68km/h</strong>). Und auch in China hatte ich einen sehr guten Run von <a href="https://goo.gl/maps/i1L2H8Aw2dP2">Dali nach Harbin</a> (4589 km in 82h 38m; <strong>Ø55 km/h</strong>).</p>
<p>Wie schnell ihr trampt, hängt vorallem mit eurer Technik zusammen. Tagsüber wird die Geschwindigkeit eines nicht-fortgeschrittenen und eines fortgeschrittenen Trampers mehr oder weniger gleich sein. Man kann sich mit dem richtigen Equipment und Technik jedoch auch ohne Probleme Nachts bewegen. Da gibt es zwar weniger Verkehr, aber dafür fahren die Lifts weiter. Fortgeschrittene Tramper nutzen die Nacht für ihre Bewegung.<span id="more-2027"></span></p>
<p>Auf meiner <a href="https://warmroads.de/de/langstreckentrampen-von-new-york-nach-alaska/">„Royal Stage“</a> von New York nach Alaska habe ich eine sehr gute Zeit erreicht, als ich Kanada durchquert habe. Ich hatte einen run von <a href="https://goo.gl/maps/NGsxLSb5JPU2">Thousand Islands USA/Kanada Grenze nach Otter Falls/Haines Junction Yukon Territorium</a> 6071 km in 107 Stunden und 8 Minuten (<strong>Ø56 km/h</strong>). Ich behaupte das ist schneller, als selber zu fahren. Und aufgrund der angemessenen Länge dieser Tour, möchte ich es meine persönliche Bestzeit nennen.</p>
<p>In der russischen Tramplehre kalkuliert man die durchschnittliche Geschwindigkeit im <strong>Sommer</strong> mit ungefähr <strong>50 km/h</strong>. Für den <strong>Winter</strong> sind ca. <strong>40 km/h</strong> veranschlagt. Und das gilt für die meisten entwickelten Länder wie Iran, USA, Kanada, China, Rußland, Deutschland, Argentinien. Die Kalkulation muss entsprechend angepasst werden, wenn es bergiges Gelände mit vielen Serpentinen zu überwinden gilt. Prinzipiell sagt man: Je höher die Straße liegt, desto langsamer ist die Kalkulation. In <strong>technisch, schwierigeren Regionen</strong> kann die durchschnittliche Wegstrecke schonmal auf <strong>200-300 km am Tag</strong> runter gehen. Ich persönlich hab das erfahren, als ich das <a href="https://warmroads.de/de/wenig-verkehr-auf-dieser-strasse-aber-ist-bestimmt-schoen-da/">bolivianische Hochland</a> durchquert habe.</p>
<p>Je länger die Tour geht, desto schwerer ist es natürlich, die Geschwindigkeit hoch zu halten. Wäre ich auf meiner Kanada Route durchschnittlich 3 km/h langsamer gewesen, dann hätte ich am Ende 321km weniger Distanz zurückgelegt. 3 km/h klingt wenig, macht aber einen großen Unterschied.</p>
<p>Als ich angefangen habe zu trampen, haben wir immer Pi-mal-Daumen <strong>das Doppelte der normalen Fahrtzeit</strong> kalkuliert. Für Anfänger ist das eine sichere Orientierungshilfe, die ihr leicht erfüllen könnt. Wenn ihr an diesem Maßstab scheitert, dann macht ihr etwas falsch. Mit den oben genannten Routen in Süd-, Nord-Amerika, sowie Asien, kann man jedoch gut sehen, dass die Richtwerte unserer russischen Freunde durchaus realistisch sind. Besonders auf langen Strecken.</p>
<p>Generell ist man alleine immer ein bisschen schneller als zu zweit. Mit drei Personen wird das Trampen jedoch signifikant langsamer werden. Ländergrenzen sind immer anders, jedoch kann man durchschnittlich mit 1 Stunde Verzögerung rechnen, wenn ihr ein neues Territorium betretet. Große Städte sind ebenfalls ein Problem, besonders wenn es keine Umgehungsstraße gibt. Zwei Stunden sollten zusätzlich zur normalen Fahrtzeit eingeplant werden, wenn ihr euch durch ein Moloch wie La Paz oder Panama City kämpfen müsst. Mit oder ohne öffentliche Transportmittel. Durchquerung von Städten ist eine der schwersten Disziplinen beim Langstreckentrampen und ein Anfänger kann hier durchaus auch mehr Zeit verlieren.</p>
<p>Je erfahrener die Tramper sind, desto kleiner wird der Unterschied in der Bewegungsgeschwindigkeit zueinander sein. Und zwar unabhängig von Geschlecht und Alter. Wer behauptet, dass es mit einer Frau schneller geht, nur weil sie eine Frau ist, der hat vielleicht zu wenig Erfahrung, selber Autos zum Anhalten zu bewegen. Und wenn eine meiner Trampkolleginnen schneller als ich unterwegs ist, dann hat das weniger mit ihrem Geschlecht zu tun, sondern damit, dass sie die bessere Technik hat.</p>
<p>Generell will ich mit diesem Artikel nur zeigen, dass Trampen planbar ist und die Geschwindigkeit davon abhängt, wie gut euer Trampskill ist. Dazu gehört eure Körpersprache, Kleidung, euer Auftreten, Gestik und Mimik, wie gut kommuniziert ihr mit den Autos und wie charmant könnt ihr die Fahrer zum anhalten bewegen. Außerdem ist die Positionierung überaus wichtig und dass ihr taktische Fehler vermeidet, wie z.B. dem Fahrer überlassen, wo er euch rauslässt oder Lifts nehmen, die euch keinen Vorteil bringen. Das alles sind Parameter, die eure Geschwindigkeit mitbestimmen und diese sind weitaus wichtiger, als Glück. Wer behauptet, dass Trampen nur vom Glück abhängt, der weiß wahrscheinlich nicht, wie man richtig trampt.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/persoenliche-bestzeit-wie-man-seine-geschwindigkeit-beim-trampen-kalkuliert/">Persönliche Bestzeit &#8211; Wie man seine Geschwindigkeit beim Trampen kalkuliert</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://warmroads.de/de/persoenliche-bestzeit-wie-man-seine-geschwindigkeit-beim-trampen-kalkuliert/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Trampen in&#8230; (11) Bolivien</title>
		<link>https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/</link>
					<comments>https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Dec 2015 02:10:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bolivien]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen in...]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://warmroads.de/?p=1227</guid>

					<description><![CDATA[<p>Prolog Nachdem ich mehrere Monate durch Argentinien und Chile getrampt bin und Wüsten und Steinmeere durchquerte habe, erschien mir Bolivien wie eine grüne Oase....</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/">Trampen in&#8230; (11) Bolivien</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">Prolog</h2>
<p style="text-align: justify;">Nachdem ich mehrere Monate durch Argentinien und Chile getrampt bin und Wüsten und Steinmeere durchquerte habe, erschien mir Bolivien wie eine grüne Oase. Das Land hat viele Gesichter. Es gibt Regenwald, karge Hochebenen, wunderschöne Gebirgsstrassen und fruchtbares Ackerland. Insgesamt mein Lieblingsland in Südamerika. Wegen den Menschen, der Landschaft, aber vor allem wegen dem Trampen in Bolivien, was sich, trotz aller Warnungen als absoluter Riesenspaß herausgestellt hat!<span id="more-1227"></span></p>
<h3 style="text-align: justify;">Statistik</h3>
<p style="text-align: justify;"><strong>Zurückgelegte Distanz: </strong><strong>1329</strong><strong> Kilometer</strong></p>
<p style="text-align: justify;" align="justify"><strong>Anzahl der Lifts: </strong><strong>47</strong></p>
<p style="text-align: justify;" align="justify"><strong>Durchschnittliche Wartezeit: </strong><strong>24</strong><strong> Minuten </strong><strong>44</strong><strong> Sekunden</strong></p>
<p style="text-align: justify;" align="justify"><strong>Standzeit Gesamt: </strong><strong>19</strong><strong> Stunden </strong><strong>23</strong><strong> Minuten </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Log gibts wie immer <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Log-Bolivia.ods">hier</a>.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Meine Route</h2>
<p style="text-align: justify;">Ich betrat Bolivien nach einer Wüstentour durch die Atacama Wüste und trampte von <a href="https://www.google.com/maps/dir/Sucre,+Bolivien/Uyuni,+Bolivien/@-19.7407551,-65.9937496,10z/data=!4m8!4m7!1m2!1m1!1s0x93fbc8bc8187832f:0xbd9df259af1bee96!1m2!1m1!1s0x93ffbad958d3f2bd:0x1455841e2c4e6653!3e0">Uyuni nach Sucre</a>. Meine nächste Tour führte mich durchs absolut abgefahrene Hochplaetau von <a href="https://www.google.com/maps/dir/Sucre,+Bolivien/Ravelo,+Departamento+Potos%C3%AD,+Bolivien/Macha,+Departamento+Potos%C3%AD,+Bolivien/Pocoata,+Departamento+Potos%C3%AD,+Bolivien/Unc%C3%ADa,+Departamento+Potos%C3%AD,+Bolivien/Huanuni,+Departamento+Oruro,+Bolivien/Oruro,+Departamento+Oruro,+Bolivien/@-18.492527,-66.1893142,10z/data=!4m23!4m22!1m2!1m1!1s0x93fbc8bc8187832f:0xbd9df259af1bee96!1m2!1m1!1s0x93fb9827b2200315:0x43ed5c978be9412d!1m2!1m1!1s0x93fc7b3a7ed53197:0xfe328e2c44d346f8!1m2!1m1!1s0x93fc8a14f7b4bc0d:0x31150ca365c9f9db!1m2!1m1!1s0x93fce10167e74fc3:0xc5bdc8242daea368!1m2!1m1!1s0x93fd3a97848aad0b:0xbc83927f7aac9ba8!1m2!1m1!1s0x93e2b0a1fdff86f5:0xfe586e79566dead5!3e0">Sucre nach Oruro</a> (laut google maps übrigens 8,5 Stunden für 350km und das nicht ohne Grund, <a href="https://warmroads.de/de/wenig-verkehr-auf-dieser-strasse-aber-ist-bestimmt-schoen-da/">wie ich selber herausfinden konnte</a>). Von Oruro ging es über Quime und den nördlichen Yungas nach Coroico, von wo aus ich die Death Road trampte und <a href="https://www.google.com/maps/dir/Oruro,+Departamento+Oruro,+Bolivien/Coroico,+Bolivien/Municipio+Copacabana,+Bolivien/@-17.0538804,-68.0982286,9z/data=!4m11!4m10!1m2!1m1!1s0x93e2b0a1fdff86f5:0xfe586e79566dead5!1m2!1m1!1s0x915f7308b5728965:0xfb08413ecfc5c0b0!1m2!1m1!1s0x915dcd7e020a5f2f:0x5ff56029fdb79a4a!3e0">über La Paz an die peruianische Grenze gelangte</a>.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Menschen</h2>
<p style="text-align: justify;">Im Vorfeld wurde mir viel über die Bolivianer berichtet. Sie seien sehr unter sich, hassen Gringos und trampen würde überhaupt nicht funktionieren. Meine Erfahrungen waren ganz anders. Ich habe sehr viele überaus nette und interessierte Menschen während dem Trampen getroffen. Meine erste Tour nach Sucre war die Entspannteste meiner ganzen Reise. Nur freundliche Menschen in den Autos. Keine Spur der viel beschworenen Distanz im Vorfeld.</p>
<p style="text-align: justify;">Prinzipiell habe ich die Bolivianer als sehr bescheiden und zurückhaltend wahrgenommen, jedoch keineswegs feindseelig oder unfreundlich. Außer in Coroico, aber das war auch ein Touri-Loch. Tourismus macht Menschen zu Blutsaugern, leider. Aber das ist überall so. Mit einem Lächeln und einer offenen Art kommt man meist schnell in Kontakt. Auch wenn die Bolivianer im ersten Moment manchmal etwas mürrisch und uninteressiert wirken, so versteckt sich hinter der Fassade doch ein sehr nettes Völkchen. Ich hab mich überaus sicher gefühlt in Bolivien, obwohl ich einmal <a href="https://warmroads.de/de/ausgeraubt-werden-mein-erstes-mal/">fast ausgeraubt</a> worden bin.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Straßen</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Hauptstraßen sind in exzellentem Zustand und es ist eine wahre Freude sich durch die bolivianische Berglandschaft zu bewegen. Easy roads. Entspannt befahrbahr. Nicht zuviel und nicht zu wenig Verkehr. Die Autobahn nach La Paz ist schnell und unkompliziert. Wenn ihr auf den Hauptstrassen bleibt, dann sollte es nichts Besonderes geben. Flächen zum Anhalten müssen manchmal etwas gesucht werden, allerdings ist das Verkehrsaufkommen so entspannt, dass die Autos auch mitten auf der Straße anhalten können. Die Autobahn verfügt über den übliche Standstreifen.</p>
