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	<title>Traffic Exists &#8211; Hitchhiking Possible &#8211; Warm Roads</title>
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		<title>Traffic Exists. Hitchhiking Possible; (15) Der kanadische Arzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2019 17:52:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mittwoch, 18. Juli 2012 um 22:06 auf Facebook: Tired. I worked almost 30 hours in the last 2 days. On the way back home...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em>Mittwoch, 18. Juli 2012 um 22:06 auf Facebook:</em><br />
<em>Tired. I worked almost 30 hours in the last 2 days. On the way back home is stopped at Michendorf to pick up hitchhikers. Found two in direction south. One of them, Steven, was 57 years old from Canada, first time hitchhiking in his life. They ripped off all his stuff in the night train to Berlin and he was on the way to Frankfurt airport to fly back home to Canada. Without money or anything else, starving, just a backpack with dirty clothes with him. I gave him 200€ and drove Steven to the train station. In Leipzig.</em></p></blockquote>
<p>Damals hatte ich noch einen Dienstwagen und habe illegalerweise Tramper mitgenommen. Das hätte mich meinen Job kosten können, war mir aber egal. Das ich Steven an diesem Tag helfen konnte, hat mich außerordentlich glücklich gemacht. Ich bin sogar extra mit ihm zum Geldautomaten gefahren und habe Geld abgehoben. Anschließend hab ich ihm meine Mailadresse und Telefonnummer gegeben und eine gute Reise gewünscht.</p>
<p>Es ging mir nie ums Geld, aber es hat mich schon etwas gewurmt, als ich nichts von ihm gehört hatte. Es vergingen ein paar Monate, bis ich angefangen habe zu recherchieren. Ich wußte, dass er Handchirurg in einer Unfallklinik in Kanada war. Ich wußte von seiner akademischen Karriere. Dass er in Deutschland ein Auslandssemester gemacht hat und um sein Engagement für eine internationale Konferenz der Handchirurgen, wo er viele Freundschaften zu Chirurgen aus anderen Ländern pflegte. Ich hatte leider nur seinen Vornamen, aber einen Arzt mit einer solchen Spezialisierung sollte doch zu finden sein.</p>
<p>So begann meine Recherche. Ich durchforstete Google nach Bildern und stellte alsbald fest, dass Steven wie ein Durchschnittskanadier aussah und ich sein Gesicht nicht von anderen Ärzten mit dem Namen Steven auseinanderhalten konnte. Ich schrieb verschiedene Kliniken an, die auf die Beschreibung passen könnten. Unfallklinik für komplizierte Handgelenkfrakturen, nahe den großen Skigebieten in den kanadischen Rocky Mountains. Wenige antworteten. Eine Klinik gab mir zwar eine Rückmeldung, sie würden das abklären, schrieb mir aber in der zweiten Mail, dass sie mir leider nicht erlaubt wären, Auskunft zu erteilen. War das der Weg zu Steven? Sollte es da eine Spur geben?</p>
<p>Als ich auf meiner Reise durch Kanada kam, erzählte ich diese Geschichte meinen kanadischen Bekanntschaften, um wenigstens die Klinik eingrenzen zu können. Wir kamen zum Ergebnis, dass nur eine Klinik in Calgary hierfür infrage kommen würde. Ich war bereit dort hin zu fahren und persönlich nachzufragen. Ich wollte einfach nur wissen, wieso er sich nicht gemeldet hatte. Vielleicht, weil er den kleinen Zettel mit meinen Kontaktdaten verloren hat? Mir war es ein Bedürfnis, das auf zu klären.</p>
<p>Zur Klinik bin ich letztendlich nie gefahren. Die Geschichte sollte ungelöst im Sande verlaufen. Bis zum Sommer 2017.</p>
<p>Mein Kumpel Alex und ich waren gerade auf einem Vortreffen zum European Hitchgathering in der Altmark. Wir wollten zurück nach Leipzig. Es war gegen Mittag, als wir an einer Tankstelle einen Lift Richtung Magdeburg bekamen. Alex hatte seine Standartfrage, die er den FahrerInnen oft stellte: „Haben sie schon mal jemanden mitgenommen?“ Unser Fahrer meinte: „Ja, aber ich hab da schlechte Erfahrungen.“ Schlechte Erfahrungen? Sowas interessiert mich immer. Wir kamen also ins Gespräch und er erzählte: „Ich wurde da mal übers Ohr gehauen.“ „Wie denn?“ „Ich hab da mal einen mitgenommen und ihm Geld gegeben.“ Meine Ohren waren gespitzt. „Von wo nach wo mitgenommen?“ „Von Hamburg nach Berlin.“ „Was war das für ein Typ?“ „Irgendsoein kanadischer Arzt. Ich hab sogar seinen Namen. Der wurde ausgeraubt und stieg bei mir ins Auto. Sehr netter, höflicher Mensch. Der hat mir seine ganze Lebensgeschichte erzählt, mit allen Details zu seinem Haus in den Rocky Mountains, seiner Arbeit und seiner Familie.“ „War das ein Handchirurg?“ „Ja, woher weißt du das?“ In dem Moment drehte sich Alex um und schaute mich erwartungsvoll an: „Kennst du den oder wie?“</p>
<p>In der Tat. Unser Fahrer erzählte uns im folgenden die ganze Geschichte und sie kam mir sehr bekannt vor. Kanadischer Arzt, ausgeraubt, trampt mit ihm, spricht gebrochen deutsch, wirkt aber sehr vertrauensvoll und am Ende hat er ihm 70€ gegeben. Das Geld, was er gerade noch in seinem Geldbeutel hatte. „Das verrückte war ja, er hat nie nach Geld gefragt! Ich hab ihm das von mir aus gegeben.“ Genauso wie ich, dachte ich mir. Nur mit dem Unterschied, dass ich extra noch an den Geldautomaten ran gefahren bin und ihm nochmal extra was drauf gepackt habe. Auch unser Fahrer konnte danach nicht glauben, dass Steven (oder wie auch immer er heißen mag) gelogen hätte. Auch er hat nach ihm im Internet recherchiert. Auch er hat versucht in über verschiedene Wege ausfindig zu machen. Das ganze passierte „vor ungefähr 5- Jahren“. Also zur gleichen Zeit, als ich auch ihn mitgenommen habe.</p>
<p>Es ist eine verrückte Geschichte und ein großer Zufall, dass ich mit einem Menschen getrampt bin, der denselben Typen mitgenommen und auf denselben Typen reingefallen ist, wie ich. Als ich ihn mitnahm, hat er erzählt, dass er im Zug von München nach Berlin ausgeraubt wurde und auf dem Weg nach Frankfurt ist, um dort seinen Flug zu kriegen. Er hatte, laut eigener Aussage, keinen Reisepass und kein Geld mehr, ist noch nie getrampt, sein 80 jähriger Vater ist gerade tausend Kilometer durch Kanada gefahren, um die nötigen Dokumente für ihn zu besorgen, damit er wieder zurück fliegen kann. Das alles war so echt und detailliert erzählt, dass man es glauben musste. Ich dachte mir nur: Der kann kaum Deutsch, ist noch nie getrampt, ein gestandener, zurückhaltender Mann. Das schafft der nie! Ich geb ihm Geld für den Zug und ein Hotelzimmer, dass er sicher wieder nach Hause kommt.</p>
<p>Und ich würde das jederzeit wieder tun. Ich trauere dem Geld nicht hinterher. Das schlimmste war für mich (wie auch für unseren Fahrer aus der Altmark): Ich konnte und wollte nicht glauben, dass ich mich so dermaßen in einem Menschen täuschen würde und der Typ wirklich ein Betrüger war. Obgleich die Anzeichen dafür schon lange existierten. Steven meinte, er hätte sich bei der Bundespolizei in Potsdam gemeldet und wegen dem Raub eine Anzeige gemacht. Er schilderte mir noch im Detail, wie grob ihn die Beamten behandelt hätten. Wir haben daraufhin eine Recherche gemacht und herausgefunden, dass niemals an dem Tag eine Anzeige bei der Bundespolizei einging und dass wohl Betrüger mit dieser Masche unterwegs seien. Aber selbst da konnte ich es nicht glauben. Steven wirkte so authentisch und freundlich. Und er hat nie nach Geld gefragt.</p>
