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	<title>Panama &#8211; Warm Roads</title>
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		<title>Trampen in&#8230; (15) Zentralamerika</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Mar 2016 02:34:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Costa Rica]]></category>
		<category><![CDATA[El Salvador]]></category>
		<category><![CDATA[Guatemala]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Zentralamerika sollen an dieser Stelle alle Länder zwischen Mexico und Kolumbien gemeint sein. Im speziellen: Panama, Costa Rica, El Salvador, Nicaragua, Honduras und...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Mit Zentralamerika sollen an dieser Stelle alle Länder zwischen Mexico und Kolumbien gemeint sein. Im speziellen: Panama, Costa Rica, El Salvador, Nicaragua, Honduras und Guatemala. Ich habe mich entschlossen einen komprimierten Artikel zu schreiben, da aufgrund der Größe und meiner Aufenthaltsdauer eine separate Abarbeitung keinen Sinn ergeben hätte. Ganz allgemein ist Zentralamerika eine sehr spannende Gegend und zum Trampen zu empfehlen.<span id="more-1670"></span></p>
<h2 class="western" align="justify">Statistik</h2>
<p align="justify"><strong>Zurückgelegte Distanz: </strong><strong>2435 km</strong></p>
<p align="justify"><strong>Anzahl der Lifts: </strong><strong>63</strong></p>
<p align="justify"><strong>Durchschnittliche Wartezeit: </strong><strong>15</strong><strong> Minuten </strong><strong>46</strong><strong> Sekunden</strong></p>
<p align="justify"><strong>Standzeit Gesamt: </strong><strong>16</strong><strong> Stunden </strong><strong>34</strong><strong> Minuten </strong></p>
<p align="justify">Den Log gibt’s <a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Log-Centralamerica.ods">hier</a>.</p>
<h2 class="western" align="justify">Meine Route</h2>
<p align="justify">Panama Südspitze nach Texas, entlang der Panamericana&#8230;.meistens.</p>
<h2 class="western" align="justify">Menschen</h2>
<p align="justify">Ich wurde von Südamerika überrascht. Alle sagten, es sei so gefährlich. Am Ende war es ganz wundervoll. Gleiches gilt für Zentralamerika. Panama und Costa Rica sind so etwas wie (ehemalige) amerikanische Enklaven, die mittlerweile von pensionierten Amis bevölkert werden. Ich empfand das Trampen dort, als sehr mühselig. Insbesondere in Costa Rica. Was kann schlimmer sein als Trampen in den USA? Richtig, Trampen in dem Land, wo die ganzen Rentner aus den USA hinziehen. Zum Glück kam ich dann irgendwann nach Nicaragua, wo ich es wieder angenehmer wurde. Sehr armes Land, aber gute Tramperfahrung.</p>
<p align="justify">Honduras war gut zum Trampen, das Land selbst scheint jedoch zerfressen von Drogenhandel und Korruption(Link Artikel Grenze). Ich würde es mal neutral als „wild“ beschreiben. Hab mich dort allerdings nicht sicher gefühlt, was höchst ungewöhnlich war. Ansonsten aber billig. Ich denke die Menschen sind einerseits ziemliche Blutsauger und auf Touris aus, scheren sich um nichts, haben aber auch eine wunderbar freundliche Art an sich. Ich war nur zur Durchreise und hatte einen sehr intensiven Eindruck. Sowohl positiv als auch negativ.</p>
<p align="justify">In El Salvador gibt es den Dollar, der Lebensstandart insgesamt höher, die Leute sehr nett. War ein bißchen mein Geheimtip. Das Land hatte ich vorher nicht auf dem Schirm und wenn mich jemand fragt, wohin man denn mal fahren sollte in Zentralamerika, dann werde ich auf jedenfall El Salvador empfehlen.</p>
<p align="justify">Tja und dann Guatemala. Meine Liebe. Die Leute super herzlich, das Land sehr billig, viel zu sehen und dann noch eine spitzen Tramperfahrung. Definitiv in der Gesamtbetrachtung das Top-Tramperland auf der Nordhälfte des amerikanischen Kontinentes. Viele Pick-Ups, viele schnelle Lifts. Tolle Straßen, nette Landschaft. Hier komm ich mal wieder hin! Zentralamerika hat ne super Durchschnittswartezeit im Vergleich zu den anderen Ländern, die ich durchquert habe. Das lag vorallem an Guatelama!</p>
<h2 class="western" align="justify">Straßen</h2>
<p align="justify">Panama hat eine lange Autobahn, die nach Norden etwas löchriger wird. Mit Costa Rica wohl qualitativ die besten Straßen. Nicaragua ist etwas abgefuckt. Honduras ebenfalls. El Salvador und Guatemala liegen irgendwo dazwischen. Es gibt einige schöne Ecken zu passieren. In Costa Rica an der Küste fährt man schnurgerade durch den Dschungel und endlose Palmenplantagen umringen euch. Eine ökologische Katastrophe, aber interessant anzuschauen. In Guatemala gibt es einige Vulkane am Wegesrand und das etwas gemäßigtere Klima ist sehr angenehm. Zumindest, wenn man gerade aus Panama kommt. Im Süden Panamas ist derbster Dschungel. Obacht. Die Luftfeuchtigkeit kann hier schnell mal die Straßen spiegelglatt werden lassen, ohne dass man dies erwarten wurde. Ich war in Panama selbst <a href="https://warmroads.de/de/traffic-exists-hitchhiking-possilbe-8-der-unfall/">in einen Unfall</a> verwickelt.</p>
<p align="justify">Wenn ihr die Transamericana langfahrt, dann nehmt am Besten den kurzen Weg durch Honduras auf der süd-westlichen Route. Schaut euch auch die unzähligen Grenzübergänge an. Landet ihr an dem Falschen, kann das schnell mal einen Tag kosten, weil kein Verkehr ist. Andersrum wird auch ein Schuh drauß, es gibt gewisse Übergänge, die wohl (insbesondere bei Nacht) nicht besonders sicher sind. Nicaraugua und Honduras gelten allgemein hin als die Problemfälle. Aber macht euch ein eigenes Bild und lasst euch hier nicht zu sehr von mir beeinflussen.</p>
<h2 class="western" align="justify">Taktik</h2>
<p align="justify">Panama durchziehen. Ist nicht perfekt, aber geht. Panama City hat eine Art Hochbahn, die kann man zum Durchqueren benutzen. Hat nur eine Linie und bringt euch ans andere Ende der Stadt. Costa Rica würde ich mich tendenziell an der Küste entlang hangeln und weniger die Transamericana durchs Inland nehmen. Mehr Surfer und mehr Chancen einen relaxten Lift abzufangen. Nicaraugua einfach treiben lassen. Wird schon! Honduras nicht bei Nacht trampen, außer ihr steht auf besondere Abenteuer und wollt euch eures Besitzes etwas erleichtern. El Salvador (City) ist eine wunderbarer Ort zum <a href="https://warmroads.de/de/technische-anleitung-zum-trampen-durch-grosse-staedte/">Stadttrampen</a>. Keine Angst vor der Durchquerung haben. Als ich da war, strahlte die Sonne. Vielleicht hat das meine Meinung etwas positiv beeinflusst. Guatemala gibt es nicht viel zu sagen. Genießt die Pick-Ups, genießt das Trampen hier, genießt die Menschen. Guatemala City kann etwas anstrengend sein, aber sollte gehen.</p>
<h2 class="western" align="justify">Impressionen</h2>

<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-15-zentralamerika/unfall-jungle/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Unfall-Jungle-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Unfall-Jungle-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Unfall-Jungle-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Unfall-Jungle-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Unfall-Jungle-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Unfall-Jungle-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-15-zentralamerika/jungle-panama/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Jungle-Panama-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Jungle-Panama-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Jungle-Panama-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Jungle-Panama-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Jungle-Panama-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Jungle-Panama-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-15-zentralamerika/schoenes-zentralamerika/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/schönes-Zentralamerika-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/schönes-Zentralamerika-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/schönes-Zentralamerika-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/schönes-Zentralamerika-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/schönes-Zentralamerika-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/schönes-Zentralamerika-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-15-zentralamerika/costa-rica-bananas/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Costa-Rica-Bananas-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Costa-Rica-Bananas-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Costa-Rica-Bananas-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Costa-Rica-Bananas-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Costa-Rica-Bananas-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Costa-Rica-Bananas-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