<p style="text-align: justify;">Solltet ihr allerdings das gleiche Abenteuer wie ich wagen und euch auf die kleinen abgelegenen Straßen des Inlandes begeben, dann bereitet euch auf langsame und anstrengende Fahrten vor. Die Straßen sind nur zum Teil geteert, zum Teil sind es mit Steinen durchsetzte Staubpisten. Wobei Staubpiste gut gemeinte Umschreibung ist. So in etwa wie die <a href="http://hitchhikershandbook.com/2015/09/27/hitchhiking-the-transamazonica-from-santarem-to-maraba/">Transamazonica</a>, nur eben in klein, noch langsamer und auf 4000m Höhe. Es lohnt sich auf jedenfall. Ein Riesenspaß, sag ich euch!</p>
<p style="text-align: justify;">Ein absolutes Highlight, was ihr auf keinenfall verpassen solltet, ist der Yungas. Lange Gebirgspässe, die sich an den Steilwänden des Yungastales entlangwinden. Absolut wahnsinnige Ausblicke, tiefe Schluchten und viel Staub. Nichts für den entspannten Strandurlaub, aber das schönste Gebiet, was ich bisher betrampt habe.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Taktik</h2>
<p style="text-align: justify;">Trampen in Bolivien beinhaltet eine technische Schwierigkeit, die beachtet werden sollte und das sind Taxis (welche nicht gelb sind und auch kein Taxi-Schild haben), Busse, sowie private Mitfahrgelegenheiten. Es gilt ein Gespür zu entwickeln, welche Autos Bezahlverkehr veranstalten und welche privat unterwegs sind. Letzteres ist unsere Zielgruppe. Meist lässt sich das an der Automarke ganz gut erkennen (Taxis sind meist ein bestimmter Typ Auto) oder an der Anzahl/Art der Insassen. Es ist auf jedenfall anzuraten, sehr selektiv zu trampen. Dann klappt das aber auch ganz gut. Ich sollte allerdings dazu sagen, dass ich gegen Ende meiner Bolivien Tour ein bißchen frei gedreht habe und ALLEM trampte, was vorbei kam. Viele Taxis nehmen euch zum Beispiel mit, wenn ihr kurz erklärt, dass ihr kein Geld für Transport habt.</p>
<p style="text-align: justify;">Ansonsten habe ich in Bolivien die „Laufen-Technik“ aus <a href="http://warmroads.de/trampen-in-7-brasilien/">Brasilien</a> erfolgreich angewandt. Ich glaube gegen Ende hab ich gar nicht mehr gestanden, sondern bin entweder gelaufen oder in einem Auto mitgefahren. Die Bolivianer haben großes Verständnis für Läufer und sind sehr hilfsbereit, wenn sie euch mitten in der Pampa sehen. Hat super funktioniert! In den ländlichen Regionen kann auch mit Motorrädern mitgefahren werden. Auf dem Land hält alles. Lauft los, lächelt, freut euch auf den nächsten Lift. Es ist nicht schwer in Bolivien.</p>
<p style="text-align: justify;">Übrigens: Nach Geld wurde ich lediglich einmal gefragt. Es ist wohl verbreitet in Bolivien, jedoch trampen die Einheimischen nur bedingt. Nicht wie beispielsweise in Peru.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Bilder</h2>

<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/wet-road/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Wet-road-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Wet road" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Wet-road-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Wet-road-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Wet-road-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Wet-road-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Wet-road-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/old-men-in-sucre/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Old-men-in-Sucre-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Old men in Sucre" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Old-men-in-Sucre-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Old-men-in-Sucre-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Old-men-in-Sucre-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Old-men-in-Sucre-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Old-men-in-Sucre-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/me-on-the-back-of-a-truck/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Me-on-the-back-of-a-truck-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Me on the back of a truck" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Me-on-the-back-of-a-truck-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Me-on-the-back-of-a-truck-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Me-on-the-back-of-a-truck-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Me-on-the-back-of-a-truck-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Me-on-the-back-of-a-truck-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/mountain-road2/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road2-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Mountain road" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road2-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road2-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road2-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road2-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road2-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/mountain-road/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Mountain road" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Mountain-road-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/long-straight-road/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Long-straight-road-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Long straight road" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Long-straight-road-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Long-straight-road-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Long-straight-road-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Long-straight-road-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Long-straight-road-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/in-the-mountains/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/In-the-mountains-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Hitchhiking in the mountains" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/In-the-mountains-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/In-the-mountains-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/In-the-mountains-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/In-the-mountains-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/In-the-mountains-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/drying-coca-leaves/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Drying-Coca-leaves-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Drying Coca leaves" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Drying-Coca-leaves-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Drying-Coca-leaves-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Drying-Coca-leaves-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Drying-Coca-leaves-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Drying-Coca-leaves-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/coroico/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Coroico-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Beautiful Coroico" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Coroico-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Coroico-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Coroico-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Coroico-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/12/Coroico-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>

<h2 style="text-align: justify;">Besonderheiten</h2>
<p style="text-align: justify;">Wenn man über Quime in den Yungas hineinfährt, passiert man eine ca. 60 km lange Abfahrt die über unzählige Serpentinen insgesamt fast 3000 Höhenmeter beträgt. Ein großer Spaß. Mit Quime erreicht ihr das Tor zum Yungas. Diese Gegend solltet ihr nicht missen!</p>
<p style="text-align: justify;">Sucre ist die Hauptstadt zum Spanisch lernen in Südamerika, da die ehemalige Kolonialregierung hier ihren Hauptsitz hatte und dort, so heißt es, das beste Spanisch des Kontinentes gesprochen wird. Viele Reisende kommen hierher zum lernen, da die Unterrichtsstunden mit 5$-7$ für Privatunterricht unschlagbar günstig sind. Tip: Erst über eine offizielle Schule mit einem Lehrer in Kontakt kommen und dann außerhalb der Schule mit demselben weiterarbeiten. Die kriegen meist nur 50% des bezahlten Preises und wenn ihr mit ihnen privat etwas ausmacht, dann profitieren meist alle Seiten davon.</p>
<p style="text-align: justify;">Die <a href="http://www.thisbatteredsuitcase.com/near-death-on-bolivias-death-road/">Death Road</a> ist berühmt und berüchtigt. Kann mit dem Mountain Bike runtergefahren werden. Macht sicher Spaß. Insgesamt eine sehr schöne und etwas weniger gefährliche Straße, als der Name vermuten lässt. Generell sind alle Straßen im Yungas gefährlich und die Menschen wissen das. Allerdings halte ich den Stadtverkehr in Lima für weitaus gefährlicher, als die ländlichen Bergpässe in Bolivien.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gab kein Land indem ich mit so vielen verschiedenen Transportvehikeln mitgefahren bin, wie in Bolivien. Insbesondere mit LKWs, die immer einen Platz auf der Ladefläche hatten. Unzählige Pick-Ups, Motorräder, Bagger, Krankenwagen, Lastwagen&#8230;..herrlich. Ein Paradies.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich hatte einmal eine Serie von fünf Lifts in Folge, wo jedes mal (!) das erste Auto angehalten hat. Mein Rekord. In keinem Land hat das so gut funktioniert. Fünf „Einser“ Lifts.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/">Trampen in&#8230; (11) Bolivien</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://warmroads.de/de/trampen-in-11-bolivien/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Trampen in Südamerika &#8211; Statistisches Zwischenfazit meiner Tramptour in Südamerika</title>
		<link>https://warmroads.de/de/trampen-in-suedamerika-statistisches-zwischenfazit-meiner-tramptour-in-suedamerika/</link>
					<comments>https://warmroads.de/de/trampen-in-suedamerika-statistisches-zwischenfazit-meiner-tramptour-in-suedamerika/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2015 19:52:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[Bolivien]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Ecuador]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumbien]]></category>