<p>Es gibt immer wieder Geschichten, dass beim Trampen etwas negatives vorgefallen ist. Aber das ist nicht die Regel. Man kann im Leben immer an einen falschen Menschen geraten. Egal, wo man hin geht. Das sollte aber nicht auf Trampen generell bezogen sein. Steven war einer aus tausend. 0,1%. Die anderen 99,9% der Tramper sind durfte Typen. Ich kenn sie fast alle! Die nächsten 999 werden gute Bekanntschaften werden und wenn jemand in Not ist, dann helfe ich auf jedenfall wieder.</p>
<p>Vielleicht hat diese Geschichte auch etwas positives. Sowohl ich als auch unser Fahrer waren recht zufrieden, dass sich das nun aufgeklärt hat. „Da hab ich wenigstens was zu erzählen, wenn ich nach Hause komme. Das werden die mir nie glauben!“, meinte er. Und auch ich hab jetzt Gewissheit. Ich kann das abhaken.</p>
<p>Allerdings kommen nun neue Fragen: Wer warst du, Steven? Und wieso bist du durch Deutschland getrampt und hast dich von ahnungslosen Menschen beschenken lassen? War das Spaß? Brauchtest du wirklich Geld? Oder war das eine alternative Urlaubsform? Was hat dich dazu getrieben? Und woher konntest du so gute Lügengeschichten erzählen?</p>
<p>Vielleicht wird sich auch dies irgendwann aufklären. Und die Geschichte war letztendlich ihr Geld wert. Wahrscheinlich ist das eher nicht. Wenn ihr was wisst, dann teilt es gerne mit mir. Ich bin auf jedenfall neugierig.</p>
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		<title>Traffic Exists. Hitchhiking Possible; (14) Langstreckentrampen durch China</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 May 2016 14:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Irgendein Mensch in Almaty, schüttelt meine Hand: “Willkommen in Kasachstan!”, gefolgt von einem “Autostop?”. Verwunderung. Wie er darauf kommt? Er zeigt auf meine Uniform....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendein Mensch in Almaty, schüttelt meine Hand: “Willkommen in Kasachstan!”, gefolgt von einem “Autostop?”. Verwunderung. Wie er darauf kommt? Er zeigt auf meine Uniform. Es war das erste mal in meinem Leben, dass mir ein unbekannter Mensch auf der Straße begegnet ist und meinen Tramperanzug erkannt hat. Es ist ja nicht nur ein Anzug, sondern Kennzeichen einer alternativen Trampkultur, die vorallem in Rußland und den Staaten der ehemaligen UDSSR bekannt ist. In Deutschland eher weniger. Hier in Kasachstan scheinen die Menschen es aber zu kennen. Und ich hab mich an diesem Tag sehr gefreut, dass mich jemand als Tramper erkannt hat.<span id="more-1874"></span></p>
<p>Es war das Ende meiner China Expedition. Ein 15.032 km langer Trip mit 86 Lifts, um die <a href="https://warmroads.de/de/die-vier-ecken-von-china-no-more-walls-tour/">vier Ecken von China</a> abzutrampen. Nach 16 Tagen und 11 Stunden hatte ich es geschafft. Es war eine lange und anstrengende Route. Ich musste viele Herausforderungen bewältigen. Schwierige Passagen überwinden, Probleme lösen, sich an unbekannten Orten orientieren und in Bewegung bleiben. Das erfordert Erfahrung und taktisches Geschick. Und was ihr auch bedenken solltet: Wenn ihr eine 15.000 km lange Route trampt, dann heißt das auch, dass ihr 15.000 km in Autos sitzen müsst. Das kann körperlich ziemlich auslaugen.</p>
<p>Zusätzlich hab ich noch ein weiteres Detail zu dieser Tour hinzugefügt: Ich bin ohne Geld gereist. Ich kam in China an und hatte ca. 30€ in meiner Tasche. Am Ende waren es 33€. Es war ein Experiment. Wie weit kann ich gehen? Was ist möglich ohne Geld. Im Grunde lebt man komplett von der Wohltätigkeit anderer Menschen, wie ein Mönch. Ich hab allerdings nie aktiv nach Sachen gefragt. Leute haben es mir alles angeboten. Selbst als ich wirklich hungrig war, forderte ich nichts ein und bin einfach mit mir und der Situation verweilt. Für die Erfahrung und als zusätzliche Herausforderung. Aber ich mag Reisen ohne Geld nicht wirklich. Es kann sehr anstrengend sein. Nicht mein Stil. Lenkt mich von meinem eigentlichen Fokus ab, meine Route so schnell wie möglich zu trampen.</p>
<p>In meinem Selbstverständnis besuche ich nicht China, sondern bin auf meinem Weg, einer Straße, die diesmal zufällig durch China hindurch führt. Wenn ich Langstreckentrampen gehe, dann kann man das am ehesten mit einem Fahrradreisenden oder gar einem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Randonneur_%28Radfahrer%29">Randonneur</a> vergleichen. Oder mit Menschen die laufen. Um die ganze Welt. Wie zum Beispiel <a href="http://www.washingtonpost.com/lifestyle/magazine/will-russia-thwart-karl-bushbys-epic-hike-around-the-globe/2014/08/14/6c6d120a-0c59-11e4-8c9a-923ecc0c7d23_story.html">Karl Bushby</a>. Karl ist ein britischer Abenteurer, der 1998 sein zu Hause verlassen hat, um von der Südspitze von Südamerika zurück nach England zu laufen. 16 Jahre später hat er 29.000 km zurückgelegt und ist immer noch unterwegs. Seine größten Errungenschaften waren sicherlich die Überwindung der Beringstrasse zu Fuß, sowie die Durchquerung des <a href="https://warmroads.de/de/woanders-is-auch-scheisse-aber-panama-riecht-von-oben-bis-unten-nach-bananen-ein-spontanes-resume/">Darien Gaps</a>. Seit einigen Jahren kämpft er mit den russischen Behörden und Genehmigungen um seine Tour durch Sibirien fortsetzen zu können. Karl hat allerdings eine unmenschliche Ausdauer seiner Mission zu folgen. Ich bewundere das.</p>
<p>Meine 15.000 km durch China waren zweifelsohne eine große Herausforderung und ich kam mehrmals an meine persönliche Grenze, während dieser Tour. Ich kann nun immer besser nachvollziehen, was es bedeutet, eine „Langstrecke“ zu trampen. Und umso beeindruckt mich Alexej Vorovs <a href="http://www.sporttrampen.de/2014/10/a-very-small-planet-tour.html">„Very small planet tour“</a>. Alexej hat eine komplette, Überland Erdumrundung mit Trampen gemacht. In 500 Stunden. Das heißt 20.000 km in 21 Tagen. Ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen, dass das eine starke Leistung ist. Es geht nicht nur ums Trampen. Aber so eine Distanz, in dieser Zeit, das muss man erstmal sitzen. Schwerstarbeit für den Rücken. Kann man sich nicht wirklich vorstellen.</p>
<p>Dieser Mann jenseits der 50 Jahre ist die ersten 9.900 km durch Russland in 168 Stunden getrampt. Das sind knapp 7 Tage auf der Straße, ohne Schlaf auf seiner Hausstrecke. Das ist abartig schnell und wahrscheinlich unschlagbar (vorerst). Rein physisch für mich nicht machbar und ich habe högschten Respekt vor dieser Leistung. Überflüssig zu erwähnen, dass er natürlich auch den Rest der Route in seinen angepeilten 500 Stunden geschafft hat.</p>
<p>Und es ist mitnichten eine Frage von Glück. Es geht um Problemlösung, Orientierung in unbekannten Gebieten, taktieren bei der Routenwahl, die richtigen Entscheidungen treffen und Fehler vermeiden. Tramperskill. Ich hab schon einige lange Touren hinter mir, aber auch in China waren wieder viele Passagen, wo ich Fehler gemacht habe und rückblickend mehr über meine eigene Bewegung lernen kann. Ich weiß nicht, ob ich 20.000 km in 500 Stunden schaffen würde. Es ist definitiv eine beeindruckende Leistung.</p>
<p>Was wir Bewegungsfetischisten alle gemeinsam haben ist die direkte Erfahrung, dass unsere Welt eben nicht unendlich groß, sondern eher ziemlich klein erreichbar ist. China direkt um die Ecke von meinem zu Hause und die Einflusssphären der St. Petersburger Tramperszene reichen bis nach Süd-Ost Kasachstan. Natürlich braucht man Schneid um solche langen Strecken zu meistern. Aber es spielt keine Rolle ob ich trampe, laufe oder Fahrrad fahre, letztendlich geht es immer darum den Weg zu gehen. Die Distanz zu überwinden.</p>