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<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-15-zentralamerika/comftable-seating/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/comftable-seating-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/comftable-seating-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/comftable-seating-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/comftable-seating-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/comftable-seating-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/comftable-seating-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-15-zentralamerika/hitchhike-leichenwagen/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/hitchhike-leichenwagen-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/hitchhike-leichenwagen-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/hitchhike-leichenwagen-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/hitchhike-leichenwagen-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/hitchhike-leichenwagen-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/hitchhike-leichenwagen-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-15-zentralamerika/guatemela-vulkanausbruch/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Guatemela-Vulkanausbruch-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Guatemela-Vulkanausbruch-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Guatemela-Vulkanausbruch-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Guatemela-Vulkanausbruch-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Guatemela-Vulkanausbruch-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Guatemela-Vulkanausbruch-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-15-zentralamerika/volcano-guatemala/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Volcano-Guatemala-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Volcano-Guatemala-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Volcano-Guatemala-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Volcano-Guatemala-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Volcano-Guatemala-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2016/03/Volcano-Guatemala-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>

<h2 class="western" align="justify">Besonderheiten</h2>
<p align="justify">Habe diesmal nichts Besonderes zu berichten.</p>
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			</item>
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		<title>Traffic Exists. Hitchhiking Possible; (12) Das Beste aus: Polizeikontrollen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2016 10:50:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Panama Polizist schaut durch das Fenster. Zum Fahrer: „Er ist nicht angeschnallt!“ Fahrer: „Ähm&#8230;ja. Also&#8230;ich hab halt keinen Sicherheitsgurt auf dieser Seite.“ Polizist: „Das...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 align="justify">Panama</h2>
<p align="justify">Polizist schaut durch das Fenster. Zum Fahrer: „Er ist nicht angeschnallt!“</p>
<p align="justify">Fahrer: „Ähm&#8230;ja. Also&#8230;ich hab halt keinen Sicherheitsgurt auf dieser Seite.“</p>
<p align="justify">Polizist: „Das ist verboten. Ihr könnt so nicht weiterfahren.“</p>
<p align="justify">Fahrer: „Okay. Was können wir denn da jetzt machen?“</p>
<p align="justify">Polizist: „Wie siehts denn aus mit einem Kaffee?“</p>
<p align="justify">Fahrer: „Kaffee? Einen Dollar für Kaffe?“</p>
<p align="justify">Polizist: „Genau!“<span id="more-1665"></span></p>
<h2 align="justify">Kanada</h2>
<p align="justify">In British Colombia ist trampen verboten. War gerade über die Grenze gekommen, mitten auf der „Autobahn“ und am trampen, als ein Streifenwagen anhielt.</p>
<p align="justify">„Hey, wo machst du denn hin?“ „Vancouver.“ „Was, die ganze Strecke? Also&#8230;.da vorne ist ne Bus Station. Ich kann dir einen Lift geben, wenn du willst.“ „Nene, passt schon. Ich bin doch am Trampen. Und es ist ja nicht so weit. Brauche eigentlich nur einen Lift, dann bin ich da.“ „Ja, das stimmt.“ „Ich wollte nur etwas weiter laufen und vielleicht die Auffahrt da vorne nehmen.“ „Du kannst auch einfach unter die Brücke da laufen, da ist ein bißchen mehr Platz zum anhalten. Kriegst du bestimmt schnell einen Lift.“ „Cool!“ „Die Jungs von der Autobahnpolizei machen dir dort eventuell das Leben zur Hölle, wenn sie dich finden. Mir ist das egal, ich gehöre ja nicht zur Autobahnpolizei, wie du sehen kannst.“</p>
<h2 align="justify">Nord-Californien</h2>
<p align="justify">Zwei Polizeiautos halten vor mir.</p>
<p align="justify">Cop 1: „Was machst du denn hier?“</p>
<p align="justify">Ich: „Trampen!“</p>
<p align="justify">C1: „Du kannst das hier nicht machen!“, ich geb ihm währenddessen schon meinen Reisepass, „Aha, wo geht’s denn hin?“</p>
<p align="justify">Ich: „Seattle.“</p>
<p align="justify">C1: „Ins Gefängnis?“ Mein Anzug&#8230;mein Anzug&#8230;.</p>
<p align="justify">Er überprüft meine Identität. Der andere Polizist, ein Jüngerer, kommt auf mich zu und unterhält sich mit mir.</p>
<p align="justify">C2: „Keine Sorge. Keine Sorge. Du steckst nicht in Schwierigkeiten.“ Als ob ich besorgt wäre. Haha. Ich erzähle ihm meine Geschichte. Der andere Polizist kommt zurück.</p>
<p align="justify">C2: „Hey Frank, der Kerl trampt um die ganze Welt!“</p>
<p align="justify">C1: „Echt?“</p>
<p align="justify">C2: „Boah, ich würde ihm echt gerne einen Lift nach Winters geben, aber ich glaube das würde nicht helfen.“</p>
<p align="justify">Ein drittes Polizeiauto erreicht den Tatort. Das war etwas ungewöhnlich, selbst für die USA. Sie haben den Sergeant gerufen. Nun standen alle drei um mich herum.</p>
<p align="justify">Sergeant: „Wo kommst du her?“</p>
<p align="justify">I: „Bitte?“, er gibt mir einen Klapps auf die Schulter.</p>
<p align="justify">S: „Wo du herkommst?“</p>
<p align="justify">I:“ Oh, Deutschland.“</p>
<p align="justify">S: „Nein nein, wo in Deutschland?“</p>
<p align="justify">I: „Frankfurt!“</p>
<p align="justify">S: „Oh, ich hab zwei Jahre in Frankfurt gewohnt. Und Frank, du hast doch auch in Deutschland gewohnt, oder?“</p>
<p align="justify">C1: „Richtig!“</p>
<p align="justify">Es folgt eine kurze Unterhaltung darüber, wie toll Deutschland doch ist, das sie gerne in Sachsenhausen trinken waren und um ihre Army-Zeit. Dann drehen sich alle drei unerwartet um und gehen zu ihren Autos. Während sie gehen meint der Sergeant nochmal zu mir: „Du kannst hier nicht trampen! Also&#8230;..trampe weg von hier! Ich will nicht später von dir in der Zeitung lesen!“ Jawohl!</p>
<h2 align="justify">Spezial: Der Mexikaner</h2>
<p align="justify">„Die haben mich schon 13 mal abgeschoben!“ „Echt?“ „Ja, aber ich bin immer wieder gekommen! Die fliegen mich nach Mexico, dann geh ich eine Nacht tanzen, mach Party in Tijuana und wenn ich genug getrunken habe, geh ich wieder zurück.“ „Also du kannst ohne Probleme die Grenze passieren?“ „Früher war es leichter, aber ich hab das schon so oft gemacht, kein Problem. Wenn sie mich erwischen und zurückschicken, dann komm ich einfach am nächsten Tag wieder.“ „Hast du Freunde, die dich dann von der Grenze abholen?“ „Nene, meine Familie schickt mir ein bisschen Geld und ich nehm mir einfach ein Taxi oder fahre mit dem Greyhound Bus. Ich weiß auch nicht, wieso die mich immer wieder zurückschicken. Ist doch reinste Geldverschwendung für die!“</p>
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		<title>Das Dixie-Klo und der langsamste Lift meines Lebens &#8211; Trampen in Zentralamerika</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2015 18:10:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Costa Rica]]></category>
		<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Endlich hatte ich meinen Fuß auf den nördlichen Teil des Amerikanischen Festlandes gesetzt. Bevor ich mich auf den Fußmarsch entlang der 40km Dschungelstrasse machte,...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Endlich hatte ich meinen Fuß auf den nördlichen Teil des Amerikanischen Festlandes gesetzt. Bevor ich mich auf den Fußmarsch entlang der 40km Dschungelstrasse machte, musste ich mich aber noch mit den blutsaugenden Kuna auseinandersetzen. Nachdem wir vom Boot runter sind, stand sofort die Lancha bereit. Zu meiner Überraschung bin nicht nur ich, sondern auch der Kapitän und andere Crewmitglieder zum Landgang aufgebrochen. Keine Chance diese Lancha nicht zu nehmen. Ich hatte gehofft die wäre umsonst, hat mich dann aber doch 5$ gekostet. Mein Kapitän hat nur 2$ bezahlt. Ich hab erst Aufstand gemacht. Wieso denn fünf? Da meinten die knallhart: Für Ausländer sei es teurer. Nagut.<span id="more-1078"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Dann folgte mein 40km Fußmarsch über die einzige Strasse. Es war immernoch ziemlich heiß und abartig schwül, wie an der <a href="https://warmroads.de/de/ab-ins-darien-gap-jungle-fever/">Grenze zuvor</a>. Nach zwei Kilometern laufen habe ich ein Auto gefunden. Ich hätte diese 40km auf keinenfall durchgehalten bei dem Wetter. Und auch die Straße war ziemlich hart durch das hügelige Dschungelterrain gepflügt. Mit viele Kurven und noch mehr Steigungen, die ich so vorher noch nicht gesehen habe. Anscheinend gibt es diese Straße erst seit 5 Jahre. Fahrtzeit vorher war 10 Stunden. Naja, gelaufen ist das in 8 Stunden. Diese Angabe halte ich mal für ein Gerücht. <a href="https://warmroads.de/de/traffic-exists-hitchhiking-possilbe-8-der-unfall/">Nachdem ich und mein Fahrer dann den Unfall gebaut haben</a> und von meinem Kapitän dankenswerterweise herausgezogen wurden, stand ich an einer schon geteerten Straße Richtung Panama City.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Ein Hoch auf unsern Busfahrer!</h2>
