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	<title>Segeln Archive - Warm Roads</title>
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		<title>Nach Panama mit dem Cargo Boot</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2015 21:11:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich zeltete an der Karibikküste in La Miel/Panama. Hinter mir befand sich der dichte Dschungel des Darien Gaps. 5:30 Uhr. Irgendwas hat mich zum...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/nach-panama-mit-dem-cargo-boot/">Nach Panama mit dem Cargo Boot</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Ich zeltete an der Karibikküste in La Miel/Panama. Hinter mir befand sich der dichte Dschungel des Darien Gaps. 5:30 Uhr. Irgendwas hat mich zum aufwachen bewegt und als ich aus dem Zelt schau, steht da gerade eine Gruppe von 15 Menschen mit dem Kommandeur des Militärs und bekommt irgendeine Einweisung. Wahrscheinlich Kubaner, die die Grenzorte bevölkern und manchmal auch illegal nach Nordamerika wandern. Es weht eine leichte Brise, wie schon die ganze Nacht.<span id="more-1059"></span></p>
<h3 align="justify">Die gewerkschaftliche Organisation einer Stechmücke</h3>
<p align="justify">Obwohl hier dichte Vegetation und ein lebendiges Tierreich existiert, war ich doch überrascht, als am Abend zuvor keine einzige Mücke meine Existenz belästigten. Eine positive Überraschung, dass die kleinen Blutsauger anscheinend geregelten Arbeitszeiten nachgehen. Ich lag sogar mehrere Minuten ungläubig in meinem Zelt, hab mit der Kopflampe in die Dunkelheit gestrahlt und versuchte irgendwelche Insekten zu erspähen. Gab aber keine. Die Kehrseite der Medaille zeigte sich dann gegen 5:45 Uhr. Dienstbeginn. Alle Mücken an die Stechuhr (haha, sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen). Und während ich das Zelt abbaute, klebten die Mückenschwärme an mir, wie Bienen an einer Honigwabe.</p>
<p align="justify">Aber das erste Tagesziel war geschafft. Früh aufwachen. Da ja <a href="https://warmroads.de/de/ab-ins-darien-gap-jungle-fever/">mein möglicher Lift</a> irgendwann ablegen sollte. Ich wartete am Sekretariat des Armeepostens, dass jemand von meinem Boot vorbeikommt. Da kam der Junge Kerl vom Abend zuvor, mit dem ich mich so nett unterhalten hatte. Heute etwas unfreundlicher. Ich sagte Hallo und setzte mich an seine Versen auf dem Weg Richtung Boot. Dort war die ganze Mannschaft schon am Arbeiten. Es wurde größtenteils allerlei Schnaps für den Duty Free Shop ausgeladen, Waschmaschinen, Kühlschränke, Kühltruhen und anderer Elektrokram vom Dach des Bootes herunter gelassen. Nicht jeder Karton erfuhr eine sanfte Landung. Dieser ganze Prozess, in welchem noch 800 Pakete mit Wasserflaschen und 250 24er Packs Coca Cola involviert werden sollten, dauerte mehrere Stunden.</p>
<p align="justify">Ich entfernte mich irgendwann vom Boot und setzte mich zu der Gruppe jüngerer Menschen um etwas zu schnacken. Meine Kontaktperson von gestern war auch dabei und ich erkannte, dass der garnicht zum Boot gehörte. Die Konversation war auch etwas unfreundlich. „Habt ihr Feuer? Dauert wohl noch etwas.“ „Wo willst du hin?“ „Puerto Obaldia mit dem Cargo Boot.“ „Das ist nicht möglich. Keine Passagiere erlaubt. Du musst eine Lancha nehmen. Hier der Kollege kann dich fahren.“ Das war natürlich eine dreiste Lüge. Besonders dreist, weil derselbe Kerl der jetzt meint „No puede (das geht nicht).“ mir am Tag zuvor noch gesagt hat, dass es kein Problem ist. Auch dreist, weil sowohl Militär, als auch Kapitän das schon abgenickt hatten. Ihr verdammten Blutsauger!</p>
<h3 align="justify">Alles für die Crew, alles für den Club</h3>
<figure id="attachment_1064" aria-describedby="caption-attachment-1064" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama.jpg" rel="lightbox[1059]"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-1064" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama.jpg" alt="Dieser rostige Kahn sollte fortan mein Boot sein." width="780" height="468" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama-300x180.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama-150x90.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama-400x240.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama-200x120.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1064" class="wp-caption-text">Dieser rostige Kahn sollte fortan mein Boot sein.</figcaption></figure>
<p align="justify">Da ich nichts besseres zu tun hatte, hab ich mich irgendwann einfach in die Transportkette gestellt und fortan mehrere Stunden mitgeholfen das Boot auszuladen. Dem Kapitän hat das gut gefallen. Er war sowieso ein sehr netter Zeitgenosse. Immer am Lachen. Ein Klischeemäßiger Latino, ursprünglich aus Panama City, durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Auch nicht von herabfallenden Gaskühlschränken. Er hatte einen gut gepflegten Schnäuzer, kurz geschorene Haare und Segelohren. Eine Mischung aus Ernie von der Sesamstraße und dem jungen Samuel L. Jackson in Pulp Fiction. Er hatte eine mittellaute, authentische Lache, bei der ich automatisch mitlachen musste und war stets für einen Scherz aufgelegt. Allerdings sprach er sehr schnell und undeutlich. Ich verstand kein Wort von dem was er gesagt hat. Leider. Aber ich mochte ihn trotzdem sehr.</p>
<p align="justify">Gegen Mittag legten wir ab Richtung Puerto Obaldia. 20 Minuten Fahrt und ein Einreise-Stempel warteten auf mich. Mittagessen habe ich für meine Hilfsarbeit auch bekommen. Sehr freundlich. Ich war bereit für die Einreise. Mein Rucksack wurde komplett auseinander genommen vom nächsten freundlichen Kommandeur. Die Immigration hatte geschlossen und ich musste 30 Minuten warten. Das alles ging mir sehr gegen den Strich, weil ich insgeheim hoffte, mit dem Boot auch weiterfahren zu können. Ich versuchte mit fertigem Pass schnell wieder zurück zu kommen.</p>
<h3 align="justify">Ich hatte einen Lift nach Panama!</h3>
<p align="justify">Machen wir es kurz. Es gab einiges hin und her mit der Armee und dem Kapitän, aber am Ende stand mein Name auf der Crew-Liste und ich hatte meinen Lift über das Darien Gap zur nächsten Straße. So einfach geht das. Passage erledigt. Von nun an war ich Arbeiter auf einem Cargo Schiff und das war eine angenehme Abwechslung zum üblichen Trampen. Die Fahrt sollte knapp eine Woche dauern. Mit Ernie L. Jackson und einer Crew, die größtenteils aus Kuna bestand, den Eingebohrenen der San Blas Inseln.</p>
<p align="justify">Zur ersten Nacht legten wir an einer der San Blas Inseln an. Nachdem wir das Boot vertaut hatten, ging ich auf eine kleine Erkundungstour. Die Insel war nicht größer als drei Fußballfelder, aber bis zum letzten Rand mit Hütten bebaut. Für mich war das hier vielleicht der erste wirkliche Kulturschock, an den ich mich erinnern kann. Es gab kein einziges Steinhaus auf dieser Insel, alle Hütten waren traditionell mit Reebdächern und Bambus (glaube ich) gebaut. Ich streifte durch die Dorfstraßen, es roch nach Holz und ich kam mir vor wie in einer Wikingersiedlung.</p>
<figure id="attachment_1060" aria-describedby="caption-attachment-1060" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf.jpg" rel="lightbox[1059]"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1060" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf.jpg" alt="Dorf der Kuna mit traditionellen Hütten" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf-200x134.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1060" class="wp-caption-text">Dorf der Kuna mit traditionellen Hütten</figcaption></figure>
<p align="justify">Im großen Haupthaus fand gerade eine Zeremonie statt. Ich setzte mich dazu. In der Mitte dieses länglichen Gebäudes saßen zwei Männer in Hängematten und sangen traditionelle Kuna Gesänge. Hörte sich an wie indische Chantis. Sehr entspannend. Ich machte zwei Fotos und sogleich kamen ein paar Dorfbewohner, baten mich nach draußen und zwangen mich, die Fotos zu löschen. Es sei nicht erlaubt. Ich entschuldigte mich. Allerdings werde ich später versuchen, die Fotos mit einem Recovery Tool wiederherzustellen (hat nicht funktioniert). Nach meinem überraschend, interessanten Spaziergang kehrte ich auf mein Boot zurück, wo die ganze Crew am saufen war. Es war der letzte Abend. Am nächsten Tag sollten wir auf die Hauptinsel der Kuna fahren, wo ein Großteil der Crew zwei Tage bei ihrer Familie sein würde.</p>
<h3 align="justify">Alkohol + Besatzung = Unterhaltung</h3>
<p align="justify">Die Kuna vertragen nicht zuviel Alkohol. War so mein Gefühl. Besonders die Älteren waren recht schnell betrunken. Als ich schon im Bett lag, ging irgendwann der Stress los. Der zweite Kapitän, ein großer, ekelhafter Typ, der auch bei den Hells-Angels nicht aufgefallen wäre, stritt sich mit unserem Schiffskoch Pablo. Pablo hatte ich sehr gern, da er sich so lieb um mich kümmerte. Er ging mir ca. bis zum Bauchnabel, hatte einen flusigen Bart der ihn Aussehen ließ wie ein Katzenfisch und trug permanent eine Basecap von irgendeinem panamanischen Schlagerstar. Die beiden schrien sich an. Ich hab keine Ahnung worum es ging, aber der grimmige Kapitän fragte ständig: „Dormiste, dormiste.“ &#8220;Hast du geschlafen, hast du geschlafen?&#8221; Irgendwann hörte ich nur ein dumpfes Klatschen und da hat dieser Arsch dem armen, unterlegenen Pablo doch tatsächlich eine verpasst. Pablo hatte am nächsten Morgen ein blaues Auge.</p>
<p align="justify">Zweiter Akt: Ich versuchte zu schlafen, aber über mir pendelte in seiner Hängematte &#8220;der Schnarcher&#8221;. Wobei es weniger ein Schnarchen, denn mehr ein Schnoddern war. An Schnarcher kann man sich ja gewöhnen, sobald man den Rhythmus verinnerlicht hat. Aber nicht beim schnoddern. Vereinzelte Schleimbrocken, die sich in häufigen, aber unregelmäßigen Abständen im Rachenraum von der eingeatmeten Luft nach hinten schnoddern lassen. Das wurde ergänzt durch Atemaussetzer. Manchmal dachte ich er sei tot. Manchmal entspannte ich mich kurz, weil ich dachte das schnoddern sei zuende. Immer ging es mit einem lauten, röchelnden Einatmer weiter. Wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Wasserfolter">Chinesische Wasserfolter</a>. Man weiß nie, wann der nächste Tropfen kommt.</p>
<p align="justify">Das Kino der besoffenen Schiffsbesatzung ging weiter. Irgendwann trugen zwei der jüngeren den alten, gebrechlichen Schiffsmechaniker zu seiner Hängematte am Ende des Bootes. Ich hatte schon vorher beobachtet, dass er total dicht war. Am Ende konnte er anscheinend nicht mal mehr laufen. Ich hab letztendlich den Platz unter dem Schnodderer geräumt und mich auch ans Ende des Schiffes gelegt, weil es dort ruhiger war. Ich lag nun direkt unter dem Schiffsmechaniker.</p>
<p align="justify">Irgendwann öffnete ich die Augen. Was war hier los? Mr. Mechaniker stocherte, unbeholfen wie ein Tattergreis, mit seiner Hand in der Dunkelheit. Er war weit entfernt davon irgendeinen Gegenstand zu fassen zu kriegen. Er versuchte aus seiner Hängematte aufzustehen, war aber immernoch total betrunken oder generell etwas senil. Ich hab mir das eine Zeit lang mit angesehen und gehofft er würde irgendeinen Fortschritt machen. &#8220;Du schaffst das, komm Alterchen!&#8221;, ging durch meinen Kopf.</p>