<p>Meine Uniform ist maßgeschneidert von <a href="http://www.zeit.de/online/2008/31/trampen-vorov">Alexej Vorov</a>, wie alle Anzüge dieser Art die von Trampern in Russland, Weißrussland, Ukraine, Polen, dem Baltikum und eben auch von uns in Deutschland getragen werden. Und wenn dieser Mensch in Almaty mich als Tramper erkennt, dann geht das auch zurück auf Alexej und all die anderen Kollegen, die mit ihren gelben Anzügen auf den Straßen der Welt unterwegs sind. Und wenn ich von einer großen Tour aus China komme und mich jemand auf der Straße als “Tramper” erkennt, dann fühle ich eine gewisse Art von Stolz, Teil von alledem zu sein. Teil all dieser Tramp-Geeks, die die Straßen dieser Welt rocken. Teil einer besonderen Subkultur. Warm Roads für euch alle!</p>
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		<title>Traffic Exists. Hitchhiking Possible; (13) Schöne neue Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Apr 2016 14:26:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dies ist ein großartiger Tag in meinem Leben! Ich habe diese Wurst durch die Zollkontrolle bekommen. Für einige mag es nur eine ungarische Salami...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Dies ist ein großartiger Tag in meinem Leben! Ich habe diese Wurst durch die Zollkontrolle bekommen. Für einige mag es nur eine ungarische Salami aus dem Supermarkt sein. Für mich, nach Monaten der Enthaltsamkeit, traktiert von amerikanischen Analogessen und gefangen in der hoffnungslosen Suche, einen genießbaren Käse zu finden, ja für mich ist dies ein Stück Heimat! Ein Stück Komfort. Balsam für meine Seele! Ich würde es sogar als richtige Wurst bezeichnen, weil diese Salami das wurstigste ist, was ich in den letzten 18 Monaten zu essen bekommen habe. (Ich komme aus einer Wurstgegend, da sind wir wählerisch beim Thema Wurst).<span id="more-1727"></span></p>
<p align="justify">Ich bin in Hong-Kong gelandet. Warmroads hat den geheimen Landweg nach Europa entdeckt! Die Straße ist theoretisch frei. Hitchhiking possible. Ich bin nicht mehr auf diese neumodischen Flugzeuge angewiesen und kann nun aus eigener Kraft nach Hause zurück kehren! Das werd ich aber nicht so schnell tun, wie das einige vielleicht erwarten. Vor mir liegt zuviel Spaß und ich muss auch sagen, dass je näher das Ende meiner Expedition rückt, desto weniger möchte ich nach Hause.</p>
<p align="justify">So ist der Plan: Die nächsten 3-4 Wochen bleibe ich in Hong-Kong, weil dies nach Buenos Aires und New York eine dritte Stadt ist, in der ich gerne eine Zeit Leben möchte. Und das mach ich dann einfach mal.</p>
<p align="justify">Danach wartet noch eine aufregende Route auf mich, von Hong-Kong nach Leipzig. Ich habe nun 75.000 km getrampt und wollte die 100.000 km gerne noch voll machen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Schwer zu Glauben, bei dieser Strecke. Aber selbst, wenn ich auf meinem Heimweg noch einen „kleinen Schlenker“ über Murmansk machen würde (Nord-West-Spitze von Rußland, für alle Erdkunde Nieten), käme ich trotzdem nur auf 20.000 km! Mehr als 10.000-15.000 km werden es wohl nicht. Ihr könnt sehen: Der Großteil meiner Expedition ist geschafft. Hong-Kong – Leipzig ist nur noch die Feierabend-Tramptour. Leisure Time!</p>
<p align="justify">Ich knall also erstmal durch China, danach geht’s Richtung Kasachztan und in die anderen Stan Staaten. Insbesondere Kirgistan interessiert mich brennend und eine alte Freundin von mir befindet sich gerade in Osch. Da schaue ich vorbei und erkunde das Land. Mein Co-Blogger und Übersetzer wird mich im Iran abholen, wo wir ein paar Wochen bleiben und dann geht es zurück nach Europa. 1. August Wochenende findet das European Hitchgathering statt. Das europäische Trampertreffen. Da kommt alles zusammen, was Rang und Namen hat. Kommt doch auch vorbei! Dann kann ich meine Leser einmal kennenlernen. Ich bin auf jedenfall am Start! <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p align="justify">Gerade bin ich sechs Wochen bin durch Japan getrampt. Fast 5000km. Es war ein Riesenspaß! Auch kulinarisch. Japanische Küche ist viel besser, als dieser Artikeleinstieg vermuten lässt. Aber hey, auch das feinste Suschi ersetzt keine Wurstabstinenz. Ich bin auf jedenfall Frisch und Fröhlich und mache mich nun gleich wieder an die Arbeit. Für euch gibt es in den nächsten Tagen ein paar Japan Artikel auf meinem Blog. Entgegen meiner normalen Schreibtätigkeit, werde ich wohl auch mal Bilder sprechen lassen. Japan, das kann ich schonmal sagen, war wohl das schönste Land, was ich bisher durchtrampt habe. Seid gespannt!</p>
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		<title>Traffic Exists. Hitchhiking Possible; (12) Das Beste aus: Polizeikontrollen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2016 10:50:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Panama Polizist schaut durch das Fenster. Zum Fahrer: „Er ist nicht angeschnallt!“ Fahrer: „Ähm&#8230;ja. Also&#8230;ich hab halt keinen Sicherheitsgurt auf dieser Seite.“ Polizist: „Das...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/traffic-exists-polizeikontrollen/">Traffic Exists. Hitchhiking Possible; (12) Das Beste aus: Polizeikontrollen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 align="justify">Panama</h2>
<p align="justify">Polizist schaut durch das Fenster. Zum Fahrer: „Er ist nicht angeschnallt!“</p>
<p align="justify">Fahrer: „Ähm&#8230;ja. Also&#8230;ich hab halt keinen Sicherheitsgurt auf dieser Seite.“</p>
<p align="justify">Polizist: „Das ist verboten. Ihr könnt so nicht weiterfahren.“</p>
<p align="justify">Fahrer: „Okay. Was können wir denn da jetzt machen?“</p>
<p align="justify">Polizist: „Wie siehts denn aus mit einem Kaffee?“</p>
<p align="justify">Fahrer: „Kaffee? Einen Dollar für Kaffe?“</p>
<p align="justify">Polizist: „Genau!“<span id="more-1665"></span></p>
<h2 align="justify">Kanada</h2>
<p align="justify">In British Colombia ist trampen verboten. War gerade über die Grenze gekommen, mitten auf der „Autobahn“ und am trampen, als ein Streifenwagen anhielt.</p>
<p align="justify">„Hey, wo machst du denn hin?“ „Vancouver.“ „Was, die ganze Strecke? Also&#8230;.da vorne ist ne Bus Station. Ich kann dir einen Lift geben, wenn du willst.“ „Nene, passt schon. Ich bin doch am Trampen. Und es ist ja nicht so weit. Brauche eigentlich nur einen Lift, dann bin ich da.“ „Ja, das stimmt.“ „Ich wollte nur etwas weiter laufen und vielleicht die Auffahrt da vorne nehmen.“ „Du kannst auch einfach unter die Brücke da laufen, da ist ein bißchen mehr Platz zum anhalten. Kriegst du bestimmt schnell einen Lift.“ „Cool!“ „Die Jungs von der Autobahnpolizei machen dir dort eventuell das Leben zur Hölle, wenn sie dich finden. Mir ist das egal, ich gehöre ja nicht zur Autobahnpolizei, wie du sehen kannst.“</p>
<h2 align="justify">Nord-Californien</h2>
<p align="justify">Zwei Polizeiautos halten vor mir.</p>
<p align="justify">Cop 1: „Was machst du denn hier?“</p>
<p align="justify">Ich: „Trampen!“</p>
<p align="justify">C1: „Du kannst das hier nicht machen!“, ich geb ihm währenddessen schon meinen Reisepass, „Aha, wo geht’s denn hin?“</p>
<p align="justify">Ich: „Seattle.“</p>
<p align="justify">C1: „Ins Gefängnis?“ Mein Anzug&#8230;mein Anzug&#8230;.</p>
<p align="justify">Er überprüft meine Identität. Der andere Polizist, ein Jüngerer, kommt auf mich zu und unterhält sich mit mir.</p>
