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	<title>Brasilien &#8211; Warm Roads</title>
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		<title>Trampen in Südamerika &#8211; Statistisches Zwischenfazit meiner Tramptour in Südamerika</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2015 19:52:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Geeks gonna geek. Da ich nun meine ganzen Tramptouren so sauber geloggt habe, seitdem ich in Südamerika angekommen bin. Zum Abschluß dieses wunderbaren Kontinentes...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Geeks gonna geek. Da ich nun meine ganzen Tramptouren so <a href="https://warmroads.de/de/logbuch-und-dokumentation/">sauber geloggt</a> habe, seitdem ich in Südamerika angekommen bin. Zum Abschluß dieses wunderbaren Kontinentes folgt an dieser Stelle ein kleines Zwischenfazit.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Allgemein</h2>
<p style="text-align: justify;">Seit dem 20. Oktober 2014 bin ich mehr als <strong>36968,2 km</strong> getrampt. Ich hatte mehr als <strong>405 Lifts</strong>, mußte durchschnittlich <strong>23 Minuten und 34 Sekunden</strong> warten und hab insgesamt <strong>182 Stunden und 39 Minuten</strong> (entspricht ca. 7,5 Tagen) an der Straße gestanden und auf Autos gewartet. Ich möchte keine Minute davon missen.<span id="more-796"></span></p>
<figure id="attachment_800" aria-describedby="caption-attachment-800" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts.jpg" rel="lightbox[796]"><img class="size-full wp-image-800" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts.jpg" alt="Team Traktor Vorwärts" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Team-Traktor-Vorwärts-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-800" class="wp-caption-text">Team Traktor Vorwärts. DTSG Legends.</figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;">Spitzenreiter</h2>
<p style="text-align: justify;">Ist&#8230;<a href="https://warmroads.de/de/trampen-teneriffa/">Teneriffa</a>. <strong>21 Lifts</strong> hab ich auf dieser wunderbaren Insel zusammen mit Hanna gefangen. Durchschnittlich haben wir <strong>8 Minuten und 12 Sekunden</strong> gewartet. Ich Glaube Lanzarote war noch besser, allerdings liegt das in der Zeit vor meinen Aufzeichnungen.<br />
Für Südamerika weißt Ecuador die besten Werte auf. <strong>14 Minuten und 30 Sekunden</strong> hab ich hier durchschnittlich auf einen Lift gewartet. Allerdings bin ich nur knapp <strong>1000 Kilometer</strong> durch das Land getrampt, mit <strong>21 Lifts</strong> ist es mäßig repräsentativ.</p>
<figure id="attachment_799" aria-describedby="caption-attachment-799" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen.jpg" rel="lightbox[796]"><img class="size-full wp-image-799" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen.jpg" alt="Pick-Up trampen" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Pick-Up-trampen-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-799" class="wp-caption-text">Pick-Up trampen in Uruguay. Best of it all.</figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;">Die positive Überraschung</h2>
<p style="text-align: justify;"><a href="https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/">Brasilien</a> war gefühlt so schlecht wie Spanien und Italien zusammen. Die Zahlen sagen allerdings etwas anderes. Mit <strong>15 Minuten und 15 Sekunden</strong> ist die durchschnittliche Standzeit nur knapp hinter der von Ecuador. <strong>44 Lifts</strong> und <strong>6550km</strong> Distanz sprechen allerdings für eine deutliche größere Repräsentanz als in Ecuador. So kann man sich irren. Ich weiß selber nicht so genau, wie ich auf diese guten Werte kommen konnte.<a href="https://warmroads.de/de/brasilien-aus-dem-logbuch-1/"> Gefühlt bin ich für jeden Lift mindestens eine Stunde gelaufen in Brasilien</a>.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Getäuscht</h2>
<p style="text-align: justify;">Hingegen total überschätzt habe ich Argentinien. Gefühlt war es das beste Land. Das lag aber wohl an dem kostenlosen WiFi in den Tankstellen und der überaus komfortablen Gesamtmischung aus guten Straßen, nettem Essen, langen Wegen und Internet. Die Zahlen sind allerdings ernüchternd:<br />
<strong>34 Minuten und 50 Sekunden</strong> ist die durchschnittliche Standzeit und somit die zweitschlechteste meiner gesamten Reise. Allerdings bin ich in Argentinien auch sehr viel Nachts unterwegs gewesen, was den Wert etwas gedrückt haben wird. Mit <strong>8045 km</strong> Distanz ist Argentinien bisher das Land, in welchem ich die meisten Kilometer zurückgelegt habe. Auch <strong>84 Lifts</strong> sind ein großer Teil meiner bisherigen Trampmasse.</p>
<figure id="attachment_803" aria-describedby="caption-attachment-803" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay.jpg" rel="lightbox[796]"><img class="size-full wp-image-803" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay.jpg" alt="Warten in Uruguay" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Uruguay-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-803" class="wp-caption-text">Warten in Uruguay</figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;">Der Tiefpunkt</h2>
<p style="text-align: justify;">Definitiv Kolumbien. Nicht nur statistisch, sondern auch gefühlt. Nichts gegen Kolumbien, es ist ein wunderbares Land mit wunderbaren Menschen, allerdings ist die Fortbewegung mehr als anstrengend. <strong>48 Minuten</strong> durchschnittliche Standzeit, bis mich ein Auto mitgenommen hat. Schlechter geht es wirklich nicht. Zwar hatte ich nur in Venezuela weniger Lifts und <strong>943 km</strong> ist die kürzeste Distanz, welche ich in einem südamerikainschen Land zurück gelegt habe, aber mein Gefühl sagt mir, dass dies auch bei mehr Lifts und Distanz nicht besser geworden wäre. Die möglichen Gründe werde ich nochmal in meinem „Trampen in&#8230;- Kolumbien“ Artikel diskutieren.</p>
<figure id="attachment_802" aria-describedby="caption-attachment-802" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien.jpg" rel="lightbox[796]"><img class="size-full wp-image-802" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien.jpg" alt="Warten in Argentinien" width="780" height="439" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien-300x169.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien-150x84.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien-400x225.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Warten-in-Argentinien-200x113.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-802" class="wp-caption-text">Warten in Argentinien</figcaption></figure>
<h2 style="text-align: justify;">Mein Geheimtip</h2>
<p style="text-align: justify;">Mein Geheimtip zum trampen in Südamerika ist&#8230;..nicht Chile&#8230;sondern <a href="https://warmroads.de/de/trampen-in-8-uruguay/">Uruguay</a>. Mit <strong>88 Lifts</strong> die meisten Autos getrampt und mit <strong>2689 km</strong> ordnet sich Uruguay im Mittelfeld der Distanzen ein. Die durchschnittliche Standzeit von <strong>19 Minuten und 42 Sekunden</strong> sind ordentlich. Wenn man nun noch bedenkt, dass diese Zahl größtenteils in einem Zweierteam (Mann/Mann) zustande kam, dann ist das schon mehr als ordentlich! Wahrscheinlich auch, weil ich mit Ralf unterwegs gewesen bin. Uruguay war auch das Land indem ich meinen <a href="https://warmroads.de/de/uruguay-durchgetrampt/">ersten Güterzug</a> getrampt habe und neben Syrien das Land wo ich definitiv die meisten Lifts mit meinen geliebten Pick-Ups hatte. Leider wird das in Zukunft ja nicht mehr so leicht möglich sein durch das neue Ladefläche-Mitnehmen-Verbot der Regierung. Hoffen wir mal die Uruguayaner neben dieses Gesetz mit ihrer gewohnten Gleichgültigkeit hin und halten trotzdem an.</p>
<figure id="attachment_804" aria-describedby="caption-attachment-804" style="width: 780px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen.jpg" rel="lightbox[796]"><img class="size-full wp-image-804" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen.jpg" alt="Unseren ersten Zug trampen in Uruguay" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen.jpg 780w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/06/Zug-trampen-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-804" class="wp-caption-text">Unseren ersten Zug trampen in Uruguay</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Hier die vollständige Tabelle mit allen Werten:</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><b>Land</b></td>
<td><b>Durchschnittliche Wartezeit (sek)</b></td>
<td><b>Zurückgelegte Distanz (km)</b></td>
<td><b>Wartezeit total (min)</b></td>
<td><b>Anzahl der Lifts</b></td>
<td><b>Gewichtung der Liftzeiten</b></td>
</tr>
<tr>
<td>Bis Venezuela</td>
<td></td>
<td>10398</td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td>Teneriffa</td>
<td>493</td>
<td>360</td>
<td>216</td>
<td>19</td>
<td>9367</td>
</tr>
<tr>
<td>St. Martin</td>
<td>612</td>
<td>43,2</td>
<td>143</td>
<td>14</td>
<td>8568</td>
</tr>
<tr>
<td>Venezuela</td>
<td>1868</td>
<td>1089</td>
<td>218</td>
<td>7</td>
<td>13076</td>
</tr>
<tr>
<td>Brasilien</td>
<td>916</td>
<td>6550</td>
<td>2112</td>
<td>44</td>
<td>40304</td>
</tr>
<tr>
<td>Uruguay</td>
<td>1182</td>
<td>2689</td>
<td>1734</td>
<td>88</td>
<td>104016</td>
</tr>
<tr>
<td>Argentinien</td>
<td>2090</td>
<td>8045</td>
<td>2833</td>
<td>84</td>
<td>175560</td>
</tr>
<tr>
<td>Bolivien</td>
<td>1484</td>
<td>1329</td>
<td>1163</td>
<td>47</td>
<td>69748</td>
</tr>
<tr>
<td>Chile</td>
<td>896</td>
<td>1804</td>
<td>254</td>
<td>17</td>
<td>15232</td>
</tr>
<tr>
<td>Peru</td>
<td>1484</td>
<td>2754</td>
<td>1163</td>
<td>47</td>
<td>69748</td>
</tr>
<tr>
<td>Ecuador</td>
<td>871</td>
<td>964</td>
<td>306</td>
<td>21</td>
<td>18291</td>
</tr>
<tr>
