Trampen in… (1) Gibraltar

Prolog

Wer das zähe Spanien durchtrampt und hinter sich gelassen hat, kann sich in Gibraltar Balsam auf seine geschundene Tramperseele auftragen lassen. Gibraltar ist eine britische Enklave, die durch eine Grenze zu Spanien getrennt ist (Reisepass oder Perso erforderlich!). Die Halbinsel ist gezeichnet von einem Felsen – „The Rock“. Trampbeurteilung: Sehr Empfehlenswert.

Die Levante Wolke. Sinnbild britischer Wetterkultur.
Die Levante Wolke. Sinnbild britischer Wetterkultur.

Meine Route

Ich fing ab dem zweiten Tag an, mich ausschließlich per Anhalter fortzubewegen (da ich neue Schuhe hatte und nicht laufen konnte). Besonders kleinere Strecken von 500m-3km wurden getrampt. Zum Strand, zum Supermarkt, auf den Felsen oder über die Grenze ging es fortan per Autostop.

Straßen

Gibraltar besteht ausschließlich aus kleinen Straßen im städtischen Umfeld. Um die Insel einmal zu Umrunden muss man 11 km zurücklegen. Die Wege sind kurz. Innerhalb der Insel dominiert der Kreisverkehr, welcher sich zur Positionierung anbietet. Der Supermarkt zwischen Grenze und Flughafen ist übrigens ein guter Ort, um in die Stadt zu trampen.

Wer versucht auf den „Rock“ zu trampen, sollte gewarnt sein, da das Straßennetz in der upper City extrem unübersichtlich ist und auch das typische Kartenmaterial (am Tourismusstand) ziemlich unbrauchbar zur Navigation ist. Die Standard-Karte ist „gezeichnet“ und in „3D“.

Menschen

Auf der Insel verkehrt eine Mischung aus Engländern, Gibraltarern, Spaniern (häufig zum Arbeiten dort) und ein Haufen anderer Nationalitäten, die auf dieser kleinen Halbinsel ihr Glück suchen. Fast alle sprechen Englisch, was sehr angenehm ist. Insgesamt sind die Menschen sehr entspannt.

Taktik

Prinzipiell kann an jedem Ort getrampt werden. Am bewährtesten und schnellsten empfand ich eine Positionierung an Stellen, wo die Autos sowieso kurz anhalten mussten (Vorfahrtstraßen, Einfahrten) und ich somit direkt neben dem Auto stand. Oft haben die FahrerInnen dann von alleine die Scheibe heruntergekurbelt,um zu fragen, was los ist. Die Positionierung erfolgt hierbei unabhängig von der zur Verfügung stehenden Haltefläche. Auch an Tankstellen kann man kurz Nachfrage. Für gewöhnlich nehmen die meisten gern Tramper mit und machen auch mal 2-3 Minuten Umweg. Easy going.

Besonderheiten

Einzigartig an der Halbinsel ist, dass erst der Flughafen überquert werden muss, um in die Stadt zu kommen. Es ist welweit die einzige Start- und Landebahn, welche für Fußgänger und Autos passierbar ist.

Am Felsen von Gibraltar hängt bisweilen eine große Wolke fest, auch wenn rundherum Sonnenschein und blauer Himmel ist. Dieses sonderbare Naturphänomen hat den Namen Levante. Ich persönlich vermute, dass dies der Grund für die britische Souveränität ist, da die Wolke ein Stück verregnetes Heimatgefühl vermittelt. Unter den Einheimischen wird allerdings gemunkelt, dass die Briten mit den Affen gekommen seien und erst wieder mit denselben verschwinden.

Durch den Felsen führen ca. 50km Tunnel, welche im 18. Jahrhunder und während des zweiten Weltkrieges als Verteidigungsanlagen angelegt worden sind. Einige der Tunnelsysteme sind heute noch von der Royal Navi in Benutzung. Ich hab es leider nicht geschafft, aber eine Besichtigung der Anlagen lohnt sich sicherlich.

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