		<category><![CDATA[Peru]]></category>
		<category><![CDATA[Tramp-Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Über Trampen]]></category>
		<category><![CDATA[Uruguay]]></category>
		<category><![CDATA[Venezuela]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://warmroads.de/?p=796</guid>

					<description><![CDATA[<p>Geeks gonna geek. Da ich nun meine ganzen Tramptouren so sauber geloggt habe, seitdem ich in Südamerika angekommen bin. Zum Abschluß dieses wunderbaren Kontinentes...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/trampen-in-suedamerika-statistisches-zwischenfazit-meiner-tramptour-in-suedamerika/">Trampen in Südamerika &#8211; Statistisches Zwischenfazit meiner Tramptour in Südamerika</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Geeks gonna geek. Da ich nun meine ganzen Tramptouren so <a href="https://warmroads.de/de/logbuch-und-dokumentation/">sauber geloggt</a> habe, seitdem ich in Südamerika angekommen bin. Zum Abschluß dieses wunderbaren Kontinentes folgt an dieser Stelle ein kleines Zwischenfazit.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Allgemein</h2>
<p style="text-align: justify;">Seit dem 20. Oktober 2014 bin ich mehr als <strong>36968,2 km</strong> getrampt. Ich hatte mehr als <strong>405 Lifts</strong>, mußte durchschnittlich <strong>23 Minuten und 34 Sekunden</strong> warten und hab insgesamt <strong>182 Stunden und 39 Minuten</strong> (entspricht ca. 7,5 Tagen) an der Straße gestanden und auf Autos gewartet. Ich möchte keine Minute davon missen.<span id="more-796"></span></p>
<figure id="attachment_800" aria-describedby="caption-attachment-800" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts.jpg" rel="lightbox[796]"><img class="size-full wp-image-800" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts.jpg" alt="Team Traktor Vorwärts" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-800" class="wp-caption-text">Team Traktor Vorwärts. DTSG Legends.</figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;">Spitzenreiter</h2>
<p style="text-align: justify;">Ist&#8230;<a href="https://warmroads.de/de/trampen-teneriffa/">Teneriffa</a>. <strong>21 Lifts</strong> hab ich auf dieser wunderbaren Insel zusammen mit Hanna gefangen. Durchschnittlich haben wir <strong>8 Minuten und 12 Sekunden</strong> gewartet. Ich Glaube Lanzarote war noch besser, allerdings liegt das in der Zeit vor meinen Aufzeichnungen.<br />
Für Südamerika weißt Ecuador die besten Werte auf. <strong>14 Minuten und 30 Sekunden</strong> hab ich hier durchschnittlich auf einen Lift gewartet. Allerdings bin ich nur knapp <strong>1000 Kilometer</strong> durch das Land getrampt, mit <strong>21 Lifts</strong> ist es mäßig repräsentativ.</p>
<figure id="attachment_799" aria-describedby="caption-attachment-799" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen.jpg" rel="lightbox[796]"><img class="size-full wp-image-799" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen.jpg" alt="Pick-Up trampen" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-799" class="wp-caption-text">Pick-Up trampen in Uruguay. Best of it all.</figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;">Die positive Überraschung</h2>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/">Brasilien</a> war gefühlt so schlecht wie Spanien und Italien zusammen. Die Zahlen sagen allerdings etwas anderes. Mit <strong>15 Minuten und 15 Sekunden</strong> ist die durchschnittliche Standzeit nur knapp hinter der von Ecuador. <strong>44 Lifts</strong> und <strong>6550km</strong> Distanz sprechen allerdings für eine deutliche größere Repräsentanz als in Ecuador. So kann man sich irren. Ich weiß selber nicht so genau, wie ich auf diese guten Werte kommen konnte.<a href="https://warmroads.de/de/brasilien-aus-dem-logbuch-1/"> Gefühlt bin ich für jeden Lift mindestens eine Stunde gelaufen in Brasilien</a>.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Getäuscht</h2>
<p style="text-align: justify;">Hingegen total überschätzt habe ich Argentinien. Gefühlt war es das beste Land. Das lag aber wohl an dem kostenlosen WiFi in den Tankstellen und der überaus komfortablen Gesamtmischung aus guten Straßen, nettem Essen, langen Wegen und Internet. Die Zahlen sind allerdings ernüchternd:<br />
<strong>34 Minuten und 50 Sekunden</strong> ist die durchschnittliche Standzeit und somit die zweitschlechteste meiner gesamten Reise. Allerdings bin ich in Argentinien auch sehr viel Nachts unterwegs gewesen, was den Wert etwas gedrückt haben wird. Mit <strong>8045 km</strong> Distanz ist Argentinien bisher das Land, in welchem ich die meisten Kilometer zurückgelegt habe. Auch <strong>84 Lifts</strong> sind ein großer Teil meiner bisherigen Trampmasse.</p>
<figure id="attachment_803" aria-describedby="caption-attachment-803" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay.jpg" rel="lightbox[796]"><img class="size-full wp-image-803" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay.jpg" alt="Warten in Uruguay" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-803" class="wp-caption-text">Warten in Uruguay</figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;">Der Tiefpunkt</h2>
<p style="text-align: justify;">Definitiv Kolumbien. Nicht nur statistisch, sondern auch gefühlt. Nichts gegen Kolumbien, es ist ein wunderbares Land mit wunderbaren Menschen, allerdings ist die Fortbewegung mehr als anstrengend. <strong>48 Minuten</strong> durchschnittliche Standzeit, bis mich ein Auto mitgenommen hat. Schlechter geht es wirklich nicht. Zwar hatte ich nur in Venezuela weniger Lifts und <strong>943 km</strong> ist die kürzeste Distanz, welche ich in einem südamerikainschen Land zurück gelegt habe, aber mein Gefühl sagt mir, dass dies auch bei mehr Lifts und Distanz nicht besser geworden wäre. Die möglichen Gründe werde ich nochmal in meinem „Trampen in&#8230;- Kolumbien“ Artikel diskutieren.</p>
<figure id="attachment_802" aria-describedby="caption-attachment-802" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien.jpg" rel="lightbox[796]"><img class="size-full wp-image-802" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien.jpg" alt="Warten in Argentinien" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-802" class="wp-caption-text">Warten in Argentinien</figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;">Mein Geheimtip</h2>
<p style="text-align: justify;">Mein Geheimtip zum trampen in Südamerika ist&#8230;..nicht Chile&#8230;sondern <a href="https://warmroads.de/de/trampen-in-8-uruguay/">Uruguay</a>. Mit <strong>88 Lifts</strong> die meisten Autos getrampt und mit <strong>2689 km</strong> ordnet sich Uruguay im Mittelfeld der Distanzen ein. Die durchschnittliche Standzeit von <strong>19 Minuten und 42 Sekunden</strong> sind ordentlich. Wenn man nun noch bedenkt, dass diese Zahl größtenteils in einem Zweierteam (Mann/Mann) zustande kam, dann ist das schon mehr als ordentlich! Wahrscheinlich auch, weil ich mit Ralf unterwegs gewesen bin. Uruguay war auch das Land indem ich meinen <a href="https://warmroads.de/de/uruguay-durchgetrampt/">ersten Güterzug</a> getrampt habe und neben Syrien das Land wo ich definitiv die meisten Lifts mit meinen geliebten Pick-Ups hatte. Leider wird das in Zukunft ja nicht mehr so leicht möglich sein durch das neue Ladefläche-Mitnehmen-Verbot der Regierung. Hoffen wir mal die Uruguayaner neben dieses Gesetz mit ihrer gewohnten Gleichgültigkeit hin und halten trotzdem an.</p>
<figure id="attachment_804" aria-describedby="caption-attachment-804" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen.jpg" rel="lightbox[796]"><img class="size-full wp-image-804" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen.jpg" alt="Unseren ersten Zug trampen in Uruguay" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-804" class="wp-caption-text">Unseren ersten Zug trampen in Uruguay</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Hier die vollständige Tabelle mit allen Werten:</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><b>Land</b></td>
<td><b>Durchschnittliche Wartezeit (sek)</b></td>
<td><b>Zurückgelegte Distanz (km)</b></td>
<td><b>Wartezeit total (min)</b></td>
<td><b>Anzahl der Lifts</b></td>
<td><b>Gewichtung der Liftzeiten</b></td>
</tr>
<tr>
<td>Bis Venezuela</td>
<td></td>
<td>10398</td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td>Teneriffa</td>
<td>493</td>
<td>360</td>
<td>216</td>
<td>19</td>
<td>9367</td>
</tr>
<tr>
<td>St. Martin</td>
<td>612</td>
<td>43,2</td>
<td>143</td>
<td>14</td>
<td>8568</td>
</tr>
<tr>
<td>Venezuela</td>
<td>1868</td>
<td>1089</td>
<td>218</td>
<td>7</td>
<td>13076</td>
</tr>
<tr>
<td>Brasilien</td>
<td>916</td>
<td>6550</td>
<td>2112</td>
<td>44</td>
<td>40304</td>
</tr>
<tr>
<td>Uruguay</td>
<td>1182</td>
<td>2689</td>
<td>1734</td>
<td>88</td>
<td>104016</td>
</tr>
<tr>
<td>Argentinien</td>
<td>2090</td>
<td>8045</td>
<td>2833</td>
<td>84</td>
<td>175560</td>
</tr>
<tr>
<td>Bolivien</td>
<td>1484</td>
<td>1329</td>
<td>1163</td>
<td>47</td>
<td>69748</td>
</tr>
<tr>
<td>Chile</td>
<td>896</td>
<td>1804</td>
<td>254</td>
<td>17</td>
<td>15232</td>
</tr>
<tr>
<td>Peru</td>
<td>1484</td>
<td>2754</td>
<td>1163</td>
<td>47</td>
<td>69748</td>
</tr>
<tr>
<td>Ecuador</td>
<td>871</td>
<td>964</td>
<td>306</td>
<td>21</td>
<td>18291</td>
</tr>
<tr>
<td>Kolumbien</td>
<td>2883</td>
<td>943</td>
<td>817</td>
<td>17</td>
<td>48960</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td>Total</td>
<td>1414</td>
<td>36968,2</td>
<td>10959</td>
<td>405</td>
<td>572870</td>
</tr>
<tr>
<td>In Zeit</td>
<td>23 Minuten 34 Sekunden</td>
<td></td>
<td>182 Stunden 39 Minuten</td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Diese Tabelle. Geil oder?</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/trampen-in-suedamerika-statistisches-zwischenfazit-meiner-tramptour-in-suedamerika/">Trampen in Südamerika &#8211; Statistisches Zwischenfazit meiner Tramptour in Südamerika</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://warmroads.de/de/trampen-in-suedamerika-statistisches-zwischenfazit-meiner-tramptour-in-suedamerika/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Whisky.&#8220; &#8222;Claro.&#8220; &#8211; Wie ich eine der gefährlichsten Straßen der Welt überlebte</title>
		<link>https://warmroads.de/de/whisky-claro-wie-ich-eine-der-gefaehrlichsten-strassen-der-welt-ueberlebte/</link>