<td>Kolumbien</td>
<td>2883</td>
<td>943</td>
<td>817</td>
<td>17</td>
<td>48960</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td>Total</td>
<td>1414</td>
<td>36968,2</td>
<td>10959</td>
<td>405</td>
<td>572870</td>
</tr>
<tr>
<td>In Zeit</td>
<td>23 Minuten 34 Sekunden</td>
<td></td>
<td>182 Stunden 39 Minuten</td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Diese Tabelle. Geil oder?</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Trampen in&#8230; (7) Brasilien</title>
		<link>https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/</link>
					<comments>https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2015 04:32:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen in...]]></category>
		<category><![CDATA[Bus trampen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefahr]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
		<category><![CDATA[Verrückte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Prolog Wenn ich an Brasilien denke, kommt mir sofort der Zuckerhut, halbnackte Frauen und sonnige Strände in den Kopf. Das typische Klischee, welches von...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/">Trampen in&#8230; (7) Brasilien</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://warmroads.de/de">Warm Roads</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: justify;">Prolog</h3>
<p style="text-align: justify;">Wenn ich an Brasilien denke, kommt mir sofort der Zuckerhut, halbnackte Frauen und sonnige Strände in den Kopf. Das typische Klischee, welches von der Tourismusbranche gepflegt wird. Ich hatte kein großes Interesse an dem größten Land in Südamerika. Allerdings lag es auf meinem Weg nach Uruguay und ich musste einmal von Norden nach Süden trampen. Umso erfreulicher, dass mich Brasilien mit einer großen Diversität überrascht hat. Nicht nur landschaftlich, auch die Menschen sind überaus multikulturell. Ein spannendes Land, zum trampen jedoch nicht unbedingt die Top-Adresse.<span id="more-551"></span></p>
<h3 style="text-align: justify;">Statistik</h3>
<p style="text-align: justify;">Anmerkungen zum Log: Die angegebene Zeit ist diesselbe wie in meinem Venezuela Log. Da ich 3 Zeitzonen durchquert habe, ist die lokale Zeit unterschiedlich zu meiner Logzeit. Prinzipiell war es immer 2-3 Stunden später als angegeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Log findet ihr <a title="Log Brasilien" href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Log-Brasilien.ods" target="_blank" rel="noopener">hier</a>.</p>
<p style="text-align: justify;" align="justify"><strong>Zurückgelegte Distanz: </strong><strong>6550</strong><strong> Kilometer</strong></p>
<p style="text-align: justify;" align="justify"><strong>Anzahl der Lifts: </strong><strong>44</strong></p>
<p style="text-align: justify;" align="justify"><strong>Durchschnittliche Wartezeit: </strong><strong>15</strong><strong> Minuten </strong><strong>16 </strong><strong>Sekunden</strong></p>
<p style="text-align: justify;" align="justify"><strong>Standzeit Gesamt: 3</strong><strong>5</strong><strong> Stunden </strong><strong>12</strong><strong> Minuten </strong><strong>(im Log müsst ihr 24 Stunden zur Gesamtzeit dazurechnen)</strong></p>
<h3 style="text-align: justify;">Meine Route</h3>
<p style="text-align: justify;">Ich bin an der venezuelanischen Grenze im Norden gestartet und <a title="Brasilien route 1" href="http://goo.gl/maps/RH3xW">nach Manaus</a> getrampt. Danach ging es mit einer Fähre über den Amazonas nach Santarem. Die Alternativroute über eine andere Straße im Süden wäre 2000km länger gewesen und nach meinen letzten Infos sollte diese Straße nicht mehr existieren. <a title="Brasilien route 2" href="http://goo.gl/maps/2BUFJ">Zweiter Abschnitt</a>: Von Santarem auf die Transamazonica nach Maraba und anschließend mit der BR – 153 den ganzen Weg nach Sao Paolo, um dann weiter nach Chuy zur uruguayanischen Grenze zu trampen.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Menschen</h3>
<p style="text-align: justify;">Wie ich oben schon angemerkt hat, wurde ich von der großen Diversität in Brasilien überrascht. Brasilien ist ein Einwanderungsland und die Menschen sind so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann. Zu meiner Überraschung gab es viele Menschen mit asiatischem Hintergrund in Brasilien, Afrika, Südeuropa natürlich, deutschsprachige Brasilianer (mit sonderbarem Dialekt), aber auch russische Enklaven, Polen und noch wenige Ureinwohner.</p>
<p style="text-align: justify;">Bezogen auf das Trampen ist es allerdings etwas schwierig zu beurteilen. Brasilien ist sehr groß und die einzelnen Landesteile waren unterschiedlich gut zu trampen. Im Norden hatte ich lange Standzeiten und die Leute hielten nur selten an. Allerdings hab ich dort auch beobachtet, dass die Autos sehr oft voll mit Familie/Freunden waren. Ab Las Palmas war ich auf der Transitautobahn Richtung Süden, konnte mit meinem wenigen portugiesisch Menschen ansprechen und das Trampen ging von dort an sehr gut. Bis Porto Allegre hatte ich einen guten run. Der Tiefe Süden war wiederum schwierig, in Pelotas stand ich sehr lange, die Menschen wirkten irgendwie unsympathisch, viele Deutsche und Polen da unten und alles etwas konservativer.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ich noch über Brasilianer sagen kann, dass sie sehr viel wert auf Sauberkeit legen. Es gibt überall duschen und die werden tlw. auch zwei mal am Tag genutzt. Motorradfahrer ziehen oft penetrante Parfümwolken hinter sich her. Das hab ich vorher noch nie erlebt. Macht alles einen etwas neurotischen Eindruck, wenn man noch die permanente Angst mit einbezieht, die einen Großteil der Gesellschaft erfasst zu haben scheint. Letzteres ist wohl auch ein Grund, weshalb so wenige Menschen anhalten. Angst vor Trampern.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Straßen</h3>
<p style="text-align: justify;">Es gibt ein Autobahnnetz in ganz Brasilien. Br ist die Straßenbezeichnung. Die Straßenqualität unterscheidet sich allerdings stark. Das hängt sehr viel mit den zugehörigen Bundesstraaten zusammen, die für den Straßenbau verantwortlich sind, nicht, wie in Deutschland, das Land.</p>
<p style="text-align: justify;">Hinter der venezuelanischen Grenze ist die Straße top, neu gemacht, einspurig. Das ändert sich nach Boa Vista. Die Straße ist immernoch gut, allerdings kommen hier immer wieder sehr kurze Passagen mit fiesen, tiefen Schlaglöchern oder Staubpisten, bevor die Straße dann wieder wie vorher weitergeht. Verstehe ich nicht. Desweiteren gibte es im Norden nicht viele Ortschaften, aber dafür sehr viele Farmen und Kurzstreckenverkehr, welcher immer schwierig zu trampen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach Santarem fängt die <b>Transamazonica</b> an. Ich werde hierzu noch einen gesonderten Artikel schreiben. Sie ist wohl eine der tollsten Straßen, die ich bisher in meinem Leben befahren habe. Immer wenn du denkst: „Wow, diese Stelle sah wirklich toll aus, dieser Hügel war wirklich steil, das war wirklich abgefuckt und so ein schönes Fotomotiv werde ich wohl nicht mehr finden“, wirst du überrascht, weil nach dem nächsten Hügel alles noch steiler, schöner, abgefuckter oder ästethischer wird. Prinzipiell kann man die Straße mit einem Feldweg in Deutschland vergleichen, der mit einem Traktor zwei mal durchgepflügt wurde, dann noch ein paar Tonnenschwere Steine reingeschmissen und oben drauf die rote Erde. Das ganze dann in einem stetigen Auf und Ab über das bergige Amazonasgelände. Die Straße ist im besten Fall staubig. Wenn es zu regnen beginnt, zeigt die Transamazonica dann aber ihre gehässige Seite. Aber dazu später mehr.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Landesinneren wird alles besser, sobald die ersten großen Auto Posto Stationen erreicht werden. Das sind so eine Art Raststätten. Die Trucks müssen hier anhalten und sich registrieren. So ganz hab ich das System nicht verstanden. Aber es gibt umsonst Kaffee und Duschen, sowie 24/7 leckeres Essen zu moderaten Preisen. Das ist wirklich Tramper-Infrastruktur Deluxe und zieht sich bis in den Süden. Insbesondere im Bundesstaat Sao Paolo und rund um Guiania sind sowohl die Straßen, als auch die Raststätten wirklich gut ausgebaut und kein Vergleich zum wilden Amazonasgebiet.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Süden werden die Wege wieder enger und die Straßenqualität lässt nach, je mehr man zur uruguayanischen Grenze vordringt.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Taktik</h3>
<p style="text-align: justify;">Okay, ich hab einige Kilometer und Tage in Brasilien verbracht und das Trampen war eine wirkliche Herausforderung. Die Wartezeiten während meiner ersten zwei Tage waren recht hart. Tag eins; (1) 26 min, (2) 1h 31 min, (3) 1 min. Tag zwei; (1) 2h 48 min, (2) 59 min, (3) 4 min, (4) 1h 41 min. Für das Warten wurde ich oft mit long-distance-lifts belohnt. Ich hatte in Brasilien mit 1582 km auch den bisher längsten Lift meines Lebens.</p>
<p style="text-align: justify;">Problem in Norden waren volle Autos und Autofahrer die nur kurze Distanzen zurücklegten und daher nicht anhalte, sondern nur mit dem Finger nach rechts und links zeigen. Lösung: Laufen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich hab mir relativ schnell angewöhnt einfach in die Pampa zu laufen. 2-3 Kilometer. Wenn man weit außerhalb ist, halten die Autos immer etwas eher. Die Straßen sind generell lang und gerade, was eine gute Sichtbarkeit gewährleistete, auch wenn die Autos sehr schnell fahren.</p>
<p style="text-align: justify;">Daneben gibt es wieder die altbekannten „Bumpers“, wie schon in Venezuela. Immer eine gute Wahl zur Positionierung.</p>