<p align="justify">Letztendlich bin ich doch aufgestanden um ihm zu helfen. Im selben Moment ist er wie ein neugeborenes Kalb aus seiner Hängematte gefallen. Ich hab ihm aufgeholfen, er zitterte. Ich führte seine Hand an ein nahe gelegenes Fass, er stabilisierte sich und dann fing er erstmal an, mitten aufs Deck zu schiffen. Nachdem er sein Geschäft verrichtet hatte, tastete er wieder nach der Hängematte, die ich ihm dankenswerterweise entgegenhielt, auch weil ich kein Interesse hatte, ihn gleich aus seiner eigenen Pisse rauszuziehen. Ebenso geschickt wie er aus der Hängematte rausgefallen ist, fiel er auch wieder hinein und schlief ein.</p>
<h3 align="justify">Über Gasflaschen und Kuna Frauen</h3>
<figure id="attachment_1062" aria-describedby="caption-attachment-1062" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot.jpg" rel="lightbox[1059]"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1062" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot.jpg" alt="Mein Cargo Boot mit jeder Menge Gasflaschen." width="780" height="520" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot-200x133.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1062" class="wp-caption-text">Mein Cargo Boot mit jeder Menge Gasflaschen.</figcaption></figure>
<p align="justify">Wir legten am nächsten Tag im Kuna Hauptdorf an, sollten dort drei Nächte rasten und anschließend weiter Richtung Norden fahren. Der Alltag auf dem Boot war eigentlich recht spannend. Wir hielten an unzähligen kleinen Inseln, luden Kühlschränke, Boote, Lebensmittel, Klimaanlagen und jede Menge Gas ein und aus. Viele Gasflaschen, manchmal über hundert Stück pro Insel. Außerdem fuhr noch ein jüngerer Kuna mit uns, der einen Lift nach Carti brauchte. Das war auch mein Zielort, da es hier die erste Straße gab. So fuhren wir also mehrere Tage von einer Insel zur anderen und verkauften Gas an die Kuna.</p>
<p align="justify">Es war total interessant und ich geniesse solche Erlebnisse viel mehr, als mir irgendeine Touriattraktion anzuschauen. Hier ist das Geschäft. Hier ist das Leben. Einkaufen, verkaufen. trubeliges Hafenleben. Scherzen und Handeln. Wenn ich sehe, wie die Menschen ihren Alltag bestreiten. Wenn ich meine Crewmitglieder beobachten kann, wie sie mit ihren Verwandten umgehen.</p>
<p align="justify">Vorallem die Kuna Frauen fand ich irgendwie aszinierend. Ihre traditionelle Bekleidung besteht aus einem kurzen Rock und einer bunten Bluse, sowie Kopftuch, Nasenpiecring und einer besonderen Art geringelter Stulpen über den Beinen. Generell kamen mir die Kuna Frauen sehr stolz vor. Die waren auch die, welche sich um das Geschäft gekümmert haben, während die Männer nur rumlungerten. Ich hab keine Ahnung von dieser Kultur und bin jetzt auch zu faul zum nachlesen, aber dieser Stolz und diese Selbstsicherheit der Kuna Frauen fand ich irgendwie sehr sexy und ungewöhnlich.</p>
<figure id="attachment_1063" aria-describedby="caption-attachment-1063" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew.jpg" rel="lightbox[1059]"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1063" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew.jpg" alt="Meine Crew und mein Boot." width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew-200x134.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1063" class="wp-caption-text">Meine Crew und mein Boot.</figcaption></figure>
<p align="justify">Wir erreichten schließlich Carti. Der freundliche Kapitän und einige andere (sowie ich) gingen von Bord. Es stand eine Lancha bereit, die uns 3 km zum Ufer bringen sollte, wo dann die eigentliche Straße began. Ich hatte das Darien Gap überwunden. Nun lag ganz Nordamerika vor mir. Bereit zur Erkundung. Dies ist wohl die zweischwierigste und zweitwichtigste Passage meiner Reise gewesen. Geschafft! Kann ich einen Haken dran machen. Ich war sehr erleichtert und glücklich.</p>
<p align="justify">Anschließend ging ich umgehend los. Es lagen mehrere Tausend Kilometer Tramptour durch Südamerika vor mir. Ich sollte erstmal bis Guatemala kommen und von dort aus dann Richtung Mexico weitermachen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/nach-panama-mit-dem-cargo-boot/">Nach Panama mit dem Cargo Boot</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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		<title>Ab ins Darien Gap &#8211; Jungle-Fever</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2015 08:26:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumbien]]></category>
		<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Speedboat Station in Turbo war so voll wie die Metro in Tokio zur Rush Hour. Dichtes Gedrängel. Ich war pünktlich um 8:30 Uhr...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Die Speedboat Station in Turbo war so voll wie die Metro in Tokio zur Rush Hour. Dichtes Gedrängel. Ich war pünktlich um 8:30 Uhr vor Ort und natürlich gab es noch keinerlei Anzeichen, dass hier gleich irgendwas ablegen würde. Ich kaufte mir also erstmal ein paar Käse-Schinken Röllchen, einen Kaffee und beschloss eine Zigarette zu rauchen. Die Kolumbianer sind nicht so die Raucher. Meine morgendliche Luftverpestung wurde sogleich mit theatralischem Scheinhusten und bösen Blicken quittiert.<span id="more-1046"></span></p>
<h3 align="justify">Speedboat fahren, endlich mal wieder</h3>
<figure id="attachment_1050" aria-describedby="caption-attachment-1050" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot.jpg" rel="lightbox[1046]"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1050" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot.jpg" alt="Bootstation in Turbo" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot-200x134.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1050" class="wp-caption-text">Bootstation in Turbo</figcaption></figure>
<p align="justify">Nach ca. einer Stunde ging das „Boarding“ los. Dichtes Gedrängel. Für 1000 Pesos (ca. 30 Cent) habe ich mir noch einen schwarzen Müllsack geleistet, mit dem ich meinen Rucksack verpackte. Mein Name wurde aufgerufen, ich betrat die Zustiegszone. Beim Einpacken kam mir ein freundlicher Angestellter zu Hilfe. Sie nahmen meinen Rucksack, wogen ihn und wollten dann auf einmal 10.000 Pesos haben. Ich fragte, wieso? Na, weil der schwerer als 10 Kilo sei. Zum Glück war ich schon im Boot. Meine kolumbianischen Sitznachbarn, gaben mir zu erkennen, dass hier nichts extra bezahlt wird. „No hay plata! no hay plata!“ (Es gibt kein Geld!). Ich hatte schon fast meinen Geldbeutel in der Hand, nahm aber dann unauffällig die Arme runter. Mein Rucksack war schon verladen (so hoffte ich zumindest) und die Forderung nach weiterem Geld ignorierte ich einfach. Hat funktioniert. Tourifalle entkommen. Verdammte Abzockerei überall&#8230;.ich sags euch.</p>
<p align="justify">Das Boot war ähnlich beschaffen, wie der Kahn mit dem ich von Trinitad nach <a href="https://warmroads.de/de/durch-die-hintertuer-nach-venezuela/">Venezuela</a> gefahren bin. Nur besser ausgestattet. Mit gepolsterten Bänken, Rückenlehnen und drei Outboard-Motoren, die richtige Monster waren. Da Fahrt war aber ähnlich unangenehm. Ständiges auf und ab springen über die Wellen. Immer wieder ist der Rumpf des Bootes auf das Wasser geklatscht. Einziger Unterschied hier, dass jeder harte Aufprall von den Kolumbianern mit Schreien, Lachen und Applaus gefeiert wurde. Hier fuhren alle in den Urlaub. In Venezuelaner alle nach Hause.</p>
<p align="justify">In Carpugana angekommen, war ich nun endlich mitten im Darien Gap. Von hier aus gab es drei weitere Ortschaften: Sabzurro, La Miel und letztendlich Puerto Obaldia. Zwischen Sabzurro und La Miel war die offizielle Grenze zwischen Panama und Kolumbien. Die Immigrations waren allerdings in Carpugana (Kolumbien) und Puerto Obaldia (Panama), was bedeutete, dass man sich erstmal auschecken muss, bevor man überhaupt weiter konnte. Das hab ich natürlich vergessen. Zielstrebig bin ich vom Boot in den erstbesten Shop gelaufen, habe mich mit Wasser eingedeckt, eine Sprite getrunken und bin Richtung Dschungelpfad gelaufen. Irgendwann schon halb im Dschungel ist mir der Stempel eingefallen. Also wieder zurück und ab zur Immigration. Danach konnte es aber losgehen.</p>
<h3 align="justify">Durch das Darien Gap laufen</h3>
<p align="justify">Mein Plan war also nach Puerto Obaldia zu laufen. Ich wusste, zwischen dem Ersten und Zweiten Dorf waren es 2-3 Stunden, dann nochmal 30 Minuten über die Grenze nach La Miel (erstes Dorf Panama) und dann nochmal mehrere Stunden nach Puerto Obaldia, wobei der letzte Teil am unklarsten war. Wollte ich sowieso erst am nächsten Tag machen. Also erstmal los. Der Pfad war gut ausgebaut, es gab sogar Schilder, nur es war recht matschig. Und ich fand mich recht bald mitten im Dschungel wieder. Dschungel, unglaublich Feucht, sehr heiß und steil bergauf. Ich hatte noch lange Hosen an, die komplett nass waren, ehe ich die Hälfte des ersten Berges erklommen hatte. Dschungel ist nichts anderes, als eine riesige Bio-Saune. Diese kleine Wanderung hat mich sehr gefordert.</p>
<figure id="attachment_1049" aria-describedby="caption-attachment-1049" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2.jpg" rel="lightbox[1046]"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1049" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2.jpg" alt="Darien Gap nahe Carpurgana" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2-200x134.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1049" class="wp-caption-text">Darien Gap nahe Carpurgana. Endlich wieder am Strand angekommen.</figcaption></figure>
<p align="justify">Ausgeschildert waren 30 Minuten am Ortsausgang. Es musste ein Berg überwunden werden. Auf der Bergspitze waren es auf einmal nur noch 40 Minuten, bis zum nächsten Ort. Okay. Da waren sich wohl jemand nicht einig. Ich hab auf jedenfall eine Stunde gebraucht. Musste danach erstmal im Meer baden, mein T-Shirt ausziehen und auf kurze Hosen umsteigen. Danach war alles etwas erträglicher. Noch einen Fisch zum Mittag gegessen und dann weiter nach La Miel. Weiter nach Panama. Der Weg dorthin war recht unspannend. Viele anstrengende Treppenstufen hoch und viele anstrengende Treppenstufen wieder runter. Kurzer Plausch mit einem der insgesamt drei Militärposten, Vergewisserung das ich wieder komme (was ich natürlich nicht vor hatte) und schon war ich in Panama, Juchee! Oh wie schön ist Panama!</p>
<p align="justify">Naja geht so. La Miel war nicht ganz so schön wie gedacht und jeder Schritt wurde vom Militär kontrolliert. Meine Frage nach dem Weg nach Puerto Obaldia quittierten sie kurz und knapp mit „No hay, no hay “ (Gibts nicht). Natürlich gab es den! Zwei Stunden Fußmarsch sagte mir ein Einheimischer. Für mich dann wahrscheinlich 4-5 Stunden. Das Militär war aber auch so zu verstehen, dass sie mich nicht durch den Dschungel laufen sehen wollten.</p>
<h3 align="justify">Da kommt ein Boot, oho!</h3>
<p align="justify">Ich erkundete erstmal die Gegend. La Miel hatte noch einen Duty Free Shop, in dem es vorallem billigen Whisky gab. Ich war schon fast auf dem Weg zum nächsten Strand, um dort mein Zelt aufzuschlagen, als ich plötzlich ein Cargo Boot entdeckte. Sollte ich sofort wieder trampen, oder vielleicht doch erstmal in diesem Paradies entspannen? Natürlich sofort wieder trampen! Wenn es eine Möglichkeit zur Bewegung gibt, dann kann ich die nicht davon ziehen lassen!</p>
<p align="justify">Es war ein rostiges, kleines Cargo Boot mit mindestens 10 Crew-Mitgliedern an Bord. Ich fragte wer der Kapitän sei. Ein junger Mensch zeigte ihn mir. Wo sie hinfahren? Nach Colon. Oh mein Gott. Colon, das war ja nochmal doppelt so weit, wie ich fahren musste, um zur ersten Straße zu kommen. Ob sie mich mitnehmen können? Der Kapitän sprach sehr schnell. Ich verstand natürlich kein Wort. Nur das wir morgen früh reden und ich die Erlaubnis des Militärs brauche. Nichts leichter als das. Ich quatschte noch mit meiner jungen Kontaktperson, er versicherte mir, dass der Kapitän mich in den nächsten Ort zur Immigration mitnehmen würde.</p>