<p align="justify">C2: „Keine Sorge. Keine Sorge. Du steckst nicht in Schwierigkeiten.“ Als ob ich besorgt wäre. Haha. Ich erzähle ihm meine Geschichte. Der andere Polizist kommt zurück.</p>
<p align="justify">C2: „Hey Frank, der Kerl trampt um die ganze Welt!“</p>
<p align="justify">C1: „Echt?“</p>
<p align="justify">C2: „Boah, ich würde ihm echt gerne einen Lift nach Winters geben, aber ich glaube das würde nicht helfen.“</p>
<p align="justify">Ein drittes Polizeiauto erreicht den Tatort. Das war etwas ungewöhnlich, selbst für die USA. Sie haben den Sergeant gerufen. Nun standen alle drei um mich herum.</p>
<p align="justify">Sergeant: „Wo kommst du her?“</p>
<p align="justify">I: „Bitte?“, er gibt mir einen Klapps auf die Schulter.</p>
<p align="justify">S: „Wo du herkommst?“</p>
<p align="justify">I:“ Oh, Deutschland.“</p>
<p align="justify">S: „Nein nein, wo in Deutschland?“</p>
<p align="justify">I: „Frankfurt!“</p>
<p align="justify">S: „Oh, ich hab zwei Jahre in Frankfurt gewohnt. Und Frank, du hast doch auch in Deutschland gewohnt, oder?“</p>
<p align="justify">C1: „Richtig!“</p>
<p align="justify">Es folgt eine kurze Unterhaltung darüber, wie toll Deutschland doch ist, das sie gerne in Sachsenhausen trinken waren und um ihre Army-Zeit. Dann drehen sich alle drei unerwartet um und gehen zu ihren Autos. Während sie gehen meint der Sergeant nochmal zu mir: „Du kannst hier nicht trampen! Also&#8230;..trampe weg von hier! Ich will nicht später von dir in der Zeitung lesen!“ Jawohl!</p>
<h2 align="justify">Spezial: Der Mexikaner</h2>
<p align="justify">„Die haben mich schon 13 mal abgeschoben!“ „Echt?“ „Ja, aber ich bin immer wieder gekommen! Die fliegen mich nach Mexico, dann geh ich eine Nacht tanzen, mach Party in Tijuana und wenn ich genug getrunken habe, geh ich wieder zurück.“ „Also du kannst ohne Probleme die Grenze passieren?“ „Früher war es leichter, aber ich hab das schon so oft gemacht, kein Problem. Wenn sie mich erwischen und zurückschicken, dann komm ich einfach am nächsten Tag wieder.“ „Hast du Freunde, die dich dann von der Grenze abholen?“ „Nene, meine Familie schickt mir ein bisschen Geld und ich nehm mir einfach ein Taxi oder fahre mit dem Greyhound Bus. Ich weiß auch nicht, wieso die mich immer wieder zurückschicken. Ist doch reinste Geldverschwendung für die!“</p>
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		<title>Traffic Exists. Hitchhiking Possible; (11) Auffahrt blockiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Mar 2016 06:01:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Liegt da was auf der Auffahrt? Es war bereits Dunkel. Nein es ist ein Mensch. Ein kleines schwarzes Häufchen Elend saß dort rum. Da...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Liegt da was auf der Auffahrt? Es war bereits Dunkel. Nein es ist ein Mensch. Ein kleines schwarzes Häufchen Elend saß dort rum. Da saß tatsächlich ein Typ, sein Kopf vergraben in den Knien. Er wimmerte, als ich gerade ankam. „Hey man, alles okay?“ „Buaaahbuaaah, nein!“, er weinte los. „Was ist denn?“ „Sie wollen mich töten. Bring dich lieber in Sicherheit!“ Psychose, Drogen, Shizo, keine Ahnung was mit ihm los war. „Brauchst du Hilfe?“ „Nein!“ „Soll ich dich alleine lassen?“ „Ja, lass mich alleine!“ „Okay mann&#8230;&#8230;ähm&#8230;.aber nur zu deiner Info, ich will hier nachher lostrampen.“<span id="more-1610"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Scheiße. Auffahrt blockiert. Armer Typ, aber ich kann ihm leider nicht helfen. Besonders, wenn er keine Hilfe will. Ich ging zur Tankstelle und suchte Autos. Irgendwann kam ein zweiter Verrückter an die Auffahrt und die beiden kamen „ins Gespräch“. Das sah dann so aus, dass der Wimmerer mitten auf der Straße stand und den Verrücjten anschrie: „Lass mich in Ruhe! Geh weg, fass mich nicht an!“. Dann sah er mich auf der anderen Straßenseite, wie ich die Szene beobachtete: „Hey, du kannst jetzt rüberkommen und mich vor dem hier retten.“ Wenn irgendwo Stress ist, dann kommt bei mir immer der Mediator hoch. Ich setzte mich also in Bewegung, um mal zu schauen, was die Beiden da treiben. Sie standen sich nun ganz nah gegenüber. Es war kurz davor zu knallen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich war schon auf halbem Weg über die Straße und als ich mir dachte, dass ich das eigentlich nicht zu meinem Problem machen will. Und drehte dann ab. Die Beiden haben sich zusammengerauft. Bildeten ein Team. Der eine kauerte auf seinem Rucksack und der andere hatte nun ein Schild, was er aggressiv den vorbeifahrenden Autos auf die Windschutzscheibe klatschte. Weirdos beim Trampen. Auffahrt blockiert. Keine Chance da wegzukommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Hab dann an der Tankstelle meinen nächsten Lift gefunden. Erschien mir in der Situation besser. Nicht falsch verstehen, ich hab nichts gegen verrückte Menschen und bin auch immer bereit zu helfen, wenn sie Hilfe wollen. Aber zum Trampen ist solche Gesellschaft leider suboptimal.</p>
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		<title>Traffic Exists. Hitchhiking Possible; (10) Wintertrampen Testlauf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Nov 2015 15:39:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Morgen früh werde ich zu einer 4000 km langen Tramptour nach New York aufbrechen. Hier in der kanadischen Prärie hat sich eine Hitzewelle angekündigt,...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Morgen früh werde ich zu einer 4000 km langen Tramptour nach New York aufbrechen. Hier in der kanadischen Prärie hat sich eine Hitzewelle angekündigt, die Temperaturen bis 0° verspricht für die nächsten drei Tage. Dieses milde Wetter will ich gerne nutzen, bevor es zur Wochenmitte wieder auf -15° runter geht.<span id="more-1194"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Die Tour ist ein Testlauf für meine große Wintertour im Januar, die mich hoch nach Alaska führen wird. Auf dem Weg nach New York werde ich mir einerseits die Strecke anschauen und andererseits Strategien für das Wintertrampen ausprobieren. Dazu gibt es dann im Januar noch einen gesonderten Artikel, indem ich meine Vorgehensweise beschreibe werde. Außerdem möchte ich schonmal schauen, bis zu welchen Temperaturen ich draußen schlafen kann. -15° sollten auf jedenfall drin sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Mein Equipment ist noch nicht vollständig. Ich hab mich erstmal für 25€ im Second Hand Laden mit Jacke, Schal, Mütze und ein paar Schneehosen eingedeckt. Das Zeug ist aber sicher nur bedingt tauglich für extremeres Wetter.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber zwei wichtige Utensilien habe ich bereits beisammen. Der lang ersehnte Vorov Winterschlafsack, handgemacht aus Rußland, für den ich fast umgekommen wäre. Ich konnte ihn bisher noch nicht wirklich nutzen. Ich hab bisher bloß bis 2° &#8211; -2° draußen übernachtet. Unmöglich den Schlafsack bei diesen Temperaturen zu schließen. War einfach zu warm.</p>