<p style="text-align: justify;">Insbesondere im Landesinneren und im Süden existieren außerdem relativ viele Tollstationen und Military Checkpoints. Die Tollstationen sind Nachts eine gute Wahl, da dort immer recht gutes Licht ist und der komplette Verkehr der Autobahn durch muss. Tagsüber ist manchmal sehr viel los, aber trampen funktioniert auf jedenfall.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit ein bißchen portugiesisch geht das Ansprechen an der Raststätte recht gut. Mit etwas Charme und Unbeholfenheit verlieren die Brasilianer auh schnell ihre Angst und es ist ähnlich wie in Deutschland.</p>
<p style="text-align: justify;">Was mir erst spät aufgefallen ist, die <a title="Kennzeichen in Brasilien" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kfz-Kennzeichen_%28Brasilien%29">Kennzeichen in Brasilien</a> sind mit sehr vielen Informationen ausgestattet. Es findet sich der Bundesstaat sowie der Ort der Registrierung. Ein perfekter Anhaltspunkt um Autos in die richtige Richtung zu finden. Sehr hilfreich beim Fragen an der Raststätte.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch noch erwähnenswert wären die „Familia“ oder „Family“ Trucks. Die haben ironischerweise nur einen Sitzplatz und können daher keine Tramper mitnehmen. Eine solche Konstruktion hab ich vorher noch nirgends gesehen. Auch charmant, manche Trucks haben außen explizit dranstehen, dass keine Mitfahrer erlaubt sind. „C<em>arroñ</em><em>a prohibide“ oder sowas steht außen dran.</em></p>
<h3 style="text-align: justify;">Fotos</h3>

<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/wurst/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wurst-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Wurst" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wurst-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wurst-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wurst-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wurst-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wurst-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/strasse-unterbrochen/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Straße-unterbrochen-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Straße fehlt" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Straße-unterbrochen-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Straße-unterbrochen-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Straße-unterbrochen-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Straße-unterbrochen-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Straße-unterbrochen-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/wild-west/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wild-West-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="wild west" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wild-West-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wild-West-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wild-West-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wild-West-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Wild-West-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/fensterblick/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Fensterblick-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Fensterblick" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Fensterblick-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Fensterblick-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Fensterblick-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Fensterblick-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Fensterblick-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/verschwommene-strasse/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/verschwommene-Straße-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="verschwommene Straßen" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/verschwommene-Straße-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/verschwommene-Straße-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/verschwommene-Straße-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/verschwommene-Straße-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/verschwommene-Straße-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>
<a href='https://warmroads.de/de/trampen-in-7-brasilien/lkw-bei-nacht/'><img width="150" height="150" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/LKW-bei-Nacht-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail" alt="Nacht LKW" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/LKW-bei-Nacht-150x150.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/LKW-bei-Nacht-57x57.jpg 57w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/LKW-bei-Nacht-72x72.jpg 72w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/LKW-bei-Nacht-114x114.jpg 114w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/LKW-bei-Nacht-144x144.jpg 144w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>

<h3>Besonderheiten</h3>
<p>Werde ich bei Gelegenheit nochmal hinzufügen.</p>
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		<title>Leben und Tod</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2015 12:47:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Über die Menschheit]]></category>
		<category><![CDATA[Shit]]></category>
		<category><![CDATA[Transamazonica]]></category>
		<category><![CDATA[Unfall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist schwül-warm als ich aus dem LKW aussteige. Meine Brillengläser beschlagen sofort. Wir sind im Amazonas-Urwald. Mein Fahrer Grafite hat angehalten und mir...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es ist schwül-warm als ich aus dem LKW aussteige. Meine Brillengläser beschlagen sofort. Wir sind im Amazonas-Urwald. Mein Fahrer Grafite hat angehalten und mir angedeutet, dass ich mit ihm aussteigen soll. Wahrscheinlich will er mir wieder irgendetwas zeigen. Das hat er schon zuvor mehrmals gemacht. Was wird mich wohl diesmal erwarten? Ein besonderes Tier? Ein Kunstobjekt? Irgendeine Pflanze? Oder andere Sachen, die ich schon immer nicht sehen wollte.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Umgebung zieht mich sofort in ihren Bann. Wir sind im dichtesten Urwald. Die Kulisse macht dies deutlich. Überall sind Vogelstimmen zu hören, die Luft drückt, die Vegetation ist abartig dicht und alles wirkt&#8230;wild. Wie man sich den Regenwald vorstellt. So etwas habe ich noch nie zuvor erlebt. Die Kraft dieses Waldes dringt durch alle meine Poren. Ich bin fasziniert. Staunend stehe ich am Straßenrand, ehe Grafite mich je aus meiner Observation reisst. „Come come!“ ruft er zu mir rüber und rennt die Straße hoch.<span id="more-510"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Wir befinden uns in einem Straßenabschnitt, der nur über einen Militärkontrollpunkt zu passieren ist. Beide Zugänge zu diesem Urwaldstück sind bewacht. Es ist tiefste Wildnis. Das einzig wirkliche Stück Wildnis, was ich auf meiner Amazonasdurchquerung sehen werde. Aber wieso rennt Grafite? Ich verstehe es nicht und folge ihm einfach. Er wirkt aufgeregt. Vor uns liegt eine relativ scharfe Kurve und rechts davon geht es ca. 4-5 Meter bergab. In der Kurve bleibt er stehen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Here!“, meint er und deutet auf den Abgrund. Jetzt sehe ich auch was los ist. In dem Abgrund liegt ein Auto. Auf dem Dach. Ein Unfall. Es gab eine tiefe Schneise, die der Pick-Up in die dichte Vegetation gerissen hatte. Meine freudige Erwartung weicht Entsetzen. Grafite ist schon auf dem Weg den Abhang hinunter und ich bleibe wie angewurzelt stehen. Das lässt sich nur schwer beschreiben. Irgendetwas in mir hielt mich zurück. Ich wollte nicht schon wieder Leichen irgendwo raus ziehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich befand mich in einer Art Schock. Während mein Fahrer Richtung Unfallstelle unterwegs war, versuchte ich vorbeikommende Autos anzuhalten. Die haben auch gesehen, dass irgendetwas passierr war, fuhren langsam und beschleunigten dann wieder. Brasilien halt. Die Angst überwiegt und hindert zu helfen. Aber ich will das nicht verurteilen, weil es mir in der Situation exakt genauso ging.</p>
<p style="text-align: justify;">Grafite wanderte um das Fahrzeug. Man konnte nicht erkennen, ob jemand drin war, oder nicht. Alle Scheiben waren getönt, wie das so üblich ist in Brasilien. Die Fahrertür ging nicht auf. Durch den Unfall war sie verklemmt. Zur Beifahrerseite war schlechter Zugang, weil das Auto nahe am zugewachsenen Regenwald lag. Ich überlegte. Was könnte man tun? Bevor ich mich entscheiden konnte, fand Grafite eine Fußmatte. Er hob sie hoch und deutete mir an, dass alles in Ordnung sei. Ich verstand nicht so recht. War immer noch perplex. Was meinte er damit? Er kam den Abhang hoch und sagte, dass wir zurück zum LKW gehen sollten. Das taten wir dann auch. Wir stiegen ein und rollten los. Tiefer in diesen Urwald.</p>
<p style="text-align: justify;">Es hat mich einige Minuten gebraucht, bis ich endlich realisieren konnte, was geschehen war. Ich dachte nach. Und fühlte mich schlecht. Wir haben mitten im Urwald ein Auto gefunden. Das Auto war verschlossen und wir konnten nicht sehen wer und ob jemand drin war. Mal abgesehen davon, ob da noch irgendwas drin gelebt hat oder nicht, hätten wir auf jedenfall die Fensterscheiben einschlagen müssen, um zu schauen was los ist. Ich war wie paralysiert. Hatte zuviel Angst. Hab es auch dankend angenommen, als Grafite die Situation für „Okay“ erklärt hat und mir einen Grund zum weitergehen gegeben hat. Das war falsch. Ich hab mich geschämt in diesem Moment, weil ich es nicht hin bekommen habe, selber runter zu steigen. Und mir wird das eine Lehre sein, dass ich beim nächsten mal in einer solchen Situation nicht weggehe, bevor nicht genau klar ist, ob da jemand drin ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Und ob noch jemand am Leben ist. Scheiße&#8230;</p>