<figure id="attachment_1047" aria-describedby="caption-attachment-1047" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap.jpg" rel="lightbox[1046]"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1047" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap.jpg" alt="Boot Darien Gap" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap-200x134.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1047" class="wp-caption-text">Mein Boot ist da!?! Oder doch nicht?</figcaption></figure>
<p align="justify">Ich hab dann mit dem Sekretariat vom Militär geredet. Da gab es erstmal keine Probleme. Sie fragten mich, ob ich den Ausreisestempel hätte, klaro, ob ich 500$ hätte? 500&#8230;was? Nein. Kein Geld. Ich bezahl hier nichts. Achso, die brauch ich für die Einreise. In bar? Natürlich hatte ich das Geld nicht und wer ist bitteschön so dumm und läuft mit 500$ durch die Gegend?</p>
<h3 align="justify">Militärgespräche</h3>
<p align="justify">Tja, und dann ging der Spaß los. Da Soldaten nicht selbst denken dürfen ging er erstmal beim Kommandeur fragen. Natürlich entsprach das alles nicht den Regeln und daher dürfte ich nicht ausreisen. Aber ich hab das Geld, nur nicht in bar. Ich brauch nur Internet, um das zu prüfen. Nein, das geht wohl nicht. Kein Geld, keine Weiterreise. Ich müsste zurück nach Kolumbien laufen und dort Geld abheben. Das war natürlich ein Dilemma, weil da ein möglicher Lift stand. Und das Schlimmste was man mir antun kann ist, eine Transportmöglichkeit zu sabotieren. Daher gab ich nicht kampflos auf.</p>
<p align="justify">Ich wusste von Freunden, dass der Kommandeur ein ganz umgänglicher Typ sein sollte und seine Soldaten manchmal etwas blöd und unfähig. Also lief ich direkt ins Kommando-Zelt, fand ihn in seiner Hängematte sitzend vor und erläuterte ihm die Situation. Er hatte Verständnis, meinte aber irgendwas von: „Du kannst da schon hin, nur nicht von diesem Ort.“ Ich fragte dann etwas blöd, ob es denn möglich sei. Er meinte nur nuschelnd&#8230;.ja. Das war wohl das inoffizielle Zeichen, dass wir nun die Regeln brechen. Ich ging wieder zu seinen Soldaten, erklärte selbstsicher und triumphierend, dass ich fahren darf. Der Kommandeur kam nach, erklärte es auch nochmal und schon hatte ich meine offizielle Ausreisegenehmigung.</p>
<p align="justify">Nächster Schritt, Rücksprache mit dem Kapitän, Er schien kein Problem zu haben, meinte nur morgen früh, morgen früh. Das sind sichere Anzeichen dafür, dass nicht alles in trockenen Tüchern ist. Aber was sollte ich machen. Schlafen musste/durfte ich sowieso neben dem Sekretariat des Kommandeurs.</p>
<h3 align="justify">Wo ist Walter?</h3>
<p align="justify">Vor dem Sandmännchen machte ich noch einen Ausflug zum gegenüberliegenden Strand. La Miel hat zwei Strände. Einen mit dem Duty Free und einen mit Müll. Und zwei Häuser. Eines davon gehört Jimmy, einem Amerikaner. Das andere Haus gehört Walter, einem Kolumbianer, der dort etwas aufbauen will. Jimmy war nicht da (ich kannte das, weil zwei Bekannte dort ein paar Woche gewohnt hatten), aber dafür Walter.</p>
<p align="justify">Ich soll euch alle sehr lieb von Walter grüßen und hab ihm versprochen ihn hier zu erwähnen. Walter lebt dort an diesem Strand mit zwei Katzen, einem Hund und einem selbst gegrabenen Fischteich mit 13 Inseln, die jeweils von 1-3 Palmen besiedelt sind. Sieht aus wie ein kleiner Sumpf. Dieses Monstrum hat er eigenhändig mit einer Schaufel ausgehoben. Daneben gibt es noch ein Pferd und allerlei angefangener Projekte.</p>
<p align="justify">Ich hing lange bei Walter in der Hängematte rum und wir haben uns unterhalten. Irgendwann hat er Rum rausgeholt (gut zum rumhängen), eine Kokosnuß aufgemacht (davon hat er auch sehr viele), sich fast den Finger mit der Machete abgehakt, überall sein Blut hingeschmiert und einen Cocktail mit frischer Kokosnußmilch gezaubert. Die Sonne ging langsam unter und es gab noch ein paar gebratene Bananen, mit Thunfisch, Mayo und Ketchup. Das klingt komisch, war aber recht lecker.</p>
<figure id="attachment_1051" aria-describedby="caption-attachment-1051" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen.jpg" rel="lightbox[1046]"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1051" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen.jpg" alt="Relaxen bei Walter in der Hängematte" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen-200x134.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1051" class="wp-caption-text">Relaxen bei Walter in der Hängematte</figcaption></figure>
<p align="justify">Walter ist ein herzensguter Mensch und ich soll der Welt mitteilen, dass er sich über Besuch freut, viel Platz und Nächstenliebe hat und ein einsame Dasein am Ende der Welt führt. Ich denke er nimmt gerne Gäste auf, will dafür auch kein Geld und wenn ihr mehr wissen wollt, <a href="https://warmroads.de/de/kontakt/">dann schreibt mich an</a>. Ich hab ihm das versprochen und vielleicht fahr ich ihn selbst irgendwann nochmal besuchen. Und ganz ehrlich Leute: Der Junge verdient eine Frau. Ist ein echt dufter und umsorgender Typ.</p>
<p align="justify">Diese Ecke der Welt, im Darien Gap, ist auf jedenfall sehr abgelegen und schön. Keine Autos, dafür aber dröhnende Bässe in allen Ortschaften. Keine Ahnung, ob da mal irgendwann ein Vertreter für Bass-Systeme durchgefahren ist und jedem zweiten Haus eine überdimensionierte Anlage aufgeschwatzt hat. Aber jedes Dorf scheint da mindestens ein Soundsystem für die Beschallung von 5000 Personen zu haben, was den ganzen Tag voll aufgedreht läuft und 10-20 Dorfbewohnern davor sitzen, Bier trinken und ihre Karibikmusik hören.</p>
<p align="justify">Hat was, wenn man nicht direkt daneben schlafen muss. Das musste ich aber auf meinem Zwangscampingplatz neben dem Militär. Schlafen war schwierig. Aber: Am nächsten Morgen legte das Cargo-Boot ab. Soviel war klar. Sechs Uhr wollte ich auf der Matte stehen, um das nicht zu verpassen. Da ich keinen Wecker hatte, musste ich also irgendwann vor Sechs aufwachen und meine Sachen pachen, um dann meinen Lift klar zu machen. Der war nämlich alles andere als sicher.…..</p>
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		<title>Segelboot trampen &#8211; Abschließende Betrachtungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 May 2015 22:43:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Segeln]]></category>
		<category><![CDATA[Tramp-Technik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor ca. 7 Jahren habe ich das erste mal gehört, es sei möglich mit Booten zu trampen. Was für eine grandiose Idee. Endlich nicht...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/segelboot-trampen-abschliessende-betrachtungen/">Segelboot trampen &#8211; Abschließende Betrachtungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Vor ca. 7 Jahren habe ich das erste mal gehört, es sei möglich mit Booten zu trampen. Was für eine grandiose Idee. Endlich nicht mehr auf Flieger angewiesen sein, wenn man auf andere Kontinente möchte. Schon lange wollte ich es ausprobieren. Nun war es endlich soweit.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich schreibe diesen Artikel, weil ich im Vorfeld viel über Boottrampen im Internet recherchiert hatte. Es gibt meiner Meinung nach nicht sehr viele Quellen, bzw. oft sind die Informationen die selben. Darüber hinaus war das Boottrampen nicht so, wie ich es nach all den Recherchen erwartet hatte. Daher möchte ich hier auch eine andere Position einnehmen. Die Wahrheit liegt mit Sicherheit irgendwo in der Mitte. Ich werde hier keine Anleitung zum Boottrampen liefern, weil sowieso schon zu viele Tramper in den Häfen unterwegs sind.<span id="more-614"></span></p>
<h3 style="text-align: justify;">Die Route und die Boote</h3>
<p style="text-align: justify;">Ich startete in <a href="http://warmroads.de/segeln-ist-etappe-1-gibraltar-lanzarote/">Gibraltar</a>, bzw. auf der spanischen Seite in La Linea. Mit dem ersten Boot kam ich bis nach Teneriffa, wo ich meinen nächsten Lift für den <a href="http://warmroads.de/segeltagebuch-transatlantik/">Transatlantik</a> fand. Es ging in die nördliche Karibik nach St. Maarten. Es kostete mich ca. drei Wochen während der Weihnachtszeit 2014 endlich ein nächstes Boot nach <a href="http://warmroads.de/yachttransfer-auf-die-grenadinen/">St. Vincent</a> zu finden, von wo ich dann meinen <a href="http://warmroads.de/von-stahlbooten-und-trinitad/">letzte Passage</a> nach Trinitad begann. Insgesamt vier Boote haben mich mitgenommen. Zweimal war ich Crew für einen Boottransfer. Einmal war ich mit einer sehr jungen Crew, die mein Alter waren, unterwegs und einmal mit einem älteren Kapitän. Insgesamt 4000 nautic miles (ca. 7000 km) auf See, Reisezeit ca. 2,5 Monate.</p>
<p style="text-align: justify;">Boottrampen scheint äußerst populär zu sein, in Spanien habe ich ca. 10 andere Tramper getroffen und ich habe gehört, dass in Las Palmas anfang November 25+ Tramper an der Marina waren und versucht haben ein Boot zu finden. Das lag mit Sicherheit auch an der ARC, eine große transatlantik Regatte (http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantic_Rally_for_Cruisers), mit der zum 14./20.11. ca. 250 Boote Richtung Westen starten. Es war also viel los, was es teilweise nicht einfacher machte ein Boot zu finden. Ich habe von einigen gehört, die aufgegeben haben und sogar einen Franzosen getroffen, der von Teneriffa zurück nach Frankreich geflogen ist, weil er dort ein Boot gefunden hat, um dann wieder 8-12 Tage auf die Kanaren und dann weiter in die Karibik zu segeln. Ich denke das sagt schon einiges über die Gesamtsituation aus.</p>
<p style="text-align: justify;">Meine Beobachtungen zum Boot trampen:</p>
<h3 style="text-align: justify;"><b>Der Segler ansich&#8230;..</b></h3>
<p style="text-align: justify;">ist mehrheitlich weiß, priviliegiert, männlich und etwas betagter. Ansonsten kann man sich die Weltmeere wie eine Stadt vorstellen, deren Population alle möglichen Menschen umfasst. Es gibt die Freaks, einige Familien, sehr wenige weibliche Kapitäne, Pärchen, junge Communities, Einhandsegler und sehr viele priviligierte, alte, weiße Männer.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><b>Das PAWM – Problem</b></h3>
<p style="text-align: justify;">Im Vorfeld hatte ich einen ganz <a href="http://www.yachtmollymawk.com/2011/03/hitch-hiking-across-the-atlantic/">besonderen Artikel</a> bei Google gefunden, der an erster Stelle auftaucht, wenn man nach „hitchhiking boats“ sucht. Er ist geschrieben von einer Dame, die mit ihrer Familie über die Weltmeere reist und beschreibt, wie man am besten auf ihrem Boot anheuert. Ich habe mich sehr über den allzu arroganten und hochnäsigen Schreibstil aufgeregt. Prinzipiell würde ich nie mit einer solchen Person mitsegeln, da sie anscheinend eine fortgeschrittene Arschkriecherei erwartet und auch sonst nicht sehr sympathisch wirkt. Mal außer acht gelassen, dass die Verfasserin eine Frau ist, spiegelt sich hier aber eines meiner (!) Grundprobleme mit dem Segeln. Es herrscht definitiv ein gewisser Kodex vor, eine Kultur, die ich prinzipiell zum Kotzen finde, weil sie tendenziell hochnäßig und arrogant ist. Allerdings sind viele TramperInnen auch mit vollem Eifer dabei, die konstruierten Klischees zu erfüllen. Wechselwirkung.</p>