					<comments>https://warmroads.de/de/whisky-claro-wie-ich-eine-der-gefaehrlichsten-strassen-der-welt-ueberlebte/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 00:29:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bolivien]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://warmroads.de/?p=682</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nach meinen zwei aufregenden Tagen im bolivianischen Hochland war ich wieder zurück auf geteerter Straße. Der Illusion folgend, dies würde bis Coroico so bleiben,...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/whisky-claro-wie-ich-eine-der-gefaehrlichsten-strassen-der-welt-ueberlebte/">&#8222;Whisky.&#8220; &#8222;Claro.&#8220; &#8211; Wie ich eine der gefährlichsten Straßen der Welt überlebte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Nach meinen zwei aufregenden Tagen im bolivianischen Hochland war ich wieder zurück auf geteerter Straße. Der Illusion folgend, dies würde bis Coroico so bleiben, startete ich in den Tag. Wie immer aus der Stadt rauslaufen. Diesmal Oruro. Auf dem Weg nach draußen kam ich an einem Bus vorbei. Ein paar Menschen standen vor den offenen Gepäckklappen und luden neben Koffern auch tote Schweine aus. War anscheinend der tote Schweine Tag in Oruro. 20 Minuten Fußmarsch später kam ich an einem Taxi vorbei, was bis unter die Decke mit toten Schweinen beladen war. <span id="more-682"></span></p>
<p align="justify">Trampen lief ganz gut, drei schnelle Lifts zur Polizeikontrolle hinter der Stadt, zwei andere Tramper überholt und dann noch einen LKW angehalten, der bis zu meiner nächsten Kreuzung fuhr, von wo aus ich dann wieder auf kleinen Straßen weiterreisen sollten. Sehr zufrieden saß ich im LKW und beobachtete gedankeversunken die Landschaft. Ich hab noch über die letzten zwei Tage resümiert und mir überlegt, was ich alles in den Blogartikel packe, als es auf einmal einen riesen Schlag tut. Ich war so erschrocken, der LKW zieht sofort nach links. Mein Fahrer hat Mühe ihn in der Spur zu halten. Linker Vorderreifen geplatzt. Wir halten an, steigen aus, starren ungläubig auf den kaputten Reifen. Mein Fahrer fängt an zu telefonieren, ich helfe ihm noch die Reifenteile von der Autobahn zu räumen und laufe dann mal weiter. Kann noch dauern, bis der wieder fährt. Zum Glück hielt das dritte Auto an und nahm mich zu meiner Kreuzung mit.</p>
<p align="justify">Danach folgte erstmal geteerte Straße. Welch Entspannung. Ich sah mich schon gegen Mittag an der Death Road ankommen und gegen Abend hinter La Paz sein. Durch ein paar Dörfer ging es gut, dann starb der Verkehr. Ich hatte einen Lift mit einem Lastwagen auf der Ladefläche. Die Jungs bogen auf einmal ab: Ich musste mich schnell bemerkbar machen, damit ich nicht in die falsche Richtung fahre. Habe über mehrere Serpentinen einen Berg erklommen, ein paar Hunde gesichtet, mich gefragt, was diese Hunde hier im nirgendwo fressen und das Panorama genossen. Nach 28 Minuten laufen hielt ein Nissan an.</p>
<h3 align="justify">Atemberaubender Abstieg in das schönste Gebirge von Südamerika</h3>
<p align="justify">Der Fahrer war erst etwas stutzig. Ich hab mal wieder kein Wort verstanden. Irgendwie hab ich es aber doch ins Auto geschafft. Wir fuhren los. Dachte er fährt in die nächste Ortschaft oder so. Die Straße führte bergab. Ich schätze wir waren auf 5000+ Meter. Bis ich Ausstieg sollten wir auf unter 2200 sein. Die Straße war&#8230;.ich kann es garnicht anders sagen&#8230;.der Hammer. Sie führte in säuberlich geteerten Serpentinen hinunter nach Quime. Wir überholten ein paar Busse und irgendwann tat sich dann dieser riesige, nicht enden wollende Abgrund vor uns auf, den wir Stück für Stück mit dem klapprigen Auto bewätligten. Diese <a href="https://ranchocolibri.wordpress.com/the-road-to-quime/">Passage</a> war schon der absolute Hammer. Aber ich wusste ja nicht, das mich noch das gesamte Yungas Gebirga erwarte wird. Angekommen in Quime (die Stadt war noch nicht mal auf meiner Karte) fand sich eine wunderbar am See gelegene Kleinstadt mit Alpenfeeling und freundlicher Vegetation. Ich war ganz entzückt wie schön es auf einmal war. Wir waren nun mitten im Yungas Gebirge.</p>
<figure id="attachment_685" aria-describedby="caption-attachment-685" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Abstieg-nach-Quime.jpg" rel="lightbox[682]"><img class="size-large wp-image-685" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Abstieg-nach-Quime-1024x683.jpg" alt="Abstieg nach Quime" width="780" height="520" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Abstieg-nach-Quime.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Abstieg-nach-Quime-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Abstieg-nach-Quime-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Abstieg-nach-Quime-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Abstieg-nach-Quime-800x534.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Abstieg-nach-Quime-200x133.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-685" class="wp-caption-text">Abstieg nach Quime</figcaption></figure>
<p align="justify">Am Ortsende folgten wir einem kleinen Schotterweg und fuhren eine Tankstelle an. Auf die Frage wie weit wir noch unterwegs sei, antwortete mein Fahrer: „2 Stunden mehr“. Bombenlift also. Was mir aber dann erst klar wurde, dass der kleine Schotterweg kein Schleichweg zur Tanke war, sondern eher die Hauptstraße für die nächsten 400km. Ich ahnte vorher schon, dass diese Route einen Haken hat. Und da war er. Aber wir fuhren in den Yungas und meine Begeisterung kannte keine Grenzen.</p>
<p align="justify"><a href="http://www.bolivianbeauty.com/InquisiviArea/MainPage.htm">Yungas</a> ist eine Gebirgskette, die sich von tropischen 500 Metern rauf in die 4000+ Meter hohe Hochebene nach La Paz zieht. Es gibt den nördlichen Yungas und den südlichen Yungas. Beide Gebirgsketten werden von einem Fluß getrennt. Die Straße verläuft prinzipiell mitten am Berg. Das bedeutet, es geht ab und zu mal ein paar hundert Meter direkt neben dem Auto runter. Es ist wunderschön grün, man hat ständig eine atemberaubende Aussicht, ein bißchen Todesangst und&#8230;..es ist schwer zu beschreiben. Sagen wir einfach es ist so ziemlich das schönste Gebiet, was ich bisher in meinem Leben durchquert habe.</p>
<p align="justify">Drei Stunden kurvte ich mit meinem Fahrer und seinem Nissan durch die Berge. Zwischendurch Polizeikontrolle. Die wurden natürlich geschmiert. Kurzer Smalltalk, dann weiter. Eine Oma am Marktplatz die mit wollte wurde abgewimmelt. Ein paar Ortschaften später wieder eine Oma am trampen. Mein Fahrer seufzt, frei nach dem Motte: „Nagut, ruff mit der Alten.“ Oma auf die Ladefläche geladen und weitergefahren. Als wir ankamen hab ich mich für ca. 60 Cent mit soviel Essen ausgestattet, wie ich tragen konnte und lief mal wieder los durch die Ortschaft und ab über die nächsten Bergpässe. Dabei ist mir das Erste mal aufgefallen, dass ich hier ja mitten im Jungle bin. Bananenpflanzen, Orangenbäume am Wegesrand, die zum pflücken einluden. Seit Monaten nur karges Hochland und dann sowas. Und ich kann hier ja draußen schlafen!!</p>
<figure id="attachment_689" aria-describedby="caption-attachment-689" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/wunderbarer-Yungas.jpg" rel="lightbox[682]"><img class="size-large wp-image-689" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/wunderbarer-Yungas-1024x683.jpg" alt="Yungas roads" width="780" height="520" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/wunderbarer-Yungas.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/wunderbarer-Yungas-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/wunderbarer-Yungas-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/wunderbarer-Yungas-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/wunderbarer-Yungas-800x534.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/wunderbarer-Yungas-200x133.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-689" class="wp-caption-text">Yungas roads</figcaption></figure>
<h3 align="justify">Es folgt ein klassisch, wahnsinniger Nachtlift</h3>
<p align="justify">Meine Wanderung dauerte auch erstmal 2,5 Stunden&#8230;aber mit Genuss. Verkehr war ein bißchen. Vielleicht 4-5 Autos. Irgendwann habe ich ein kleines verlassenes Steinhaus am Straßenrand im Gebüsch entdeckt. Es sollte mein Nachtlager werden. Noch ein paar Vokabellisten abgeschrieben, Zigarette geraucht, die Abendtoilette begangen&#8230;.ich war bereit zu schlafen und es war auch schon dunkel. Aber ein Auto kam noch. Hand raus&#8230;.es hält an. Zwei Menschen schauen mich an. Offensichtlich ein Taxi. Ich erkläre, dass ich kein Geld für Transport habe. Anscheinend kein Problem für die Beiden. „Wo geht’s denn hin?“ „DaundDa.“ „Ist das ein Dorf oder eine Stadt?“ „Ein großes Dorf.“ „Keine Ahnung wo das liegt, aber auf geht’s.“ Rein in die gute Stube. Und was hier folgt sind solche Nacht-Lifts, für die ich das Trampen liebe.</p>
<p align="justify">Erste Beobachtung: Der Beifahrer war total dicht. Aber sowas von total dicht. Er konnte sich kaum auf dem Sitz halten, schwankte immer hin und her, traktiert von den Kurven und Schlaglöcher. Ich hab ihn schon ins Auto kotzen sehen und hielt mich bereit. Erste Theorie war, dass er auf einem Dorffest war und sich abgeschossen hat und nun nach Hause fährt. Dann obligatorische Pinkelpause. Kollege Besoffen musste dann auch erstmal scheißen gehen. Ich hatte um Glück Klopapier dabei, zur Freude der gesamten Besatzung.</p>
<p align="justify">Wir fuhren weiter. „EY Amigo, mi Amigo, Ey“, er versuchte mit mir zu reden, ich lächelte zurück und er steckte mir 30 Pesos zu, weil er dachte ich hatte kein Geld. Das war mir höchst unangenehm. Aber gut. Aussitzen Stefan, Aussitzen. Solange das Auto fährt, ist alles gut. Während ich noch über das Geld nachdenke, kippte die Stimmung etwas. Mr. Betrunken hatte mich in sein Haus eingeladen und der Fahrer (Efrain) diskutierte mit ihm. Das Gespräch verlief folgendermaßen:</p>
<p align="justify">Efrain: „Schau doch mal. Er spricht sehr schlecht Spanisch und versteht nichts. Und du benimmst dich hier wie der Allerletzte, hast eine unschöne Sprache und bist total betrunken. Was soll er denn jetzt von uns denken? Da kommt er in unser Land, er ist gebildet, war auf der Schule, Universität und dann findet er dich hier.“</p>
<p align="justify">Suffi: „NEIN NEIN NEIN; das stimmt nicht, er ist mein Freund.“</p>
<p align="justify">Efrain: „Er versteht dich nicht.“</p>
<p align="justify">Suffi: „Morgen reden wir! Morgen!“</p>