<p style="text-align: justify;">Als ich dort wartete, sammelte sich eine Gruppe Schüler an der Bushalte. Völligst fasziniert von mir. Haben eine Delegation entsandt, um mich ein paar Sachen zu fragen. Irgendwann kam dann der „Schulbus from Hell“ angefahren. Den dröhnenden Bass hörte man schon von weitem. Der Bus war bunt besprüht wie üblich in Panama. Zwei Auspuffe waren senkrecht am Heck angebracht und ragten über das Dach hinaus. Als er über den Hügel kam, blinkte einfach alles an der Frontseite. Einige Fenster waren offen. Der Beat schallte über die Straße. Hörte sich an, als wenn Busta Rhymes persönlich diesen Bus gefahren wäre.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich musste unfreiwillig mit dem Kopf nicken und ein wenig auf der Straße tanzen. Die Kinder waren auch sehr erfreut und sind so vergnügt in den Bus gestiegen, wie eine Horde Lemminge, die gerade eine Gaskammer entdeckt haben. Keine Ahnung was dann passiert ist. Der Bus bog ab, fuhr 150m, dann sind alle Kinder wieder ausgestiegen und zur Bushaltestelle zurück gelaufen. Naja, war wohl nicht die richtige Richtung, aber die Musik hat gefetzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Meinen letzten Dollar habe ich dann für 30 Minuten Internet ausgegeben und bin nach Panama City getrampt. Trampen durch Städte ist ja immer sone Sache. Hier hab ich erst einen Autobus abgefangen. Der Rattenfänger (die Menschen die andere Menschen dazu bewegen in den Bus zu steigen) gab sich als Mr. „Panama Kanal“ aus. Danke fürs mitnehmen „Panama Kanal“. Eine Frau half mir mit ihrer Karte in die Metro zu kommen und ich fuhr bis zur Endstation. Navigation war einfach, weil Panama City nur eine Metro Linie hat. Ein paar Lifts und ich stand hinter der Stadt. Das war nicht so schwer.</p>
<figure id="attachment_1079" aria-describedby="caption-attachment-1079" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dschungel-Strasse.jpg" rel="lightbox[1078]"><img class="size-full wp-image-1079" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dschungel-Strasse.jpg" alt="Geschlängelte Strasse und Unfall im Dschungel." width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dschungel-Strasse.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dschungel-Strasse-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dschungel-Strasse-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dschungel-Strasse-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dschungel-Strasse-200x134.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1079" class="wp-caption-text">Geschlängelte Strasse und Unfall im Dschungel. Da wurden wir gerade rausgezogen.</figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;">Der langsamste Lift meines Lebens</h2>
<p style="text-align: justify;">Es war bereits Dämmerung. Ich rauchte gerade eine Zigarette, als dieser kleine Toyota Transporter losfuhr. Ich musste etwas rennen, um ihn noch zu erreichen. Wo hin geht’s? 400Km Richtung Grenze? Prima. Und ich kann mitfahren? Was ein schöner Nachtlift. Henry, der Fahrer, meinte aber, er müsse langsam fahren, weil es ein Problem mit den Reifen gäbe. Mit langsam habe ich kein Problem. Ich habe noch nie einen Lift abgelehnt, weil er zu langsam ist. Und so fuhren wir los. Mit 40 km/h. 40&#8230;..das war wirklich langsam. Henry konnte nicht schneller und die ganze Skurrilität der Geschichte wurde noch gesteigert, als er meinte, dass er ins 2500km entfernte El Salvador fährt und wir in fünf Tage dort ankommen. 2500Km mit 40km/h. Muß man sich erstmal durch den Kopf gehen lassen. El Salvador lag genau auf meiner Route. Ich dachte mir nur, da hab ich einen sicheren Lift. Zentralamerika in eine Lift durchquert, entspannt und easy. Hörte sich gut an für mich.</p>
<p style="text-align: justify;">Bald kamen wir in eine Polizeikontrolle. Ich hatte keinen Gurt an, weil der kaputt war. Der Polizist, er ah aus wie Kojak persönlich, beugte sich freundlich ins Fenster. Wieso ich denn keinen Gurt hätte? Und das sei verboten.“ Bißchen Palaver folgte. Irgendwann fragende Gesichter. Was machen wir denn jetzt? „Wie wärs denn mit einem Kaffe?“ meinte der Polizist. „Kaffee“, fragte Henry ungläubig, „für einen Dollar?“ „Ja, für einen Dollar.“ Und so bezahlten wir einen Dollar und fuhren davon. Bestechung in Panama scheint ein lustiges Geschäft zu sein. Henry erzählte mir später noch, dass er bei einer anderen Kontrolle eine Packung Bonbons im Tausch gegen Weiterfahrt vereinbarte.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach einem kleinen Nickerchen war morgens um fünf Weiterfahren angesagt. Wir hatten einen langen Weg vor uns. Meine innere Unruhe entschied, dass ich doch keinen Bock hatte 5 Tage mit Henry zu fahren und 40 km/h sowieso viel zu langsam wären. An der Grenze zu Costa Rica ergriff ich die Chance und trampte ohne ihn weiter. 2-3 Lifts später stand ich irgendwo an der Küste. Bin mit einem pensionierten Amerikaner gefahren, der nun in Costa Rica wohnt und gerade vom surfen kam. Ansonsten war es schwierig. Ein erster Stinkefinger, seit gefühlt Spanien, kam mir auch unter die Nase. Gezeigt von irgendeinem alten Sack. Ich dachte mir, schlimmer als Amerika kann nur ein Land voll mit amerikanischen Rentnern sein. Zumindest zum Trampen. Irgendwann kam Henry dann wieder mit seinen kaputten Reifen angehüpft. Sein kleiner Toyota LKW eierte mit seinen 40km/h auf mich zu und sammelte mich ein, wie das Safety Car in der Formel eins.</p>
<figure id="attachment_1081" aria-describedby="caption-attachment-1081" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Palmöl-Plantagen.jpg" rel="lightbox[1078]"><img class="size-full wp-image-1081" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Palmöl-Plantagen.jpg" alt="Palmöl Plantagen in Costa Rica." width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Palmöl-Plantagen.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Palmöl-Plantagen-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Palmöl-Plantagen-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Palmöl-Plantagen-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Palmöl-Plantagen-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1081" class="wp-caption-text">Palmöl Plantagen in Costa Rica.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Wir sollten noch bis spät in die Nacht fahren. Insbesondere die letzten 60km (2 Stunden) waren ziemlich nervenaufreibend. Es war Freitag Abend, die Leute anscheinend nicht sehr begeistert, dass wir da auf der Hauptstraße vor ihnen her krochen. Und Henry schaffte es manchmal nicht, die Spur zu wechseln. Alle überholten uns rechts, viel Geschrei, viel Geschimpfe und Henry fuhr streckenweise mit 30-35km/h um die Autos hinter und „vorbeizulassen“. Als wenn die nicht von alleine überholen könnten. Er war ein netter Kerl, fuhr aber wie ein kleines Mädchen und ich musste raus aus diesem Auto. Das machte mich Wahnsinnig. Ich wollte die Nacht nutzen, um zur Grenze mit Nicaragua zu kommen. Und hier tat sich wieder eine Episode „Die Reise gibt dir, was du brauchst“ auf&#8230;..</p>
<h2 style="text-align: justify;">Bedürfnisbefriedigung auf der Straße</h2>
<p style="text-align: justify;">In den zwei Tagen mit Henry hatte ich nicht viel gegessen. Kein Geld. Kaum getrunken.Mein Zustand war desolat, aber ich war mal wieder zu faul um anzuhalten und mich zu organisieren. Da war Verkehr und ich musste voran kommen und Zigaretten hatte ich noch, gegen den Hunger und für die Nerven. Habe einen LKW gefragt, die waren aber voll. Als ich so wartete, kam einer der 3 Jungs von diesem LKW zu mir und hat mir umgerechnet 3 Dollar in die Hand gedrückt. Ich war hocherfreut, weil ich mir davon Wasser kaufen konnte. Letztendlich sollte mir das Geld an der Grenze den Arsch retten, weil ich da eine der berühmten Ausreisebearbeitungsgebühren zahlen musste und natürlich keinen Cent bei mir hatte. Nach einer Minute kam mein Kollege nochmal an und drückte mir eine ganze Packung Schokokekse in die Hand. Wow. Essen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dann gings weiter. Ich trampte an einer Baustellen einfahrt unter einem sehr hellen Licht (war schon Nacht). Ein Chauffeur mit seiner Limousine hielt an und nahm mich in die nächste Stadt mit. Als ich die Tür schon fast zugeschmissen hatte, fragte er beim Aussteigen noch, ob ich Wasser wolle? Klaro. Genau was ich gebrauchen kann. Er gab mir 3 Flaschen Wasser. Taschengeld, Essen und Wasser. So stand ich dann am Ortsende und war eigentlich zufrieden. Eigentlich. Denn dann kam die Krönung.</p>