<p style="text-align: justify;">Die PAWM Community ist erstmal relativ sexistisch, was heißt: Männer arbeiten an Deck, machen die Segel und die Drecksarbeit, welche viel Kraft erfordert. Frauen sind eher zum putzen und kochen da und wenn der Kapitän mal einen Kaffee brauch. Das ist vorausgesetzt. Ich persönlich koche gerne, was mir keine Pluspunkte in Sachen Männlichkeit innerhalb der PAWM Community einbringt. Ich hatte aber auch eine weibliche Mitseglerin, die sich eines Tages sehr traurig und enttäuscht zeigte, weil immer nur wir Jungs die Segelmanöver an Deck machen durften und sie vom Kapitän nicht richtig ernst genommen wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Darüber hinaus hat man es generell leichter ein Boot zu finden, wenn man eine Frau ist. Ist unfair, aber wohl fakt. Wieso mag ich nicht beurteilen. Dazu kommt: Es gibt auch nicht wenige Segler, die in Segelforen auf der Suche nach einer Lebensgefährtin sind. Segeln ist einsam. Das ist generell die Situation.</p>
<p style="text-align: justify;">Daneben existiert aber auch eine starre Hierarchie an Board. Es ist völlig klar, dass dies so sein muss, weil der Kapitän die Verantwortung für die Entscheidungen trägt und auf See oft keine Zeit für Diskussionen ist. Wenn du nicht schnell genug reagierst, kann das schwerwiegende folgen haben. Diese Hierarchie kann aber auch ausgenutzt werden, insbesondere wenn der Kapitän ein Arschloch ist. Das Problem auf See ist, man kann nicht aussteigen, wie beim gewöhnlichen Trampen. Und die generelle Erwartung an die Crew ist eben; Gehorchen, vielleicht sogar Arschkriechen und sich so verhalten, wie das PAWM für richtig halten. Ich für meinen Teil war davon ziemlich angekotzt und hab auf diesen Habitus absolut keinen Bock mehr (und war damit nicht alleine).</p>
<p style="text-align: justify;">Noch anzufügen: Es sind definitiv nicht alle so, ich will nur meinen Eindruck der Mehrheit in unserem Segeldorf beschreiben. Nähern wir uns der anderen Seite, den Trampern.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><b>Mitsegeln ist kein Trampen</b></h3>
<p style="text-align: justify;">Ein Boot finden und mitzusegeln hat für mich nicht viel mit Trampen zu tun. Es ist nicht so, dass man ein Fahrzeug anhält und einfach ein Stück auf dessen Weg mitfährt. Segeln verlangt etwas mehr Voraussetzungen. Du kannst nicht einfach Platz nehmen und hast einen Lift. Du bist kein Tramper mehr in diesem Moment. Du bist Crew.</p>
<p style="text-align: justify;"><b>Crew</b> bedeutet Arbeit und insbesondere bei einem großen Turn wie dem Transatlantik, ist der generelle Tenor des Boottrampens etwas naiv bis anmaßend in meinen Augen. Tenor ist allzu oft: Ich hab zwar keine Segelerfahrung, aber ich kann kochen, putzen, Nachtwache halten, bin bereit zu lernen (Klassiker) und kann Gitarre spielen. Mal ganz im ernst, niemand interessiert sich dafür, ob du Gitarre spielen kannst, eine gute Gesellschaft bist oder das Boot putzt beim Segeln, wenn du keinerlei Erfahrung auf dem Meer hast. Wirst du Seekrank, hilft auch deine Bereitschaft zum lernen nichts, weil du dann nicht zu gebrauchen bist und auch nicht unter Deck am Herd stehen wirst. Diesbezüglich trifft der oben genannte Artikel schon irgendwie auf den Punkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist auch sowieso nur möglich, weil die meisten Boote vollautomatisiert sind. Autopilot, AIS, Windfahne und anderer technischer Schnick-Schnack. Das hat aber auch nicht mehr viel mit Segeln zu tun. Zumindest in meinen Augen. Aber so gesehen ist es ja auch nicht so schlimm, wenn ich ohne Erfahrung ein Boot trampen will. Klar. Aber sieht die Realität an den Marinas aus?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich hab von Menschen gehört, die auf die Kanaren geflogen sind, um von da aus direkt den Transatlantik zu starten, ohne vorher auf einem Boot gewesen zu sein. Es ist auch völlig verständlich, wenn die halbe Marina keinen Bock mehr auf die ganzen Tramper hat, wenn jeden Tag Leute mit einer solchen Haltung am Boot erscheinen und erwarten auf eine 3500-4500 km Passage mitgenommen zu werden. Am besten noch umsonst, weil du ja kein Geld hast. Ich als alter Opportunist bin davon außerdem angenervt, weil es so für die Leute mit Segelerfahrung ungleich schwieriger wird ein Boot zu finden. Und die ganze Atmosphäre an der Marina ändert sich. Es mag für einige funktionieren, sicherlich. Aber Boottrampen wirkt auf mich mittlerweile wie das versteckte, wunderschöne Dorf in den Bergen von XY, was irgendwann mal im Lonely Planet als Geheimtipp erwähnt worden ist und seither von naiven Touristenmassen heimgesucht wird, die jegliche Schönheit des Ortes zerstören und überall ihren Müll liegen lassen.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><b>Und Wozu?</b></h3>
<p style="text-align: justify;">Um +-20 Tage auf eine langweilige Atlantiküberquerung zu kommen. Es außer Wasser und der Crew an Board nichts, was irgendwie von Interesse wäre. Wenn dann noch die Stimmung umschlägt, ist es alles andere als spaßig. Ich hatte gute und schlechte Boote. Sicherlich kann man auch ne Menge Spaß haben, aber wie gesagt: Aussteigen geht nicht, wenn es scheiße wird, muss man damit irgendwie klarkommen. Die Hierarchie bestimmt wo es langgeht und der PAWM zeigt irgendwann seine Macken. Es gibt sehr schöne und spannende Segelpassagen auf der Welt, der Transatlantik gehört allerdings nicht unbedingt dazu. Keine Ahnung wieso das alle machen wollen, aber Lonely Planet und so&#8230;..</p>
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		<title>Durch die Hintertür nach Venezuela</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2015 19:52:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reisegeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>
		<category><![CDATA[Venezuela]]></category>
		<category><![CDATA[Boottransfer]]></category>
		<category><![CDATA[Endlich Festland]]></category>
		<category><![CDATA[Raod Trip]]></category>
		<category><![CDATA[Tramper mitnehmen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>11 Uhr. Ablegezeit. Nachdem uns ein Inder, so höflich und nachdrücklich wie es ein Inder eben macht, erklärte, dass wir an der Marina nicht...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>11 Uhr. Ablegezeit. Nachdem uns ein Inder, so höflich und nachdrücklich wie es ein Inder eben macht, erklärte, dass wir an der Marina nicht willkommen sind, trottete unsere Gruppe ins nahe gelegene Fischerdorf. Außer mir waren fast nur Venezuelaner dabei, die alle etwas priviligiert Aussahen. Jetset eben.</p>
<figure id="attachment_254" aria-describedby="caption-attachment-254" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010539.jpg" rel="lightbox[252]"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-254 size-medium" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010539-300x225.jpg" alt="Unser Kahn für die Überfahrt" width="300" height="225" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010539-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010539.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010539-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010539-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010539-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010539-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-254" class="wp-caption-text">Unser Kahn für die Überfahrt</figcaption></figure>
<p>Als unser Boot am Fischerdorf anlegen wollte, kam ein halbnackter Rastaman mit einer Machete in der Hand angesprungen, fluchte und schrie und deute mit seiner charmanten Art an, dass auch hier kein Platz für uns sein wird. Ich kam mir vor wie in einer Gruppe Flüchtlinge, überall nur Hass und dann dieses Boot.</p>
<p><span id="more-252"></span></p>
<p>Ich mag es garnicht Boot nennen, weil dafür war es eigentlich zu klein, zu löchrig, aber immerhin hatte es drei Außenborder für den Antrieb. Es waren zwei Boote insgesamt, eines mit und eines ohne Regenschutz (wobei dieser aus auf Holzbalken genagelter Plastikfolie bestand). Ich war etwas erstaunt, wieso wir insgesamt sechs Außenborder hatten für die 70km Überfahrt und gab mich mit der Theorie zufrieden, dass unsere Bootsführer wohl extra Motoren mitführten, falls einer auf dem Weg kaputt geht. Schließlich fuhren wir direkt über den Kanal zwischen Trinidad und Venezuela und die See konnte ungemütlich werden.</p>
<figure id="attachment_253" aria-describedby="caption-attachment-253" style="width: 150px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010536.jpg" rel="lightbox[252]"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-253 size-thumbnail" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010536-150x150.jpg" alt="Auf dem Boot mit den Anderen" width="150" height="150" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010536-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010536-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010536-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010536-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010536-144x144.jpg 144w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a><figcaption id="caption-attachment-253" class="wp-caption-text">Auf dem Boot mit dem Jetset</figcaption></figure>
<p>Meine Theorie war allerdings falsch. Die drei Maschinen waren notwendig um richtig schnell nach Venezuela rüberzuknallen. Wir fuhren also mit allen drei gleichzeitig, was einen Höllenlärm verursachte. Die Fahrt war trotzdem wunderschön. Ich hab mich in die Küste Venezuelas etwas verliebt. Der Dschungel ragte majestätisch über den Klippen hervor, außer ein paar kleinen Fischerdörfern und zwei Industrieanlagen gab es nichts, außer wilden Stränden, Palmen und eben Dschungel.</p>
<p>Zu meiner weiteren Begeisterung trug auch bei, dass wir unterwegs einen Tramper aufsammelten. Ein Fischerjunge, der an der Küste mit seinem T-Shirt winkte. Das Boot drehte ab und wir luden in auf. Meine Passion war endgültig geweckt. Venezuela, Festland, endlich wieder trampen, was laut <a title="Hitchwiki" href="http://hitchwiki.org/en/Venezuela">Hitchwiki</a> richtig gut funktionieren sollte. Und vorallem Pick-Up Trucks. Wie habe ich mich darauf gefeut.</p>
<p>Ein solcher Truck sollte uns auch gleich vom Pier zur Immigration chauffieren. Die Ladefläche war vom Rost zerfressen. Ich konnte die Straße durch den Radkasten sehen und auch sonst bogen sich die Schweller zum zerbersten nahe, als wir Platz nahmen. So schnell es das Material zu ließ trotteten wir durch die Stadt zu unserem Zielort. Mit ca. 20km/h.</p>
<figure id="attachment_258" aria-describedby="caption-attachment-258" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010543.jpg" rel="lightbox[252]"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-258" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010543-300x225.jpg" alt="Tragfläche nicht mehr in bestem Zustand" width="300" height="225" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010543-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010543.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010543-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010543-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010543-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010543-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-258" class="wp-caption-text">Tragfläche nicht mehr in bestem Zustand</figcaption></figure>
<h3>Wo bitte gehts zur Immigration?</h3>