<figure id="attachment_1197" aria-describedby="caption-attachment-1197" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Vorov-Sleeping-Bag.jpg" rel="lightbox[1194]"><img class="size-full wp-image-1197" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Vorov-Sleeping-Bag.jpg" alt="My handcrafted winter sleeping bag." width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Vorov-Sleeping-Bag.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Vorov-Sleeping-Bag-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Vorov-Sleeping-Bag-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Vorov-Sleeping-Bag-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Vorov-Sleeping-Bag-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1197" class="wp-caption-text">My handcrafted winter sleeping bag.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Daneben hab ich für 35€ ein paar Baffin Arbeitsstiefel gefunden. Gute kanadische Qualität, mit Stahlkappen und ausgelegt für Temperaturen bis -100°. Sind ungefähr so groß wie mein Backpack. Echte Moon-Boots! Gefallen mir ganz gut. Könnten mal sauber gemacht werden. Aber Hauptsache warm. Hab das Gefühl an den Babys werde ich noch meine Freude haben. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<figure id="attachment_1195" aria-describedby="caption-attachment-1195" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Moon-Boots.jpg" rel="lightbox[1194]"><img class="size-full wp-image-1195" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Moon-Boots.jpg" alt="Moon Boots. Winter where are you?" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Moon-Boots.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Moon-Boots-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Moon-Boots-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Moon-Boots-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/11/Moon-Boots-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1195" class="wp-caption-text">Moon Boots. Winter where are you?</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Fäustlinge vermisse ich noch ganz dringendst, aber da hab ich bis Januar Zeit. Ansonsten wäre noch ein gemütliches Paar Eisbärfellhosen zu empfehlen. So wie auf <a href="https://c1.staticflickr.com/5/4038/4458970282_1bf8937867.jpg" rel="lightbox[1194]">diesem Bild</a>. Arctic Hipster Style.</p>
<p style="text-align: justify;">Warm Roads</p>
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		<title>Traffic Exists. Hitchhiking Possible; (9) Der Epileptiker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Oct 2015 19:48:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich will ganz vorne beginnen. Ein Inder hat mich mitgenommen. Mein erster Lift an diesem Tag. Es war ein kalter Morgen und im Auto...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich will ganz vorne beginnen. Ein Inder hat mich mitgenommen. Mein erster Lift an diesem Tag. Es war ein kalter Morgen und im Auto lief die Heizung auf maximaler Stufe. Angenehme 45 Grad im Innenraum und auch meine Brille konnte nicht verhindern, dass der warme Luftstrom langsam und unablässig meine Augenflüssigkeit vernichtete.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich hatte schnell bemerkt, dass mein Fahrer immer wieder über den Seitenstreifen fährt. Ich dachte erst, er kann nicht fahren, schob es dann jedoch auf kulturelle Gründe. Ein Inder mag es vielleicht nicht so genau nehmen mit diesen Linien auf der Straße. Mein Fahrer trug einen Kapuzen-Pulli und zusammen mit seinem stachligen und durchaus imponierenden Bart, wirkte er leicht bedrohlich. Während der ganzen Fahrt sagte er kein Wort. Nach 50 km meinte er schlicht: „I have not english.“. Dann schwiegen wir weiter.<span id="more-1175"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Die 600 km von Armstrong nach Seattle trampte ich schon zum 4ten mal und kannte dementsprechend jeden Ort und jede Ausfahrt auswendig. Mein Inder ließ mich in Kamloops an der Autobahnkreuzung raus. Ich kannte Kamloops und das war sicherlich der Ort, an dem ich am wenigsten stehen wollte. Autobahnkreuz, viel und schneller Verkehr. Solche Positionen sind immer eine Herausforderung. Ich fand eine Stelle mit guter Haltefläche, es war sehr viel los und die Autos rasten über den Autobahnzubringer an mir vorbei. Alles ein bißchen hoffnungslos. Nach 20 Minuten hielt Ryan an.</p>
<p style="text-align: justify;">„Get in!“, raunzte er mich unfreunlich an, als ich die Tür öffnete. Wohin er fährt? Merrit. Nagut. Ich setzte mich auf den Beifahrersitz und bemerkte als Erstes, dass ich mich nicht zurücklehnen konnte, weil ein Röhrenfernseher über die abmontierte Kopfstütze in mein Kreuz ragte. „I was hitchhiking by myself, thats why i picked you up“, sprach Ryan, mehr schimpfend als erzählend.</p>
<p style="text-align: justify;">Ryan trug eine Neongelbe Arbeitsjacke. Sein Bus war voll mit Müll und war er ziemlich schlecht gelaunt. Irgendwas mit Alberta und Kollegen, die ihm den Sprit geklaut haben. Und natürlich die Polizei, die hinter ihm her war. Er fing an zu schreien, tobte regelrecht an seinem Lenkrad. Seine Augen waren blutunterlaufen und ein rauer Stoppelbart belegte sein grimmiges Gesicht. Ich wusste sofort, dass ich mit einem Psychopathen fuhr.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe keine Angst vor solchen Leuten, noch bin ich kontaktscheu in solchen Situationen. In Autos muss man sich mit jeder Art Mensch auseinandersetzen. Ich trampe nun seit 8 Jahren und nie wollte mir ein Fahrer Gewalt antun. Er hatte eine scheiß Zeit hinter sich. Ich versuchte also mit ihm zu reden, ihn zu beruhigen. Ich erwarte nie, dass mir mein Fahrer etwas antun würde, auch wenn er offensichtlich total durchgeknallt ist. Und bisher war ich mit meinem Bauchgefühl auch immer richtig gelegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir fuhren ins Niemandland von Kanada, nächste Stadt 80 km entfernt. Merrit. Dazwischen nichts. Sein Seitenspiegel klappte sich immer wieder ein. Ich musste ihn mit der Hand halten, damit er sieht, was neben der Straße los war. Wir fuhren ganz rechts. Er sah ständig Polizeiautos ankommen, die dann doch keine waren. Paranoia.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir rollten über den Highway und sprachen nicht. Ein LKW überholte uns links. Kurz nachdem der LKW passierte, schwenkte Ryan langsam auf die linke Spur aus, als ob er überholen wollte. Aber vor uns war gar kein Auto! Ich wurde hellwach, schaute ihn fragend an. Ryan hatte die Augen weit aufgerissen, der Mund war leicht geöffnet und er hielt das Lenkrad so verkrampft, als ob ihm gerade jemand ein Messer in den Rücken gestochen hätte. Ist er jetzt völlig durchgeknallt? Ich brauchte wenige Millisekunden, um zu begreifen. Er hatte einen epileptischen Anfall.</p>
<p style="text-align: justify;">Irgendwie zogen wir auf die linke Fahrbahn und er drehte das Steuer ganz leicht, sodass wir wieder nach rechts drifteten, zielstrebig auf den Abhang zu. Ich ergriff sofort das Lenkrad, versuchte den Wagen wieder auf die Straße zu lenken, aber seine Arme waren verkrampft, das Lenkrad bewegte sich nur um Millimeter. Ich konnte nicht viel ausrichten, versuchte verzweifelt den Wagen wieder in die Spur zu lenken. Kann sein, dass ich mir hier das Leben gerettet habe.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir kamen von der Straße ab. Ich sah uns in den Graben gleiten. Wir hielten direkt auf den Anfang einer steilen, aufwärts verlaufenden Böschung zu. Und dann der Aufprall. Ich kann mich noch an jede Sekunde erinnern. Ich hatte keinen Gurt, weil das alte Auto keinen Gurt auf dem Beifahrersitz hatte. Von Airbags ganz zu schweigen. Wir prallten in den Abhang, ein markerschütternder Schlag kam von der Front des Autos. Man hörte Töpfe und anderen Nippes umherfallen. Ich bin sofort abgehoben und mit meinem Kopf nach vorne in die Scheibe geschleudert worden. Dann warf es mich gegen meine eigene Tür. Der Wagen prallte wohl gegen die Böschung bevor er letztendlich nach links auf die Seite umkippte. Glas splitterte. Alles flog hin und her. Dann war Stille.</p>