<figure id="attachment_1082" aria-describedby="caption-attachment-1082" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dixie-Klo-bei-Nacht.jpg" rel="lightbox[1078]"><img class="size-full wp-image-1082" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dixie-Klo-bei-Nacht.jpg" alt="Das Dixie-Klo eurer Träume." width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dixie-Klo-bei-Nacht.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dixie-Klo-bei-Nacht-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dixie-Klo-bei-Nacht-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dixie-Klo-bei-Nacht-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Dixie-Klo-bei-Nacht-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1082" class="wp-caption-text">Das Dixie-Klo eurer Träume.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Es wehte ein starker Wind, die Straße war abermals hell erleuchtet von Strahlern einer Baustelle. Und da stand dann die Erfüllung meines letzten Wunsches. Ein Dixie-Klo. Die Tür stand weit offen und bewegte sich im Wind, wie als würde das Klo zu mir sprechen: „Komm her und scheiß mich zu. Ich bin nur für dich da.“ Es war die Offenbarung. Adams Apfel. Verführerisch. Durch den starken Wind im Inneren gut belüftet. Das Paradies hatte sich mir eröffnet.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Nacht lief auch super und ich sollte an der Grenze ankommen und sogar Zeit haben ein Nickerchen zu machen, da sie erst zwei Stunden später öffnen sollte. So richtig erfreut war ich jedoch nicht, als ich an der Immigration ankam und da schon mindestens 100 Menschen dort standen, saßen, schliefen und auf die morgendliche Öffnung der Grenze warteten. Aus zwei Stunden warten, wurden letztendlich drei Stunden schlafen, ehe ich mich zur Grenzüberquerung machte.</p>
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		<title>Traffic Exists &#8211; Hitchhiking Possilbe; (8) Der Unfall</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Sep 2015 17:45:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Traffic Exists - Hitchhiking Possible]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Klimaanlage des Autos verhinderte, dass die allgegenwärtig drückende Schwüle des Dschungels mir weiter zusetzte. Ich war zwei Kilometer über diese kurvige Dschungelstrasse gelaufen...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/traffic-exists-hitchhiking-possilbe-8-der-unfall/">Traffic Exists &#8211; Hitchhiking Possilbe; (8) Der Unfall</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Klimaanlage des Autos verhinderte, dass die allgegenwärtig drückende Schwüle des Dschungels mir weiter zusetzte. Ich war zwei Kilometer über diese kurvige Dschungelstrasse gelaufen und davon total fertig. Alles war nass, obwohl es nicht regnete. Die nächsten 38km bis zum Neubeginn der Zivilisation hatte mich zum Glück dieser Pick-Up mitgenommen. Straße durch den Dschungel.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir erklommen gerade einen weiteren Hügel, eine Kurve sollte den nächsten steilen Abhang einleiten. Wir fuhren nicht schnell, aber auf einmal merkte ich, dass wir uns langsam anfingen zu drehen. Das Auto brach aus.<span id="more-1067"></span> Mein Fahrer fing sofort an zu schreien: „DEUS DEUS DEUS!!!!!!!“, immer wieder, wie in orgastischer Ekstase. Als wenn das helfen würde. Ich hielt mich verkrampft am Griff über der Tür fest und erwartete, dass sich das Auto gleich überschlagen würde, wenn wir quer zur Straße stehen. Das Auto drehte sich jedoch weiter. Erste Erleichterung, aber wir drifteten auf den Abhang neben der Straße zu.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich wusste hier schon, wir würden keinen schweren Unfall haben. Mein Trampergehirn setzte sofort ein. &#8222;Hoffentlich können wir weiterfahren.&#8220; Keine Zeit verlieren. Unsere Drehung stoppte schließlich. Halb auf dem Abhang, halb auf der Straße. Glück gehabt, dass wir da nicht runtergefallen sind. Das Auto war größtenteils unbeschädigt. Allerdings steckten wir nun fest und kamen nicht raus.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum Glück kam der Kapitän von meinem Cargo-Boot vorbei, <a href="https://warmroads.de/de/nach-panama-mit-dem-cargo-boot/">mit welchem ich 7 Tage lang am Darien Gap entlang geschippert war</a>. Oh captain my captain, Danke fürs rausziehen. Es war mein erstes mal, dass ich beim Trampen einen Unfall hatte. Wir waren nicht schnell, die Luftfeuchtigkeit hat die Straße so spiegelglatt werden lassen. Eigentlich unglaublich wie das hatte passieren können. Ich musste an den <a href="https://warmroads.de/de/leben-und-tod/">Unfall aus dem Amazonas</a> zurückdenken. Danke Deus&#8230;..</p>
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		<title>Nach Panama mit dem Cargo Boot</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2015 21:11:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich zeltete an der Karibikküste in La Miel/Panama. Hinter mir befand sich der dichte Dschungel des Darien Gaps. 5:30 Uhr. Irgendwas hat mich zum...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/nach-panama-mit-dem-cargo-boot/">Nach Panama mit dem Cargo Boot</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Ich zeltete an der Karibikküste in La Miel/Panama. Hinter mir befand sich der dichte Dschungel des Darien Gaps. 5:30 Uhr. Irgendwas hat mich zum aufwachen bewegt und als ich aus dem Zelt schau, steht da gerade eine Gruppe von 15 Menschen mit dem Kommandeur des Militärs und bekommt irgendeine Einweisung. Wahrscheinlich Kubaner, die die Grenzorte bevölkern und manchmal auch illegal nach Nordamerika wandern. Es weht eine leichte Brise, wie schon die ganze Nacht.<span id="more-1059"></span></p>
<h3 align="justify">Die gewerkschaftliche Organisation einer Stechmücke</h3>
<p align="justify">Obwohl hier dichte Vegetation und ein lebendiges Tierreich existiert, war ich doch überrascht, als am Abend zuvor keine einzige Mücke meine Existenz belästigten. Eine positive Überraschung, dass die kleinen Blutsauger anscheinend geregelten Arbeitszeiten nachgehen. Ich lag sogar mehrere Minuten ungläubig in meinem Zelt, hab mit der Kopflampe in die Dunkelheit gestrahlt und versuchte irgendwelche Insekten zu erspähen. Gab aber keine. Die Kehrseite der Medaille zeigte sich dann gegen 5:45 Uhr. Dienstbeginn. Alle Mücken an die Stechuhr (haha, sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen). Und während ich das Zelt abbaute, klebten die Mückenschwärme an mir, wie Bienen an einer Honigwabe.</p>
<p align="justify">Aber das erste Tagesziel war geschafft. Früh aufwachen. Da ja <a href="https://warmroads.de/de/ab-ins-darien-gap-jungle-fever/">mein möglicher Lift</a> irgendwann ablegen sollte. Ich wartete am Sekretariat des Armeepostens, dass jemand von meinem Boot vorbeikommt. Da kam der Junge Kerl vom Abend zuvor, mit dem ich mich so nett unterhalten hatte. Heute etwas unfreundlicher. Ich sagte Hallo und setzte mich an seine Versen auf dem Weg Richtung Boot. Dort war die ganze Mannschaft schon am Arbeiten. Es wurde größtenteils allerlei Schnaps für den Duty Free Shop ausgeladen, Waschmaschinen, Kühlschränke, Kühltruhen und anderer Elektrokram vom Dach des Bootes herunter gelassen. Nicht jeder Karton erfuhr eine sanfte Landung. Dieser ganze Prozess, in welchem noch 800 Pakete mit Wasserflaschen und 250 24er Packs Coca Cola involviert werden sollten, dauerte mehrere Stunden.</p>
<p align="justify">Ich entfernte mich irgendwann vom Boot und setzte mich zu der Gruppe jüngerer Menschen um etwas zu schnacken. Meine Kontaktperson von gestern war auch dabei und ich erkannte, dass der garnicht zum Boot gehörte. Die Konversation war auch etwas unfreundlich. „Habt ihr Feuer? Dauert wohl noch etwas.“ „Wo willst du hin?“ „Puerto Obaldia mit dem Cargo Boot.“ „Das ist nicht möglich. Keine Passagiere erlaubt. Du musst eine Lancha nehmen. Hier der Kollege kann dich fahren.“ Das war natürlich eine dreiste Lüge. Besonders dreist, weil derselbe Kerl der jetzt meint „No puede (das geht nicht).“ mir am Tag zuvor noch gesagt hat, dass es kein Problem ist. Auch dreist, weil sowohl Militär, als auch Kapitän das schon abgenickt hatten. Ihr verdammten Blutsauger!</p>
<h3 align="justify">Alles für die Crew, alles für den Club</h3>
<figure id="attachment_1064" aria-describedby="caption-attachment-1064" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama.jpg" rel="lightbox[1059]"><img class="size-full wp-image-1064" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama.jpg" alt="Dieser rostige Kahn sollte fortan mein Boot sein." width="780" height="468" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama-300x180.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama-150x90.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama-400x240.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Cargo-Boot-Panama-200x120.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1064" class="wp-caption-text">Dieser rostige Kahn sollte fortan mein Boot sein.</figcaption></figure>