<p>Was nun folgte war die wohl komischste Einreise, die ich je erlebt habe. Wir kamen zu einem kleinen Haus, dort drin saß ein Mann mit seiner Familie, er hatte eine unappetitliche Enzündung am Bein und badete seine Füße in einer Wanne. Meine Gefolgschaft nahm wie selbstverständlich Platz. Wir warteten anscheinend auf die Dame mit den Stempeln.</p>
<p>Zwischenzeitlich war Zeit zum Geld wechseln gekommen. Ich hatte mir extra Dollar mitgenommen, da der offizielle Wechselkurs 1$ = 11 bolivian Dollars war, der Schwarzmarkt aber 1:75 tauschte, laut Internet. Dank der Wirtschafts- und Ölkrise lag der aktuelle Wechselkurs für mich aber bei 1:135 und ich habe gehört an manchen Orten wurde sogar 1:180 getauscht. Ein Mann mit Hut und Mofa erwartete meine 30$ und fuhr damit davon. Alle hatten mich vorher gewarnt wie korrupt und gefährlich Venezuela war und ich drückte ihm das Geld in die Hand und er verschwand.</p>
<p>Nach einiger Zeit kam er wieder mit 2700 bolivian Dollars, was einem abgemachten Wechsel von 20$ entsprach. Ich hatte ihm aber 30$ gegeben. Er meinte 10$ seien Trinidad Währung gewesen und damit war ich dann mein Geld los. Ich machte keinen Aufstand, dachte das gehört dazu und der Wechselkurs war immer noch gut genug. Ich war immer noch reich.</p>
<figure id="attachment_255" aria-describedby="caption-attachment-255" style="width: 300px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010548.jpg" rel="lightbox[252]"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-255 size-medium" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010548-300x225.jpg" alt="Immigration Office in Venezuela" width="300" height="225" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010548-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010548.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010548-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010548-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010548-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/01/P1010548-200x150.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-255" class="wp-caption-text">Immigration Office in Venezuela</figcaption></figure>
<h3>Vorurteile in meinem Kopf</h3>
<p>Die Pässe kamen an und waren zu meiner Verwunderung schon gestempelt. Keine Ahnung was da passiert ist, ich habe keinen offiziellen zu Gesicht bekommen. Ich kam mir etwas illegal vor in diesem Moment, aber der Stempel schien in Ordnung zu sein, also machte ich mir darüber keine weiteren Gedanken. Beim Grenzübertritt nach Brasilien sollte all dies kein Problem darstellen. Nachdem ich endlich im Auto saß und über alles nachdachte, wurde mir auch klar, dass ich keinen 10$ Schein besessen hatte und der Wechsler mich nicht übers Ohr gehauen hatte.</p>
<p>Es waren nur die Vorurteile über Venezuela, die mich zu dieser Annahme verleitet hatten. Ich schämte mich, weil ich behauptet hatte, er hätte mir zu wenig gegeben. Eigentlich hat er nur sein Geschäft gemacht und das hat er ordentlich getan. Das kommt davon, wenn einem alle Welt sechs Wochen lang einredet, wie gefährlich und korrupt Venezuela ist. Ich werde erschossen, ausgeraubt, betrogen und würde ja sowieso total verrückt sein, in dieses Land einzureisen. Letztendlich sollte alles ganz anders kommen. Venezuela ist ein wundervolles Land. Das sollte ich aber erst nach meinem ersten Lift erfahren&#8230;..</p>
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		<title>Von Stahlbooten und Trinitad</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jan 2015 01:28:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Reisegeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>
		<category><![CDATA[Endlich Festland]]></category>
		<category><![CDATA[Fun]]></category>
		<category><![CDATA[Road Trip]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir segelten nach Trinitad. Sieben Menschen auf einem 53ft Boot klingt erstmal anstrengend. Ist es aber ganz und garnicht. Mein letzter Bootlift war ein...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir segelten nach Trinitad. Sieben Menschen auf einem 53ft Boot klingt erstmal anstrengend. Ist es aber ganz und garnicht. Mein letzter Bootlift war ein 1991 gefertigtes Stahlboot mit zwei Masten, hergestellt in Bremen zu Zeiten der deutschen Wirtschaftskrise. Damals gab es anscheinend keine Aufträge, also haben die Werften einfach ihr vorhandenes Material verbaut. Es ist schon die zweite Schwedentruppe in meinem Alter, die ich mit einem solchen Boot kennengelernt habe. Das Prinzip ist immer gleich, Zweimaster, 1991, gebaut in Deutschland, Stahlboot, viele junge Leute drauf und eine Menge Spaß beim segeln. Und besonders ein Fakt, es wird von Hand gesteuert. <span id="more-167"></span></p>
<p>Dazu muss ich vielleicht erwähnen, dass fast alle Boote heutzutage eine Menge Elektronik besitzen und eben auch mit einem Autopiloten ausgestattet sind, der die komplette Überfahrt regelt. Per Hand steuern bedeutet, dass 24/7 immer jemand am Ruder stehen muss und bei jedem Wetter das Boot geführt wird. Ich persönlich empfinde das Steuern als sehr angenehm, es macht Spaß und hier kommt dann auch das richtige Segelfeeling auf. Leider ist das alles andere als üblich heutzutage. Daher war ich froh, dass ich diese Erfahrung mit der Schwedentruppe machen konnte.</p>
<p>Es ging eigentlich noch darüber hinaus, weil auch die Segel und eigentlich ALLES an Board ohne elektrische Unterstützung und anderer Errungenschaften der modernen Technik geregelt worden ist. Alles per Hand. Die Crew war ein eingespieltes Team, ich konnte mich da nur bedingt einbringen, aber was hier passiert ist, traf exakt meine Vorstellung von segeln. Gerne wieder.</p>
<p>Ansonsten war auch das Leben an Board sehr entspannt. Es gab frisch gebackenes Brot, Schokoladenkuchen, eine sehr junge Staffordshire Terrier Dame, einen angenehmen Kapitän und Zigaretten.</p>
<h3>Endlich auf Festland, oder doch nicht?</h3>
<p>Nun sitze ich in Trinitad und muss 70km Luftlinie zum nächsten Hafen in Venezuela überbrücken. Auch das ist wieder alles andere als einfach. Es existiert keine Fähre mehr. In Venezuela ist es außerdem sehr gefährlich. Alle Leute warnen mich, alle Leute meinen ich werde wohl sicher sterben und niemand will dahin. Wahrscheinlich war auch niemand von all diesen Menschen jemals in Venezuela. Ein Freund von mir, welcher diesselbe Route wie ich gemacht hat, meinte auf jedenfall es sei nicht so schlimm. Das Problem an dieser Massenhysterie ist eher, dass es für mich sehr schwer ist, in dieses Land zu kommen. Unglaublich schwer. Die einzige Fähre hat den Betrieb vor einem Jahr eingestellt. Ätzend. Aber wird schon.</p>
<p>Morgen früh um 10 Uhr soll hier ein kleines Boot in das Fischerdorf einlaufen, was Venezuelaner bringt. Keine Ahnung was die hier machen, aber das Boot fährt auf jedenfall auch wieder zurück und ich sehe es als meine einzige Chance endlich aufs Festland zu kommen.</p>
<p>Danach sieht meine Zukunft endlich wieder rosig aus. Es warten 8000km Straße, eine Schiffahrt auf dem Amazonas, ca. 2 andere Flüße die per Fähre überbrückt werden müssen, aber ansonsten eine „direkte“ Straßenverbindung bis runter nach Uruguay. Endlich nicht mehr auf Inseln vergammeln. Endlich wieder trampen. Ich kann es garnicht abwarten, habe heute schon meinen liebsten Tramperanzug gewaschen, damit ich dann übermorgen wieder rausgeputzt und munter an der Straße stehen kann. Schon über zwei Monate her, als ich das letzte mal auf Festland getrampt bin. Wird Zeit das zu ändern. Die Route ist auch mega spannend und ich hoffe in 12-14 Tagen nach meiner Überfahrt in Uruguay anzukommen. Und dann kann ich mich endlich auf meine Reise vorbereiten.</p>
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		<title>Yachttransfer auf die Grenadinen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Dec 2014 03:02:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Boottransfer]]></category>
		<category><![CDATA[Schwedenboot]]></category>
		<category><![CDATA[Transamazonica]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fast 3 Wochen hing ich in St. Maarten fest. Aber der nächste Lift ist da! Ich wurde als Crew für einen Yachttransfer von Antigua...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Fast 3 Wochen hing ich in St. Maarten fest. Aber der nächste Lift ist da! Ich wurde als Crew für einen Yachttransfer von Antigua auf die Grenadinen engagiert. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das alles klar geht, aber das werde ich morgen sehen. Das Boot kommt aus Europa, die Crew geht von Board und die Skipperin braucht jemanden für die letzte Passage. Da komme ich ins Spiel. Ein bißchen ominös ist die Geschichte bisher noch, da ich nur mit einem Engländer telefoniert hatte, der meinte sie bezahlen mir die 250 Dollar für den Flug und er würde mir die Infos per Mail senden. Infos hab ich noch keine bekommen, Flug ist aber schon bezahlt von mir. Ich denke das geht aber alles klar. Und ich habe meinen ersten Job als Crew, auch wenn ich kein Geld verdiene. <span id="more-146"></span></p>
<p>Update: Ja, nun ist es offiziell. Habe alle nötigen Papiere per Mail bekommen. „This is to certify that Mr Stephan Korn is engaged by Direct Yacht Services Ltd to assist in the delivery of the above vessel. He operates as a commercial yacht crew in the delivery of motor and power vessels by sea worldwide.“ Klingt erstmal ganz gut.</p>
<p>Ich wollte eigentlich nicht fliegen auf meiner Reise, daher sehe ich das nun als &#8220;Transfer&#8221; meinerselbst durch einen Dritten, damit ich diesen Lift kriegen kann.</p>
<p>Es gibt sicherlich schlimmere Orte auf der Welt um stecken zu bleiben, als in der sonnigen Karibik. Von meinen beiden französischen Mitreisenden habe ich mich an dem dritten Tag mehr oder weniger verabschiedet. Sie sind in den französischen Norden der Insel gezogen, haben sich vorher einen Flug gekauft und ich blieb in Simpson Bay. Nach wenigen Tagen hatte ich en Boot auf dem ich leben konnte. Ziemlich versifft, vollgestopft mit Moskitos, aber ich hatte da eine Couch im Salon und das Boot lag 20 Meter entfernt von meiner Lieblingsbar. Die folgenden sieben Tage sind etwas ausgeartet. Ich hab eh das Gefühl hier wird zu jeder Tageszeit getrunken. Da hab ich mich gut eingelebt.</p>
<h3>Auf dem Boot leben und arbeiten</h3>
<p>Die letzten sieben Tage habe ich mit Schleifen von Holz verbracht auf einem 72ft Steel Schooner, der während des Hurricans an den Strand gespühlt wurde. Der Kapitän ist Schwede und so alt wie ich. Ansonsten waren wir eine kleine Community von jungen Leuten, die das Boot wieder auf Vordermann zu bringen versuchten. Es ist ein sehr schönes Boot, dass allerdings in miserablem Zustand ist und gegen März hoffentlich wieder segelfertig ist, um dann nach Australien zu fahren.</p>

<a href='https://warmroads.de/de/p1010274/'><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010274-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Abgeschliffene Holzteile auf dem Boot" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010274-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010274-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010274-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010274-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010274-144x144.jpg 144w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/p1010266/'><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010266-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Zweimaster, deutsches Stahlboot" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010266-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010266-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010266-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010266-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010266-144x144.jpg 144w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