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		<title>Fähre verpasst! Amazonas hopping</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2015 15:10:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Über die Menschheit]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
		<category><![CDATA[Boottransfer]]></category>
		<category><![CDATA[Fun]]></category>
		<category><![CDATA[iller shit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Hände zittern immer noch, nachdem was gerade passiert ist. Ich kam heute morgen in Manaus an, der letzten Stadt nördlich des Amazonas Flusses...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Meine Hände zittern immer noch, nachdem was gerade passiert ist. Ich kam heute morgen in Manaus an, der letzten Stadt nördlich des Amazonas Flusses auf meinem Weg Richtung Uruguay. Von hier aus sollte ich die Fähre nach Santarem nehmen. Die einzige Verbindung um auf die Transamazonica zu kommen. Es lief auch alles nach Plan, ich war um 09:40 Uhr am Hafen und die Fähre sollte um 10:00 Uhr ablegen. Perfektes Timing. Fast&#8230;.<span id="more-498"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Als wir um 11:00 Uhr immernoch im Hafen waren, fragte ich mit meinem gebrochenen Spanisch, wann wir den nun starten. In zwei Stunden hieß es. Zeit genug um nochmal über den Fischmarkt zu schlendern und etwas Geld abzuheben. Ich genehmigte mir also einen Fisch mit Reis und kam zurück zum Port. Und die Fähre war weg! Sie drehte gerade Richtung Fluß. Wild fluchend rannte ich zum Wasser und ein Fischermann erkannte meine Not. Dann ging alles ganz schnell. Er startete seinen Motor und ich sprang auf das Boot auf. Wir legten ab und rasten der Fähre hinterher. Der Ritt war äußerst Spektakulär, ich kletterte bei voller Fahrt im Fahrwasser der Fähre seitlich auf, bezahlte vorher noch 20 Real und war erstmal erleichtert.</p>
<p style="text-align: justify;">Alle Leute auf der Fähre schauten mich verwundert an. Aber ich hatte es geschafft. Katastrophe abgewendet. Ich fragte die erste Person die ich traf, ob die Fähre nach Santarem geht. Sie sagte ja. Ich fragte die zweite und die sagte auch ja. Aber irgendwie sah das hier alles so anders aus. Ich ging auf die zweite Ebene. Das sah auch anders aus, hier waren vorher keine Waschbecken. Es dauerte 1-2 Minuten, bis mir plötzlich klar wurde, dass es die falsche Fähre war. Scheiße.</p>
<figure id="attachment_500" aria-describedby="caption-attachment-500" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/falsche-Fähre.jpg" rel="lightbox[498]"><img class="size-large wp-image-500" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/falsche-Fähre-1024x407.jpg" alt="Fähre" width="780" height="310" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/falsche-Fähre.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/falsche-Fähre-300x119.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/falsche-Fähre-150x60.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/falsche-Fähre-400x159.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/falsche-Fähre-800x318.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/falsche-Fähre-200x79.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-500" class="wp-caption-text">Meine falsche Fähre mit dazugehörigen Höllen-Schnellboot</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">An Board waren die Offiziellen auch etwas verdutzt, was denn nun dieser Typ im gelben Anzug hier zu suchen hatte. Einfach mal so aufgesprungen. Ich zeigte mein Ticket, meine Verzweiflung wuchs ins Unermessliche. Wie konnte mir nur sowas passieren. Es hat doch alles so gut gepasst. Nun musste ich mir ein Taxi zurück zum Hafen nehmen, wenn die mich denn irgendwo rauslassen würden. Hab ich einfach mein Boot übersehen und aus Panik das falsche gekapert? Liegt die Fähre vielleicht doch nocht im Hafen?</p>
<p style="text-align: justify;">Ich schaute den Fluß hinunter. Etwa zwei Meilen vor uns erkannte ich dann mein eigentliches Boot. Es hatte doch abgelegt. Ganz klar, die roten Rettungsboote an Deck erkannte ich wieder. Also nix mit zurück zum Hafen fahren. Ich hatte die Fähre wirklich verpasst. Verzweiflung kam auf, aber um mich herum herrschte wuseliges treiben. Ich wartete erstmal ab.</p>
<figure id="attachment_499" aria-describedby="caption-attachment-499" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/An-Deck.jpg" rel="lightbox[498]"><img class="size-large wp-image-499" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/An-Deck-1024x768.jpg" alt="An Deck der Fähre" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/An-Deck.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/An-Deck-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/An-Deck-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/An-Deck-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/An-Deck-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/An-Deck-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-499" class="wp-caption-text">Vor dem Fährenkisok mit den roten Rettungsbooten.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Ein Mensch mit Bart gab mir zu erkennen, dass sie an meinem Problem arbeiten. Nach 10 Minuten meinte er, sie bringen mich dahin und ich solle ihm 20 Real geben. Klang logisch. Hinten am Boot war dann mein Lift. Etwas holprig kletterte ich am Heck der Fähre runter, sprang auf das Boot auf und wir fuhren los. Der Ritt mit dem Fischermann war verglichen mit dem Schnellboot eine Kaffeefahrt. Als wir auf die erste Welle aufsetzten, bin ich mit meinem Gesicht fast auf den Stahlrumpf des Bootes aufgeschlagen. Zähne sind aber noch drin. Und zu meiner Überraschung rasten wir nicht den Fluß hinab, sondern zu einem Dock am Hafen. Um dort noch jemanden abzuholen und zwei andere Frauen abzuladen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach 7000km auf See dachte ich einiges gewöhnt zu sein, aber diese Fahrt war die pure Hölle. Ich hielt mich mit aller Kraft am Boot fest um nicht rauszufallen. Es regnete. Mein Rucksack löste sich. Durchhalten. Meine Kraft schwand. Wir wurden hin und hergeschmissen und diese Wellen&#8230;.! Ich kam mir vor wie in einem Matchboxauto, dass von dem motorisch-unterentwickelten Kleinkind immer wieder auf den Asphaltboden geschlagen wird. Immer wieder, ohne Gnade und ohne Mitleid. Es dauerte vielleicht fünf Minuten, mir kam es vor wie eine halbe Stunde.</p>
<figure id="attachment_502" aria-describedby="caption-attachment-502" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Santarem.jpg" rel="lightbox[498]"><img class="wp-image-502 size-large" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Santarem-1024x768.jpg" alt="Santarem" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Santarem.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Santarem-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Santarem-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Santarem-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Santarem-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Santarem-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-502" class="wp-caption-text">Sonnenuntergang Santarem</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Letztendlich erreichten wir dann mein Fähre nach Santarem. Schon wieder starrten alle auf den Menschen im gelben Anzug, der seitlich auf die Fähre aufsprang. Ich hatte ja nun schon Übung. Und diesmal war es wirklich das richtige Boot. Erfolgreich geentert. Keine Zeit verloren. Ich musste meine Nerven anschließend erstmal mit Bier und Nikotin beruhigen. Während ich rauchte, hatte ich immernoch zittrige Beine, war aber auch wirklich glücklich und dachte nur: &#8222;So ein iller shit. Was ist hier nur passiert mit mir? Kannste echt keinem erzählen. Also schreib es schnell auf!&#8220;</p>
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		<title>Brasilien aus dem Logbuch (2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2015 14:15:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
		<category><![CDATA[Drogen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußballhools]]></category>
		<category><![CDATA[längster Lift meines Lebens]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mittwoch der 14. Januar 2015 ; 02:30 Uhr Vielleicht sollte ich kurz beschreiben, wie meine letzten fünf Stunden ausgesehen habe. Ich saß in einem...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h5 style="text-align: justify;">Mittwoch der 14. Januar 2015 ; 02:30 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht sollte ich kurz beschreiben, wie meine letzten fünf Stunden ausgesehen habe. Ich saß in einem Bus und dachte wir fahren nun die ganze Nacht ins 600km entfernte Maraba. Der Busfahrer sah das aber anders und machte mir an der Busstation verständlich, dass ich nun aussteigen soll. Weg von der Straße, Nachts durch die Stadt laufen müssen und keine Orientierung. Alles Dinge die ich sehr zu schätzen weiß.<span id="more-469"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Ich bin fünf Stunden rumgelaufen, eher rumgeirrt. Leider hatte ich meine Orientierungsppunkte etwas schlecht gewählt. Eine Brücke gesucht, die nur in meinem Kopf existierte. Ich bin lange Zeit durch irgendwelche Favellas gezogen, entlang der Transamazonica, die aber irgendwann einspurig wurde und letztendlich von Straßenbarrikaden unterbrochen wurde. Alles sehr suspekt. Ständig nervende Menschen die mit ihren Autos an mir vorbeifahren und irgendetwas rufen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Stimmung war leicht aggressiv. Ich hab die Leute einfach ignoriert, hat funktioniert. Bis mich dann irgendwann ein netter Alki eingesammelt hat, um mir den Weg aus der Stadt zu zeigen. In meiner Naivität bin ich mit, das hat am örtlichen Kiosk geendet und ich sollte ihm die Schnapsflasche bezahlen. Abgezockt. Aber ich hatte irgendwann keine Lust auf diskutieren mehr und hab es einfach bezahlt. Ist nur Geld.</p>