<figure id="attachment_1171" aria-describedby="caption-attachment-1171" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Accident-dodge.jpg" rel="lightbox[1175]"><img class="size-full wp-image-1171" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Accident-dodge.jpg" alt="Das Auto. Ein alter Dodge Van von der Böschung auf die linke Seite geschleudert." width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Accident-dodge.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Accident-dodge-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Accident-dodge-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Accident-dodge-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Accident-dodge-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1171" class="wp-caption-text">Das Auto. Ein alter Dodge Van von der Böschung auf die linke Seite geschleudert.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Ich konnte mich noch bewegen, war total unter Schock und panisch. Ich schrie vor mich hin: „Holy shit, holy shit!“ Der erste Gedanke: „Raus hier, raus hier, raus hier.“ Wo ist die Tür? Über meinem Kopf. Ich versuchte die Tür aufzumachen. Ging nicht. Ich versuchte die Windschutzscheibe rauszutreten. Raus raus raus. Gott, da bewegte sich auch nichts. In all meiner Verzweiflung nochmal versucht die Tür zu öffnen. Wie sollte ich hier sonst rauskommen? „Are you alright?“, rief ich reflexartig zu Ryan ohne mir bewusst zu sein, was ich hier eigentlich mache. Er war irgendwo unter mir, auf ihm lag ein Kühlschrank und auf diesem war ich. Das Fenster! Ich konnte das Fenster hoch kurbeln. Es öffnete sich und ich stieg auf, wie aus einem U-Boot. Umschauen. Ein Mann kam bereits von der anderen Straßenseite angelaufen. Ein anderer hatte schon das Telefon in der Hand. Ich spürte etwas Warmes an meinem Gesicht herunterlaufen und beobachtete, wie Blut auf meine neuen Handschuhe tropfte. Das alles nahm ich war, aber verarbeitete es gar nicht. Wichtig in diesem Moment war nur die Erkenntnis: Da sind Menschen. Die holen Hilfe.</p>
<p style="text-align: justify;">Ryan! Sofort änderte sich meine Aufmerksamkeit. „Buddy, are you allright?“ Ich hörte ein Stöhnen unter dem Kühlschrank hervor kommen. „Buddy, don´t worry, we get you out here.“ Ich glitt ins Auto, nur den Gedanken, diesen Kühlschrank irgendwie von Ryan herunter zu kriegen. Es war ein völligst hilfloser Versuch, diesen aus dem Fenster zu hieven. Das Fenster war natürlich viel zu klein und mein Unterfangen zum scheitern verurteilt. Draußen hatten sich nun mehr Menschen versammelt. Die Tür wurde aufgebrochen, wir holten den Kühlschrank raus. Irgendwer sagte im Befehlston zu mir: „You look like you should sit down here! Now!“</p>
<p style="text-align: justify;">Mittlerweile waren 8-10 Personen vor Ort. Alles Ersthelfer. Eine Sanitäterin, Ein Auto mit zwei Krankenschwestern hielt an. Sie boten mir Hilfe an, legten eine Decke um mich. Es tut eigentlich nichts zur Sache, aber mir kommen die Tränen, während ich dies hier schreibe. Ich bin diesen Menschen so dankbar. Die Kanadier waren der Wahnsinn. Ich stand unter Schock in dieser Situation, zitterte am ganzen Körper. Konnte keine Emotionen heraus bringen. Ich bin traumatisiert.</p>
<figure id="attachment_1169" aria-describedby="caption-attachment-1169" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Humans.jpg" rel="lightbox[1175]"><img class="size-full wp-image-1169" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Humans.jpg" alt="Menschen" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Humans.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Humans-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Humans-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Humans-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/10/Humans-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1169" class="wp-caption-text">Humans.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Irgendwann fand ich mich dann in der Ambulanz wieder. Jemand wischte mir die Scherben aus dem Gesicht und den Augen. Ob sie mich ins Krankenhaus bringen? Ja. Wohin? Nach Kamloops zurück. Ryan wurde währenddessen rein geschoben. Er konnte sich an nichts erinnern, meinte er hätte keinen Tramper mitgenommen. Nach einigen Minuten bemerkte er, dass ich hinter ihm saß. Er brauchte drei Versuche um sich umdrehen zu können. Er sah mich. und riss die Augen weit auf: „Ah, youuu dude!“, nun wurde ihm alles klar! „I am so sorry man. Sorry for that! Sorry that this happened to you!“ „Ah, no worries man, shit happens.“ Wer konnte da sauer sein?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich wusste ja, er war viel schlimmer dran, als ich mit meinen leichten Blessuren. Er wollte nach Merrit und dort seinen Van für den Winter abstellen und reparieren. Sein ganzer Besitz lag nun im Graben, sein Auto war hinüber und die Polizei, vor der er gerade noch weggelaufen ist, war nun an seiner Seite. Er würde wohl ins Gefängnis kommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich suchte meine Mütze und meine Brille, von welcher ich nur die Hälfte wiederfand. Wirklich Kamloops ins Krankenhaus? Ich musste doch in die andere Richtung. Der Polizist meinte, er könne mir einen Lift nach Merrit geben. Ich fühlte mich, den Umständen entsprechend, gut und es machte keinen Sinn zurück zu fahren, um dann ein paar Stunden im Krankenhaus zu verbringen und dann wieder auf die Straße nach Seattle. Ich wollte nur noch ankommen. Erst recht nach dieser Sache! Es waren noch 400km vor mir.</p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem ich irgendeine Erklärung unterschieben habe und die Ambulanz noch nichtmal meine Krankenversicherung wissen wollte (danke Kanada!), durfte ich gehen, aber sollte sofort ein Krankenhaus aufsuchen, falls ich mich schwindelig oder anderweitig schlecht fühlen würde.</p>
<p style="text-align: justify;">Brad, der Polizist, gab mir einen Lift, in einem Bundesstaat, wo trampen illegal ist. Er war selber Tramper. Ist vor 2 Jahren von Kanada nach Mexico und zurück getrampt. In 10 Tagen. Respekt. Reiste ähnlich wie ich, immer auf der Straße, viel campieren. Wir verstanden uns prächtig. In Merrit hielten wir kurz am Burgerrestaurant und ich konnte mir noch das restliche Blut aus dem Gesicht waschen, um, so gepflegt wie möglich, trampen zu können. Brad kaufte mir noch einen Kaffee und einen Muffin, bevor er mich an der Auffahrt absetzte, von wo aus es dann nach Seattle weiterging.</p>
<p style="text-align: justify;">An der Grenze, wo ich von der Immigration Police die letzten Male konsequent auseinandergenommen wurde, war diesmal eine etwas ältere Frau, die das Interview führte. Wo ich hin will? Seattle. Warum? Muss da einen Schlafsack abholen und morgen dann nach Calgary. &#8222;Aha&#8220;, machte sie immer. Ich konnte nicht erkennen, ob das Zustimmung oder Misstrauen war. Ich kannte das Prozedere und fing einfach an zu erzählen, was ich immer erzähle: Dass ich um die Welt trampe und nach Alaska will&#8230;.im Dezember. Wieso Dezember? Muss. Keine Straßen da im Sommer. Brauche Wintertrails und will nach Rußland übersetzen. &#8222;Aha&#8220;. Ich erzählte ihr, dass ich letzte Woche schon mal die 1200 km von Kanada nach Seattle getrampt bin, um dieses scheiß Paket abzuholen, was dann nicht da war. Der ganze Blues. Sie fragte nicht danach, aber ich erzählte ihr auch, dass ich heute morgen einen Unfall hatte und zeigte gleichzeitig auf mein verbeultes Gesicht.</p>