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<a href='https://warmroads.de/de/p1010264/'><img loading="lazy" decoding="async" width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010264-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Meine Crew auf dem Schiff" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010264-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010264-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010264-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010264-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/12/P1010264-144x144.jpg 144w" sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>

<p>Ich werde nun meinen Weg fortsetzen, Sylvester auf den Grenadinen verbringen und dann gegen Ende der ersten Januarwochenende hoffentlich Festland betreten. Endlich wieder richtig trampen! Venezuela und der Amazonas ruft. Stops sind keine wirklich eingeplant, die 4000-5000km nach Uruguay werde ich direkt durchballern. Da die Straßenverhältnisse schwierig sind, schätze ich 10-14 Tage unterwegs zu sein. In <a title="Manaus" href="http://goo.gl/maps/jsBeL" target="_blank">Manaus</a> muss ich sogar eine Fähre über den Amazonas nach <a title="Santarem" href="http://goo.gl/maps/uAzrf" target="_blank">Santarem</a> nehmen, da dort sonst keine andere Verbindung besteht.</p>
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		<title>Segeltagebuch Transatlantik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2014 21:24:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Segeln]]></category>
		<category><![CDATA[Über die Menschheit]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Franzosen]]></category>
		<category><![CDATA[Schmackofatz]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tag 1: Heute gibt es viel zu berichten, dies wird sich in den nächsten Tagen ändern. Unser Kapitän ist sehr entspannt, ich fühle mich...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/segeltagebuch-transatlantik/">Segeltagebuch Transatlantik</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Tag 1:</h4>
<p>Heute gibt es viel zu berichten, dies wird sich in den nächsten Tagen ändern. Unser Kapitän ist sehr entspannt, ich fühle mich wohl auf diesem Boot. Er hat die Entspanntheit eines Kaliforniers und die Höflichkeit eines Engländers in sich.</p>
<p>Der Alltag die nächsten 21 Tage wird so sein, dass ich und die beiden Franzosen uns die Nachtschicht aufteilen, d.h. von 23 Uhr bis 8 Uhr sind wir dafür verantwortlich die Nightwatches zu organisieren. Ich werde also eher am Tag schlafen, als in der Nacht. Chris hat aber heute schon einen herrlichen Satz gesagt, er meinte „Try to get as much sleep as possible, whenever you can.“ Läuft.</p>
<p>Heute hat uns eine Gruppe Delfine begleitet und ich konnte ein schönes Video drehen. Es waren sehr viele und wir beobachteten sie vorne am Bug. Ich saß an der Spitze des Bootes. War spannend den kleinen Fischis zuzuschauen. Erstaunlich wie schnell und beweglich die im Wasser sind.</p>
<p>Wir haben viel zuviel Essen, unter anderem einen (von drei!) ganzen Kühlschrank voller Früchte (Äpfel, Kiwis und Orangen). Das muss natürlich alles gegessen werden. Meine Prioritätenliste die nächsten Tage sieht also folgendermaßen aus: 1. Wann immer es möglich ist, schlafen. 2. Soviel wie möglich essen. 3. Nachtwachen halten. 4. Schauen dass der Rest der Crew keinen scheiß macht.<span id="more-78"></span></p>
<h4>Tag 2:</h4>
<p>Meine Euphorie von Tag eins wurde gestern abend durch das Einsetzen der Seekrankheit gebremst. Insbesondere mein Essensenthusiasmus leidet. Allerdings hab ich es hinbekommen, den ganzen Tag zu schlafen.</p>
<p>Die See ist recht rauh, aber wir segeln seit ca. 40 Stunden mit 6,5-7.5 Knoten. Chris meinte er hätte auch die Genua ausfahren können, das wäre aber dann zu „uncomfortable“.</p>
<p>Habe heute herausgefunden, dass Chris Kanadier ist, der in San Francisco wohnt. Sehr sympathisch. Auf dem Boot ist es entspannt, alle sind etwas Seekrank. Wir hoffen in ca. 24 Stunden in den Passatwinden zu sein. Ansonsten passiert hier nichts. Noch kein Boot entdeckt, seitdem wir abgelegt sind. Es wird langsam zu einem einzigen langen Tag. So soll es auch sein, auch wenn es etwas einsam ist.</p>
<h4>Tag 3:</h4>
<p>Die Seekrankheit hat nachgelassen. Endlich konnten ich und meine französischen Kumpanen uns der eigentlichen Aufgabe zuwenden, der Vernichtung von Lebensmitteln. Heute gab es zum Abendessen gebratene Chorizzo mit Kartoffelbrei, Zwiebeln und Spiegelei. Mich lechzt es schon nach einem Thunfischbrot mit Paprika und Gurke zum Frühstück, dazu einen Kakao.</p>
<p>Der Wind ist verrückt seit Einbruch der Dunkelheit. Vorher waren wir mit stabilen 7,5-8,5 Knoten Unterwegs. Fast den ganzen Tag. Das Boot liegt dabei sanft im Wasser. Chris will uns morgen kleine Aufgaben verteilen. Es geht wohl um putzen. Auch er hat gemerkt, dass unsere Seekrankheit nachlässt.</p>
<h4>Tag 4:</h4>
<p>Keine besonderen Vorkommnisse. Es gab Thunfischbrot, Reissalat mit Thunfisch und abends Pasta. Tagsüber 5-6 Knoten Wind und abends wieder gewohnte 7,5-8,5 Knoten. Der Schlemmerkahn läuft. Die Franzosen haben sich heute über mich amüsiert, weil ich ein Stück Wurst zum Nachmittag gegessen habe, während sie einen Apfel verspeisten. Ansonsten&#8230;.s´zieht sich.</p>
<h4>Tag 5:</h4>
<p>Keine weiteren Vorkommnisse. Ich hab Pasta mit Paprika und Avocadocreme gemacht. Die Crew war begeistert. Nachtrag: Die Nacht war schrecklich, das Boot hat geschaukelt wie&#8230;. alle sind müde.</p>
<h4>Tag 6:</h4>
<p>Linsensalat zum Mittag und Abends Pizza und einen Film. Australia, die wahrscheinlich langweiligste Hollywoodproduktion in der Geschichte der Menschheit. Aufgrund von Geselligkeit und Höflichkeit gegenüber unseres Kapitänes haben wir aber die 2,5 Stunden ausgeharrt. Ansonsten gab es heute den ersten Ordnungsruf an die Franzosen bezüglich des Brotverbrauches. Diese maßlose Sandwich-Völlerei hat jetzt ein Ende. Käse gibt es aber trotzdem nach jeder Mahlzeit,</p>
<p>Das Hauptsegel hat 2 Löcher und wird vorerst abgenommen.</p>
<h4>Tag 7:</h4>
<p>Langeweile und langsame Fahrt. Spaghetti mit Rosenkohl.</p>
<h4>Tag 8:</h4>
<p>Endlich die Spinnaker-Pole von der Genua genommen und mit vollem Segel gefahren. Hatten etwas verlorene Zeit aufgeholt. Zur Nacht aber wieder drauf und mit jämmerlichen 4,5 Knoten unterwegs. Anonsten suizidale fliegende Fische, die auf dem Deck sterben. Außerdem hat irgendwer Zucchini gefunden. Abendessen.</p>
<h4>Tag 9:</h4>
<p>Zu meinem Überraschen hat die Langeweile heute eine positive Wendung genommen. Die Spannungen an Board sind etwas angewachsen und haben sich in den heutigen Segelarbeiten gezeigt. Chris hat irgendwann den Autopilot ausgeschaltet, sowie alle Instrumente und wir sind auf Handsteuerung umgestiegen. Jeder durfte mal 1-2 Stunden ans Ruder. Das war gut. Endlich mal richtig segeln. Wir kommen langsam voran. Hoffentlich können wir die 20 Tage einhalten. Aber wir haben u.a. noch 14kg Nudeln. Der Kapitän hat heute Omlette gemacht. War etwas zerfallen, aber lecker. Ich hab das Gefühl der Segler ansich kaum kochen, aber was er kann ist ein (zumindest zerfallenes) Omlette machen.</p>
<h4>Tag 10:</h4>
<p>Victor war heute zwei Stunden auf dem Mast und hat das Hauptsegel wieder aus dem Mast gefriemelt. Irgendein Ring hat sich darum gelegt und wir konnten es nicht ganz ausfahren. Morgen flicken wir das Ding und dann können wir es hoffentlich auch endlich benutzen. Wir sind gerade sehr langsam, 4-5 Knoten maxmal und weit unter unserem Tagesziel. Aber es besteht Hoffnung. Ansonsten Pasta mit Fertig-Bolognese. Easy.</p>
<h4>Tag 11:</h4>
<p>Wir haben heute das erste Boot gesehen. Das ist nach 11 Tagen Einsamkeit eine kleine Sensation. Ansonsten polieren wir jetzt täglich das Boot, wobei Chris und ich heute eine Auseinandersetzung darüber hatten, wieviel wir auf dem Boot als Crew zu machen haben. Gestern meinte er 2 Stunden täglich, heute waren es dann vier. Das ist zusätzlich zu den Nachtwachen und dem täglichen Abendessen, welches er sich von uns hofieren lässt, dann doch etwas zuviel verlangt. Generell spannt sich die Lage immer mehr an. Chris pienzt täglich mehr rum, meist auf mich abzielend, was langsam ziemlich nervt und bisweilen etwas absurd ist. Aber das ist wohl so auf dem Boot. Macht trotzdem irgendwie Spaß mittlerweile, vielleicht auch, weil ein Ende in Sicht ist. Aber mit den beiden Franzosen verstehe ich mich jeden Tag besser. „Nur“ noch 1300nm (2360km). Heute gab es wieder Spaghetti mit Avocado.</p>
<h4>Tag 12:</h4>
<p>Heute morgen dachte ich, jetzt eskaliert die ganze Situation. Um 6 Uhr hatte der Autopilot die Batterie fast leer gesaugt und Chris ist etwas angefressen aufgewacht. Wir haben dann die Segel eingeholt und sind gemotort. Da ich etwas sehr übermüdet war, wie auch Chris und er meinte die Wachschichten ein drittes Mal ändern zu müssen (wobei ihn das die letzten 11 Tage nicht interessiert hat) hatten wir uns etwas in den Haaren. Wusste nicht wie das nach dem Aufwachen weitergehen sollte, aber die Situation wurde dann totgeschwiegen und es offenbarte sich ein ganz wunderbarer Tag.</p>
<p>Wir haben die Uhren um 4 Stunden zurückgestellt, für die karibische Zeitzone. Gegen Morgen stand ich bei strömendem Regen am Steuerrad und hab das Boot durch den Wind geführt, was wirklich Spaß gemacht hat. Und Abends haben wir den Mast noch einmal geflickt, heute bin ich dann auch rauf. 18 Meter hoch, hin und her schaukelnd, hab zwei Antennen versetzt und Etwas am Segel angebracht. Da ich von Natur aus noch ziemlich viel Höhenangst habe, hat mich das natürlich dementsprechend fertig gemacht und ich konnte den Ausblick nur bedingt geniessen. Geil wars trotzdem! Kann es kaum abwarten wieder Klettern gehen zu können.</p>
<p>Alle Segel sind einsatzbereit. Nun segeln wir wieder mit stabilen 6-6,5 Knoten. Zum Abendessen gab es einen französischen Zwiebelkuchen (Tarte).</p>
<h4>Tag 13:</h4>
<p>Ich dachte hier würde nichts mehr passieren. Aber heute war der bisher krasseste Tag. Am morgen hab ich Ei und Toast für alle gemacht, danach haben wir das neu gewonnene Hauptsegel gehisst. Chris wollte einen Sonnenschutz über das Cockpit ziehen und wir haben das zugehörige Gestänge poliert. Das Hauptsegel wird neben dem Mast von einem Träger gestützt, dem sogenannten „Boom“. Diesen kann man über einen Controller nach rechts und links steuern lassen, je nachdem woher der Wind kommt. Damit der „Boom“ nicht in die andere Richtung ausschlagen kann, gibt es einen „Preventer“, also eine Art Konterleine, die alles in Position hält.</p>
<p>Dieser „Preventer“ hat sich irgendwie gelöst, was zur Folge hatte, dass während des polierens das Hauptsegel umgeschlagen ist und der Träger Victor am Kopf getroffen hat. Er ist gestürzt und hat sofort angefangen zu bluten. Gleich darauf wurde auch Lea von dem Ding erwischt und ist vom Dach des Cockpits gefallen. Man muss sich nun mal vor Augen führen, dass wir rund 2000 km um uns herum nur Wasser haben und das in jede Himmelsrichtung. Mindestens 7 Tage fahrt bis zum nächsten Festland und dann passiert sowas.</p>