<p align="justify">Nächster obligatorischer halt in einem anderen Dorf. Tanken. Efrain lief in irgendein Haus, kam mit einem Kanister und einem Stück Gartenschlauch wieder. Anzapfen und laufen lassen. Tanken in Bolivien eben. Suffi hatte ich eine Zigarette angeboten, die rauchte er gerade mit mir und erklärte, dass die Zigaretten sehr stark sind und er sich nicht an seinen Namen erinnern kann (hatte ihn vorher mehrmals nach seinem Namen gefragt). Efrain forderte ihn auf, doch drei mal Huhn für uns zu kaufen, aber Suffi hatte kein Geld mehr. Das hatte ich ja. Weiter gings.</p>
<p align="justify">Wir kamen dann in den Ort wo Suffi wohnte und da er mich mindestens 10 mal zu sich nach Hause eingeladen hatte, war nun die Stunde der Wahrheit. Der Ort war höchst unsympathisch. Als Suffi Ausstieg und seine Sachen zusammensuchte, setzte ich zum taktischen Ausweichmanöver an. „Schläfst du hier oder fährst du wieder zurück?“, fragte ich Efrain. „Nein nein, ich fahre weiter?“ „Ach weiter, wohin?“ „Irupana.“ „Ah&#8230;&#8230;ja&#8230;weiter&#8230;..ähm&#8230;.hör mal Amigo&#8230;.er fährt weiter&#8230;vielleicht&#8230;.besser wenn ich mitfahre&#8230;.weil es ja näher an meinem Ziel ist, weißt du. Nicht böse sein, danke für deine Gastfreundschaft, aber du brauchst Schlaf und er fährt ja weiter&#8230;.nech?“</p>
<p align="justify">Suffi verstand das, nachdem Efrain noch etwas weitergeholfen hatte. Ich nahm vorne Platz, wir fuhren los, die Gesamtstimmung im Auto war Erleichterung und Efrain war auch froh, dass ich nicht mitgegangen bin. „No es muchacho.“, meinte er nur. Das Erste was ich versuchte war, ihm die 30 Pesos anzudrehen, aber er meinte nur, ich solle mir davon essen kaufen.</p>
<h3 align="justify">Alkohol und korrupte Polizei</h3>
<p align="justify">Und dann ging die Nacht erst richtig los. Erste obligatorische Pinkelpause. Efrain hatte noch eine halbe Flasche Whisky und Cola, die mixte er zusammen, versicherte mir, dass er gerne ein bißchen trinkt, aber nicht so viel wie der Kollege. Danach erzählte er mir auch die Story, nämlich dass die beiden seit mehreren Tagen unterwegs waren und ein Auto in Arequipa bei Chile verkauft haben. Zigaretten an, Whisky hinter die binde gekippt und los fuhr der Spaßexpress. Zu meiner guten Laune trug außerdem bei, dass ich endlich verstanden hatte, wo er hinfuhr. Nämlich noch zwei Stunden weiter in meine Richung. BÄM!</p>
<p align="justify">Am ersten Ort war der Spaß aber schon wieder vorbei. Efrain hielt an, weil ein Reisebus auf der Straße stand und gerade einparkte. Er macht die Lichter aus, ich fragte ob er Feuer will und er wimmelte mich nur ab: „Nono&#8230;psscht&#8230;.policia.“ Polizeikontrolle. Aus Spaß wurde ernst. Er wartete bis der Bus einparkte und fuhr los, um sich durchzumogeln. Leider war nicht genug Platz auf der Straße. Wir mussten zurücksetzen und einen anderen Weg fahren. Natürlich warteten die Kollegen nun schon auf uns.</p>
<p align="justify">Efrain, Gringo&#8230;.Geld. Efrain schmierte die Kollegen, aber es war anscheinend nicht genug. Er kam ins Auto und fragte mich nach den 30 Pesos, die ich gerne für diesen guten Zweck hergab. „Listo“, bereit. Kann weitergehen. Da kam aber irgendeine penetrante Frau ans Fenster und stellte irgendwelche Fragen. Solche Art von Menschen die immer in alles und überall ihre Nase reinstecken. Schwups, auf einmal hatten wir eine Frau mit Kind und einen alten Mann hinten drin sitzen. Efrain war sichtlich gestresst, für unruhiger und wir sollten ca. eine Stunde Umweg fahren.</p>
<p align="justify">Weiter gings also über die Bergstraßen. Wir tranken, um die Nerven zu beruhigen. „Whisky.“ Kommando an mich. „Claro.“ Einen für Efrain, einen für mich. Beim Ersten hat er noch moniert es sei zuviel, daher danach immer nur kleine Schlückchen Whisky-Cola. Ich sah mich gezwungen mit ihm zu trinken, zu Sicherheit aller Beteiligten. Aber da die Nacht schon wieder total am eskalieren war, machte sich bei mir auch ein Scheiß-Egal Gefühl breit. Nach 4-5 Whiskeys hatten wir alle Passagiere heile nach Hause gebracht und fuhren wieder in trauter Zweisamkeit weiter. Problem war nur, dass Efrain anscheinend genauso wenig den Weg kannte, wie ich.</p>
<h3 align="justify">Und wo wird geschlafen?</h3>
<p align="justify">Pinkelpause. „Whisky.“ „Claro.“ Ich war schon leicht beschwippst. Irgendwann ging das Licht im Auto an und ich erkannte, das Efrain anscheinend schon ordentlich einen sitzen hatte. Ob ich fahren kann? Ja, klar. Leider hab ich nie das Steuer in die Hand bekommen. War aber vielleicht auch besser so. Der Wagen setzte regelmäßig auf der schwierigen Straße auf. Die steilen Abhänge waren zum Glück aufgrund von Dunkelheit nicht zu sehen. Der letzte Whisky war geleert, in einem Dorf fragten wir nach dem Weg und Efrain erkundigte sich über kommende Polizeikontrollen. Wir hatten beide kein Geld mehr, er erklärte mir, was ich sagen soll, ich verstaute meine Kamera (man weiß ja nie) und angespannt fuhren wir weiter. Zum Glück war es nur eine Patrouille und keine feste Polizeikontrolle. Und die erreichte uns nie.</p>
<p align="justify">Wir unterhielten uns prächtig und erreichten schließlich das besagte große Dorf. Ratlos hielten wir an, ich schnorrte noch eine Zigarette bei Efrain. „Oder soll ich dich noch mitnehmen in mein Dorf?“ Klingt nach Schlafplatz. „Wie weit?“ „5 km“ „Claro.“. Wir setzen noch mindestens 10 mal auf, die Straße wurde immer schlechter und nach weiteren 50 Minuten erreichten wir sein Dorf. Zu meiner Überraschung hielt er am Marktplatz an und ließ mich raus. Ich hatte noch nie Glück mit Schlafplätzen, aber auch nie ein Problem Nachts weiterzutrampen. Vielleicht hängt das zusammen. Ich verabschiedete und bedankte mich recht herzlich bei Efrain und lief in die Nacht.</p>
<p align="justify">Geschlafen hab ich einen Ort weiter auf der Terrasse eines kleinen Gemeindehauses. Am Morgen versammelte sich eine Gruppe kleiner Kackbratze an der Straßenseite und machten ordentlich Lärm. Ein Mädchen rief ständig irgendwas. Ich hatte keine Ahnung was. Dachte mir aber, dass ihre Freundin bestimmt nicht zu Hause ist und ob sie nicht mal endlich die Schnauze halten kann. Die ganze Nacht hat mich eine viel zu laute Mücke terrorisiert, die einfach nicht essen wollte und nun irgendwelche Kinder die nach ihren Freunden rufen. Irgendwann hörte ich dann nur „Gringo.“ und mir wurde klar, dass die wohl die ganze Zeit nach mir rufen. Meine Tarnung schien aufgeflogen. Aussitzen Stefan. Die Kackbratzen verschwanden alsbald. Zusammenpacken, übers Geländer klettern, erste Auto hielt an in die nahe gelegene Stadt.</p>
<p align="justify">Da war Markt und ich gönnte mir erstmal ein herrliches Street Food Frühstück, hielt überall mal an, kaufte etwas. Kuchen, Käse Empanadas und lecker gefüllte Knödel-Kartoffel-Symbiose. Lift raus aus der Stadt gefunden. Zähne geputzt. Und dann losgelaufen. Laufen war hier ganz und garnicht so toll, wie ich nach 30 Minuten feststellen musste, als ich von oben bis unten zugestaubt war. Angehalten hat auch nichts. Insgesamt vier Stunden Fußmarsch sollten vor mir liegen. Immer vom Interesse angetrieben, was denn hinter dem nächsten Berg kommt und wie es da aussieht. Nach drei Stunden hatte ich schon zwei Liter Wasser geleert. Unbarmherzig rauschten die großen und kleinen Busse an mir vorbei und wirbelten immer mehr Staub auf.</p>
<p align="justify">Irgendwann erbarmte sich ein Taxi. Alte Leier, kein Geld für Transport&#8230;ja kannst mitfahren. Letzte Kreuzung vor meinem Zielort. Fisch zum Mittag gegessen, neues Wasser gekauft. Weiterlaufen. Lift in einem kleinen Jeep mit vier Bolivianern angequatscht, mitgefahren, fast Unfall gebaut, letzte Stadt vor meinem Zielort erreicht. Weitergelaufen. Wieder ein Taxilift mit zwei alten Herren und einem sehr sehr netten Taxifahrer. Von dem Dorf wo wir hinfuhren seien es drei Stunden zu Fuß nach Coroico. Klingt gut dachte ich. Losgelaufen und wieder fast ein Taxi nach Coroico gekriegt, aber die sind weitergefahren.</p>
<figure id="attachment_688" aria-describedby="caption-attachment-688" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Fensterblick-Yungas.jpg" rel="lightbox[682]"><img class="size-large wp-image-688" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Fensterblick-Yungas-1024x683.jpg" alt="Fensterblick aus meinem Hostel in Coroico" width="780" height="520" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Fensterblick-Yungas.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Fensterblick-Yungas-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Fensterblick-Yungas-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Fensterblick-Yungas-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Fensterblick-Yungas-800x534.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Fensterblick-Yungas-200x133.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-688" class="wp-caption-text">Fensterblick aus meinem Hostel in Coroico</figcaption></figure>
<h3 align="justify">Der gefährlichste Lift der Welt auf der gefährlichsten Straße der Welt</h3>
<p align="justify">Während dem Laufen dachte ich mir dann so, ich kann jetzt alles stoppen, was mich näher bringt. Auch Motorräder. Das Erste hielt nicht an. Dann kam ein Motorradfahrer in Tarnkleidung um die Kurve gebrettert und hielt an. Yeah. Und was nun folgt, ist dann wohl der passende Abschluss für diese total verrückte Yungas Tour.</p>
<p align="justify">Mein Lift war ein Polizist. Ich hätte schon merken sollen, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht, als er vom Motorrad abstieg, anfing mit mir zu reden und währenddessen gegen sein eigenes Motorrad schiffte. Manchmal hab ich aber ne recht lange Leitung. Er war mir auch etwas unsympathisch, aber ich kann so schlecht Lifts ablehnen und diskutier auch nicht gerne mit Ordnungsbehörden. Also hinten druff. Nene, enger ranrücken und arme um meinen Bauch schlingen. Das war nicht so homoerotisch, wie es sich anhört.</p>
<p align="justify">Als wir losfuhren und Aris mit mir anfing zu reden, bemerkte ich, dass er ordentlichst besoffen war. Eigentlich merkte ich das schon, als wir Schlangenlinien fahrend auf das erste Auto zuhielten. Immer wenn er sich zu mir drehte und was sagte, kam sein Motorrad vom eigentlich Kurs ab. Bagger, Busse, Jeeps&#8230;.naja was uns eben alles so entgegenkam und rechts ging es dann mehrere hundert Meter runter. Scheiße, was mach ich hier eigentlich.</p>
<p align="justify">Hoffentlich fährt der nicht so weit, dachte ich. Erste Pause. „Wohin geht’s denn?“ „Coroico.“ Scheiße der fährt echt bis nach Coroico. Da sind wir mindestens noch ne Stunde unterwegs. Wie erklär ich ihm nur, dass ich nicht weiter mitfahren will&#8230;..ach da geht’s schon weiter. Naja. Todesangst. Irgendwie wars auf seine Art und Weise auch lustig. Ich hielt mich gut an ihm fest und dachte mir nur, dass wir wenn dann zusammen untergehen. Nächste Pause. Er will ein Selfie machen. Beziehungsweise möchte, dass ich ein Selfie mache.</p>