<p align="justify">Da ich nichts besseres zu tun hatte, hab ich mich irgendwann einfach in die Transportkette gestellt und fortan mehrere Stunden mitgeholfen das Boot auszuladen. Dem Kapitän hat das gut gefallen. Er war sowieso ein sehr netter Zeitgenosse. Immer am Lachen. Ein Klischeemäßiger Latino, ursprünglich aus Panama City, durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Auch nicht von herabfallenden Gaskühlschränken. Er hatte einen gut gepflegten Schnäuzer, kurz geschorene Haare und Segelohren. Eine Mischung aus Ernie von der Sesamstraße und dem jungen Samuel L. Jackson in Pulp Fiction. Er hatte eine mittellaute, authentische Lache, bei der ich automatisch mitlachen musste und war stets für einen Scherz aufgelegt. Allerdings sprach er sehr schnell und undeutlich. Ich verstand kein Wort von dem was er gesagt hat. Leider. Aber ich mochte ihn trotzdem sehr.</p>
<p align="justify">Gegen Mittag legten wir ab Richtung Puerto Obaldia. 20 Minuten Fahrt und ein Einreise-Stempel warteten auf mich. Mittagessen habe ich für meine Hilfsarbeit auch bekommen. Sehr freundlich. Ich war bereit für die Einreise. Mein Rucksack wurde komplett auseinander genommen vom nächsten freundlichen Kommandeur. Die Immigration hatte geschlossen und ich musste 30 Minuten warten. Das alles ging mir sehr gegen den Strich, weil ich insgeheim hoffte, mit dem Boot auch weiterfahren zu können. Ich versuchte mit fertigem Pass schnell wieder zurück zu kommen.</p>
<h3 align="justify">Ich hatte einen Lift nach Panama!</h3>
<p align="justify">Machen wir es kurz. Es gab einiges hin und her mit der Armee und dem Kapitän, aber am Ende stand mein Name auf der Crew-Liste und ich hatte meinen Lift über das Darien Gap zur nächsten Straße. So einfach geht das. Passage erledigt. Von nun an war ich Arbeiter auf einem Cargo Schiff und das war eine angenehme Abwechslung zum üblichen Trampen. Die Fahrt sollte knapp eine Woche dauern. Mit Ernie L. Jackson und einer Crew, die größtenteils aus Kuna bestand, den Eingebohrenen der San Blas Inseln.</p>
<p align="justify">Zur ersten Nacht legten wir an einer der San Blas Inseln an. Nachdem wir das Boot vertaut hatten, ging ich auf eine kleine Erkundungstour. Die Insel war nicht größer als drei Fußballfelder, aber bis zum letzten Rand mit Hütten bebaut. Für mich war das hier vielleicht der erste wirkliche Kulturschock, an den ich mich erinnern kann. Es gab kein einziges Steinhaus auf dieser Insel, alle Hütten waren traditionell mit Reebdächern und Bambus (glaube ich) gebaut. Ich streifte durch die Dorfstraßen, es roch nach Holz und ich kam mir vor wie in einer Wikingersiedlung.</p>
<figure id="attachment_1060" aria-describedby="caption-attachment-1060" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf.jpg" rel="lightbox[1059]"><img class="size-full wp-image-1060" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf.jpg" alt="Dorf der Kuna mit traditionellen Hütten" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Kuna-Dorf-200x134.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1060" class="wp-caption-text">Dorf der Kuna mit traditionellen Hütten</figcaption></figure>
<p align="justify">Im großen Haupthaus fand gerade eine Zeremonie statt. Ich setzte mich dazu. In der Mitte dieses länglichen Gebäudes saßen zwei Männer in Hängematten und sangen traditionelle Kuna Gesänge. Hörte sich an wie indische Chantis. Sehr entspannend. Ich machte zwei Fotos und sogleich kamen ein paar Dorfbewohner, baten mich nach draußen und zwangen mich, die Fotos zu löschen. Es sei nicht erlaubt. Ich entschuldigte mich. Allerdings werde ich später versuchen, die Fotos mit einem Recovery Tool wiederherzustellen (hat nicht funktioniert). Nach meinem überraschend, interessanten Spaziergang kehrte ich auf mein Boot zurück, wo die ganze Crew am saufen war. Es war der letzte Abend. Am nächsten Tag sollten wir auf die Hauptinsel der Kuna fahren, wo ein Großteil der Crew zwei Tage bei ihrer Familie sein würde.</p>
<h3 align="justify">Alkohol + Besatzung = Unterhaltung</h3>
<p align="justify">Die Kuna vertragen nicht zuviel Alkohol. War so mein Gefühl. Besonders die Älteren waren recht schnell betrunken. Als ich schon im Bett lag, ging irgendwann der Stress los. Der zweite Kapitän, ein großer, ekelhafter Typ, der auch bei den Hells-Angels nicht aufgefallen wäre, stritt sich mit unserem Schiffskoch Pablo. Pablo hatte ich sehr gern, da er sich so lieb um mich kümmerte. Er ging mir ca. bis zum Bauchnabel, hatte einen flusigen Bart der ihn Aussehen ließ wie ein Katzenfisch und trug permanent eine Basecap von irgendeinem panamanischen Schlagerstar. Die beiden schrien sich an. Ich hab keine Ahnung worum es ging, aber der grimmige Kapitän fragte ständig: „Dormiste, dormiste.“ &#8222;Hast du geschlafen, hast du geschlafen?&#8220; Irgendwann hörte ich nur ein dumpfes Klatschen und da hat dieser Arsch dem armen, unterlegenen Pablo doch tatsächlich eine verpasst. Pablo hatte am nächsten Morgen ein blaues Auge.</p>
<p align="justify">Zweiter Akt: Ich versuchte zu schlafen, aber über mir pendelte in seiner Hängematte &#8222;der Schnarcher&#8220;. Wobei es weniger ein Schnarchen, denn mehr ein Schnoddern war. An Schnarcher kann man sich ja gewöhnen, sobald man den Rhythmus verinnerlicht hat. Aber nicht beim schnoddern. Vereinzelte Schleimbrocken, die sich in häufigen, aber unregelmäßigen Abständen im Rachenraum von der eingeatmeten Luft nach hinten schnoddern lassen. Das wurde ergänzt durch Atemaussetzer. Manchmal dachte ich er sei tot. Manchmal entspannte ich mich kurz, weil ich dachte das schnoddern sei zuende. Immer ging es mit einem lauten, röchelnden Einatmer weiter. Wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Wasserfolter">Chinesische Wasserfolter</a>. Man weiß nie, wann der nächste Tropfen kommt.</p>
<p align="justify">Das Kino der besoffenen Schiffsbesatzung ging weiter. Irgendwann trugen zwei der jüngeren den alten, gebrechlichen Schiffsmechaniker zu seiner Hängematte am Ende des Bootes. Ich hatte schon vorher beobachtet, dass er total dicht war. Am Ende konnte er anscheinend nicht mal mehr laufen. Ich hab letztendlich den Platz unter dem Schnodderer geräumt und mich auch ans Ende des Schiffes gelegt, weil es dort ruhiger war. Ich lag nun direkt unter dem Schiffsmechaniker.</p>
<p align="justify">Irgendwann öffnete ich die Augen. Was war hier los? Mr. Mechaniker stocherte, unbeholfen wie ein Tattergreis, mit seiner Hand in der Dunkelheit. Er war weit entfernt davon irgendeinen Gegenstand zu fassen zu kriegen. Er versuchte aus seiner Hängematte aufzustehen, war aber immernoch total betrunken oder generell etwas senil. Ich hab mir das eine Zeit lang mit angesehen und gehofft er würde irgendeinen Fortschritt machen. &#8222;Du schaffst das, komm Alterchen!&#8220;, ging durch meinen Kopf.</p>
<p align="justify">Letztendlich bin ich doch aufgestanden um ihm zu helfen. Im selben Moment ist er wie ein neugeborenes Kalb aus seiner Hängematte gefallen. Ich hab ihm aufgeholfen, er zitterte. Ich führte seine Hand an ein nahe gelegenes Fass, er stabilisierte sich und dann fing er erstmal an, mitten aufs Deck zu schiffen. Nachdem er sein Geschäft verrichtet hatte, tastete er wieder nach der Hängematte, die ich ihm dankenswerterweise entgegenhielt, auch weil ich kein Interesse hatte, ihn gleich aus seiner eigenen Pisse rauszuziehen. Ebenso geschickt wie er aus der Hängematte rausgefallen ist, fiel er auch wieder hinein und schlief ein.</p>
<h3 align="justify">Über Gasflaschen und Kuna Frauen</h3>
<figure id="attachment_1062" aria-describedby="caption-attachment-1062" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot.jpg" rel="lightbox[1059]"><img class="size-full wp-image-1062" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot.jpg" alt="Mein Cargo Boot mit jeder Menge Gasflaschen." width="780" height="520" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Mein-Boot-200x133.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1062" class="wp-caption-text">Mein Cargo Boot mit jeder Menge Gasflaschen.</figcaption></figure>
<p align="justify">Wir legten am nächsten Tag im Kuna Hauptdorf an, sollten dort drei Nächte rasten und anschließend weiter Richtung Norden fahren. Der Alltag auf dem Boot war eigentlich recht spannend. Wir hielten an unzähligen kleinen Inseln, luden Kühlschränke, Boote, Lebensmittel, Klimaanlagen und jede Menge Gas ein und aus. Viele Gasflaschen, manchmal über hundert Stück pro Insel. Außerdem fuhr noch ein jüngerer Kuna mit uns, der einen Lift nach Carti brauchte. Das war auch mein Zielort, da es hier die erste Straße gab. So fuhren wir also mehrere Tage von einer Insel zur anderen und verkauften Gas an die Kuna.</p>