<p>Es ging alles recht schnell, wir haben dann erstmal Victor verarztet, während Chris in der Situation alles andere als eine gute Figur abgegeben hat. Der wusste garnicht was Phase war, noch nichtmal wo sein erste Hilfe Zeug ist. Nicht gerade vertrauenserweckend, aber wir hatten alles wichtige selber dabei. Die Platzwunde war zum Glück nicht sehr groß und hat nach einer Stunde aufgehört zu bluten. Lea ist mit einer Beule davon gekommen. Nicht auszudenken, wenn es eine größere Wunde gewesen wäre, die genäht werden müsste und sich vielleicht noch entzündet hätte.</p>
<p>Glück gehabt. Nun erstmal kein Hauptsegel und langsame 5 Knoten. Heute Abend gab es Nudeln mit Pesto, 3 Scheiben Mortadellawurst ein Leffe blonde und Haselnußschokoldae zum Abschluß.</p>
<h4>Tag 14:</h4>
<p>Heute während meiner Nachtwache habe ich eine kleine Revolution gestartet. Wir waren wieder viel zu langsam mit viel zu kleiner Genau unterwegs und Chris hat auf meine Klopfzeichen nicht reagiert, als sich der Wind gerade günstig gedreht hat. Also hab ich kurzerhand das zweite Segel alleine gehisst. Auch auf die Gefahr hin, dass es Ärger gibt. Aber niemand ist aufgewacht und ich war froh über die extra Geschwindigkeit.</p>
<p>Der Tag war auch recht ereignissreich. Erstmals seit 14 Tagen haben wir ein anderes Segelboot gesehen. Es kam mit der ARC-Regatta, was soviel heißt, dass es die gleiche Strecke wie wir in 12 (!) statt 14 Tagen zurückgelegt hat. Chris hat sich dann auch gewundert warum die so schnell sind, vielleicht weil die Segeln und wir nur putzen und reparieren. Nur so meine Vermutung. Allerdings hat er sich danach mein Vertrauen wieder leicht erarbeitet. Als Wind aufkam haben wir das Hauptsegel und die Genua auf Steuerbord gehisst und sind, meiner Meinung nach, das erste mal richtig gesegelt. Zehn Knoten schnell und man konnte endlich sehen, was für ein fantastisches Boot wir eigentlich haben. Wir glitten mayestätisch über den Atlantik. Als der Wind abflachte hat Chris zu unserem Erstaunen auch noch den Motor angeschmissen, um verlorene Zeit der letzten Tage gut zu machen. Bin daher jetzt sicher, dass er innerhalb seines „Budgets“ von 20 Tagen bleiben möchte, was mich sehr beruhigt, da wir dann nicht ewig auf diesem langweiligen Atlantik versauern.</p>
<p>Zum Abendessen Reis mit Spinat und Feta.</p>
<h4>Tag 15:</h4>
<p>Ein weiteres Segelboot, was uns einen Tag abgenommen hat, kreuzte heute unseren Weg. Ansonsten machen wir (endlich) auch wieder etwas Speed. Die Reise scheint sich doch irgendwann dem Ende zuzuwenden. Zum Abendessen gab es Pasta mit Bolognese Sauce und Ananas als Nachtisch. Außerdem hat die Brötcheninventur ergeben, dass jeder pro Tag zwei frisch aufgebackene Brötchen für die letzte Woche zur Verfügung hat.</p>
<h4>Tag 16:</h4>
<p>Tag 15 war bisher der schnellste und wir haben 170nm zurückgelegt. Wenn wir die Geschwindigkeit halten, dann sollten wir am morgen des 20igsten Tages da sein. Da das Boot so schnell war hat unser lieber Kapitän in seiner morgendlichen Aufwachdepression einen neuen Schichtplan entworfen, nachdem jetzt jeder von uns 8 Stunden Wache, 4 Stunden Pause, also insgesamt 16 Stunden pro Tag im Cockpit sein soll. Ich war sehr erfreut über diesen sinnlosen Plan (indem er sich natürlich komplett raus genommen hat, weil er ja der Kapitän ist) und hab ihn den ganzen weiteren Tag ignoriert. Wir sind heute Abend wieder zum alten Plan zurück, da das Boot wieder etwas langsamer fährt und wir kein Hauptsegel gehisst haben. Auch gut. Kann kaum erwarten an Land zu gehen. Abendessen wieder Pasta mit Bolognese. Die Küche hat aufgrund des Schichtplanes etwas gestreikt.</p>
<h4>Tag 17:</h4>
<p>Heute war Leas Geburtstag und es gab Crepe. Während des Essens hatten wir Besuch von einem kleinen Spatz, der uns schon seit mehreren Stunden gefolgt ist. Keine Ahnung wie der soweit raus kommt. Er hat sich vier mal bei uns aufs Boot gesetzt zum ausruhen und zuletzt saß er auf meiner Hose. Ich hab versucht mich in den Windschatten zu bewegen und er ist wieder weggeflogen. Danach folgte ein schwerer Sturm, wir mussten die Segel einholen und fahren mit Motor. Der kleine Spatz wird dort draußen wohl seinem Schicksal ins Auge sehen. Armer kleiner Kerl, wäre er doch sitzen geblieben.</p>
<h4>Tag 18:</h4>
<p>Heute den ganzen Tag kein Wind. Was ein Glück, denn so fahren wir mit Motor und machen viele Meilen. Ist zwar keine Segelromantik, aber jetzt geht es nur noch ums Ankommen! Rost-roter Sonnenuntergang heute Abend. Ansonsten Tortellini mit Pesto Rosso, passend zur Sonne.</p>
<h4>Tag 19:</h4>
<p>Es gab wieder etwas Ärger, da wir den morgigen Tag besprochen haben und Chris uns all die sinnlosen Polieraufgaben und Putzaufträge gegeben hat. Komischerweise immer nur, wenn ich nicht anwesend war. Wir haben den ganzen Tag poliert. Zum Feierabendbier hat Victor, der alte Frechdachs, sich ein John Smith aus dem Kühlshrank geklaut. Das ist die englische Pissplörre, die Chris jeden Tag trinkt und uns nicht probieren lassen wollte, weil er davon ja nur noch so wenige hat. Das war schon sehr mutig von Victor. Desweiteren haben wir die Pläne für das exorbitant große Frühstück geschmiedet, da wir das Boot morgen verlassen und noch soviel Essen über ist. Ansonsten hatte ich heute die Wache von 22-0 Uhr und hab das zum Anlass genommen mir die Bierrvorräte aus dem Kühlschrank zu genehmigen. Wir haben nun guten Wind, werden zum Sonnenaufgang Land in Sicht haben. Endlich. Dann „nur“ noch das Boot von unserem zwangsgestörten Kapitän putzen und ab geht es aufs Land, zusammen mit 2x12er Paketen Bier. Der morgige Tag verspricht Gutes. Außerdem werden wir gleich auf Bootsuche gehen können. Heute gab es außerdem vorzüglich improvisiertes Raclette. Das Beste Essen bisher!</p>
<h4>Tag 20:</h4>
<p>10:00 Uhr morgens Ankunft im Hafen. Jetzt nur noch Boot putzen und dann an Land gehen. Die Crew und der Kapitän haben sich überworfen und wir sind alle drei froh, wenn wir von diesem Boot runter sind. Ansonsten schon warm hier und es dringt Reagge durch die Palmen.</p>
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		<title>Jauchzet Frohlocket St. Martin ich komme!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2014 17:51:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Segeln]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Krotov]]></category>
		<category><![CDATA[Lift]]></category>
		<category><![CDATA[Teneriffa]]></category>
		<category><![CDATA[Transamazonica]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die PFLICHT ruft. Ich halte mich kurz. Dies ist ein weiterer Reisestatusbeitrag. Ich habe ein Boot. Es ist 60 Fuß lang und noch großer,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die PFLICHT ruft. Ich halte mich kurz. Dies ist ein weiterer Reisestatusbeitrag. Ich habe ein Boot. Es ist 60 Fuß lang und noch großer, schöner und komfortabler als das Letzte und nimmt mich nach St. Martin mit. Morgen früh legen wir ab in 21 Tagen werde ich in der Karibik sein.</p>
<h3> Neuausrichtung</h3>
<p>Durch den neuen Zielort wird sich meine eigentliche Reiseroute etwas ändern. Ich werde wohl in Venezuela endlich Festland betreten und wieder wie ein normaler Mensch trampen können. Allerdings ist das noch ein ganzes Stück von Uruguay entfernt. Da ich die Panamerikana nur einmal trampen möchte, werde ich wohl einmal quer durch den Amazonas knallen. Hab aber schon gechaut, dort gibt es eine schöne Straße, die <a title="Transamazonica" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Transamaz%C3%B4nica">Transamazonica.</a> Hab mir sagen lassen, es sei die langsamste Straße der Welt. Aber wohl immerhin schneller als segeln. Klingt nach einem Plan.</p>
<p><span id="more-72"></span></p>
<p>Noch hinzuzufügen: Oh Captain, my Captain. Seine Name ist Chris ein sehr höflicher Engländer. Mit dabei zwei Fahrradreisende, die ebenfalls Boote trampen und aus dem schönen Frankreich stammen. Die Beiden sind noch jung, weshalb ich etwas auf sie aufpassen soll, wie Chris mir ans Herz gelegt hat. Zumindest soll ich schauen, dass sie alles richtig machen. Blockwart quasi.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die letzten Tage und Wochen hatten ihre Höhen und Tiefen. Letztendlich kam aber dann doch alles so, wie es nicht hätte besser sein können. Oder um es mal sinngemäß nach <a title="Anton Krotov" href="http://hitchwiki.org/en/Anton_Krotov">Anton Krotov</a> zu beschreiben: Wenn du etwas auf der Reise brauchst, dann kommt das von ganz alleine.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Reisestatusupdate ist hiermit beendet. Grüße an die Daheimgebliebenen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Endlich mal segeln! Etappe 1: Gibraltar &#8211; Lanzarote</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2014 12:43:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reisegeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Gibraltar]]></category>
		<category><![CDATA[Lanzarote]]></category>
		<category><![CDATA[Thunfisch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Segeln ist langweilig. Segeln ist langsam. Segeln ist anstrengend. Aber Segeln hält auch ein gewisses Maß an Faszination bereit. Auf einem Segelboot gibt es...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/segeln-ist-etappe-1-gibraltar-lanzarote/">Endlich mal segeln! Etappe 1: Gibraltar &#8211; Lanzarote</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Segeln ist langweilig. Segeln ist langsam. Segeln ist anstrengend. Aber Segeln hält auch ein gewisses Maß an Faszination bereit.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf einem Segelboot gibt es nicht viel zu tun. Segelmanöver, Wachzeit absitzen, Verkehr beobachten, Essen kochen, zu anderen Booten funken, schlafen und starren. Vorallem mit dem Starren in die sich auftürmende Dünung verbringt Mensch viel Zeit. Nach einer Weile verfällt die Besatzung in einen Modus ohne Zeitgefühl und verliert sich im wiederkehrenden Wellengang. Das Wasser zieht dich in seinen Bann.</p>
<p><span id="more-30"></span><br />
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<figure id="attachment_32" aria-describedby="caption-attachment-32" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000852.jpg" rel="lightbox[30]"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-32 size-medium" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000852-300x168.jpg" alt="Land in Sicht. Lanzarote am Horizont!" width="300" height="168" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000852-300x168.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000852-1024x575.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000852-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000852-1200x674.jpg 1200w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000852-400x224.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000852-800x449.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000852-200x112.jpg 200w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000852.jpg 1366w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-32" class="wp-caption-text">Land in Sicht. Lanzarote am Horizont!</figcaption></figure></p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Es geht los &#8211; Segeln ist anstrengend<br />