<p align="justify">Da kam dann mein Selfiestick zum Einsatz. Ich holte ihn aus dem Rucksack und erklärte Aris, dass ich ihn als „Present“ in Argentinien von einem Fahrer bekommen hatte. „Present“ verstand er, wurde sofort hellhörig. „Für mich ein Present“. Bolivianische Polizei. Oh nein, jetzt will der auch noch ein Present haben. „Nein nein&#8230;“ Selfie gemacht. Weitergefahren. Nächste Pause. Das mit dem Present schien ihn nicht mehr loszulassen. Er wollte mir seine Polizeijacke geben und ich sollte dafür irgendwas mit ihm tauschen. Hatte aber nüscht. Sorry. Aber Jacke kannst du mir trotzdem geben? Hab doch gar keinen Platz dafür und anziehen kann ich sie auch nicht. Ach ich soll die einfach irgendwas schicken, wenn ich wieder in Deutschland bin? Ja, die Jacke kann ich ja meinem Papa schicken. Jaja, wir sind jetzt Polizeibrüder. Weiter gings.</p>
<figure id="attachment_687" aria-describedby="caption-attachment-687" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/drunken-Police.jpg" rel="lightbox[682]"><img class="size-large wp-image-687" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/drunken-Police-1024x683.jpg" alt="Polizeilift mit Frau" width="780" height="520" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/drunken-Police.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/drunken-Police-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/drunken-Police-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/drunken-Police-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/drunken-Police-800x534.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/drunken-Police-200x133.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-687" class="wp-caption-text">Mein Polizeilift nebst seiner Frau. Netter Kerl.</figcaption></figure>
<p align="justify">Ich sag mal so, macht das NIE NIE NIE zu Hause nach. Aber ich habs überlebt. Aris kam heile zu seiner Freundin nach Coroico. Als wir ankamen stellte er sein Motorrad ab und das Erste was er sagte: „Hier ich hol kurz meine Freundin, geh du mir mal ein Bier kaufen bitte.“ Nagut. Ich brauchte auch dringend ein Bier. Also noch zwei Bier bestellt und mit Aris + Freundin getrunken. Hatte andere Gringos erspäht und bin immer mal raus und hab die nach passenden Hostels gefragt. Während wir uns unterhielten, ist Aris Motorrad nochmal schon auf den Bordstein gefallen. Naja, alles vom Staat bezahlt. Er ist dann mit seiner Freundin abgedüst. Ich hatte zittrige Hände, aber war endlich in Coroico. Bereit die <a href="http://www.blick.ch/news/ausland/strasse-des-todes-hier-kracht-ein-car-in-den-abgrund-id1799891.html">„Death Road“</a> zu trampen.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/whisky-claro-wie-ich-eine-der-gefaehrlichsten-strassen-der-welt-ueberlebte/">&#8222;Whisky.&#8220; &#8222;Claro.&#8220; &#8211; Wie ich eine der gefährlichsten Straßen der Welt überlebte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://warmroads.de/de/whisky-claro-wie-ich-eine-der-gefaehrlichsten-strassen-der-welt-ueberlebte/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Wenig Verkehr auf dieser Straße, aber ist bestimmt schön da!&#8220;</title>
		<link>https://warmroads.de/de/wenig-verkehr-auf-dieser-strasse-aber-ist-bestimmt-schoen-da/</link>
					<comments>https://warmroads.de/de/wenig-verkehr-auf-dieser-strasse-aber-ist-bestimmt-schoen-da/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2015 13:38:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bolivien]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://warmroads.de/?p=659</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich stehe mit einem Holländer im Hostel und unterhalte mich mit ihm über meine Route. Wir waren zwei Ahnungslose, die aber beide eine Meinung...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/wenig-verkehr-auf-dieser-strasse-aber-ist-bestimmt-schoen-da/">&#8222;Wenig Verkehr auf dieser Straße, aber ist bestimmt schön da!&#8220;</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Ich stehe mit einem Holländer im Hostel und unterhalte mich mit ihm über meine Route. Wir waren zwei Ahnungslose, die aber beide eine Meinung hatten. &#8222;Ja, normalerweise fährt man eine andere Route. Deine Strasse geht mitten durch die ländliche Gegend.&#8220; &#8222;Da ist wahrscheinlich wenig Verkehr.&#8220; &#8222;Ja, aber ist bestimmt schön da.&#8220; Schön wars unter anderem. Kein Plan gehabt, in was ich da wieder reinrenne. War vielleicht auch gut so.<span id="more-659"></span></p>
<p align="justify">Route klar. Ich laufe los. Kaufe mir hier und da noch Kleinigkeiten zu Essen. Selbst in Städten verzichte ich mittlerweile komplett auf den Bezahlverkerhr. Innheralb von 30-60 Minuten bin ich noch aus jedem Stadtzentrum in eine trampbare Gegend gekommen. Auf der Strasse Richtung Flughafen trampe ich also los. Unzählige Taxis fahren an mir vorbei. Mein erster Lift sollte ein VW-Käfer sein. Sauber restauriert. Netter Kerl, Lift bis zum Flughafen. Dort hatte ich dann einen Kleinlastwagen, der mich bis zur Strasse nach Ravelo gebracht hat. Perfekt. Stadt hinter mir. Gesuchte Strasse vor mir.</p>
<h3 align="justify">Der direkte Weg nach Oruro</h3>
<p align="justify">Ich hätte schon etwas misstrauisch werden sollen an der Kreuzung. Links abbiegend von der Hauptstrasse folgte eine kleine Strasse, die durch den Strassengraben zu passieren war und mehr aussah, wie eine Einfahrt zu einem illegalen Haus. Sicherheitshalber nochmal eine Frau am Wegesrand gefragt, ob dies der Weg nach Ravelo ist. &#8222;Si. Si.&#8220; und dann meinte sie noch irgendwas von mehr Verkehr weiter hinten oder so. Da war ich aber schon auf dem Weg.</p>
<p align="justify">Die Hauptkreuzung war komplett gesperrt, wie ich nach einigen Metern sah und diese Staubpiste anscheinend die illegale Umgehung. Hab mir nichts dabei gedacht und bin losgelaufen. Erstmal war da kein Verkehr. Nach einiger Zeit kam ein Motorrad, mit dem ich meinen ersten Lift hatte. Nach einer viertel Stunde folgte ein Kleinlastwagen der mich 20 Minuten weiter brachte. Er fuhr in ein kleines Kaff was fernab der Hauptstrasse lag und laut Karte nur durch eine sehr &#8222;kleine&#8220; Strasse zu erreichen war. Ich hatte so eine böse Ahnung, dass ich genau auf dieser Strasse gelandet bin.</p>
<figure id="attachment_664" aria-describedby="caption-attachment-664" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Brückenbau.jpg" rel="lightbox[659]"><img class="size-large wp-image-664" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Brückenbau-1024x768.jpg" alt="Brückenbau Bolivien" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Brückenbau.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Brückenbau-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Brückenbau-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Brückenbau-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Brückenbau-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/Brückenbau-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-664" class="wp-caption-text">Brückenbau Bolivien, ab ins Nirgendwo.</figcaption></figure>
<p align="justify">Erstmal wieder laufen. Schön hier. Nach 27 Minuten kriege ich einen Mitleidslift mit einem Taxi für 2km. Ich laufe weiter und komme zu einer Brücke, die gerade gebaut wird. Alternativweg führt durch den Fluss. So sollte es die nächsten Tage öfter sein. Berg hoch, Berg ab, durch Fluss und wieder Berg hoch. Berg hoch musste ich ebenfalls laufen, nachdem ich die Baustelle passiert hatte. Und dann kam erstmal&#8230;.nichts. Nach einer Stunde der nächste Mitleidslift mit einem Zement LKW für weitere 2 km. Ich durfte außen am LKW stehen, direkt neben dem Trichter, wo der Zement eingefüllt wird. Sah mich da schon reinfallen, wie die Hexe in den Ofen bei Hänsel &amp; Gretel. Die Aussicht war allerdings prächtig.</p>
<p align="justify">Gut gelaunt lief ich anschließend weiter entlang der Straße. Verkehr Mangelware. Ein Krankenwagen kommt angebraust, ich halte meine Hand raus und er stoppt. Yeah, mein erste Krankenwagenlift. Ich durfte hinten rein, wo sonst die Patienten sind. Da war eine Bank, eine Pritsche und sonst nichts. Simpel ausgestattet. Fuhr bis zu einem Kaff kurz vor Ravello. Ich lief wieder weiter auf der schönen geteerten Strasse und so langsam machte sich der Verdacht breit, dass ich vielleicht doch die ganze Zeit auf der Hauptverkehrsstrasse bin und da einfach kein Verkehr ist. So wars wohl auch. Das erste Auto was kam, nahm mich nach Ravelo mit.</p>
<p align="justify">Da war ich nun am ersten Checkpoint. Die Sonne war schon am untergehen. Immerhin die ersten 50km geschafft nach sieben Stunden. Nur noch 850km vor mir. Ich ahnte schon, dass ich das wohl nicht an einem Tag machen werde. Hinter Ravelo hörte dann auch die geteerte Strasse auf und es folgte Staubpiste. Mit Steinen. Und Flüssen. Ab und zu Lamas oder Schafherden. Bolivianisches Hochland.</p>
<h3 align="justify">Sterne und Schweine</h3>
<p align="justify">Im Sonnenuntergang winkte ich den ersten Lastwagen raus. Schnell auf die Ladefläche geklettert. Dort war reger Betrieb. Acht Leute und ein Schwein (schwarz und borstig). Hallo. Die Sau schnupperte sofort interessiert an meinem Schuh. Sie war am Hinterbein in der Ecke festgebunden. Der Rest der Reisegesellschaft befand sich am anderen Ende der Ladefläche. Freundliche versuche der Schweines Kontakt mit den anderen aufzunehmen, wurden mit Schlägen auf den Kopf quittiert. Das gefiel ihr garnicht und frustriert schmiss sie immer wieder Schaufeln oder Stahlträger mit ihrer Schnautze hin und her. Unter anderem gegen mein Bein.</p>
<figure id="attachment_665" aria-describedby="caption-attachment-665" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/LKW-mit-Schwein.jpg" rel="lightbox[659]"><img class="size-large wp-image-665" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/LKW-mit-Schwein-1024x768.jpg" alt="Reisegesellschaft mit der Wutz" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/LKW-mit-Schwein.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/LKW-mit-Schwein-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/LKW-mit-Schwein-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/LKW-mit-Schwein-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/LKW-mit-Schwein-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/LKW-mit-Schwein-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-665" class="wp-caption-text">Reisegesellschaft mit der Wutz</figcaption></figure>