<p align="justify">Es war total interessant und ich geniesse solche Erlebnisse viel mehr, als mir irgendeine Touriattraktion anzuschauen. Hier ist das Geschäft. Hier ist das Leben. Einkaufen, verkaufen. trubeliges Hafenleben. Scherzen und Handeln. Wenn ich sehe, wie die Menschen ihren Alltag bestreiten. Wenn ich meine Crewmitglieder beobachten kann, wie sie mit ihren Verwandten umgehen.</p>
<p align="justify">Vorallem die Kuna Frauen fand ich irgendwie aszinierend. Ihre traditionelle Bekleidung besteht aus einem kurzen Rock und einer bunten Bluse, sowie Kopftuch, Nasenpiecring und einer besonderen Art geringelter Stulpen über den Beinen. Generell kamen mir die Kuna Frauen sehr stolz vor. Die waren auch die, welche sich um das Geschäft gekümmert haben, während die Männer nur rumlungerten. Ich hab keine Ahnung von dieser Kultur und bin jetzt auch zu faul zum nachlesen, aber dieser Stolz und diese Selbstsicherheit der Kuna Frauen fand ich irgendwie sehr sexy und ungewöhnlich.</p>
<figure id="attachment_1063" aria-describedby="caption-attachment-1063" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew.jpg" rel="lightbox[1059]"><img class="size-full wp-image-1063" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew.jpg" alt="Meine Crew und mein Boot." width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/09/Meine-Crew-200x134.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1063" class="wp-caption-text">Meine Crew und mein Boot.</figcaption></figure>
<p align="justify">Wir erreichten schließlich Carti. Der freundliche Kapitän und einige andere (sowie ich) gingen von Bord. Es stand eine Lancha bereit, die uns 3 km zum Ufer bringen sollte, wo dann die eigentliche Straße began. Ich hatte das Darien Gap überwunden. Nun lag ganz Nordamerika vor mir. Bereit zur Erkundung. Dies ist wohl die zweischwierigste und zweitwichtigste Passage meiner Reise gewesen. Geschafft! Kann ich einen Haken dran machen. Ich war sehr erleichtert und glücklich.</p>
<p align="justify">Anschließend ging ich umgehend los. Es lagen mehrere Tausend Kilometer Tramptour durch Südamerika vor mir. Ich sollte erstmal bis Guatemala kommen und von dort aus dann Richtung Mexico weitermachen.</p>
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		<title>Ab ins Darien Gap &#8211; Jungle-Fever</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2015 08:26:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kolumbien]]></category>
		<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Speedboat Station in Turbo war so voll wie die Metro in Tokio zur Rush Hour. Dichtes Gedrängel. Ich war pünktlich um 8:30 Uhr...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Die Speedboat Station in Turbo war so voll wie die Metro in Tokio zur Rush Hour. Dichtes Gedrängel. Ich war pünktlich um 8:30 Uhr vor Ort und natürlich gab es noch keinerlei Anzeichen, dass hier gleich irgendwas ablegen würde. Ich kaufte mir also erstmal ein paar Käse-Schinken Röllchen, einen Kaffee und beschloss eine Zigarette zu rauchen. Die Kolumbianer sind nicht so die Raucher. Meine morgendliche Luftverpestung wurde sogleich mit theatralischem Scheinhusten und bösen Blicken quittiert.<span id="more-1046"></span></p>
<h3 align="justify">Speedboat fahren, endlich mal wieder</h3>
<figure id="attachment_1050" aria-describedby="caption-attachment-1050" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot.jpg" rel="lightbox[1046]"><img class="size-full wp-image-1050" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot.jpg" alt="Bootstation in Turbo" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Turbo-Boot-200x134.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1050" class="wp-caption-text">Bootstation in Turbo</figcaption></figure>
<p align="justify">Nach ca. einer Stunde ging das „Boarding“ los. Dichtes Gedrängel. Für 1000 Pesos (ca. 30 Cent) habe ich mir noch einen schwarzen Müllsack geleistet, mit dem ich meinen Rucksack verpackte. Mein Name wurde aufgerufen, ich betrat die Zustiegszone. Beim Einpacken kam mir ein freundlicher Angestellter zu Hilfe. Sie nahmen meinen Rucksack, wogen ihn und wollten dann auf einmal 10.000 Pesos haben. Ich fragte, wieso? Na, weil der schwerer als 10 Kilo sei. Zum Glück war ich schon im Boot. Meine kolumbianischen Sitznachbarn, gaben mir zu erkennen, dass hier nichts extra bezahlt wird. „No hay plata! no hay plata!“ (Es gibt kein Geld!). Ich hatte schon fast meinen Geldbeutel in der Hand, nahm aber dann unauffällig die Arme runter. Mein Rucksack war schon verladen (so hoffte ich zumindest) und die Forderung nach weiterem Geld ignorierte ich einfach. Hat funktioniert. Tourifalle entkommen. Verdammte Abzockerei überall&#8230;.ich sags euch.</p>
<p align="justify">Das Boot war ähnlich beschaffen, wie der Kahn mit dem ich von Trinitad nach <a href="https://warmroads.de/de/durch-die-hintertuer-nach-venezuela/">Venezuela</a> gefahren bin. Nur besser ausgestattet. Mit gepolsterten Bänken, Rückenlehnen und drei Outboard-Motoren, die richtige Monster waren. Da Fahrt war aber ähnlich unangenehm. Ständiges auf und ab springen über die Wellen. Immer wieder ist der Rumpf des Bootes auf das Wasser geklatscht. Einziger Unterschied hier, dass jeder harte Aufprall von den Kolumbianern mit Schreien, Lachen und Applaus gefeiert wurde. Hier fuhren alle in den Urlaub. In Venezuelaner alle nach Hause.</p>
<p align="justify">In Carpugana angekommen, war ich nun endlich mitten im Darien Gap. Von hier aus gab es drei weitere Ortschaften: Sabzurro, La Miel und letztendlich Puerto Obaldia. Zwischen Sabzurro und La Miel war die offizielle Grenze zwischen Panama und Kolumbien. Die Immigrations waren allerdings in Carpugana (Kolumbien) und Puerto Obaldia (Panama), was bedeutete, dass man sich erstmal auschecken muss, bevor man überhaupt weiter konnte. Das hab ich natürlich vergessen. Zielstrebig bin ich vom Boot in den erstbesten Shop gelaufen, habe mich mit Wasser eingedeckt, eine Sprite getrunken und bin Richtung Dschungelpfad gelaufen. Irgendwann schon halb im Dschungel ist mir der Stempel eingefallen. Also wieder zurück und ab zur Immigration. Danach konnte es aber losgehen.</p>
<h3 align="justify">Durch das Darien Gap laufen</h3>
<p align="justify">Mein Plan war also nach Puerto Obaldia zu laufen. Ich wusste, zwischen dem Ersten und Zweiten Dorf waren es 2-3 Stunden, dann nochmal 30 Minuten über die Grenze nach La Miel (erstes Dorf Panama) und dann nochmal mehrere Stunden nach Puerto Obaldia, wobei der letzte Teil am unklarsten war. Wollte ich sowieso erst am nächsten Tag machen. Also erstmal los. Der Pfad war gut ausgebaut, es gab sogar Schilder, nur es war recht matschig. Und ich fand mich recht bald mitten im Dschungel wieder. Dschungel, unglaublich Feucht, sehr heiß und steil bergauf. Ich hatte noch lange Hosen an, die komplett nass waren, ehe ich die Hälfte des ersten Berges erklommen hatte. Dschungel ist nichts anderes, als eine riesige Bio-Saune. Diese kleine Wanderung hat mich sehr gefordert.</p>
<figure id="attachment_1049" aria-describedby="caption-attachment-1049" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2.jpg" rel="lightbox[1046]"><img class="size-full wp-image-1049" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2.jpg" alt="Darien Gap nahe Carpurgana" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Strand-Darien-Gap-2-200x134.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1049" class="wp-caption-text">Darien Gap nahe Carpurgana. Endlich wieder am Strand angekommen.</figcaption></figure>
<p align="justify">Ausgeschildert waren 30 Minuten am Ortsausgang. Es musste ein Berg überwunden werden. Auf der Bergspitze waren es auf einmal nur noch 40 Minuten, bis zum nächsten Ort. Okay. Da waren sich wohl jemand nicht einig. Ich hab auf jedenfall eine Stunde gebraucht. Musste danach erstmal im Meer baden, mein T-Shirt ausziehen und auf kurze Hosen umsteigen. Danach war alles etwas erträglicher. Noch einen Fisch zum Mittag gegessen und dann weiter nach La Miel. Weiter nach Panama. Der Weg dorthin war recht unspannend. Viele anstrengende Treppenstufen hoch und viele anstrengende Treppenstufen wieder runter. Kurzer Plausch mit einem der insgesamt drei Militärposten, Vergewisserung das ich wieder komme (was ich natürlich nicht vor hatte) und schon war ich in Panama, Juchee! Oh wie schön ist Panama!</p>
<p align="justify">Naja geht so. La Miel war nicht ganz so schön wie gedacht und jeder Schritt wurde vom Militär kontrolliert. Meine Frage nach dem Weg nach Puerto Obaldia quittierten sie kurz und knapp mit „No hay, no hay “ (Gibts nicht). Natürlich gab es den! Zwei Stunden Fußmarsch sagte mir ein Einheimischer. Für mich dann wahrscheinlich 4-5 Stunden. Das Militär war aber auch so zu verstehen, dass sie mich nicht durch den Dschungel laufen sehen wollten.</p>
<h3 align="justify">Da kommt ein Boot, oho!</h3>