<p style="text-align: justify;">Irgendwann bin ich dann hier mit diesen Brasilianern zusammengestossen. Beatrice konnte Englisch und es gab Bier. Jetzt sitze ich hier und feier erstmal mit denen. Heute Nacht wird nicht weiter getrampt&#8230;..</p>
<figure id="attachment_455" aria-describedby="caption-attachment-455" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010806-compressor.jpg" rel="lightbox[469]"><img class="size-large wp-image-455" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010806-compressor-1024x768.jpg" alt="Party" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010806-compressor.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010806-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010806-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010806-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010806-compressor-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010806-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-455" class="wp-caption-text">Partycrew in Brasilien</figcaption></figure>
<h5 style="text-align: justify;">16:40 Uhr (Die Uhrzeit entspricht meiner Logzeit. Lokale Zeit ist wahrscheinlich 18:40 Uhr gewesen)</h5>
<p style="text-align: justify;">Ich denke wir waren bis um 10 Uhr morgens am feiern, inklusive baden im Amazonas und reichhaltigem Mittagessen. Nun stehe ich mit einer Tüte Pfirsichsaft an der Stadtgrenze und bin wieder auf der Straße. Es wird bald dunkel und ich hoffe auf meinen ersten Lift.</p>
<h5 style="text-align: justify;">18:41 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Trampen in der Nacht lief bisher ziemlich gut. Ein Mofa hält an, wir fahren 20 Minuten, ich ohne Helm hinten drauf. Sehr erfrischend in der Nacht. Nächster Halt Fähre.</p>
<h5 style="text-align: justify;">19:05 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Maximale Verwirrung, aber irgendwie hat mir mein Mofafahrer einen Bus klargemacht, der mich nach Maraba mit nimmt. Ironie des Schicksals, dass mir dieser Buslift am Tag zuvor versagt wurde. Nun erstmal die ganze Nacht durchfahren. Morgen früh geht es dann raus aus dem Amazonasgebiete und hoffentlich wieder auf geteerten Straßen weiter.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Donnerstag der 15. Januar 2015 ; 16:00 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Die letzten 11 Stunden waren typisch Brasilien. Lange warten, kaum Verkehr und viel laufen. Ein paar Roadkills gesehen und fotographiert. Jetzt wieder auf einer Fähre. Da ist dieser Mensch, er hat strahlend blaue Augen und braune Haare, sieht etwas wie ein Außerirdischer aus. Ein Brasilianer der Deutsch spricht, mit einem überaus lustigen Akzent. Hier erfahre ich auch, dass ich quasi den ganzen Tag auf der falschen Straße getrampt bin. Aber die Leute erklären mir den richtigen Weg. Lift wird wieder von motivierten Brasilianern auf der Fähre organisiert.</p>
<h5 style="text-align: justify;">18:15 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Endlich auf der Br-153, die Autobahn, welche mich nun erstmal mehrere tausend Kilometer nach Süden begleiten wird. Ich treffe den ersten Brasilianer mit gutem Englisch und lasse mir mein Handwerkszeug beibringen. Zwei Sätze: „Wo fahren sie hin?“ und „Können sie mich mitnehmen?“ in portugiesisch, die mir ab jetzt mein Leben sehr erleichtern werden.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Freitag der 16. Januar 2015 ; 01:14 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Auto Posto-Stationen Brasilien. Sowas wie Deluxe Raststätten. Ich esse erstmal was, nehme eine Dusche und leg mich anschließend schlafen.</p>
<figure id="attachment_471" aria-describedby="caption-attachment-471" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Toiletten-Brasilien.jpg" rel="lightbox[469]"><img class="size-large wp-image-471" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Toiletten-Brasilien-1024x768.jpg" alt="Truckerdusche." width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Toiletten-Brasilien.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Toiletten-Brasilien-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Toiletten-Brasilien-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Toiletten-Brasilien-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Toiletten-Brasilien-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Toiletten-Brasilien-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-471" class="wp-caption-text">Truckerdusche.</figcaption></figure>
<h5 style="text-align: justify;">04:47 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Bin etwas zu spät aufgewacht. Die ersten Trucks fahren schon los. Schnell zusammenpacken. Arbeit ruft.</p>
<h5 style="text-align: justify;">06:14 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Da war dieser Truck. Er transportiert Autos. Ich hab gefragt, ob ich mitfahren kann. Der Fahrer, Marcus, meinte es geht nicht. Hab nicht viel verstanden. Seine Körpersprache sah so uneindeutig aus, daher bin ich einfach mal stehengeblieben und habe weiter mit ihm geredet. Hat funktioniert. Letztendlich durfte ich dann (bis zu ersten Pause) in einem der Autos auf der Ladefläche mitfahren. Mein eigenes Auto. Ha! Später dann auch vorne auf dem Beifahrersitz.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit Marcus werde ich insgesamt über 37 Stunden unterwegs sein und er wird der längste Lift, den ich bisher in meinem Leben hatte. 1582 Kilometer. Ich falle am nächsten Tag in Santa Barbara aus dem Truck. Völligst zufrieden mit meiner zurückgelegten Strecke. Erstmal wieder Duschen, Essen und sich freuen.</p>
<figure id="attachment_472" aria-describedby="caption-attachment-472" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/MeandMarcus.jpg" rel="lightbox[469]"><img class="size-large wp-image-472" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/MeandMarcus-1024x768.jpg" alt="Me Ermano." width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/MeandMarcus.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/MeandMarcus-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/MeandMarcus-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/MeandMarcus-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/MeandMarcus-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/MeandMarcus-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-472" class="wp-caption-text">Marcus und ich.</figcaption></figure>
<h5 style="text-align: justify;">Samstag der 17. Januar 2015 ; 20:37 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Mich nimmt Pablo mit, ein Dozent der internationalen Beziehungen an der Uni in Sao Paolo. Kurz nach der Fahrt zündet er sich einen Joint an. Wir rauchen. Mein letzter Fahrer Marcus war auch schon die ganze Zeit am kiffen in seinem Truck, hatte irgendeine Genehmigung für medizinisches Marijuana. Gibt es wohl in Brasilien.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Fahrt war recht amüsant. Pablo bremste plötzlich mitten auf der Autobahn, als wir an einer Polizeistation vorbeifuhren. Er wollte kurz nach dem Weg fragen. War nicht die beste Idee. Er sah auch schnell ein, dass wir nicht total bekifft in die Polizeistation einlaufen sollten. Schnell wieder beschleunigen, als sei nichts gewesen und weiter gehts.</p>
<h5 style="text-align: justify;">20:56 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Die erste Raststätte hinter dem Autobahnkreuz war eigentlich mehr eine normale Tankstelle, leuchtete aber wie ein Ufo. Wir hieltan an, überall Jugendliche in ihren Autos am trinken, tanken, quatschen&#8230;.Sao Paulo Samstag Abend eben. Gerade war auch Bandenkriegzeit im Norden und es gab heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Ich war mäßig motiviert aus dem Auto auszusteigen und mitten ins illustre Nachtleben von Sao Paulo zu kommen. „Oh, so many&#8230;..locals&#8230;here.“, meinte ich zu Pablo. Er verstand den Hinweis nicht: „Yes, i will leave zu here.“ Ich musste erst lachen, aber er meinte das ernst. Wir fuhren aber dann doch noch eine Tankstelle weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Vorher waren nur Jugendliche an der Tankstelle. Keine Trucks, keine Reisenden von der Autobahn&#8230;naja eigentlich sonst niemand. Eine Tankstelle weiter war nur noch&#8230;.niemand.</p>
<h5 style="text-align: justify;">22:00 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Sao Paulo bei Nacht also. Sowas wie das das brasilianische Venezuela, wenn ich mich erinnere, wie viele Menschen mich vor dieser Stadt gewarnt haben. Allerdings bin ich diesmal etwas angespannt und will nicht unbedingt in Schwierigkeiten kommen. Ich hab Respekt vor den ganzen verrückten Menschen in Städten. &#8222;Sick city with mad people!&#8220;, wie Pablo zu sagen pflegte. Kein Auto in Sicht. Autobahn sieht ganz nett aus, ich beschließe entlang der Autobahn zu laufen. Kann ja nicht schlimmer werden. Und entlang der Straße ist es sicher.</p>
<h5 style="text-align: justify;">22:10 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Neben mir erscheint ein großer Club mit vielen betrunkenen Leuten. Hier wollte ich schon immer mal nicht vorbeikommen. An den Bäumen sind ein paar Pferde angebunden. Urbaner Parkplatz. Ich laufe weiter und versuche kein Aufsehen zu erregen. Immer weiter in die Dunkelheit entlang der Autobahn. Da ist niemand.</p>