<p style="text-align: justify;">„Stefan Stefan&#8230;.“, meinte sie, als ich fertig mit erzählen war. Sie schüttelte mit dem Kopf und presste die Lippen leicht zusammen. Wir schauten uns lange und ernst an, bis sie schließlich langsam aber herzlich sagte: „Your poor Mum!“. Ich nickte zustimmend. „But, you gotta do, what you gotta do.“, erwiderte ich. „You gotta do, what you gotta do.“, wiederholte sie verständnisvoll, gab mir meinen Reisepass und wünschte mir einen sichere Weiterreise.</p>
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		<title>Traffic Exists &#8211; Hitchhiking Possilbe; (8) Der Unfall</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2015 17:45:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Klimaanlage des Autos verhinderte, dass die allgegenwärtig drückende Schwüle des Dschungels mir weiter zusetzte. Ich war zwei Kilometer über diese kurvige Dschungelstrasse gelaufen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Klimaanlage des Autos verhinderte, dass die allgegenwärtig drückende Schwüle des Dschungels mir weiter zusetzte. Ich war zwei Kilometer über diese kurvige Dschungelstrasse gelaufen und davon total fertig. Alles war nass, obwohl es nicht regnete. Die nächsten 38km bis zum Neubeginn der Zivilisation hatte mich zum Glück dieser Pick-Up mitgenommen. Straße durch den Dschungel.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir erklommen gerade einen weiteren Hügel, eine Kurve sollte den nächsten steilen Abhang einleiten. Wir fuhren nicht schnell, aber auf einmal merkte ich, dass wir uns langsam anfingen zu drehen. Das Auto brach aus.<span id="more-1067"></span> Mein Fahrer fing sofort an zu schreien: „DEUS DEUS DEUS!!!!!!!“, immer wieder, wie in orgastischer Ekstase. Als wenn das helfen würde. Ich hielt mich verkrampft am Griff über der Tür fest und erwartete, dass sich das Auto gleich überschlagen würde, wenn wir quer zur Straße stehen. Das Auto drehte sich jedoch weiter. Erste Erleichterung, aber wir drifteten auf den Abhang neben der Straße zu.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich wusste hier schon, wir würden keinen schweren Unfall haben. Mein Trampergehirn setzte sofort ein. &#8222;Hoffentlich können wir weiterfahren.&#8220; Keine Zeit verlieren. Unsere Drehung stoppte schließlich. Halb auf dem Abhang, halb auf der Straße. Glück gehabt, dass wir da nicht runtergefallen sind. Das Auto war größtenteils unbeschädigt. Allerdings steckten wir nun fest und kamen nicht raus.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum Glück kam der Kapitän von meinem Cargo-Boot vorbei, <a href="https://warmroads.de/de/nach-panama-mit-dem-cargo-boot/">mit welchem ich 7 Tage lang am Darien Gap entlang geschippert war</a>. Oh captain my captain, Danke fürs rausziehen. Es war mein erstes mal, dass ich beim Trampen einen Unfall hatte. Wir waren nicht schnell, die Luftfeuchtigkeit hat die Straße so spiegelglatt werden lassen. Eigentlich unglaublich wie das hatte passieren können. Ich musste an den <a href="https://warmroads.de/de/leben-und-tod/">Unfall aus dem Amazonas</a> zurückdenken. Danke Deus&#8230;..</p>
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		<title>Traffic Exists &#8211; Hitchhiking Possible; (7) Der Leichenwagen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2015 21:55:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt nicht viel, was mich in meinem Tramperdasein noch nicht mitgenommen hat. Autos, Lastwagen, Pick-Ups, Motorräder, mit der Polizei, mit Polizeimotorrädern, Krankenwagen, Bagger,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Es gibt nicht viel, was mich in meinem Tramperdasein noch nicht mitgenommen hat. Autos, Lastwagen, Pick-Ups, Motorräder, mit der Polizei, mit Polizeimotorrädern, Krankenwagen, Bagger, 120.000€ Mercedes, Eselskarren, Zug, Fahrschule (auf diese Errungenschaft hab ich lange übrigens hin gearbeitet), Top-Manager, Familien, Mütter mit Babys, Führer eines Beduinenstammes, Segelboote, Cargo-Boote, Flugzeug (technisch gesehen) oder auch Dingis. Aber&#8230;<span id="more-921"></span></p>
<p align="justify">Noch kleiner ist aber meine Liste der Dinge, mit denen ich nochmal trampen möchte. Da wären drauf: Kleinflugzeuge und Güterzüge im Sinne von Trainhopping. Welch angenehme Überraschung für mein Tramperleben, wenn ich dann mal einen Lift mit etwas Besonderem runterwinke. So in Honduras geschehen. Mein letzter Lift zur Grenze. Als der Leichenwagen an mir vorbeifuhr, dachte ich noch: „Oh ein Leichenwagen. Schade, dass er nicht anhält. Ich hatte noch nie einen Lift mit einem Leichenwagen.“ Und da hielt er doch an, als hätte der Fahrer meine Gedanken gelesen. Eine Hand winkte aus dem Fenster, dass ich doch kommen soll. Ich fand einen Platz auf der Ladefläche, direkt neben dem Sarg. Ich hab am Ende nochmal gefragt, ob da wirklich ein Mensch drin war. Der Bestatter hat es mir bestätigt.</p>
<p align="justify">Das wäre dann wohl mein erster Lift mit einer Leiche.</p>
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		<title>Traffic Exists &#8211; Hitchhiking Possible; (6) Das große Rennen von Beirut oder auch &#8222;Shitstorms at Starbucks&#8220;</title>
		<link>https://warmroads.de/de/traffic-exists-hitchhiking-possible-6-das-grosse-rennen-von-beirut-oder-auch-shitstorms-at-starbucks/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2015 03:25:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Syrien]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus dem Archiv. Dieser Artikel erzählt von meiner Syrien Reise aus dem Jahr 2008. Es war mitten einer meiner ersten Nächte in Syrien/Aleppo als...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<pre style="text-align: justify;">Aus dem Archiv. Dieser Artikel erzählt von meiner Syrien Reise aus dem Jahr 2008.</pre>
<p style="text-align: justify;">Es war mitten einer meiner ersten Nächte in Syrien/Aleppo als das folgende Foto aufgenommen wurde. Muss irgendwann im Sommer 2008 gewesen sein. Wir waren gerade auf dem Weg zu einem Couchsurfer treffen gewesen und es gab irgendwelche Transportprobleme, an die ich micht mehr erinnern kann. Ralf und ich haben dann Autos angehalten um unserer Gruppe (immerhin 10-15 Menschen) Lifts zu organisieren. Letztendlich hat uns dann allesamt einer der großartigen Toyota Pick-Ups mitgenommen, die es damals überall in Syrien gab.<span id="more-779"></span></p>
<figure id="attachment_780" aria-describedby="caption-attachment-780" style="width: 780px" class="wp-caption alignright"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/betrunken-auf-dem-Pick-Up.jpg" rel="lightbox[779]"><img class="size-full wp-image-780" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/betrunken-auf-dem-Pick-Up.jpg" alt="betrunken auf dem Pick Up" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/betrunken-auf-dem-Pick-Up.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/betrunken-auf-dem-Pick-Up-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/betrunken-auf-dem-Pick-Up-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/betrunken-auf-dem-Pick-Up-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/betrunken-auf-dem-Pick-Up-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-780" class="wp-caption-text">&#8222;Leicht angeheitert&#8220; auf dem Pick Up trampen mit unseren tschechischen Freunden Pavel und Mira.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Schon meine Ankunft in Syrien gestaltete sich kurios. Die Idee der Reise entstand, weil <a href="http://www.geo.de/GEO/reisen/reiseideen/damascus-syrien-10600-kilometer-per-anhalter-58593.html">Ralf mir im Jahr zuvor erzählt</a>, dass er nach Syrien wollte. Dachte ich mir: „Yo, mach ich auch, hört sich gut an.“ Ich wusste er war auf dem Weg, hatte aber keine Infos wann er in Deutschland losgetrampt ist und wo er gerade steckt. In Aleppo betrat ich dann das Haus meines Couchsurfing Hosts und wer saß auf der Couch? Ralf. „Moin“ „Yo Moin, du auch hier?“ „Gerade vor 15 Minuten angekommen.“ Tja, manchmal ist die Welt wirklich klein. Mit dabei waren auch Pavel und Mira aus Tschechien, ebenfalls auf dem Foto.</p>