<p align="justify">Ich erkundete erstmal die Gegend. La Miel hatte noch einen Duty Free Shop, in dem es vorallem billigen Whisky gab. Ich war schon fast auf dem Weg zum nächsten Strand, um dort mein Zelt aufzuschlagen, als ich plötzlich ein Cargo Boot entdeckte. Sollte ich sofort wieder trampen, oder vielleicht doch erstmal in diesem Paradies entspannen? Natürlich sofort wieder trampen! Wenn es eine Möglichkeit zur Bewegung gibt, dann kann ich die nicht davon ziehen lassen!</p>
<p align="justify">Es war ein rostiges, kleines Cargo Boot mit mindestens 10 Crew-Mitgliedern an Bord. Ich fragte wer der Kapitän sei. Ein junger Mensch zeigte ihn mir. Wo sie hinfahren? Nach Colon. Oh mein Gott. Colon, das war ja nochmal doppelt so weit, wie ich fahren musste, um zur ersten Straße zu kommen. Ob sie mich mitnehmen können? Der Kapitän sprach sehr schnell. Ich verstand natürlich kein Wort. Nur das wir morgen früh reden und ich die Erlaubnis des Militärs brauche. Nichts leichter als das. Ich quatschte noch mit meiner jungen Kontaktperson, er versicherte mir, dass der Kapitän mich in den nächsten Ort zur Immigration mitnehmen würde.</p>
<figure id="attachment_1047" aria-describedby="caption-attachment-1047" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap.jpg" rel="lightbox[1046]"><img class="size-full wp-image-1047" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap.jpg" alt="Boot Darien Gap" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Boot-Darien-Gap-200x134.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1047" class="wp-caption-text">Mein Boot ist da!?! Oder doch nicht?</figcaption></figure>
<p align="justify">Ich hab dann mit dem Sekretariat vom Militär geredet. Da gab es erstmal keine Probleme. Sie fragten mich, ob ich den Ausreisestempel hätte, klaro, ob ich 500$ hätte? 500&#8230;was? Nein. Kein Geld. Ich bezahl hier nichts. Achso, die brauch ich für die Einreise. In bar? Natürlich hatte ich das Geld nicht und wer ist bitteschön so dumm und läuft mit 500$ durch die Gegend?</p>
<h3 align="justify">Militärgespräche</h3>
<p align="justify">Tja, und dann ging der Spaß los. Da Soldaten nicht selbst denken dürfen ging er erstmal beim Kommandeur fragen. Natürlich entsprach das alles nicht den Regeln und daher dürfte ich nicht ausreisen. Aber ich hab das Geld, nur nicht in bar. Ich brauch nur Internet, um das zu prüfen. Nein, das geht wohl nicht. Kein Geld, keine Weiterreise. Ich müsste zurück nach Kolumbien laufen und dort Geld abheben. Das war natürlich ein Dilemma, weil da ein möglicher Lift stand. Und das Schlimmste was man mir antun kann ist, eine Transportmöglichkeit zu sabotieren. Daher gab ich nicht kampflos auf.</p>
<p align="justify">Ich wusste von Freunden, dass der Kommandeur ein ganz umgänglicher Typ sein sollte und seine Soldaten manchmal etwas blöd und unfähig. Also lief ich direkt ins Kommando-Zelt, fand ihn in seiner Hängematte sitzend vor und erläuterte ihm die Situation. Er hatte Verständnis, meinte aber irgendwas von: „Du kannst da schon hin, nur nicht von diesem Ort.“ Ich fragte dann etwas blöd, ob es denn möglich sei. Er meinte nur nuschelnd&#8230;.ja. Das war wohl das inoffizielle Zeichen, dass wir nun die Regeln brechen. Ich ging wieder zu seinen Soldaten, erklärte selbstsicher und triumphierend, dass ich fahren darf. Der Kommandeur kam nach, erklärte es auch nochmal und schon hatte ich meine offizielle Ausreisegenehmigung.</p>
<p align="justify">Nächster Schritt, Rücksprache mit dem Kapitän, Er schien kein Problem zu haben, meinte nur morgen früh, morgen früh. Das sind sichere Anzeichen dafür, dass nicht alles in trockenen Tüchern ist. Aber was sollte ich machen. Schlafen musste/durfte ich sowieso neben dem Sekretariat des Kommandeurs.</p>
<h3 align="justify">Wo ist Walter?</h3>
<p align="justify">Vor dem Sandmännchen machte ich noch einen Ausflug zum gegenüberliegenden Strand. La Miel hat zwei Strände. Einen mit dem Duty Free und einen mit Müll. Und zwei Häuser. Eines davon gehört Jimmy, einem Amerikaner. Das andere Haus gehört Walter, einem Kolumbianer, der dort etwas aufbauen will. Jimmy war nicht da (ich kannte das, weil zwei Bekannte dort ein paar Woche gewohnt hatten), aber dafür Walter.</p>
<p align="justify">Ich soll euch alle sehr lieb von Walter grüßen und hab ihm versprochen ihn hier zu erwähnen. Walter lebt dort an diesem Strand mit zwei Katzen, einem Hund und einem selbst gegrabenen Fischteich mit 13 Inseln, die jeweils von 1-3 Palmen besiedelt sind. Sieht aus wie ein kleiner Sumpf. Dieses Monstrum hat er eigenhändig mit einer Schaufel ausgehoben. Daneben gibt es noch ein Pferd und allerlei angefangener Projekte.</p>
<p align="justify">Ich hing lange bei Walter in der Hängematte rum und wir haben uns unterhalten. Irgendwann hat er Rum rausgeholt (gut zum rumhängen), eine Kokosnuß aufgemacht (davon hat er auch sehr viele), sich fast den Finger mit der Machete abgehakt, überall sein Blut hingeschmiert und einen Cocktail mit frischer Kokosnußmilch gezaubert. Die Sonne ging langsam unter und es gab noch ein paar gebratene Bananen, mit Thunfisch, Mayo und Ketchup. Das klingt komisch, war aber recht lecker.</p>
<figure id="attachment_1051" aria-describedby="caption-attachment-1051" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen.jpg" rel="lightbox[1046]"><img class="size-full wp-image-1051" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen.jpg" alt="Relaxen bei Walter in der Hängematte" width="780" height="521" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen-300x200.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen-150x100.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen-400x267.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/08/Walter-chillen-200x134.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1051" class="wp-caption-text">Relaxen bei Walter in der Hängematte</figcaption></figure>
<p align="justify">Walter ist ein herzensguter Mensch und ich soll der Welt mitteilen, dass er sich über Besuch freut, viel Platz und Nächstenliebe hat und ein einsame Dasein am Ende der Welt führt. Ich denke er nimmt gerne Gäste auf, will dafür auch kein Geld und wenn ihr mehr wissen wollt, <a href="https://warmroads.de/de/kontakt/">dann schreibt mich an</a>. Ich hab ihm das versprochen und vielleicht fahr ich ihn selbst irgendwann nochmal besuchen. Und ganz ehrlich Leute: Der Junge verdient eine Frau. Ist ein echt dufter und umsorgender Typ.</p>
<p align="justify">Diese Ecke der Welt, im Darien Gap, ist auf jedenfall sehr abgelegen und schön. Keine Autos, dafür aber dröhnende Bässe in allen Ortschaften. Keine Ahnung, ob da mal irgendwann ein Vertreter für Bass-Systeme durchgefahren ist und jedem zweiten Haus eine überdimensionierte Anlage aufgeschwatzt hat. Aber jedes Dorf scheint da mindestens ein Soundsystem für die Beschallung von 5000 Personen zu haben, was den ganzen Tag voll aufgedreht läuft und 10-20 Dorfbewohnern davor sitzen, Bier trinken und ihre Karibikmusik hören.</p>
<p align="justify">Hat was, wenn man nicht direkt daneben schlafen muss. Das musste ich aber auf meinem Zwangscampingplatz neben dem Militär. Schlafen war schwierig. Aber: Am nächsten Morgen legte das Cargo-Boot ab. Soviel war klar. Sechs Uhr wollte ich auf der Matte stehen, um das nicht zu verpassen. Da ich keinen Wecker hatte, musste ich also irgendwann vor Sechs aufwachen und meine Sachen pachen, um dann meinen Lift klar zu machen. Der war nämlich alles andere als sicher.…..</p>
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		<title>Woanders is auch scheiße, aber Panama riecht von oben bis unten nach Bananen &#8211; ein spontanes Résumé</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jul 2015 11:46:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumbien]]></category>