<p style="text-align: justify;">Plötzlich kommt mir ein hagerer Typ entgegen, der anscheinend auch schon gut am feiern war. Fuck, wieso laufen hier Menschen auf der Autobahn? Meine Ruhe ist gestört. Spätestens als mir danach ein verliebtes Pärchen händchenhaltend den Weg kreuzte, war mir klar, dass die Autobahn hier nur ein erweiterter Bürgersteig ist. Ich gehe weiter, entdecke einen Kiosk und hole mir erstmal Wasser und ein Bier.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Besitzer und sein Stammkunde sind total freundlich. Quatschen mich in portugiesisch voll und ich verstehe kein Wort. Was nun folgt ist aber wahrscheinlich die einzig gefährliche Situation auf meiner ganzen Reise. Schon wieder erscheint ein hagerer Typ, aussehen prototypisch für Fußballassi. Rotunterlaufende Augen, ziemlich frustrierter Gesichtsausdruck. Er verwickelt mich in ein Gespräch, fragt wo ich herkomme „Allemana“. Fußball, er ist Paulista, Brasilianer und dann steht da Samstag Abend ein Deutscher vor seiner Nase.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich sehe Hass aufflackern in seinem Gesicht, er belegt mich mit einigen Schimpfwörtern und war sichtlich aggressiv. Seiner Körpersprache zu urteilen sagte er so etwas wie: &#8222;Ihr verdammten Penner habt uns bei WM abgezogen, scheiß Arschlöcher&#8230;.!&#8220; Ich dachte er wird mir jeden Moment eine reinhauen. Hab ihn dann angelächelt und das gemacht, was ich bisher immer gemacht habe, wenn Brasilianer mich auf das 1:7 gegen Deutschland angesprochen haben: „Sooooorrryyy!“ Hat er auch verstanden, am Ende mochte er mich sogar. Ich ihn aber nicht. Ich wollte aber nur so schnell wie möglich weiter, wieder in die Dunkelheit und weg von den ganzen Verrückten hier.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Sonntag der 18. Januar ; 02:02 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Nächste Raststätte. Bin hier schon ne Weile. Der Tankwart kam gleich auf mich zu, als ich über die Autobahn gelaufen bin. War so einladend. Er hat alles unter Kontrolle, kennt hier jeden. Eine Prostituierte steigt mit ihrem Freier aus einem Truck. Der Trucker wäscht sich mit Wasser an den Zapfsäulen, zwei weitere kommen dazu. Tankwart, Prostituierte und drei Trucker unterhalten sich angeregt. Die Stimmung ist familiär. Im Gegensatz zu meinen letzten vier Stunden laufen, ist es hier sehr entspannend.</p>
<h5 style="text-align: justify;">02:30 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Lift mit einem Hyundai. Die Nacht läuft gut.</p>
<h5 style="text-align: justify;">07:14 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Stehe am Autobahnkreuz südlich von Curitiba. Was ein Run. Die Morgensonne scheint unerbittlich. Weiter gehts, es ist nicht mehr weit.</p>
<figure id="attachment_473" aria-describedby="caption-attachment-473" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Brasilianische-Alpen.jpg" rel="lightbox[469]"><img class="size-large wp-image-473" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Brasilianische-Alpen-1024x768.jpg" alt="Brasilianische Alpen." width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Brasilianische-Alpen.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Brasilianische-Alpen-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Brasilianische-Alpen-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Brasilianische-Alpen-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Brasilianische-Alpen-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/03/Brasilianische-Alpen-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-473" class="wp-caption-text">Im Süden sieht Brasilien aus wie die Alpen.</figcaption></figure>
<h5 style="text-align: justify;">11:29 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Im schönen Florianopolis. Die Sonne scheint noch unerbittlicher. Eine der heißesten Passagen während meines Trips. 86 Minuten werde ich hier warten müssen, bis das nächste Auto hält.</p>
<h5 style="text-align: justify;">19:48 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Ich hab in den letzten 101 Stunden ziemlich genau 4000km durch Brasilien zurückgelegt. Was ein Run. Stehe hinter einer Toll-Station südlich von Porto Alegre. Es ist bereits seit zwei Stunden dunkel. Überall Mücken, ich kann nicht ruhig stehenbleiben, muss mich bewegen. Noch einen Tag entfernt von Uruguay.</p>
<h5 style="text-align: justify;">20:21 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Schon wieder ein Fahrer der Deutsch spricht. Ein Demeterbauer aus dem Umland. Bietet mir einen Schlafplatz an. Wieso nicht nach dieser irren Tour? Päuschen machen und dann morgen die letzten 700km in einem gemütlichen Tagestrip durchziehen.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Montag der 19. Januar 2015 ; 14:14 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Bin etwas zu spät auf der Straße gewesen, laut Log 06:48 Uhr (ca. 10:30 Uhr). Und nun&#8230;.Pelotas. 250Km entfernt von der Grenze. Keine Ahnung wer sich diesen Spaß hier hat einfallen lassen. Ich stehe seit zwei Stunden und warte auf ein Auto. Wiedermal Zeit zu laufen. Wird aber nicht helfen. Meine Stimmung ist im Keller, so kurz vor dem Ziel zeigt sich Brasilien noch einmal von der besten Seite.</p>
<h5 style="text-align: justify;">15:14 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Das Militär hat erbarmen und nimmt mich in einem Pick-Up mit. Sie lassen mich 15:50 Uhr an einer Geschwindigkeitskontrolle raus.</p>
<h5 style="text-align: justify;">15:50 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Erstes Auto hält an. Ab Richtung Chuy. Läuft. Der Fahrer ist alt und tattrig und fährt schneller als alle Anderen. Mit 180km/h durch Brasilien.</p>
<h5 style="text-align: justify;">17:00 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Mein letzter Lift in Brasilien. Ein Surfer mit VW Bus (T1). Chuy ist eine geteilte Stadt. Man geht über die Straße und ist in Brasilien. Als wir an der brasilianischen Immigration vorbei fahren, frage ich noch, ob ich nicht einen Stempel brauche. Mein Fahrer meint nein. Okay. Ich frage nochmal, er ist sich sicher, brauch ich nicht.</p>
<h5 style="text-align: justify;">17:24 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Aussteigen in Chuy, auf geht’s zur uruguayanischen Grenze.</p>
<h5 style="text-align: justify;">17:56 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Ankunft an der Grenze. Es ist noch hell und Verkehr. Perfekt für die letzten 200km. Die Grenze ist unglaublich nett gestaltet, niemand trägt Waffen oder Uniformen, stattdessen Anzug und Schlips. Bei der Passkontrolle werde ich mit Vornamen angesprochen. Man erklärt mir, dass ich ohne den brasilianischen Ausreisestempel nicht einreisen kann. Anfängerfehler beim Grenzübertritt.</p>
<h5 style="text-align: justify;">19:51 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Einmal 5km zurück und wieder hin. Ich bin mittelmäßig angepisst. Dieser äußerst dumme Fehler hat mich zwei Stunden Zeit gekostet. Aber was noch wichtiger ist, ich hab den Feierabendverkehr verpasst, Tramperregel Nummer eins wurde ignoriert: „Vertraue nie auf das, was der Fahrer dir sagt.“</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ich werde die nächsten 9 Stunden und 54 Minuten an der Grenze warten, bis mich am Morgen das nächste Auto mit nimmt. Wobei die Grenze in Chuy ein wenig wie der Rasthof Berlin Grunewald ist. Immer was los, ein Haufen andere Tramper (in den 10 Stunden ca. sechs), eigentlich will man auch nicht so richtig weg. Trotzdem hab ich auf den ersten Lift in Uruguay wohl länger gewartet, als je zuvor. Wobei, da war mal was in Norwegen&#8230;egal. Sagen wir einfach, hier war meine längste Standzeit. </em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Am nächsten Tag sollte ich nach exakt drei Monaten Reisezeit und 18.000km Wegstrecke bei meinem Kumpel Ralf ankommen. </em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Zu dieser dreiteiligen Erzählung gesellen sich in den nächsten Wochen noch besondere Erlebnisse, die einen eigenen Artikel verdient haben. Außerdem veröffentliche ich die fehlenden „Trampen in&#8230;“-Artikel und werde mich noch dem Thema Boot trampen etwas näher widmen. Ist aber alles schon geschrieben und wartet auf Veröffentlichung.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Nächste planmäßige Station ist die Südspitze von Südamerika mit Option auf einen Abstecher in die Antarktis. Aber nur, wenn ich irgendwie dahintrampen kann. Ankunft angepeilt für Ende März 2015. Danach geht es schnell nach Norden, weil ich reiten lernen möchte und vor Wintereinbruch noch Bergsteigen gehen will.</em></p>
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		<title>Brasilien aus dem Logbuch (1)</title>
		<link>https://warmroads.de/de/brasilien-aus-dem-logbuch-1/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2015 18:01:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Trampen]]></category>
		<category><![CDATA[Boottransfer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nachdem ich Venezuela im Schnelldurchlauf hinter mir gelassen hatte, kam ich endlich nach Brasilien. Hier ging meine Tramptour eigentlich erst richtig los. Im folgenden...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<pre>Nachdem ich <a title="venezuela fast" href="https://warmroads.de/in-42-stunden-durch-venezuela/" target="_blank">Venezuela im Schnelldurchlauf</a> hinter mir gelassen hatte, kam ich endlich nach Brasilien. Hier 
ging meine Tramptour eigentlich erst richtig los. Im folgenden eine Erzählung aus meinem Logbuch.</pre>
<h5 style="text-align: justify;">Freitag der 09. Januar 2015 ; 22:15 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Ich stehe am Ortsausgang von Mucajai, Nordbrasilien. Es ist bereits dunkel und ich habe mein Equipment zum <a href="https://warmroads.de/de/zur-technik-des-nachttrampens/">Nachttrampen</a> angelegt. An der gegenüberliegenden Tankstelle herrscht reger Betrieb. Es schallt laute brasilianische Popmusik über die Straße. Ich habe Kopfschmerzen. Die Musik ist schrecklich. Das Scheinwerferlicht blendet. Die Nacht vorher hab ich nicht geschlafen. Ich warte 2,5 Stunden, es halten ein paar Autos, aber ich finde keinen Lift. Es kündigt sich eine Migräne an. Ich beschließe in die Dunkelheit zu laufen, weg von der gräßlichen Musik und dem Licht.</p>