<p style="text-align: justify;">Zurück zur Nacht auf dem Pick-Up. Wir waren alle schon etwas angeheitert, euphorisiert und hatten einen unterhaltsamen Abend. Die Idee war nach Beirut zu trampen am nächsten Tag. Als wir hörten, dass Pavel und Mira auch trampten, blieb uns in unserem jugendlichen Wahnsinn nichts anderes übrig, als die beiden Tschechen zu einem Rennen herauszufordern. Wir haben uns den ganzen Abend an dieser Idee aufgegeilt und ich kann mich noch gut erinnern, wie wir vier uns am morgen danach auf der Straße gegenüberstanden und uns gegenseitig anpöbelten und beleidigten. Wir waren eben in einer Competition!</p>
<p style="text-align: justify;">Was erst später rauskam, dass die beiden Tschechen eigentlich gar keine richtigen Tramper waren, sondern nur einmal einen LKW getrampt hatten. Das war für die Route natürlich eher suboptimal. Zumal vor Reisen in den Libanon damals vom Auswärtigen Amt ausdrücklich gewarnt wurde. Die Strecke war auch nicht so einfach zu trampen. Aber das alles wussten wir an diesem Morgen noch nicht. Wir starteten nach Sonnenaufgang und Ralf und ich wurden wenig später von zwei Syrern zu einem sehr guten Frühstück mit viel Humus und Fladenbrot eingeladen. Das Olivenöl war ganz vorzüglich, werde ich nie vergessen. Mit einem kleinen Abstecher nach Hama, wo wir die <a href="http://www.syrien-tipps.de/norias-wasserraeder-hama.php">alten Wasserräder</a> anschauten, arbeiteten wir uns nach Süden vor und sahen alsbald die libanesischen Berge am Horizont.</p>
<p style="text-align: justify;">Unser letzter Lift war ein Jordanier mit seiner Frau, die offensichtlich schon die ein oder andere Schönheitsoperation hinter sich hatte, sowie einem weiteren Mann, der zwar kein Englisch konnte, sich aber permanent mit uns unterhielt. Ziemlich lustiger Kerl auf jedenfall. Wir rasten in einem Höllentempo die Serpentinen runter nach Beirut. Es war eine der wenigen Fahrten in meinem Leben, wo ich wirklich Todesangst bekam, als auf der zweispurigen Straße bisweilen vier Autos nebeneinander ihren Weg über die steilen Straßen bahnten. Unser Fahrer kannte da auch nix.</p>
<figure id="attachment_783" aria-describedby="caption-attachment-783" style="width: 780px" class="wp-caption alignright"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Richtung-Libanon.jpg" rel="lightbox[779]"><img class="size-full wp-image-783" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Richtung-Libanon.jpg" alt="Straße Richtung Libanon. Hier stoppten wir unseren finalen Lift." width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Richtung-Libanon.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Richtung-Libanon-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Richtung-Libanon-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Richtung-Libanon-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Richtung-Libanon-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-783" class="wp-caption-text">Straße Richtung Libanon. Hier stoppten wir unseren finalen Lift.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Wir schafften es vor Einbruch der Dunkelheit nach Beirut und beim Aussteigen am Busbahnhof kam es noch zu einem kleinen Streit. Unser Fahrer meinte auf einmal er sei ein Taxi, verwies auf einen längst verblasste Schriftzug an seiner Tür und forderte uns auf ihm Geld zu geben. Ralfs Stunde ward geschlagen, da er so konsequent wie niemand Anderes jeglichen bezahlten Transport ablehnte. Wir waren ja schließlich Tramper. Es folgte eine knallharte Diskussion. Die beiden bildeten ein gutes Paar. Der Eine wütend und wild mit den Armen fuchtelnd, der Andere gelassen und mit einer wohl durchdachten Sturheit, sodass bald klar war, dass hier niemand irgendwas bezahlt.</p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem wir endlich unsere Rucksäcke in der Hand hatten, machten wir uns auf zu unserem Treffpunkt. Wir fragten den ersten Soldaten nach dem Weg und der kriegte sich bei unserem Anblick garnicht mehr ein: „Ah, you are the two germans. You lost the race!“. Verdammt, die Tschechen hatten es anscheinend vor uns geschafft. Wir waren enttäuscht. Wie hatten die das nur geschafft? Letztendlich konnten wir unseren Sieg dann aber doch noch feiern. Mira und Pavel hatten einen Bus genommen an der Grenze. Das hatte eine Disqualifizierung zur Folge. Als Lohn sollten Sie uns zwei Bier ausgeben, die wir allerdings bis heute nicht bekommen haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Am nächsten Tag schauten wir uns Beirut an. Irgendwann verschwanden Mira und Pavel spurlos. Wir warteten lange auf sie, aber sie waren weg. Ich bekam später eine SMS von Mira: „Durchfall as fuck! Sorry guys, we had shitstorms at Starbucks. See you in the hotel.“ Wir hatten mussten noch Jahre später über Miras Denglish lachen. Epische SMS. Das kam wohl von dem Falaffel, den die beiden am Vortag an der Grenze gegessen haben. Bei den weichen Knien, die Mira auf dem Foto zeigte, hätte man sich das wohl schon denken können.</p>
<figure id="attachment_781" aria-describedby="caption-attachment-781" style="width: 585px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Shitstorm-alert.jpg" rel="lightbox[779]"><img class="size-full wp-image-781" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Shitstorm-alert.jpg" alt="Shitstorm alert bei Mira. Kurz vor dem großen Blast. Seine Beine sind schon gekrümmt." width="585" height="780" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Shitstorm-alert.jpg 585w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Shitstorm-alert-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Shitstorm-alert-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Shitstorm-alert-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Shitstorm-alert-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /></a><figcaption id="caption-attachment-781" class="wp-caption-text">Shitstorm alert bei Mira. Kurz vor dem großen Blast. Seine Beine sind schon gekrümmt.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Ralf hat es am nächsten Tag auch erwischt. Es war so schlimm, dass er sich sogar einverstanden erklärte, einen Bus zurück nach Aleppo zu nehmen. Ein seltenes Ereignis. Good old Syria.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/traffic-exists-hitchhiking-possible-6-das-grosse-rennen-von-beirut-oder-auch-shitstorms-at-starbucks/">Traffic Exists &#8211; Hitchhiking Possible; (6) Das große Rennen von Beirut oder auch &#8222;Shitstorms at Starbucks&#8220;</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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