</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Ich wurde tatsächlich Seekrank. Mir war etwas unwohl und ich wurde sehr sehr müde. Ich habe viel geschlafen, bei jedem Wellengang. Meine Mitsegler haben sich gewundert, dass ich so viel schlafen konnte und nicht das ganze Boot vollgekotzt habe. Ich denke ich bin etwas erschöpft von meinem Leben und diese Müdigkeit wird mich in den nächsten Wochen und Monaten noch etwas begleiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Der erste Tag auf See fing an in strahlendem Sonnenschein um 6 Uhr in der früh. Wir verließen den Hafen, hissten die Segeln und zogen davon Richtung Atlantik über die Straße von Gibraltar. Bald verabschiedete sich der Wind und meine aufkommende Segelromantik wurde je zerstört, durch das Lärmen und die stinkenden Abgase des Motors, der uns fortan antreiben sollte. Segler sind auf Wind angewiesen. Ist dieser Wind nicht vorhanden wird mit Motor gesegelt. Die ersten 40 Stunden sollten wir oft mit Motor segeln. Doch dann kam zum Glück Wind auf. Und aus dem Wind wurde Sturm.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Der Kapitän dreht durch &#8211; Segeln macht krank</h3>
<p style="text-align: justify;">Als wir unsere Nachtwache antraten, saß Rene unser Kapitän auf Deck und steuerte in seinem gelben Segelanzug das Boot bei starkem Wind und hohen Wellen. In seinen Augen spiegelte sich ein Hauch von Wahnsinn wieder und er kommentiert den harten Seegang süffisant mit: „Haha, das ist segeln!“ Mir wurde schlecht, ich musste eine Reisetablette einwerfen und fragte mich, wieso ich mir das eigentlich antue. Die Müdigkeit kam auf und ich schlief unter Deck ein. Als ich aufwachte steuerten wir mit vollem Motorengedröhne einen Industriehafen in Marroko an, um vor dem tosenden Wellengang Schutz zu suchen.</p>
<figure id="attachment_33" aria-describedby="caption-attachment-33" style="width: 300px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000847.jpg" rel="lightbox[30]"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-33 size-medium" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000847-300x168.jpg" alt="Blut und Nahrung. Unser Kapitän zerlegt einen Thunfisch. " width="300" height="168" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000847-300x168.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000847-1024x575.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000847-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000847-1200x674.jpg 1200w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000847-400x224.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000847-800x449.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000847-200x112.jpg 200w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000847.jpg 1366w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-33" class="wp-caption-text">Blut und Nahrung. Unser Kapitän zerlegt einen Thunfisch.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Wir ruhten uns eine Nacht aus und zogen am nächsten Morgen in Richtung Lanzarote weiter. Madeira war fortan nicht mehr unser Ziel. Ich fragte mich zu dieser Zeit, wie ich die weiteren vier Tage überleben sollte und ob es eine gute Idee war, den Atlantik mit dem Boot zu überqueren. Glücklicherweise zeigte sich Neptun barmherzig und wir hatten ab Tag drei wunderbaren Sonnenschein, eine sehr angenehme Dünung und segelten entspannt unserem Ziel entgegen. Erst da erkannte ich, dass Segeln eigentlich auch ganz schön sein kann. Aber eben auch langweilig.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Highlights der folgenden Tage war ein Frachter der unseren Weg kreuzte und auf eine Seemeile an unser Boot heran kam, ein gefangener Tunfisch und der Vollmond, welcher während den Nachtwachen für eine angemessene Beleuchtung sorgte. Ansonsten blieb einem nur das Starren. Ich warte sehnsüchtig auf den ersten Tag ohne Mond, weil sich dann der Hochsee-Sternenhimmel in seiner vollen Pracht zeigen wird.</p>
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<h3 style="text-align: justify;">Bewegung mit einem Boot &#8211; Segeln ist langsam</h3>
<p style="text-align: justify;">Stichwort Langsam. Ein Segelboot macht im Durchschnitt 9-10 km/h. Im Vergleich zu einem Auto ist das natürlich ziemlich erbärmlich. Wenn ich mir vorstelle, wie schnell ich dieselbe Strecke in Autos trampen könnte, werde ich immer etwas trübseelig und Ungeduld macht sich in mir breit. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten in Brasilien wieder guten soliden Asphalt unter meinen Füßen zu haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Fast 6 Tage hat der erste Seegang meines Lebens gedauert. Nun befinden wir uns wider erwarten in Lanzarote auf den kanarischen Inseln. In den nächsten Tagen geht es weiter nach Teneriffa, von wo aus wir dann versuchen werden den nächsten Lift zu kriegen. Mein Weg wird Richtung Süden führen, über die kaperdischen Inseln nach Recife/Brasilien. Aber vorher wird noch auf den 3700m hohen Vulkan in Teneriffa getrampt!</p>
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		<title>Prolog: Mein erster Lift &#8211; Segeln nach Madeira!</title>
		<link>https://warmroads.de/de/erster-lift-segeln-nach-madeira/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2014 23:22:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Segeln]]></category>
		<category><![CDATA[Spanien]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
		<category><![CDATA[Gibraltar]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitän]]></category>
		<category><![CDATA[Lift]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir schreiben den 30.10.2014 und ich befinde mich in Gibraltar (genau genommen La Linea auf der spanischen Seite), schreibe meinen Eröffnungspost in freudiger Erwartung...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://warmroads.de/de/erster-lift-segeln-nach-madeira/">Prolog: Mein erster Lift &#8211; Segeln nach Madeira!</a> erschien zuerst auf <a href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir schreiben den 30.10.2014 und ich befinde mich in Gibraltar (genau genommen La Linea auf der spanischen Seite), schreibe meinen Eröffnungspost in freudiger Erwartung auf meinen ersten Lift mit einem Segelboot, welcher mich in zwei Tagen nach Madeira mitnimmt. Harrrr! Aber eins nach dem Anderen&#8230;&#8230;.</p>
<h3><strong>Hallo Welt</strong></h3>
<p>Herzlich Willkommen in meinem Reiseinformationsblog. Ich habe vor zwei Wochen meine Heimat aufgegeben und werde fortan durch die Welt trampen, vielleicht auch mal laufen, Fahrrad fahren oder auf einem Pferd unterwegs sein. Fühlt euch eingeladen mir auf meinem Weg zu folgen. Dieser Blog soll einerseits für meine lieben Verwandten als beruhigende Reisebegleitung dienen, aber auch Platz für all die verrückten Geschichten bieten, die mir auf dem Weg widerfahren werden.</p>
<p>Der Blog ist taufrisch und befindet sich im Aufbau. Hier wird sich in den nächsten Monaten einiges tun. Ich habe mehrere Ideen, für deren Umsetzung ich allerdings etwas Zeit brauche.</p>
<h3><strong>Die Route</strong></h3>
<p><span id="more-7"></span></p>
<p>Es gibt keinen genauen Plan für das was kommt. Ich Reise auf unbestimmte Zeit. Ich werde mich nur auf dem Land- und Seeweg fortbewegen und die meiste Zeit trampen. Eigentlich möchte ich einmal um unseren kleinen Planeten herum. Grob gesagt, trampe ich im Moment erstmal von Leipzig nach Uruguay, wo ich meinen lieben Freund Ralf besuchen werde. Danach wahrscheinlich Argentinien (Reiten lernen) &#8211; Südspitze SA &#8211; Nordamerika &#8211; Rußland &#8211; Zentralasien &#8211; and so on&#8230;..</p>
<h3><strong>Inspiration</strong></h3>
<p>Mit der Reise verbindet sich ein großer Traum, eine spezielle &#8220;Expedition&#8221; auf die ich aber an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte. Manch ein Mensch weiß schon um was es geht. In 12-18 Monaten werde ich darüber mehr schreiben können, da ich vorher noch mehr Informationen sammeln muss.</p>
<h3><strong>Meine aktuelle Mission: Von Leipzig nach Uruguay trampen</strong></h3>
<p>Ich bin vor 11 Tagen in Leipzig losgetrampt und direkt nach Gibraltar gekommen. Über diese 104 Stunden lange Tramptour berichte ich später. Aktuell versuche ich mit Segelbooten über den Atlantik zu trampen und irgendwie nach Brasilien zu kommen. Gestern war ich das erste mal am Pier und habe aktiv Segler angesprochen. Und siehe da: Ich hab meinen ersten Lift nach Madeira. Sonntag legen wir ab.Ich habe keinerlei Erfahrung mit Segeln. Es wird das Erste mal sein, dass ich mit einem Boot aufs offene Meer steuere. Ich weiß nicht ob ich Seekrank werde, vermute es aber stark. Dem ersten Segeltörn begegne ich mit einer Mischung aus Faszination und Angst. Ich muss jedoch dazu sagen: Ich habe Angst, jedoch fürchte ich mich nicht. Wozu auch?</p>
<h3><strong>Mein erster Lift und El capitano</strong></h3>
<p>Mein erster Captain heißt Rene ist Ende 60 und der Prototyp eines Vollblutseglers. Er segelt seit 40 Jahren, hat als professioneller Skipper gearbeitet (nicht viele Segler im Hafen haben überhaupt einen Segelschein) und macht einen sehr lockeren Eindruck. Als ich Ihn gestern nach einem Platz auf dem Boot gefragt habe, meinte er kurz und knapp: &#8220;Ich kann dich schon mitnehmen.&#8221; Segelerfahrung? Kostenbeteiligung? Irgendwelche Bedingungen? Nada. Das war so herrlich unkompliziert.Eine Nacht habe ich darüber geschlafen, weil Madeira etwas abseits von der eigentlichen Atlantikroute liegt. Die geht von Gibraltar über die Kanaren &#8211; kapverdische Inseln und die Karibik. Die Weltmeere sind aber letztendlich auch nichts anderes, als eine große Autobahn mit planbarem Verkehr. Sollte also kein Problem sein da weg zu kommen. Schließlich habe ich Rene heute zugesagt, war schon auf seinem Boot, habe ihm bei einer Reparatur geholfen.</p>
<figure id="attachment_20" aria-describedby="caption-attachment-20" style="width: 300px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://korn.kochab.uberspace.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000835.jpg" rel="lightbox[7]"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-20" src="http://korn.kochab.uberspace.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000835-300x168.jpg" alt="Das erste Boot. Name: Sun Odysee (16m lang)" width="300" height="168" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000835-300x168.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000835-1024x575.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000835-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000835-1200x674.jpg 1200w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000835-400x224.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000835-800x449.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000835-200x112.jpg 200w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2014/11/P1000835.jpg 1366w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-20" class="wp-caption-text">Mein erster Lift. 47ft Boot Name: Sun Odysee</figcaption></figure>
<p>Da Rene professioneller Skipper war, kennt er sich dementsprechend aus, was sich auch in seinem Boot widerspiegelt. Unmengen an Technik, Alarmsysteme, Internet (für 1,80€ pro Minute) und Satelittenfernsehen, was schon recht luxuriös für ein Segelboot ist. Ich komme mir etwas vor wie auf einer unsinkbaren Hightech Titanic. Der Mann weiß was er da verbaut hat. Er meinte heute nur zu mir: &#8220;Auf meinem Boot wirst du Technik finden, die sonst niemand Anderes hier im Hafen hat. Die gucken auch schon alle so komisch, wenn die am Boot vorbei kommen.&#8221;Auf jedenfall wird das ein hochinteressanter erster Lift, da er mir sicher auch ganz viel zeigen und erklären kann. Das wird Wissen, welches ich als Segelneuling dankend aufsaugen werde.</p>
<p>Der erste Eintrag ist getan. Ich freue mich, wenn ihr mir mitlest, kommentiert, Fragen stellt, an mich denkt, einen Gruß hinterlasst oder einfach mal ab und an reinschnuppert. Könnte sich lohnen!</p>
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