<figure id="attachment_458" aria-describedby="caption-attachment-458" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010653-compressor.jpg" rel="lightbox[440]"><img class="size-large wp-image-458" src="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010653-compressor-1024x711.jpg" alt="Nachttrampen" width="780" height="542" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010653-compressor.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010653-compressor-300x208.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010653-compressor-150x104.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010653-compressor-400x278.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010653-compressor-800x555.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010653-compressor-200x139.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-458" class="wp-caption-text">Nachts warten auf den nächsten Lift.</figcaption></figure>
<p><span id="more-440"></span></p>
<h5 style="text-align: justify;">22:45 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Auf der Straße riecht es nach verwestem Fleisch. Ich finde zwei Roadkills, die ich in der Dunkelheit nicht als Tierkadaver ausmachen kann. Am nächsten Morgen werde ich sie fotographieren und beschließen eine Fotoserie über Roadkills zu erstellen. Ich bin auf der Suche nach einem Schlafplatz. Auf der linken Seite sehe ich eine Mauer, dahinter verbirgt sich ein Friedhof. Die Gräber sind sehr schön und es gibt viele kleine Mausoleen mit Türen und Fenstern. Vielleicht sollte ich mich in eines der Mausoleen legen&#8230;nein, das erschien mir etwas pietätlos. Ich finde eine kleine Steinbank und lasse mich darauf nieder. Mich befällt tiefer Schlaf.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Samstag der 10. Januar 2015 ; 05:41 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Sonnenaufgang am Friedhof. Zähne putzen am Straßenrand. Kein Auto hält. Willkommen in Brasilien. Ich beschließe zu laufen.</p>
<h5 style="text-align: justify;">08:29 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Endlich hält ein Auto. Zwei Stunden und 48 Minuten für meinen ersten Lift an diesem Tag. Zieht sich. Wir fahren 10 Minuten bis in die nächste Ortschaft.</p>
<h5 style="text-align: justify;">09:38 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">59 Minuten gewartet, bis mein zweites Auto mich mitnimmt. Brasilien schmeichelt mir. Wir fahren 15 Minuten in die nächste Ortschaft. Ich beschließe zu Frühstücken und kaufe mir eine Flasche Wasser, Kaffee, gefüllte Teigtaschen und ein Stück Kuchen.</p>
<h5 style="text-align: justify;">12:16 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Warten in Caracarai. Seit 1 Stunde 40 Minuten. Süße Mittagssonne, kein Schatten. Ich esse ein Eis. Ein Mercedes Truck hält. Fahrer heißt Grafite und fährt ins 650km entfernte Manaus. Yeah man! Ich werde wahnsinnig vor Freude, möchte schreien. Adrenalin schießt in meinen Körper. Es ist der beste Kick beim trampen, wenn man solange für den nächsten Lift arbeiten musste und dann endlich belohnt wird. Macht süchtig.</p>
<figure id="attachment_448" aria-describedby="caption-attachment-448" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010669-compressor.jpg" rel="lightbox[440]"><img class="wp-image-448 size-large" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010669-compressor-1024x768.jpg" alt="Truck Foto inside" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010669-compressor.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010669-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010669-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010669-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010669-compressor-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010669-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-448" class="wp-caption-text">Fotographieren aus dem Truck</figcaption></figure>
<h5 style="text-align: justify;"> Sonntag der 11. Januar 2015 ; 08:49 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Manaus. Ich bin euphorisiert. Venezuela-Manaus als erste Etappe schnell überwunden. Keine Zeit verlieren, der Weg ist noch lang. Es regnet in strömen. Ich falle irgendwo in der Stadt aus dem LKW. Nehme den nächsten Bus zum Hafen um mich nach der Fähre zu erkundigen. Die Dame teilt mir mit, dass die Fähre in 20 Minuten ablegt. 20 Minuten. Yeah man! Speed! Ich renne zum Pier, als ich ankomme bin ich komplett durchnässt. Aber egal, hauptsache nach Uruguay durchknallen. An der Fähre hab ich nicht genug Geld, ich mache einen Deal mit US-Dollar, bezahle etwas mehr. Schon okay. Geht ja bald los. Ich hab das Ticket in der Tasche. Das Adrenalin kickt wieder.</p>
<p style="text-align: justify;"><a title="Fähre verpasst" href="http://warmroads.de/faehre-verpasst-amazonas-hopping/" target="_blank">Und dann hab ich meine Fähre verpasst.</a> Zeit für den nächsten Adrenalinkick. Diesmal wird es aber ein ganz Besonderer.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Dienstag der 13. Januar 2015 ; 17:40 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Die Fähre legt an. Santarem! Ich bin überaus zufrieden, laufe unbeirrt durch die aussteigenden Massen und gehe meine Straße suchen.</p>
<figure id="attachment_450" aria-describedby="caption-attachment-450" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010698-compressor.jpg" rel="lightbox[440]"><img class="size-large wp-image-450" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010698-compressor-1024x768.jpg" alt="Santarem arrival" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010698-compressor.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010698-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010698-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010698-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010698-compressor-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010698-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-450" class="wp-caption-text">Ankunft in Santarem.</figcaption></figure>
<figure id="attachment_449" aria-describedby="caption-attachment-449" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010690-compressor.jpg" rel="lightbox[440]"><img class="size-large wp-image-449" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010690-compressor-1024x768.jpg" alt="advanced hammoking" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010690-compressor.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010690-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010690-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010690-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010690-compressor-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010690-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-449" class="wp-caption-text">Fortgeschrittener Hängemattengebrauch auf der Fähre.</figcaption></figure>
<h5 style="text-align: justify;">18:01 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Ich mache eine Pause, esse etwas und freue mich. Es ist mir wichtig gestärkt in die Nacht zu gehen. Ich hoffe ich kann das bisherige Tempo aufrecht erhalten.</p>
<h5 style="text-align: justify;">18:23 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Pause zuende. Zum Abschluss noch eine Schokomilch. Weiter geht’s.</p>
<h5 style="text-align: justify;">19:24 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Mein Fahrer fährt einen alten Pick-Up. Er biegt in eine Seitenstraße ein, erklärt mir er müsse noch etwas bei Freunden machen. Wir halten an, die Begrüßung ist herzlich, die ganze Familie sitzt zusammen beim Abendessen. Ich bin immernoch überaus zufrieden. Es gibt Kaffee, das Leben meint es gut. Wir laden zwei junge Kerle auf und fahren in die Dunkelheit zu einer Baustelle. Wahrscheinlich baut einer der beiden hier sein neues Haus. Wir laden ein paar Eisenteile aus dem Pick-Up, alle sind glücklich, dass ich eine Kopflampe dabei habe und Licht machen kann. Dann geht es weiter auf der Straße.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Freitag der 14. Januar 2015 ; 00:20 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Belterra. Ich stehe hier seit fast 4 Stunden. Es gibt keinen Verkehr mehr. Vielleicht besser zu schlafen und etwas Energie zu tanken. Immerhin 100 km geschafft in dieser Nacht. Besser als nichts.</p>
<p style="text-align: justify;">Da war auch dieses Schild zuvor: Rio de Janeiro – 4000 km. Ich muss lachen. Wahnsinn und Skepsis betreten den Raum. Wahnsinn lächelt verschmitzt und verwickelt die Hauptmission in ein angeregtes Gespräch. Es gibt Alkohol, die Stimmung ist gelöst. Die Gewissheit spricht ein Machtwort. Alle wieder zurück an die Arbeit, wir müssen nach Uruguay.</p>
<h5 style="text-align: justify;">05:09 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Aufstehen. Erstmal schöne 90 Minuten warten auf den nächsten Lift. Dieser verdammte brasilianische Norden. Trampen ist hart in Brasilien.</p>
<h5 style="text-align: justify;">07:32 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Ich sitze in einem kleinen Fiat. Wir halten schon das zweite mal an. Der Motor ist überhitzt. Wasser nachfüllen. Hoffen, dass die Anzeige runter geht. Es fährt wie ein irrer. Bis runter nach Ruropolis soll es gehen, auf die Br 230, auch genannt Transamazonica.</p>
<p style="text-align: justify;">Einzelne Abschnitte der Straße sind nicht geteert. Eine Staubpiste, bedeckt mit roter Amazonas Erde. Es existieren überaus fiese und tiefe Schlaglöcher. Die Straße ist absolut gerade und strahlt Ewigkeit aus. Ich bin entzückt. Jeder Hügel der von unserem klapprigen Kleinwagen gemeistert wurde, entblößt neue Überraschungen und Panoramas. Ich fotographiere durch die dreckige Windschutzscheibe. Straßenästethik.</p>