<p align="justify">Es wurde dunkel. Irgendwie schaffte es die Sau, sich aus ihrer Gefangenschaft zu lösen und erweiterte ihren Bewegungsradius auf die gesamte Ladefläche. Sehr zu meiner Belustigung und zum Ärger der Anderen. Immer wieder Kontaktgesuche, immer wieder Zurückweisung. Armes Schwein. Nachdem wir die meisten Leute ausgeladen hatten, war ich alleine mit einem Pärchen, welches sich unter einer Decke in der Ecke der Ladefläche kuschelte und: Dem Schwein. Das Schwein kam immer wieder schnuppernd, grunzend und zunehmend penetrant Richtung Decke und der Kollege unter der Decke war nicht sehr geschickt im abweisen. Über uns war glasklarer Sternenhimmel und Sichelmond. Wie romantisch. Die Liebenden, das Schwein und dieses Panorama.</p>
<p align="justify">Nach zwei Stunden wackeliger Fahrt war Ende. &#8222;Otro lado.&#8220;, andere Richtung. Der Fahrer fragte mich nach Geld. Verstehe, war wohl so etwas wie ein local Taxi. Ich gab ihm umgerechnet 1,10€. Ich trampe zwar, das ist umsonst, aber ich will auch nicht unhöflich sein. Da an dem Tag so ziemlich alles angehalten hatte, was an mir vorbeigefahren ist, war ich recht zuversichtlich in der Dunkelheit weiter zu kommen. Es war auch erst gegen acht. Also lief ich weiter ins nächste Dorf. Am Ortsende machte ich die erste Pause. Ich war irgendwo zwischen 3500 und 4000 Metern und der sachte Aufstieg machte mir zu schaffen. Ich sah ein Auto den zurückliegenden Berg runterkommen. Mein nächster Lift. Sollte in 10 Minuten an meiner Position sein.</p>
<p align="justify">Ich war bereit weiterzufahren. Auto kommt um die Kurve, Handzeichen und&#8230;..es fährt vorbei. Was war da los. Seit dem Taxi-Lift zur kaputten Brücke ist kein Auto mehr an mir vorbeigefahren. Ich dachte hier hält alles an? Ich war entwas enttäuscht und lief weiter. Laufen, hinsetzen, Sterne schauen, laufen&#8230;usw. Meine Nachtbeschäftigung. Ein zweites Auto kam&#8230;auch das hielt nicht an. Ein Drittes hält zwar, aber nimmt mich nicht mit. Das war dann auch schon der ganze Verkehr, der letzten 3,5 Stunden. 3,5 Stunden schon am laufen. Es wird langsam kalt und ich weiss genau, diese Nacht lohnt sich nicht zum trampen. Ich war mitlerweile sicher über 4000m und es wurde kalt.</p>
<h3 align="justify">Mein bolivianischer Bauersfreund</h3>
<p align="justify">Hinter mir waren ein paar Lehmhütten von bolivianischen Bauern. Eine Taschenlampe leuchtet auf. Meine Chance. Ich leuchte zurück. Keine Reaktion. Ich leuchte penetrant zurück. Nada. Das ist meine einzige Chance heute noch zu schlafen (ohne einen Menschen aufzuwecken, was mir maximal unangenehm gewesen wäre). Also laufe ich los richtung Haus. Ich nähere mich vorsichtig. Keine Lebenszeichen. Versuche zu erahnen, wo der Eingang ist.</p>
<p align="justify">Plötzlich bewegt sich etwas. Der bolivianische Bauer traut sich aus seinem Schützengraben und kommt auf mich zugestapft. Er hatte sich vor sein Haus auf die Lauer gelegt und mich die ganze Zeit aus einem kleinen Graben beobachtet. Seinen etwas agressiv-verteidigend wirkenden Auftritt lächelte ich gekonnt weg. Der Bauer hatte die Backen voller Koka, seine Zähne schimmerten bedrohlich schwarz und er war ungefähr zwei Köpfe kleiner als ich. Er redete mit mir, ich verstand kein Wort, erklärte ihm, dass ich nicht draussen schlafen kann und ob er etwas Platz hat&#8230;er verstand&#8230;Vamos.</p>
<p align="justify">Er wohnte mit seiner Familie in fensterlosen Lehmhütten. Die Familie sollte auch sogleich kollektiv aufgeweckt werden. Ich verstand nicht so recht warum. Aber er stand mitten im Schlafraum und brüllt seinen Sohn an. Der zeigte sich äusserst resistent und schlief einfach weiter. Bauer schreit weiter, ich versuche zu schlichten und erkläre ihm, dass ich nur einen kleinen Platz auf dem Boden brauche. Dachte der schmeißt seinen Sohn aus dem Bett und ich solle dann darin schlafen.</p>
<p align="justify">Nach weiteren Versuchen des aufweckens, bewegen wir uns in den Nebenraum. Dort steht noch ein zugerümpeltes Bett. Perfekt. Ich räume eine Seite frei und kriege noch ein paar Decken für meinen dünnen Schlafsack. Ich hatte eine Flasche Wasser dabei. Irgendwie wurde ich oft auf das Wasser angesprochen und verstand nie warum. Auch hier, diesmal fragte er mich, ob er einen Schluck haben kann. Klar, kann ich nicht abschlagen. Als ich danach an der Flasche nippe, werden meine Lippen sofort taub. Er hatte auf jedenfall ne ordentlich Spur Koka hinterlassen.</p>
<p align="justify">Als ich schon halb im Schlafsack liege, kommt mein bolivianischer Bauersfreund nochmal zum Kommunikationsversuch vorbei, schob meinen Schlafsack zur Seite und setzte sich in väterlicher Art auf mein Bett. Ich verstand nicht so richtig was er wollte. Dokumente, Sicherheit, er gab mir seinen Pass, ich rückte meinen Führerschein raus. Ich wusste nicht so ganz was los war und behielt meinen Reisepass lieber für mich. Aber er wollte den Führerschein nur seinem Sohn zeigen. Hab nicht so richtig verstanden wieso. Wahrscheinlich um nochmal einen Grund zu haben, den Sohne zu wecken. Dann war aber Schlafenszeit in meiner fensterlosen Lehmhütte.</p>
<p align="justify">So ganz getraut habe ich der ganzen Situation nicht. Die ersten Eindrücke aus der Situation mit dem Graben vor dem Haus waren zu sehr präsent. Die Kokabacke, die schwarzen Zähne und der misstrauische Mann.</p>
<p align="justify">Traum 1: Ich wache auf in meinem Bett irgendwo in Deutschland. Freunde kommen zu mir und Fragen mich, was ich hier mache. Ich habe meinen Tramperanzug an. Aber wo ist mein Rucksack? Fuck, mein Rucksack? Diese bolivianische Bauersfamilie muss mich mit einem Transporter in diesen Park gebracht haben und hat meinen Rucksack geklaut! Wir beginnen umgehend mit der Suche.</p>
<p align="justify">Traum 2: Ich sitze in meinem Lehmhüttenzimmer und spiele Computer. Auf meinem Bett turnt ein kleines, schwarzes und borstiges Schwein herum. Es ist ziemlich frech und ärgert mich, wo es nur kann.</p>
<p align="justify">Zum Morgengrauen öffnet sich die Tür. Der Bauer kommt rein und steckt sein Handy in die Steckdose. Es ist hell, aber noch keine Sonne da. Die kälteste Zeit des Tages. Ich beschließe noch etwas in meinem Schlafsack zu bleiben. Das Handy ist alt und ich werde gefragt, ob ich etwas auf dem kaputten Display sehe. Meine technisch versierten Augen stellen wohl dasselbe fest, wie der Bauersmann. Nämlich das dort nichts zu sehen ist.</p>
<p align="justify">Nach einer Zeit schaut er mal wieder rein und lässt die Tür offen stehen. Wohl ein Zeichen, dass es nun an der Zeit ist zu gehen. Ich lerne noch alle drei Kinder kennen, die Frau hängt wäsche auf. Frühstück brauch ich keins. Laufe los und mein neuer Freund begleitet mich noch ein Stück. Ein frischer Morgen im bolivianischen Hochland. Die Sonne ist gerade aufgegangen, auf der Straße sind die ersten Menschen. Es war ein schöner Morgenspaziergang.</p>
<figure id="attachment_667" aria-describedby="caption-attachment-667" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianischer-Bauer.jpg" rel="lightbox[659]"><img class="size-large wp-image-667" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianischer-Bauer-1024x768.jpg" alt="Mein bolivianischer Bauersfreund" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianischer-Bauer.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianischer-Bauer-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianischer-Bauer-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianischer-Bauer-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianischer-Bauer-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianischer-Bauer-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-667" class="wp-caption-text">Mein bolivianischer Bauersfreund</figcaption></figure>
<h3 align="justify">Bier, Wein und selbstaufgesetzter Vergohrener.</h3>
<p align="justify">Verkehr gibt’s auch, allerdings nur in die falsche Richtung. Ein paar Lastwagen, einer davon rauscht so schnell an mir vorbei, dass ich mich vor der ankommenden Staubwolke verstecken muss. Unmöglich schnell. Im ersten Dorf scheinen sich die Nachbarn versammelt zu haben. Ach wie schön, denke ich. Sowas gibt’s in Deutschland ja nicht mehr. Alle stehen zusammen auf der Straße und reden. Ich nähere mich. „Buenes dias.“ „Buenes dias.“ „GRINGO!“, brüllt eine der Nachbarinnen, als sie gerade aus dem Haus kommt. Hände werden geschüttelt. Auf der Straße liegen zwei Hühner. Jetzt merke ich erst, dass die wohl gerade unter die Räder gekommen sind und die Nachbarschaft beratschlagt, was zu tun ist. Ob ich nicht ein Huhn wollte, ich bin doch Gringo und habe Geld. Ne, danke.</p>
<p align="justify">Ich laufe ins Dorf, kaufe dort ein Brot mit fritierten Kartoffeln und Spiegelei. Gutes Frühstück für 40 Cent. Der erste LKW der kommt hält an. Viva Bolivia. Bis nach Oruri, der zweiten von vier Städten auf meinem Weg. Da ist auch reger Betrieb. Die Landschaft ist wunderschön. Ich laufe wieder los. Nach einigerzeit stoppe ich das erste Gefährt, was vorbeikommt. Ein Bagger. Mein erster Baggerlift. 25 Minuten stehe ich an der Seite und wir fahren durch das hügelige Hochland.</p>
<p align="justify">Danach hält wieder der erste Truck an. Hinten drauf ne Menge Ziegeln, eine Tonne mit ungewissem Inhalt und 3 anderen Kollegas. Wir stoppen an einer Baustelle. Fahrer steigt aus und geht mit dem Bauleiter. Anscheinend soll es hier erst in zwei Stunden weitergehen. Da sind anscheinend 5 wirklich große Bagger und Raupen am Werk und schieben den Berg weg. Bolivianische Straßen sind sowieso für den nächsten Erdrutsch gebaut. Irgendwie geht’s dann aber doch nach 10 Minuten weiter. Danach habe ich noch einen 1.Auto/LKW Lift und komme bis nach Macha.</p>
<p align="justify">Zeit zum Mittagessen. Auf dem Weg aus der Stadt gerate ich in eine Feier. Drei fröhliche Gitarissten fordern mich zum tanzen auf. Ringsherum sitzen alte Leute mit Fässern voller selbstgemachtem Alkohol und freuen sich über den tanzenden Gringo und das Spektakel. Danach ging alles ganz schnell. Ich kriege einen Becher Bier gereicht. Trinke das. Danach einen Becher Tumba (irgendeine vergorene Frucht) und als ich das am trinken war, stand auch schon der nächste mit seinem selbstgemachten Wein parat. Alkoholmix zum Mittag. In der anderen Hand hatte ich noch mein Alfajor, was ich noch nicht ganz aufgegessen hatte. Nach der kleinen Fiesta war ich etwas angeschwippst und lief weiter meine Straße entlang. Ein Pick-Up hält. Zum fünften mal hintereinander, dass mich das erste vorbeikommende Auto mitnimmt. Ich liebe diese Gegend!</p>
<p align="justify">Ein LKW ließ mich stehen, meine Gewinnsträhne ward vorüber. Ein paar Käffer weiter landete ich auf der Ladefläche eines Gemüse-LKW´s. Kopfschmerzen von der Höhe, dem Alkohol und dem ständigen hin und hergeworfen werden. Der Fahrer fuhr wie die Hölle. Die Landschaft wandelte sich vom Hochland, zur Schlucht und wir kamen zu ersten bebauten Straßenabschnitten seit 1,5 Tagen. Zivilisation. Vielleicht schaffe ich doch die erste Etappe nach Oruro, wo sich die große Autobahn nach La Paz anschließt.</p>