		<category><![CDATA[Panama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir schreiben den 17. Juli 2015. Es ist 4:55 Uhr morgens. Ich bin gerade aufgewacht. Draußen stürmt es. Starker Regen fällt, sodass ich das...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wir schreiben den 17. Juli 2015. Es ist 4:55 Uhr morgens. Ich bin gerade aufgewacht. Draußen stürmt es. Starker Regen fällt, sodass ich das kleine Fenster über meinem Bett schließen musste. Selbst als es nur einen Spalt breit offen war, tropfte unablässig Wasser auf mein Bett. Kurz hatte ich überlegt nochmal ein bißchen weiter zu schlafen, aber es sind noch 3,5 Stunden, bis mein Boot losfährt und da ich keinen Wecker habe, bleibe ich lieber wach. Mein Boot, dass mein letzter Lift auf dem südamerikanischen Kontinent sein wird.<span id="more-894"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Ich bin in Turbo, einer dreckigen Hafenstadt in Nordkolumbien. Letzter Punkt, bevor es in die entlegenen Dörfer nahe der Grenzregion geht. Letzter Hafen mit Straßenanbindung, danach folgt nur noch Jungle und kleine Dörfer im Nirgendwo. Gestern habe ich mich von meinem Fahrrad getrennt, mit welchem ich von Bogota knapp 800km hierher gefahren bin. Ich konnte es zum Einkaufspreis verkaufen, nach langem suchen. Allerdings hab ich für die ganzen Modifikationen kein Geld bekommen. Letztendlich war ich aber zufrieden mit dem Deal. Und ein Kolumbianer konnte sich glücklich schätzen. Außerdem hatte ich eine komplette Fahrraduniform von Kolbmbien, von den Socken bis zum Kopftuch. Das habe ich gegen einen Lift in dem besagten Boot eingetauscht. Erfolgreicher Handelstag.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Boot ist eine sogenannte Lancha. Kleine Schnellboote mit Outborder-Motoren, wie ich sie schon von <a href="https://warmroads.de/de/durch-die-hintertuer-nach-venezuela/">Trinidad nach Venezuela</a> hatte. Es wird mich nach Carpurgana bringen, der vorletzten Ortschaft entlang der Küste Richtung Panama. Dort gibt es keine Autos, weil keine Straßen, dafür aber KAribikfeeling und Strände. Nach Monaten des Trampens durch Südamerika, freue ich mich sogar ein wenig darauf. Von da kann man ca. 2 Stunden über kleine Pfade durch den Dschungel laufen, um zu &#8222;Grenze&#8220; zu kommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Grenze zwischen Kolumbien und Panama ist etwas sonderbar, wie mir ein Franzose gestern versucht hat zu erklären. Keine Kommunikation. Keine gemeinsame Grenze. Es ist, so sagte er, wie die Grenze zwischen Brasilien und Marokko. Sie existiert quasi nicht. Ich für meinen Fall muss mir meinen Ausreisestempel in Carpurgana holen und kann dann nach 2 Stunden Fußmarsch panamanisches Staatsgebiet in Armila betreten. Dort ist aber nur ein kleiner (hübscher) Strand. Bis zur Immigration von Panama werden es nochmal 3-4 Stunden Fußmarsch sein (ich sehe gerade, google gibt diese Distanz auf 2km Luftlinie an. Das wird anscheinend ein anspruchsvoller Fußmarsch).</p>
<p style="text-align: justify;">In dieser Grauzone darf ich mich insgesamt 72 Stunden aufhalten, bevor ich in Panama &#8222;einchecken&#8220; muss. Vielleicht laufe ich, vielleicht frag ich die allgegenwärtigen Militärs, ob sie mir den Lift nach Puerto Obladia geben. Das ist die letzte Ortschaft auf meinem kleinen Küstenstreifen. Von da kann man mit Kleinflugzeugen nach Panama City fliegen (Komftortlösung), mit Lanchas weiter an der Küsten entlang fahren oder in Hardcore-Manier in den tiefen Dschungel gehen. Es wird kompliziert, aber ich habe mir sagen lassen, dass ich auf panamischer Seite mit den Cargo Booten mitfahren darf und es nicht so viele Probleme mit Kontrollen gibt, wie in Kolumbien.</p>
<p style="text-align: justify;">Ansonsten liegt dort noch das <a href="http://some-choice.com/en/darien-gap/">Darien Gap</a>. Und je näher ich ihm komme, desto  mehr fasziniert es mich. Das berühmte Darien Gap. Die fehlende Verbindung zwischen Nord- und Südamerika. Der einzige Punkt ohne Straße, sei es nun aus politischen, geographischen oder sonstigen Gründen. Es ist einer der dichtesten Dschungel auf der Erde, vollgestopft mit Schlangen, Pumas und allerlei kleiner giftiger Freunde.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Dschungel gibt es mehrere Dörfer, es existiert ein dichtes Netz von Wegen, was aber wohl nur von den lokalen Ureinwohnern verstanden wird. Auf diesen Wegen kreuzt allerleit Verkehr, wie ich gelesen habe. Neben den Leuten die dort Leben findet sich das Militär, die Guerilla, illegale Einwanderer die Richtung Norden laufen und natürlich die Drogen-Kuriere. Letztere sind wohl das wirtschaftliche Standbein der Region. Besonders Menschen aus Panama laufen die Route von Norden und machen gutes Geld. Aber auch die Ureinwohner sollen wohl ihr Wissen über das Terrain nutzen und sich als Postbooten anbieten. Prinzipiell geht es aber wohl um Business. Das deckt sich auch mit der Erzählung von einer Gruppe Afrikaner die sich von einem Guide nach Norden haben Schmuggeln lassen. Der Guide und seine Komplizen haben den illegalen Einwanderern alles abgenommen, was sie hatten, sie aber trotzdem (mit Nichts) auf die panamische Seite gebracht.</p>
<p style="text-align: justify;">Was für den Ruf des Darien Gaps wohl ziemlich schlecht war, könnten die zahllosen Entführungen durch die FARC vor 10-20 Jahren gewesen sein. Die FARC, die Rebellengruppe im kolumbianischen Norden, welche sich mehr oder weniger auf Entführungen spezialisiert hatte. Das ist aber Schnee von gestern. Heute passiert sowas nicht mehr und die wenigen Konflikte hier werden meist zwischen Beteiligten ausgetragen. Aktuell werden eher <a href="http://latinamericacurrentevents.com/putumayo-colombia-farc-attacking-tankers-on-border-with-ecuador-spilling-thousands-of-gallons-of-oil/31701/">Tanker</a> versenkt oder Ölpipelines attackiert. Die FARC versucht Infrastruktur kaputt zu machen und die Umwelt zu verseuchen. Auch nett.</p>
<p style="text-align: justify;">Hinter mir liegen 6 Monate Südamerika. In den letzten sechs Monaten habe ich</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>den gesamten Kontinent zweimal auf der Vertikalachse durchtrampt</li>
<li>die Anfänge des venezuelanischen Untergangs miterlebt (Wechselkurs von ehemals super billigen 1:75 auf 1:150 und mitlerweile auf 1:420. In einem halben Jahr wird das Land bankrott sein. Amerikanischer Handelskrieg erfolgreich abgeschlossen.)</li>
<li>bin meine längste Distanz getrampt, mit über 8000km durch Brasilien Richtung Uruguay (in 12 Tagen, Bämeräng!)</li>
<li>war zwei Monate in Uruguay bei meinem Freund Ralf. Dort war ich auf einer Hochzeit, wir haben einen Güterzug getrampt und Grillabende gemacht, die mir anschließende Alptraumnächte beschert hatten, weil es ausschließlich Fleisch gab</li>
<li>habe das sündige Leben von Buenos Aires in vollen Zügen (was für eine Stadt)</li>
<li>bin ans Ende der Welt gefahren (Ushuaia)</li>
<li>einmal fast in Bolivien ausgeraubt worden</li>
<li>in Medellin beklaut worden (aber hey, ich lag schlafend und betrunken irgendwo in der Stadt und war auf dem Heimweg &#8222;hängengeblieben&#8220; [hab nur ne Runde im Straßengraben &#8222;geNilst&#8220; HAHA] Kann dem Langfinger das nicht verübeln. )</li>
<li>bin 800km mit dem Fahrrad durch Kolumbien gefahren</li>
<li>hab die atemberaubenden Salzwüsten in Bolivien erkundet</li>
<li>habe das noch wunderbare bolivianische Hinterland durchtrampt und hier meine liebsten Orte und Menschen gefunden (<a href="https://warmroads.de/de/whisky-claro-wie-ich-eine-der-gefaehrlichsten-strassen-der-welt-ueberlebte/">insbesondere Aris, der betrunkene Polizist mit seinem Motorrad</a>)</li>
<li>eine Menge Straßenfood gegessen</li>
<li>ein aufblasbares Kofpkissen gefunden</li>
<li>bin auf einen 40m hohen Antennenmast geklettert</li>
<li>habe Freundschaft mit einer Gruppe <a href="https://warmroads.de/de/hools-fussball-und-blut-sonntags-in-buenos-aires/">Hooligans in Buenos Aires</a> geschlossen</li>
<li>hab mich im Glücksrausch über die argentinischen Autobahnen tragen lassen</li>
<li>wurde von alten, schwulen Männern angegraben (business as usual)</li>
<li>habe meinen ersten Bagger und Krankenwagen getrampt</li>
<li>das Erste mal gekokst (hey, kriegt man hier überall unter die Nase gerieben, ist aber nicht so spannend)</li>
<li><a href="https://warmroads.de/de/so-voll-mit-leben-wie-ein-kaese-an-einem-heissen-tag-trampen-durch-lima/">Lima zur Rush-Hour</a> durchfahren&#8230;.und überlebt</li>
<li>habe Machu Pichu erfolgreich &#8222;nicht besucht&#8220; und einen <a href="https://warmroads.de/de/wie-ich-meinen-ersten-gueterzug-in-peru-trampte-nicht/">Güterzug in Peru unerfolgreich nicht getrampt</a></li>
<li>bin in meine nächste Lebenskrise verfallen, als ich festgestellt habe, dass die Weltbevölkerung sich seit 1950 verdreifacht hat (!)</li>
<li>konnte mehrere Gegenstände billig einkaufen und erfolgreich unter Wert wieder verkaufen (wer brauch schon Sprache zum Handeln?)</li>
<li>hab &#8222;Mas o Menos&#8220;-Spanisch gelernt</li>
<li>hab einen langen Bart bekommen</li>
<li>und eine Geschichte Erschaffen, die ebenfalls schon einen recht langen Bart hat</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Danke Südamerika, hat Spaß gemacht! Ich muss auch mal packen, mein Boot fährt bald. Das Fenster ist auch wieder offen. Der Regen hat aufgehört und ein wunderbarer Tag beginnt.</p>
<p style="text-align: justify;">Zentralamerika ick komme dir! Hurz!</p>
<pre style="text-align: justify;">Der halbe Titel wurde geklaut bei einer anderen Bloggerin Namens Nina,
die einen ganz <a href="http://www.smaracuja.de/woanders-is-auch-scheisse/">wunderbaren Artikel über Reisen und Glück</a> geschrieben hat.
Hab ihn zufällig gefunden. Lesenswert. Danke für den Titel und Sorry! 
fürs kopieren. Aber in Asien gilt dies ja als Respektsbekundung.</pre>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/woanders-is-auch-scheisse-aber-panama-riecht-von-oben-bis-unten-nach-bananen-ein-spontanes-resume/">Woanders is auch scheiße, aber Panama riecht von oben bis unten nach Bananen &#8211; ein spontanes Résumé</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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