<h5 style="text-align: justify;">10:40 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">„Transamazonica is easy to hitch“ &#8211; ich denke seit 1,5 Stunden über diesen Satz nach, während ich auf das nächste Auto warte. Meine Position ist gut, direkt hinter einer Bodenwelle.</p>
<figure id="attachment_451" aria-describedby="caption-attachment-451" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010777-compressor.jpg" rel="lightbox[440]"><img class="size-large wp-image-451" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010777-compressor-1024x768.jpg" alt="Kadaverfight Geier" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010777-compressor.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010777-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010777-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010777-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010777-compressor-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010777-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-451" class="wp-caption-text">Kadaverfight unter Geiern.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Hinter mir streitet sich ein Geier-Clan um einen Kadaver. Ich kann nicht wirklich erkennen was es mal war. Vermutlich ein Hase oder ähnliches. Eine Gruppe von 10-15 Vögeln zerren an dem Fleischfetzen und versuchen ein Stück für sich abzureissen. Dann taucht plötzlich der Hund auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe das oft in Brasilien erlebt. Geier sind ein guter Indikator für die Existenz von totem Fleisch. Der Hund weiß das. Er wird gewissermasen zum Parasiten. Die Geier kämpfen aufopferungsvoll um ihr Essen, bis der Hund in den Ring betritt, in die Masse springt, alle Vögel zwei Meter zur Seite springen lässt und vor seinem Essen steht. Ihm macht es sichtlich Spaß. Der Hund sieht hierbei keineswegs böse oder bedrohlich aus. Eher dümmlich und frohlockend. Er glänzt triumphal in der Mitte dieser missgestalteten Vögel, die vereinzelt immer wieder vorsichtig an den Kadaver herantreten, bis der Hund wieder einen Satz nach vorne macht und alle zum wegfliegen bringt. Ich amüsiere mich.</p>
<h5 style="text-align: justify;">13:44 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Ich hatte vier Lifts bisher. Wartezeiten waren: 91 Minuten; 20 Minuten; 105 Minuten und 50 Minuten. Ich muss wieder an Keith´s Satz denken. Nach drei Minuten hält ein Volvo Kleinlastwagen an. Ich springe auf die Ladefläche, weiß nicht wie weit sie fahren. Wir starten. Was folgt ist der wahrscheinlich beste Lift meines Lebens auf einer der schönsten Straßen, die ich bisher befahren habe.</p>
<figure id="attachment_452" aria-describedby="caption-attachment-452" style="width: 780px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010779-compressor.jpg" rel="lightbox[440]"><img class="size-large wp-image-452" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010779-compressor-1024x768.jpg" alt="Ladefläche trampen" width="780" height="585" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010779-compressor.jpg 1024w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010779-compressor-300x225.jpg 300w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010779-compressor-150x113.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010779-compressor-400x300.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010779-compressor-800x600.jpg 800w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010779-compressor-200x150.jpg 200w" sizes="(max-width: 780px) 100vw, 780px" /></a><figcaption id="caption-attachment-452" class="wp-caption-text">Tramperromantik hinten auf einer Ladefläche.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Die Transamazonica ist in aller erster Linie eine Matschpiste, im bestenfall staubig und wenn es regnet unbefahrbar. Die Straße zieht sich durch bergiges Gelände. Sie ist wie ein deutscher Feldweg, der zweimal durchgepflügt, mit extra großen Steinen versehen und der staubigen roten Erde bedeckt wurde. Bei Regen wandelt sich dies zu einer Art Riesenrutsche ohne Wasser. Jeder Hügel wird zur Bewährungsprobe. Es bilden sich Staus. Die Leute beobachten große, moderne Fernreisebusse, die sich, wieauchimmer, durch das unwegsame Gelände kämpfen.</p>
<p style="text-align: justify;">Busse gibt es überall. Das macht sich insbesondere bezahlt, wenn das eigene Fahrzeug mal wieder steckenbleibt. Dann muss nämlich geschoben werden. Mit 15-20 Menschen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es kann immer nur ein Fahrzeug den Berg hoch, alle anderen warten und schauen sich das Spektakel an. Es wird gelacht und gescherzt, geraucht und geglotzt. Wenn dann doch mal ein Fahrzeug steckenbleibt geht das Standartprozedere los. Erstmal probieren lassen. Nach einer Weile wird akzeptiert, dass da jemand steckenbleibt.</p>
<figure id="attachment_453" aria-describedby="caption-attachment-453" style="width: 768px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010788-compressor.jpg" rel="lightbox[440]"><img class="size-large wp-image-453" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010788-compressor-768x1024.jpg" alt="Stau Transamazonica" width="768" height="1024" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010788-compressor.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010788-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010788-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010788-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010788-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption id="caption-attachment-453" class="wp-caption-text">Stau auf der Transamazonica.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Die Menschen sind mittlerweile aus dem Bus ausgestiegen. Keiner hat Lust auf das was kommt, aber alle wissen das es getan werden muss. Langsam setzt sich der Mob in Bewegung. Sehr langsam, immer in der Hoffnung, dass die durchdrehenden Reifen wieder erwarten doch noch Grip erhalten und das Fahrzeug den Anstieg schafft. Die ersten legen Hand an, es wird gedrückt, geschoben, gerüttelt, gezogen. Einige Lustlose stehen ringsum und sehen ein, dass sie auch helfen müssen. Gemeinschaftsarbeit im Matsch. Das Fahrzeug droht in den Graben zu gleiten. Es wird geschriehen. Die unbekannten Busreisenden stemmen sich mit ihrer bisher sauberen Kleidung gegen den matschigen LKW. Irgendwie schafft er es den Berg hoch. Es geht weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir mussten insgesamt drei mal schieben auf unserer fünfstündigen Fahrt. Das war aber nur das Sahnehäubchen. Die ganze Fahrt war eine einzige Tortur. Selbst als Mitfahrer äußerst anstrengend. Ich saß unter freiem Himmel auf der Ladefläche, hab versucht mich festzuhalten, während die Straße mich von links, nach rechts und oben nach unten durchgeschüttelt hat. Schlaglöcher, ausweichen, Felsbrocken, Matsch, Staub und immer wieder dieses unbarmherzige Rütteln und die Erschütterungen. Irgendwann halten wir an. Ich kaufe mir ein exorbitant großes Stück Schokoladenkuchen, Kaffee und Wasser. Der beste Kuchen, den ich in meinem Leben gegessen habe.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich geniesse die Fahrt. Ringsherum flacher Regenwald, Sonnenuntergang. Wir laden zwischendurch zwei Frauen ein, auf dem staubigsten Stück der ganzen Strecke. Als sie ausstiegen waren sie in grauen Puder gehüllt und wussten wohl selbst nicht so genau, ob dieser Lift eine gute Idee war. Aber ich war noch viel dreckiger. Mein Bart erwies sich als sehr guter Staubfänger.</p>
<figure id="attachment_454" aria-describedby="caption-attachment-454" style="width: 768px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010801-compressor.jpg" rel="lightbox[440]"><img class="size-large wp-image-454" src="http://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010801-compressor-768x1024.jpg" alt="Dreck im Bart." width="768" height="1024" srcset="https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010801-compressor.jpg 768w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010801-compressor-225x300.jpg 225w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010801-compressor-150x200.jpg 150w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010801-compressor-400x533.jpg 400w, https://warmroads.de/wp-content/uploads/2015/02/P1010801-compressor-200x267.jpg 200w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></a><figcaption id="caption-attachment-454" class="wp-caption-text">Nach fünf Stunden Transamazonica.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Zum Bild, ja ich war ziemlich durch. Fünf Stunden Transamazonica sind kein Kaffeekränzchen.</p>
<h5 style="text-align: justify;">19:19 Uhr</h5>
<p style="text-align: justify;">Die Fahrt ist zuende, es ist schon dunkel. Ich verharre kurz und lass das Erlebte auf mich wirken. Ich will sofort weiter, aber beim Blick in den Spiegel erkenne auch ich, dass eine Dusche dringend notwendig ist. Ich dusche und gehe danach Abendesse, gönne mir ein Bierchen (660ml) und stehe 21:01 Uhr wieder an der Straße.</p>
<p style="text-align: justify;">Vor mir liegen immernoch 550km Transamazonica bis nach Maraba. An mir fährt ein großer Fernreisebus vorbei. Der Nachtbus nach Maraba. Ich trampe nicht, lass ihn vorbeifahren. Plötzlich hält der Bus an, legt den Rückwärtsgang ein und will mir signalisieren, dass ich mitfahren kann. Nachtlift nach Maraba. Wirklich? Ich kann es nicht glauben. Adrenalin mal wieder. Euphorie und Wahnsinn liegen sich heulend in den Armen. „Schneller immer schneller, auf nach Uruguay!“, schreien sie gemeinsam.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich steige ein. Wir fahren los. Was folgt ist die beschissenste Nacht meines ganzen Trips&#8230;..</p>
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