<figure id="attachment_668" aria-describedby="caption-attachment-668" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianisches-Hochland.jpg" rel="lightbox[659]"><img class="size-large wp-image-668" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianisches-Hochland-1024x768.jpg" alt="bolivianisches Hochland" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianisches-Hochland.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianisches-Hochland-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianisches-Hochland-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianisches-Hochland-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianisches-Hochland-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/05/bolivianisches-Hochland-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-668" class="wp-caption-text">bolivianisches Hochland</figcaption></figure>
<h3 align="justify">Wieso ist hier soviel Öl auf der Ladefläche?</h3>
<p align="justify">Ich lifte mit einem Baustellen Pick-Up. Die Jungs sind gut drauf, die Ladefläche ist total ölverschmiert. Ich versaue mir erstmal mein Hosenbein. Bein Rucksack wird sich schön vollschmieren mit den öligen Dreckklumpen. Definitiv eine Nummer schlimmer als der ständige Staub und die sonstigen Ladeflächenüberraschungen. Wir fahren endlich auf geteerter Straße, oder besser gesagt auf einer 50km langen Baustelle, die eine schöne neue Straße durch die Schlucht pflügt. Die Jungs scheinen auch jeden zu kennen. Leute in erorbitant großen Baggern grüßen uns. Einmal halten wir an, weil eine Raupe ziemlich viel Öl aus ihren hydraulischen Gelenken verliert. Kurzer Smalltalk, ein verzweifelter Hilfegesuch, die Jungs lachen und fahren weiter.</p>
<p align="justify">Gegen 18:25 Uhr lande ich in einer kleinen Bergarbeiterstadt vor Oruro. Die Stadt sieht aus wie eine einzig riesige Stahlhütte. Wie gemacht von kleinen Zwergen, die Tagein Tagaus im Berg arbeiten, oder irgendwelche Metalle giessen. Von den Minenschächten erstrecken sich Wellblechdächer bis zu Fluß hinab. Was genau darunter passiert bleibt zu erahnen. Sah aber nach Bergbau aus. Dazwischen einige Häuser. Alles grau und verstaubt. Vielleicht lag es am Sonnenuntergang, aber der Ort hatte eine besondere Magie.</p>
<p align="justify">Es war dunkel. Es wurde kalt. Ich hatte Kopfschmerzen und war müde. „Zeit für einen Bus.“, flüsterte die Vernunft. Aber so kurz vor dem Ziel aufgeben war doch irgendwie nicht Sinn der Sache. Ich werde langsam weich. Aber das heißt ja nicht, dass ich jedem Impuls nachgeben muss. Nachttrampen also. Ich postierte mich instinktiv hinter die Tankstelle am Ortsende und wartete an der Ausfahrt auf Autos, die gerade losfahren. Das funktionierte. Nach 5-10 Minuten kam das erste Auto von der Tankstelle in meine Richtung und lud mich ein. Lift nach Oruro. Geschafft. Hotel und Essen als Belohnung.</p>
<p align="justify">Auf dem Weg hielten wir noch an einer Polizeikontrolle und luden drei Jungs trampende Jungs ein. Keine Chance zum abweisen. Die schauen ins Auto, fragen wohin und schwups waren sie drin. Am Bahnhof in Oruro haben sie meinem Fahrer dann jeweils 60 Cent gegeben. Als sie raus waren, hab ich gefragt wieviel er möchte. Er meinte es sei okay, hat mir noch ein paar billige Hotels empfohlen und mich verabschiedet.</p>
<p align="justify">Angekommen. Endlich Zeit zum entspannen. Hotel Einzelzimmer für 3,50€, Abendessen für 1,10€ (mit Suppe) und eine heiße Dusche, die ich ca. 30 Minuten beansprucht habe und währenddessen meine verstaubten Sachen gewaschen habe. Zeit zum Schlafen. Am nächsten Tag sollte es weiter gehen Richtung Coroico, der Stadt am Anfang der Death Road. Google Maps empfiehlt die südliche Route über La Paz zu fahren. Ich wollte allerdings von Norden kommen und nach Süden weiterfahren. Über die kleinen Straßen, anstatt über die Autobahn. Naja. Kann ja nicht schlimmer werden, als die 300km hinter mir. Ich war immernoch ein Ahnungsloser&#8230;.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/wenig-verkehr-auf-dieser-strasse-aber-ist-bestimmt-schoen-da/">&#8222;Wenig Verkehr auf dieser Straße, aber ist bestimmt schön da!&#8220;</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://warmroads.de/de/wenig-verkehr-auf-dieser-strasse-aber-ist-bestimmt-schoen-da/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ausgeraubt werden &#8211; Mein erstes mal</title>
		<link>https://warmroads.de/de/ausgeraubt-werden-mein-erstes-mal/</link>
					<comments>https://warmroads.de/de/ausgeraubt-werden-mein-erstes-mal/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2015 22:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bolivien]]></category>
		<category><![CDATA[Über die Menschheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://warmroads.de/?p=625</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sitze gerade in meinem Hostel, habe mir eine Schachtel Malboro gekauft. Mein Akku hat noch 12% aber ich schreibe die Story noch schnell. Gestern...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/ausgeraubt-werden-mein-erstes-mal/">Ausgeraubt werden &#8211; Mein erstes mal</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Sitze gerade in meinem Hostel, habe mir eine Schachtel Malboro gekauft. Mein Akku hat noch 12% aber ich schreibe die Story noch schnell. Gestern sind wir unterwegs gewesen in Bolivien, im schönen Sucre. Eigentlich ein freundlicher Touristenort. Wir waren 4 Leute, ein Rucksack und einer meiner Weggefährten hat sein I-Phone in die Frontttasche gepackt. Es hat nicht lange gedauert, da haben irgendwelche Langfinger das I-Phone rausgefischt, ohne das wir es gemerkt haben. Prolog Ende.<span id="more-625"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Aufgrund von emotionalen Turbulenzen hatte ich einen guten Grund zum trinken. Ich bin also alleine durch die Bars gezogen. Hatte nette Bekanntschaften mit Hallensern, Leipzigern und zuletzt mit einem trinkfesten Schotten. War eine sehr erfreuliche Begegnung. Ich bin gewohnt als letzter am Tisch übrig zu bleiben und Menschen die sich selbst nach der bezahlten Rechnung nochmal mit freudestrahlender Selbstverständlichkeit einen Pitcher mit mir teilen, sind mir grundsätzlich sehr sympathisch.</p>
<p style="text-align: justify;">Danach Heimweg. Saubere Stadt. Alles wirkt sicher. Mein Hostel war 5 Blocks entfernt. Nicht sehr weit. Ich gehe also die Seitenstraße entlang. Es tauchen 4 Bolivianer rechts von mir auf. Ich überquere die Kreuzung. Die ganze Situation erschien mir sofort etwas verdächtig, daher habe folgte nach ein paar Metern nochmal ein Schulterblick.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich bemerke, dass die vier sich aufgeteilt haben auf die beiden Straßenseiten. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr genau, was dann passiert ist. Klar war sofort, die wollen mich ausrauben. Ich, Bart, Gringo, Brustbeutel und nebendran noch meine Kameratasche (die lässt sich so schwer abmachen und normalerweise nehme ich sowas nicht auf Sauftouren mit, aber heute war alles etwas speziell). Das perfekte Ziel.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich war komischerweise nicht sehr beeindruckt, vielleicht wegen des Alkoholes. Aber es waren vier an der Zahl. Mein Unterbewusstsein hatte offensichtlich keine Lust die neue Kamera zu verlieren und es waren noch nicht alle von der Gruppe um die Kurve. Anstatt wegzulaufen bin ich (ohne nachzudenken, aber machte wohl Sinn) direkt in die Gruppe hinein gelaufen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich bin mitten in sie reingelaufen. Hab irgendwas geschriehen. War längst nicht so dramatisch wie es klingt. Eher so nach dem Motto „Hey hey hey Freunde!“. Die ersten beiden hab ich schnell hinter mir gelassen, da sie am Straßenrand waren. Ein Dritter hat versucht mich zu fassen, aber mit zwei Haken war ich auch an ihm vorbei. Ich weiß, dass ich ziemlich schnell sprinten kann und mehr als 2-3 Meter sind die mir auch nicht hinterher.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich krieg es ehrlich gesagt nicht mehr zusammen, wo genau Person Nummer 4 war. Was ich aber noch genau weiß ist, als ich in die Gruppe reingelaufen bin, hat sich einer gerade seinen Schal über das Gesicht gezogen, wie ein Hooligan. Ehrlich gesagt hab ich komplett meinen Respekt verloren, als ich das gesehen habe. Was für Amateure. Kein Messer, keine Waffen und dann noch dieses lächerliche Verkleiden um ne Drohkulisse aufzubauen. Ich weiß nicht warum, aber wenn ich daran denke, dann werde ich wirklich wütend. Was hat der Idiot sich nur dabei gedacht?</p>
<p style="text-align: justify;">Anyway: Ich war schnell raus aus der Situation. Die Vier laufen weiter als sei nichts gewesen. Ich drehe mich um, sehne mich in Sicherheit und gehe erstmal in die entgegengesetzte Richtung. Beim nächstebesten Bolivianer eine Zigarette geschnorrt und nach der nächsten Polizeistation gefragt.</p>
<p style="text-align: justify;">Da bin ich dann auch hin. Streifenwagen war gerade am Wegfahren, hat mich an die schlafenden Polizisten im Büro verwiesen. Ich hab denen in meinem gebrochenen Spanisch erklärt was passiert ist und um Aufmerksamkeit gebeten. Keine Ahnung, ob die dem Nachgehen. Hatte mir ausgeraubt werden (oder der Versuch) eigentlich etwas unspektakulärer vorgestellt. So mit Messer und Kohle rausrücken und nicht mit vier Pissern, die mich über die Straße jagen. Die können gerne mein Geld haben, aber nicht so.</p>
<p style="text-align: justify;">Bolivianer sind nett und zuvorkommend. Das war sicherlich ne spezielle Situation und wenn ich nicht so dezent betrunken wäre, hätte ich diesen Run auch nicht gewagt. So im nachhinein bin ich jedoch eher angepisst, als dass ich Angst hätte. Obacht ist natürlich angesagt. Und wenn mich jemand ernsthaft bedroht, dann Rücken ich sofort alles raus, was ich habe. Die haben aber sone lächerliche Drohkulisse aufgebaut, dass ich lieber mit 3-4 Anderen zurückgekommen wäre und denen auf die Fresse gehauen hätte. Was bilden die sich eigentlich ein? Ich versteh das immernoch noch.</p>
<p style="text-align: justify;">Also keine Sorge. Alles gut. Mir geht’s gut. Nichts weiter passiert. Aber in Sucre schau ich die nächsten Tage zweimal hin, bevor ich mich bewege.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/ausgeraubt-werden-mein-erstes-mal/">Ausgeraubt werden &#8211; Mein erstes mal</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://warmroads.de/de/ausgeraubt-werden-mein-erstes-mal/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
